Sonntag, 18. Juni 2017
Bestimmt besser als "Kritik der praktischen Vernunft"
„Wir brauchen mehr Intoleranz“, war Broders Vortrag bei der Hayek-Gesellschaft überschrieben. Was mag er gesagt haben?
Spontan würde mir da einiges einfallen. Vom betäubungslosen Schlachten bis zur gemeingefährlichen Vorhautentfernung. Man denke nur an die grauenhafte Geschichte von Bruce Reimer, der durch religiotische Beschneidung den Penis verlor und dann von einem Feministen kastriert wurde, was von der Feministin des Grauens, Schwarzer, verlogen und beifällig dargestellt wurde. Ja, und die Kuscheljustiz, die Gewohnheitsstraftäter nach Einlieferung durch die Polizei gleich wieder entläßt, oder die Duldung eindringender Hilfsarbeiter mit 5 Identitäten, etc.
Mal sehen, was in Broders Buch "Kritik der reinen Toleranz" steht.
Samstag, 17. Juni 2017
"Ihn trieb die Gärung in die Ferne"
Bild: Heinrich Vogelei, Erster Sommer. 1902. Porträt Martha Vogeler und Tochter Marieluise (Mieke). Kunsthalle Bremen/Wikip.
Der Mensch, das nicht festgestellte Tier.
Heinrich Vogeler krepierte am 14.6.1942 elendiglich in Stalins Kasachstan.
Er war der Inbegriff von Jugendstiligkeit mit einer märchenhaften Seite. Aus wohlhabendem Haus wandte er sich nach einer Lebens- und Sinnkrise dem Stalinismus zu. Zunächst der KPD, die ihn aber ausschloß. Da hätte er eigentlich gewarnt sein müssen, daß dort, wo er das Heil erwartete, primitivste Funktionäre die Macht in Händen hielten und sie mißbrauchten. Aber sein Drang, an der Errichtung einer Heilsgesellschaft mitzuarbeiten, machte ihn blind für die Gefahren, die ihn in Moskau erwarteten. Andere trieb es aus den gleichen Gründen zum Faschismus, auch sie wurden grausam enttäuscht. Es war das Jahrhundert zwischen Skylla und Charybdis. Glücklich, wer beiden desaströsen Ideologien entkam. Aber der utopische Geist stirbt nie, er wird nur zuzeiten schwächer. Das ist der Preis für die Phantasie, die sich immer mehr vorstellen kann, als die Realität des Menschen zuläßt.
Freitag, 16. Juni 2017
Ein eminenter Kopf
Linde. Ein großer deutscher Experimental-Physiker mit abgebrochenem Studium. Das führte ihn gleich dorthin, wo sein Interesse lag und er erfolgreich sein konnte, in die Praxis. Aus Franken übrigens, aus einem protestantischen Pfarrhaus. Im katholischen Oberammergau wäre Linde ausgefallen. Mit seinen Kältemaschinen brachte er die Welt und ihre Lebensmittelversorgung ein großes Stück weiter. Man könnte sich fragen, warum der Kühlschrank nicht in den heißen Ländern erfunden wurde, wo der Bedarf am dringendsten war. Aber die dumpfen Religionen des Orients mit ihren niedrigen IQ-Werten (s. Lynch/Vanhanen) ermöglichten innovative Technik offenbar nicht.
Linde ging auch früh in die USA, wurde aber nach WK1 enteignet bzw. zu PRAXAIR. Zwischen Alt-Linde PRAXAIR und Stamm-Linde entspann sich eine Kommunikation, die jetzt - vorbehaltlich der politischen Genehmigungen - zu einer Fusion führen soll. Die Arbeitsplätze sollen für einige Jahre gesichert sein, die Führung des wiedervereinigten Konzerns geht aber nach Danbury in Amerika. Das ist schade, hat aber seine Logik. Die Geschäftsaussichten sind in den USA besser, dem großen französische Konkurrenten Air Liqide in der EU kann besser begegnet werden.
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