Montag, 1. Juli 2019
Sonntag, 30. Juni 2019
Pole eisfrei
Die Erdzeitalter und ihre verschiedenen Bezeichnungen. Die Jetztzeit (Holozän) ist kaum zu erkennen, so kurz ist sie. Die Trias dagegen zählt ein paar Jährchen mehr. Es war schön warm, die Pole waren völlig eisfrei und die ersten Dinos wurden 10 Meter lang. Gut, daß es sie nicht mehr gibt!
Darstellung aus Smith, Kelly, Andel, Entstehung der Erde, 1989
Netzwerke
Abbild.: Visualisierung eines Sozialen Netzwerks: Briefwechsel zwischen Wissenschaftlern. (Wikip.)
“Somewhat similar work was done three decades later in New York, where the idiosyncratic Austrian-born but anti-Freudian psychiatrist Jacob Moreno used sociograms to study the relationships between the ‘delinquent’ girls in a reformatory school in Hudson, NY. His research – published in 1933 as Who Shall Survive? – showed that the surge in the number of runaway girls in 1932 was explicable in terms of the runaways’ positions in the school’s social network of ‘attractions and repulsions’, which were both racial and sexual (see plate 2). Here, Moreno proclaimed, were ‘the social forces which dominate mankind’.
Ferguson, Niall. The Square and the Tower (S.25). Penguin Books Ltd. Kindle-Version.
(Ich verwende hier die englische Version, weil sie über 20€ billiger ist als die deutsche - eine Dreistigkeit des Verlags; die überteuerte deutsche Version wurde vom Verlag auch mit einem Zitier-Kopier-Verbot versehen - eine weitere Unverschämtheit - die englische Version hat das nicht, Zitate können kopiert werden, s.o.)
“Warum sind wir nicht klüger?” fragte seinerzeit ein Buchtitel (Nicholas Rescher, A Useful Inheritance. Evolutionary Aspects of the Theory of Knowledge war der Originaltitel 1990). Gemeint war die Intelligenz, nicht die Klugheit. Der Philosoph Rescher kam bei seinen Überlegungen zu dem Ergebnis, daß dann der Drang zur Kooperation leiden würde, was wiederum ein evolutionärer Nachteil sei.
Netzwerke jedenfalls spielen eine große Rolle seit jeher, doch gerieten sie als solche erst spät in den Blick der Wissenschaft.
Ein sehr einflußreiches, sehr großes internationales Netzwerk von UN, Universitäten, Regierungen und Medien stellt das Klima-Alarm-Netzwerk dar mit seinen riesigen Kapitalanforderungen für Institute und Energiewenden. Schade, daß Ferguson das nicht näher untersucht hat.
Samstag, 29. Juni 2019
“Türme und Plätze. Netzwerke, Hierarchien und der Kampf um die globale Macht”, Niall Ferguson
Zentrale Herrschaft und Netzwerke aller Art - wie sie interagieren, einander benützen und gegeneinander kämpfen. Das ist das Augenmerk des angelsächsischen Historikers Niall Ferguson in seinem letzten Buch
“Türme und Plätze. Netzwerke, Hierarchien und der Kampf um die globale Macht”, Propyläen Verlag, Berlin 2018.
Ein spannendes Thema, das der Autor durch die Geschichte von der Renaissance bis zur Gegenwart verfolgt. Diesen Gesichtspunkt hat zweifellos die Gegenwart eingeflüstert, denn die bisherige Geschichtsschreibung drehte sich überwiegend um die Zentralmacht - symbolisiert durch den Turm. Gegen die Macht der Hierarchie gab es jedoch immer schon die res publica der Netzwerke - symbolisiert durch die Plätze. Zünfte und Gilden mit teilweise weitreichenden Verbindungen bestanden neben der Zentralmacht und oft mit ihrem Schutz. Familiennetzwerke wie die Rothschilds gehören ebenfalls dazu, den Rothschilds hat Ferguson bereits früher eine Monographie gewidmet (2000). Solche Vernetzungen konnten ihrerseits beträchtliche Macht entfalten. Sie wurden jedoch von Eliten geleitet, während die sozialen Netzwerke heute eine von ihren Betreibern unabhängige Macht darstellen; in ihnen besitzen die einfachen Mitglieder erstmals in der Geschichte eine Stimme - auch gegen ihre Betreiber. Die Herren des Silicon Valley von Serge Brin bis Mark Zuckerberg waren in der Vergangenheit stets links orientiert und unterstützten Obama und Clinton, was längst nicht alle ihre Mitglieder taten. Der oppositionelle Trump fand beispielsweise bei den Facebook-Mitgliedern mehr Unterstützung als Clinton. Ferguson betrachtet diese Rolle von Facebook näher.
Hier - in der Gegenwart - liegt die Hauptbedeutung des Buches. Sehr empfehlenswert, wenn man einmal außer acht läßt, daß Ferguson sich offenbar nie mit Meteorologie befaßt hat und an den Klimaklamauk glaubt, der selbst ein Netzwerkprodukt darstellt von Alarmisten, Datenfrisierern und Energiewendeabzockern.
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