Samstag, 14. November 2015

Prädisposition












"Dieser Bruder ist vor wenigen Monaten überhaupt noch nicht extrem gewesen", äußert sich der Imam Ferid Heider (Berlin) weiter, Buschkowsky zitiert ihn in seinem Buch "Die andere Gesellschaft" (Bild von der kindle-Lese-App, Vollbildmodus)

Die jungen Männer, in Berlin aufgewachsen, haben sich also schnell radikalisiert, obwohl sie Kontakt zu einem gemäßigten Imam hatten. Buschkowsky merkt zu Heider allerdings an, daß er teilweise als Salafist im Schafsfell gesehen wird, Buschkowsky teilt diese Meinung aber nicht. Jeder kann sich einen Eindruck von Ferid Heider auf FB machen. Inwieweit Heider (und andere Imame) ein Doppelgesicht pflegen, bleibt dahingestellt - junge Mohammedaner können sich über die Heimatsender und das Internet jederzeit radikalisieren, ob in Neukölln, Köln, oder Lohberg.

Donnerstag, 12. November 2015

Faktor Schmidt




Wie man hört, ist der Kettenraucher H. Schmidt gestorben. Mit 96 Jahren. So weit kann mancher gar nicht zählen. 96 Jahre sind ein stolzes Alter. Für jeden. Für lebenslange Kettenraucher auch ein kaum glaubliches Alter. Von den 200 beim Rauchen inhalierten Schadstoffen gelten 50 als krebserregend. Cadmium, Benzol, Polonium, Feinstaub, Stickoxide - die Liste ist lang. Wie kann es dann sein, daß ein lebenslanger Kettenraucher ein so hohes Alter erreicht?

Die Antwort besitzt zwei Dimensionen. In der Genetik liegt der Hauptgrund - die individuelle Disposition bestimmt die Belastungsgrenzen.
Zum anderen wird die Gefährlichkeit der Stoffe stark übertrieben. Im Falle der rauchenden Schmidts muß ja im Hause ständig über Jahrzehnte hinweg eine enorm hohe Schadstoffbelastung geherrscht haben; und trotzdem wurde auch Loki Schmidt sehr alt, nämlich 91 Jahre.

Man sollte also die Grenzwerte für die Autos überprüfen und - gerade gibt es ja die alberne Überbewertung von minimalen Abweichungen bei Abgastests - wesentlich korrigieren um den Faktor Schmidt.


















Mittwoch, 11. November 2015

Spielt nicht mit den Schmuddelkindern!


Hagen ist recht hübsch, und auch zentral gelegen. Uni Essen, Uni Wuppertal ,TU Dortmund und Ruhruni sind nebenan. Tatiana Festerling hat dort offenbar auch eine Schule besucht, in der die Deutschlehrer noch den Genitiv kennen – gibt’s wahrscheinlich in Berlin nicht mehr – vielleicht noch im jüdischen Gymnasium. Sie kann auch eine Rede schreiben, was Merkel nicht kann. Talent hat die Frau. Lutz Bachmann ist natürlich ein arger Schmuddelknabe. So schmuddelig wie Genosse Gysi. Oder Genossin Wagenknecht. Letztere schwimmen in dem großen Linksstrom. Da auszuscheren, bedarf es robuster Nerven. Auch, weil die Schlägerbanden hinter Gysi und Wagenknecht, die „Anti-Autonomen“, überall zuschlagen und Steine werfen. Es ist ganz typisch, daß nur Unsensible wie Bachmann es wagen, gegen die stündlich verkündete Propagandameinung zu opponieren. Festerling ist wahrscheinlich ganz ähnlich grob gestrickt wie Marine le Pen, Wilders, Farage – aber nicht so schweinisch ausgelegt wie Edathy und seine Warner. Die einen gehen auf der einen Seite zu weit, die anderen auf der anderen Seite. Die Masse der Opportunisten duckt sich weg. Das ist ein grundsätzliches Problem der Demokratie: Rampensäue haben die besseren Chancen, viele Wähler lieben die farbigen Personen, die sich dauernd nach vorne drängen und sich wichtigtun. Daher bedarf es der checks and balances, der Volksabstimmungen auf Antrag. Speziell bedauerlich in Deutschland ist die übergroße Machtfülle der Linken, Liberale und Rechte sind sehr schwach; das sind die Fernwirkungen der Nazis, die den Linken seit Jahrzehnten dazu dienen, ihre Stalin-Unterstützung, die SED-Aufwertung und das Pol-Pot-Lob vergessen zu machen.
Nun gibt es nirgendwo ideale Parteien für ernsthafte, informierte und reflektierte Wähler. Die meisten Parteien haben aber den einen oder anderen Punkt, der akzeptabel oder sogar erwünscht ist. Der reflektierte Wähler – immer Wechselwähler – wird bei Wahlen nach dem kleineren Übel suchen. Meistens findet sich dieses kleinere Übel, aber in den letzten 30 Jahren ist es immer schwieriger geworden, ein kleineres Übel zu finden. Die Entwicklung ging hin zu einem Eintopf, in dem alles herumschwimmt. Ein Tugend-Terror-Eintopf. Noch ohne Guillotine, aber die SED-Erben der LINKEn zeigen sie schon im Wahlkampf als Modell mit Blutspuren. Die LINKE-Jugend zeigt zudem Transparente mit der Aufschrift: ‚Nie wieder Deutschland’, oder ‚Liebe Ausländer, laßt uns nicht mit diesen Deutschen allein’. Sie meinen aber damit nicht die konstruktiven Ausländer, die Engländer, Franzosen, Italiener, Polen, Dänen, Schweden, Letten, Litauer, Esten, Norweger, Österreicher, Spanier, Portugiesen, Holländer, Russen, Chinesen, Koreaner, Japaner oder Amerikaner – nein, die meinen sie nicht – sie meinen die anderen. Da fällt einem doch der Schlieffen ein mit seinem Spruch: Macht mir den rechten Flügel stark. Nur dann werden andere Parteien reagieren. Das ist die politische Mechanik der Parteien der kleineren Übel.




















Dienstag, 10. November 2015

Glucksmann


Er litt unter der binären Logik. Andre Glucksmann. Jetzt ist er gestorben, Jahrgang 1937. 
Lenin und Stalin ließen die Waffen sprechen, ergriffen die Macht und liquidierten Millionen. Dies erleichterte dem Antipoden Hitler die Usurpation der Macht. Er kopierte die Partei Leninschen Typs und war damit schrecklich erfolgreich. Er beeindruckte auch Edward 8. und Unity Mitford. In Frankreich war die Lage gespalten, aber natürlich gewannen die KPF, die Sozialisten und de Gaulle die Überhand. In Lettland und der Ukraine war es anders herum. Und natürlich wurde Glucksmann Kommunist und Maoist, bis Solschenycins “Archipel Gulag” erschien. Es spricht für seine Lernfähigkeit, daß er schon 1956 den russischen Panzereinsatz in Budapest kritisierte. Und dann auch die linken Positionen räumte, wie dies ebenfalls der Genosse Courtois mit seinem “Schwarzbuch des Kommunismus” tat. Die meisten Linken - siehe Jürgen Habermas - schaffen keine Revision. (Habermas war allerdings auch nie linksradikal.) 

Glucksmann wurde Kritiker des linken und rechten Totalitarismus, wobei Raymond Aron, bei dem er assistierte, sicher ein Verdienst zukommt. Glucksmann engagierte sich dann im Stil Sartres - des öffentlichen Intellektuellen - für alles und jedes. Gegen Gaddafi zum Beispiel. Der war ein orientalischer Totalitarist. Kein Zweifel. Jetzt - das konnte sich Glucksmann offenbar nicht vorstellen - zerstören totalitaristische Banden das Land und drücken es noch weit schlimmer, als es Gaddafi tat. Aber je älter er wurde, desto mehr begriff er. Immerhin. Die meisten kommen nicht aus den Gleisen, auf die sie Zufälle aller Art gesetzt haben. Die Rolle des Zufalls, und die beschränkte menschliche Urteilsfähigkeit - das hätte er vielleicht auch noch gelernt. 
Es gibt nicht nur die binäre politische Logik.