Freitag, 27. Juli 2007

Glos und die räuberischen Steuern

Wieder ein schöner Sommerabend mit gelbem Mond.
- Jungs, geht arbeiten. Schluß mit der Tour. Und ähnlichem Unsinn. Wenn juvenile Tiere gern gegeneinander kämpfen, muß man daraus keine olympischen Spiele machen. Noch ein zweiter oder dritter Job tun es auch, das ist billiger, schon wegen der entfallenden Dopingkosten, macht ruhiger und steigert das Bruttoinlandsprodukt.
Der Glos, hat der eigentlich dieser ungeheuerlichsten aller Mehrwertsteuererhöhungen zu Anfang des Jahres zugestimmt? Hat er Gewissensbisse? : „ 27. Juli 2007 11:00
„Steuersenkung wird Wahlkampfthema“
Wirtschaftsminister Glos lässt nicht locker. Im Gespräch mit der F.A.Z. kündigt er an, Steuersenkungen zum Wahlkampfthema zu machen. Außerdem spricht er über Abwehrmöglichkeiten gegen ausländische staatliche Investoren und den Streit über die Energiepolitik.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Eukaryoten, Eem-Warmzeit, Konservatismus, Gentechnik

In einer so lauen Sommernacht müssen die Eukaryoten entstanden sein!
„Das Ende des Waldelefanten
Wie die letzte Warmzeit verschwand
Dass eine Herde Waldelefanten laut im Busch umhertrompetet, ist im zentralen Afrika durchaus üblich, in unseren Breiten jedoch ungewöhnlich. In der Zeit vor 125.000 Jahren war das noch anders
WDR 5 Leonardo vom 24.07.2007“
„Was ist konservativ?“,
fragt heute in der FAZ Professor Dr. Dr. Udo Di Fabio, Verfassungsrichter.
Vor allem doch die Leiblichkeit des Menschen, und alle Verhaltensprogramme, die direkt mit den Grundbedürfnissen verbunden sind: Nahrungsaufnahme, Wohnen, Sexualität, Geselligkeitsbedürfnis (Rudeldisposition: Verlangen, geführt zu werden bzw. zu führen), Unterhaltungs- und Beschäftigungsbedürfnis, Geltungsbedürfnis. Politische und ideelle Vorstellungen überhaupt müssen auf Kompatibilität mit den Grundbedürfnissen geprüft werden.
Das unterläßt di Fabio.

„Wohliger Ekel Gentechnik

Die Angst vor der Gentechnik hat sich verselbständigt. Den Verbrauchern wird es leicht gemacht, pauschal dagegen zu sein. Das wird sich bald rächen, denn eine wachsende Menschheit ist auf kreative Pflanzenzüchter angewiesen. Eine Analyse von Christian Schwägerl.“ FAZ 26.7.07

Mittwoch, 25. Juli 2007

Kernernergieausfallkosten und teures Schulsystem mit billigen Ergebnissen

Nach dem Frühherbsteinbruch war das doch ein hübscher Tag mit frischen Abendfarben.

„Allzu häufig wird bei politischen Regulierungen oder persönlichen Entscheidungen übersehen, daß die Vermeidung von Kosten und Gefahren immer mit Kosten und Gefahren verbunden ist.“ Rezension Cass R. Sunstein, Gesetze der Angst, NZZ 21.7.07

Leserbrief FAZ
Kernenergie überfordert die meisten

Zum Artikel "Vattenfall entlässt Atom-Chef" (F.A.Z. vom 17. Juli): Es ist eine Selbstverständlichkeit und seit über 40 Jahren wesentlicher Lehrinhalt aller kerntechnischen Lehrstühle an unseren Hochschulen, dass bei Kernkraftwerken der Sicherheit höchste Priorität zukommt. Die Außerdienststellung ausgewiesener Fachleute auf diesem Gebiet mag aufgrund vordergründiger Medienkampagnen ein leider notwendiger Schritt sein, bringt aber ganz sicher keinen Sicherheitsgewinn. Tatsache ist, da der Kraftwerksstillstand bei Vattenfall einen täglichen Verlust von rund 1 Million Euro zur Folge hat, dass die Ersatzstrombeschaffung wegen des verknappten Angebotes an der Strombörse tägliche Mehrkosten von rund 2 Millionen Euro verursachen wird, die wir alle als Strombezieher zu tragen haben werden. Vielleicht ist dieser Vorgang ein Lehrstück für das, was auf uns zukommt, wenn auch die übrigen 16 Kenkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Dann werden die täglichen Mehrkosten für die anderweitige Strombeschaffung auf über 34 Millionen Euro ansteigen und alle Bürger und unsere Wirtschaft erheblich belasten, während sich unsere Nachbarländer weiterhin einer kostengünstigen Stromerzeugung aus Kernkraftwerken erfreuen dürfen.

Das eigentliche Drama bei der Kernenergienutzung ist, dass die sehr komplizierte physikalische Prozesstechnik ein so hohes analytisches Wissensverständnis erfordert, das die meisten Politiker, Journalisten und auch die meisten Bürger überfordert. Das Ergebnis ist dann, insbesondere wenn die Vertrauensbasis gestört ist, eine vorsorgliche Ablehnung insgesamt.

Professor Dr.-Ing. Helmut Alt, Aachen

Text: F.A.Z., 25.07.2007, Nr. 170 / Seite 15
- Seit Jahrzehnten fließt jährlich mehr Geld in das öffentliche Bildungssystem – was kommt dabei heraus? WD

Dienstag, 24. Juli 2007

Bildung, Rotchina, Deutsche Ideologie

Der Weltkongreß der Lehrergewerkschaften und die Schätzung des Gutes „Unterricht“: diese Hochschätzung fängt natürlich mit dem Preis an; wenn nicht, dann hat man deutsche Verhältnisse der Mißachtung von Bildung und Lehrern.
Hochleistungssport ist ungesund, das ist allgemein bekannt; deswegen ist schon die normale Olympiade ein barer Unsinn; der Vorschlag einer Kinderolympiade: also die Kinder früher zu schädigen und ihnen die Zeit für Bildung zu nehmen, spricht für sich.
China auf dem Weg zur drittgrößten Wirtschaftsnation hinter den USA (Bip 13,2 Bill. $, Japan 4,4 Bill., Deutschl. 2,9 Bill., Rotchina 2,8 Bill., Großbritannien 2,4 Bill., alle 2006); China baut jede Woche ein neues Kohlekraftwerk, die deutsche Regierung plant weitere Belastungen der Wirtschaft, insbesondere der Energiewirtschaft, um den geringen deutschen Anteil von 3,4% (rund drei Prozent!!) an der weltweiten CO2-Erzeugung zu senken. Auch wenn man an die CO2-Hypothese glaubt, ist das doch ein höchst unintelligentes Verhalten, denn wenn der deutsche Anteil auf 2,6% sinkt, so ist damit global nichts bewirkt, den Deutschen aber in ihrem Abstiegskampf viel geschadet.
Die Deutschen, jedenfalls ein großer Teil, sind Ideologen geblieben, man sieht es auch an der Linksmehrheit von 50% in den derzeitigen Umfragen für SPD, Grüne und PDS-Linke.
Die Deutsche Philosophie von Marx bis Habermas hat an der Deutschen Ideologie stets desorientierend mitgestrickt; ein schönes Unsinnsbeispiel :
„Vor fünfzig Jahren sprach Martin Heidegger über den ‚Satz der Identität’. "Erst wenn wir uns denkend dem schon Gedachten zuwenden, werden wir verwendet für das noch zu Denkende", war so ein typischer Heidegger-Satz, mit dem der Philosoph seine Rede schloss.“ Der Mehrwert der Freiburger Schule, FAZ 15.7.07

Sonntag, 22. Juli 2007

Status der Evolutionstheorie Harald Förster

Leserbrief FAZ
Biologischer Urknall

Zu: "Formen des Nichtwissens" (F.A.Z. vom 9. Juli): Als ehemaliger Experimentalwissenschaftler kenne ich den Wert (oder auch Unwert) von Hypothesen. Die Evolution ist eine sehr wenig abgesicherte Hypothese, insbesondere ist es bislang nicht gelungen, wesentliche Schwachpunkte durch Experimente zu entkräften. In meiner Jugend galt es als sicher, dass künstliches Leben im Reagenzglas in absehbarer Zeit geschaffen würde. Heute sind wir weiter von dieser Vorstellung entfernt als damals. Leser Franz Cesarz ("Alles weiß man nie", F.A.Z. vom 10. Juli) formulierte völlig richtig: "Wenn man nicht alles weiß, weiß man nicht, ob das, was man weiß, zutrifft. Alles aber weiß man nie. Also bleibt alles Wissen immer fraglich." Kann durch Zufall Ordnung geschaffen werden? Die menschliche Erfahrung kennt nur das Gegenteil, Ordnung geht verloren, wenn die spontan zunehmende Unordnung nicht stetig korrigiert wird. Die Evolution nach heutigen Vorstellungen wäre eine ununterbrochene Folge von unwahrscheinlichen Veränderungen, die jeweils und kontinuierlich mit einer theoretisch völlig unwahrscheinlichen Zunahme der Ordnung verbunden wären. Die Entwicklung des Menschen zum Bakterium, die Rückentwicklung, wäre durch Verlust von Ordnung denkbar, der umgekehrte Weg ist theoretisch nach unseren heutigen Kenntnissen eher ausgeschlossen.

Der biologische Urknall, die Entstehung von organischem Leben aus Materie, ist bislang nicht bewiesen worden. Aber auch die "sprunghafte" Veränderung vom Prokariozyten zum Eukariozyten ist ein weiterer Urknall, der nicht erklärbar ist. Das Gleiche gilt für die "sprunghafte" Entwicklung vom Einzeller zum Vielzeller. Es bleibt der Glaube an den Menschen und seine Gottähnlichkeit oder der Glaube an eine dem Menschen übergeordnete und von ihm noch nicht verstandene Ordnung.

Professor Dr. Harald Förster, Frankfurt, Professor für angewandte Biochemie
Text: F.A.Z., 21.07.2007, Nr. 167 / Seite 8