Freitag, 16. Juni 2017

Ein eminenter Kopf


Linde. Ein großer deutscher Experimental-Physiker mit abgebrochenem Studium. Das führte ihn gleich dorthin, wo sein Interesse lag und er erfolgreich sein konnte, in die Praxis. Aus Franken übrigens, aus einem protestantischen Pfarrhaus. Im katholischen Oberammergau wäre Linde ausgefallen. Mit seinen Kältemaschinen brachte er die Welt und ihre Lebensmittelversorgung ein großes Stück weiter. Man könnte sich fragen, warum der Kühlschrank nicht in den heißen Ländern erfunden wurde, wo der Bedarf am dringendsten war. Aber die dumpfen Religionen des Orients mit ihren niedrigen IQ-Werten (s. Lynch/Vanhanen) ermöglichten innovative Technik offenbar nicht.
Linde ging auch früh in die USA, wurde aber nach WK1 enteignet bzw. zu PRAXAIR. Zwischen Alt-Linde PRAXAIR und Stamm-Linde entspann sich eine Kommunikation, die jetzt - vorbehaltlich der politischen Genehmigungen - zu einer Fusion führen soll. Die Arbeitsplätze sollen für einige Jahre gesichert sein, die Führung des wiedervereinigten Konzerns geht aber nach Danbury in Amerika. Das ist schade, hat aber seine Logik. Die Geschäftsaussichten sind in den USA besser, dem großen französische Konkurrenten Air Liqide in der EU kann besser begegnet werden.  



















Donnerstag, 15. Juni 2017

Chinese Erhu music:月舞 Dance to the moon 二胡:于紅梅、琵琶:趙聰

Die Heilsgeneration




Wolf Doleys
Deficit spending
Wie die 68er aus ihrer Schwäche wunderbar
medienwirksam den Mythos ihrer Stärke inszenierten

Die Defizit-Generation. Was fehlte ihr nicht alles.Vor allem Zeit und
Zuwendung der Eltern, die mit dem Wiederaufbau und dem Vergessen der
Katastrophe beschäftigt waren, und die selbstverständliche
Eingliederung in eine gewachsene und selbstbewußte Gemeinschaft und
Gesellschaft. Sie traf auf eine tief verunsicherte Elterngeneration,
auf eine von einem Greis aus dem letzten Jahrhundert hausgroßväterisch
geführte Gesellschaft, die durch angestrengten Ökonomismus versuchte,
den Verlust der Selbstachtung auszugleichen, und sie traf auf die
individualistischste Frucht der Philosphiegeschichte, den Sartreschen
Existenzialismus mit seiner Hintertür zum Marxismus.
Sie rächte sich bitter. Aus dem ödipalen Aufbruch wurde ein
IHR-HABT-DIE-JUDEN-UMGEBRACHT-MENTALMASSAKER. Phantasielos wie sie
war, fiel ihr außer Medienspektakel nichts Neues ein. Dafür wurden die
historischen Mottenkisten geplündert: die nationalsozialistische
Vergangenheit eignete sich als permanentes Sperrfeuer, Wilhelm Reich,
der Sex-Guru, als Exotenkeule, Marx als metaphysischer
Geschichts-Prophet und Lenin und Trotzki als Muntermacher für die
eigene Handlungsstörung; aus der Gegenwart entnommen waren nur die
marxistischen Epigonen Mao, Ho Chi Minh und Che Guevara, die vor allem
als Karl-May-Ersatz dienten und auch sonst für karnevalistische
Verkleidungen und Vergnügungen gut waren. Kaum ein Apo-Flur ohne.

Der Judenmord der Alten konnte aber nicht nur für ödipale Zwecke
hervorragend eingesetzt werden; da man schwach und ideenlos war, ließ
sich damit clever das eigene Selbst stützen und stärken: sieh her,
Geschichte, uns fällt zwar selbst nichts ein, und marschieren können
wir auch höchstens bis Ende Kudamm, aber wir sind so grenzenlos gut;
unsere Väter haben die Welt noch mit Mord und Brand überzogen, wir
sind die wahren Engel der Gerechtigkeit; so güter sind wir, daß wir
uns für unsere Eltern doppelt schuldig fühlen, ewig wollen wir büßen
für ihr Unrecht, das macht uns ordentlich an und aggressiv, und wenn
unsere  Altvorderen dem einen Guru nachgelaufen sind, dann machen wir
das genau umgekehrt, weil, selbst fällt uns ja nichts ein, dann opfern
wir dem Gegen-Guru, aber, bitte, nicht zuviel, Bafög und Wohngeld muß
schon sein, da verklagen wir den Alten, wenn nötig, neben dem Studium
müssen wir schließlich demonstrieren, die Talare und Röcke hochheben,
Arbeiter und Gesellschaft aufklären und der schlechten Welt endlich
das Heil bringen, ein full-time-job ist das, aber wir schonen uns
nicht, die Geschichte schaut auf uns, wer solls denn sonst machen, ist
doch alles braunes Istäblischment, noch der Dackel hat mitgemacht, die
Welt muß endlich revolutionär erlöst werden, FlowerPowerParzival ist
jetzt angesagt mit rotem Stern statt blauer Blume.
       Es kam dann etwas anders. Warum sollte auch der zehnte Aufguß einer
Heilsgeschichte erfolgreicher sein als die Vorgänger. Alle bedeutenden
historischen Geschehnisse ereignen sich zweimal, hatte Marx sinniert,
einmal als Tragögie und einmal als Farce; wir müssen heute hinzufügen:
alle weiteren Male als pubertärer Medien-Karneval. Das macht dann
allerdings keine Geschichte mehr, nur Geschichtchen, wenigstens
hinterher vielfach mit Pensionsberechtigung. Jene Amtsrichter,
Rundfunk-Abteilungsleiter und Oberstudienräte etc., sie alle haben nur
noch die Fotos mit der roten Fahne, und Frank Zappa hängt auch nicht
mehr auf dem Klo; dort blitzt es noch manchmal nostalgisch auf: aber
schön war es doch.
Überdauert hat das alte Ressentiment aus der alten Schwäche.
Es fällt uns immer noch nichts Neues ein. Manchmal, hinterrücks,
fällen wir noch klassenkämpferische Mieturteile, lassen zum
Jubiläum die alten Kameraden interviewen und in gepflegtem Ambiente
ins Bild setzen. Und freuen uns, wenn die nachwachsende Generation uns
wenigstens noch die Aufmerksamkeit zollt, uns einen Tritt zu geben.

Mit Armani-Schuh. Fashionable gelitten haben wir immer gern.



























Mittwoch, 14. Juni 2017

Wolfgang Muthspiel

"Auserwählt und ausgegrenzt - der Haß auf Juden in Europa": Zensur


‘Der WDR ließ mitteilen, man habe den Film „nach der Ablehnung durch ARTE einer erneuten Sichtung unterzogen und handwerkliche Bedenken. Wir prüfen derzeit intensiv, ob die Dokumentation den journalistischen Standards und Programmgrundsätzen des WDR entspricht (…) Wir bedauern, dass die redaktionelle Abnahme im WDR offenbar nicht den üblichen in unserem Haus geltenden Standards genügte. Wir arbeiten das derzeit intern auf. Dabei geht uns Sorgfalt vor Schnelligkeit – ungeachtet der aktuellen öffentlichen Diskussion über einen nicht ausgestrahlten Film.“‘
Ja, natürlich entspricht diese Dokumentation nicht den linken Kriterien des WDR. Die israelfreundliche Sicht des Films wiederum veranlaßte den Springer-Verlag, BILD die Blockade der linken Sender durchbrechen zu lassen und den Film ins Netz zu stellen. Da zeigen sich alte Bruchlinien. Axel Springer engagierte sich für Israel und machte das verpflichtend für seinen Verlag, die 68er aber, die heute den WDR und die Medien beherrschen, blockierten die Druckereien Springers und demonstrierten für seine Enteignung: „Haut dem Springer auf die Finger!“ skandierte der SDS und trug Meinungsknöpfe mit der Aufschrift: „Enteignet Springer!“
BILD ist eine dubiose Zeitung, die WELT ist seriöser, obwohl sie Linksextremisten wie Yücel beschäftigt. Aber BILD ist größer und daher kann man begrüßen, daß die größere Reichweite den Veröffentlichungseffekt verstärkt. Die Linke ist heute überall angetreten, Zensur zu verhängen, gerade liegt der Netzwerkdurchsetzungsgesetzentwurf des Linksaußenministers Maas gegen Facebook  auf dem Tisch. Der Name wurde wohl so staubtrocken gebastelt, um das Zensurvorhaben zu verdecken.  

WDR und arte kamen diesmal mit ihrer Bevormundung nicht durch. Das ist gut so. Selbstverständlich können 90 Minuten nur begrenztes Material präsentieren, aber die Zeit wurde doch gut genutzt. Vielleicht hätte der historische Teil Einstein und Wilhelm II. 1912 bei der Gründung des heute weltbekannten TECHNIONs in Haifa zeigen sollen, um zu zeigen, wie friedlich und vielversprechend alles im dünn besiedelten Land begann, aus dem sich dann auch noch die türkische Bevölkerung zurückzog, als die lange Besetzung durch die Türkei endete. Die säkularen europäischen Siedler kauften das Land und zeigten Türken und Arabern, wie man die Wüste urbar macht. Der aggressive Islam stachelte dann zu kriegerischen Aktionen auf, wie er das auch heute tut, in Gaza und auf dem Westufer, in Paris und in Berlin. Dem aggressiven Islam haben sich dubiose Haufen angeschlossen von der EKD bis zur NPD. Diesen Schulterschluß zwischen Linken und Rechtsradikalen zeigte die Dokumentation. Das ist verdienstvoll. Wenn arte und der WDR weiter Zensur ausüben wollen, sollte die WELT mit einer Netzveröffenlichung folgen.