mi 10° s
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2008, Nr. 57, S. 8
Arbeiter- und Bauernstaat, Teil II
Machen wir uns nichts vor. Zumwinkels und Co. gab es schon immer. Sie haben finanzielle und organisatorische Möglichkeiten und nutzen sie zur Befriedigung ihrer ureigenen menschlichen Gier. Auch ist die Aufdeckung von "Manager-Skandalen" eher ein Zeichen dafür, dass die Endkontrollmechanismen in unserer Gesellschaft funktionieren. Nicht zuletzt dank einer wachen und freien Presseberichterstattung. Die zunehmende Anzahl dieser Skandale ist aber weniger ein Zeichen dafür, dass deren absolute Zahl zugenommen hätte. Eher spiegelt sich darin wider, dass "Amigo-Connections" und "Netzwerke" nicht mehr so reibungs- und gefahrlos funktionieren wie früher. Das Risiko, entdeckt zu werden, ist größer geworden.
Anstatt diese Tatschen als Errungenschaft unserer freiheitlichen Demokratie zu feiern, nehmen weite Teile der Bevölkerung und der öffentlichen Meinung diese Skandale als Beweise für die Verderbtheit unseres dem Untergang geweihten Systems. Kritiker dieser Hysterie, wie Wolfgang Clement, sollen durch Parteiausschluss mundtot gemacht werden. Deutschland rückt nach links - und fühlt sich dabei gut und selbstgerecht. Illusorische Wahlversprechen, falls wahr gemacht, werden die letzten Leistungsträger aus unserem Land vertreiben. Mit immer höheren Steuern und immer mehr Bürokratie gängelt der Staat seine Bürger.
Dabei haben die Politiker nicht den Mut, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken: die Party ist vorbei. Bei offenen Grenzen und globalisiertem Markt, werden sich der Lebensstandard und das Einkommen weiter Bevölkerungsanteile nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren deutlich nach unten nivellieren. Die verteufelten Besserverdiener werden verhältnismäßig weniger betroffen sein, sonst wandern sie ab. Der von der SPD in heimlicher Einigkeit mit der Linken eingeleitete und von der CDU geduldete politische Linksruck wird diese Entwicklung nicht nur nicht verhindern, sondern betreiben. Der "Brain Drain" geht weiter. Wir landen beim "Arbeiter- und Bauernstaat, Teil II". Die DDR konnte eingemauert und abgeschottet den Systemwettbewerb nicht gewinnen. Es besteht die Gefahr, dass dies nicht das letzte Wort ist.
PROFESSOR DR. REINHARD HOFFMANN, DREIEICH
- Ein Siebzigjähriger verliebt sich in einen Backfisch. Na ja. Der Mann hat schon andere Albernheiten hinter sich: den „Werther“ zum Beispiel, die Farbenlehre ... Die Lyrik, zum größeren Teil, der „Wilhelm Meister“, die Gespräche mit Eckermann, die XENIEN und vor allem und über sehr vielem natürlich der FAUST geben ihm trotzdem ganz großen Rang.-
An Eitelkeit kann es M. Walser mit G. aufnehmen, und er ist durchaus ein glänzender Formulierer – aber wie albern, sich die Albernheit eines Altvorderen zum Thema zu machen im Dienste eigener Albernheit – das hat etwas Peinliches, zumal es im Lande, in Europa und sogar global so einiges gibt, das des Schweißes auch der thematisch Enggeführten wert wäre.-
Schade, so entzaubern sich die glänzenden Gestalten, "die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt."
Samstag, 8. März 2008
Freitag, 7. März 2008
Neue Eiszeit ab 2055?
mi 5° b
- 01.03.05 Focus : Eiszeit in Bayern
Massencrash und Rekordkälte
Der strenge Winter mit bis zu minus 44 Grad hat zum meteorologischen Frühlingsanfang in Bayern besonders hart zugeschlagen.
- 24.01.2006 | ... Eiszeit in Deutschland. Immer mehr Kältetote. Vielerorts in Deutschland hat es auch in der Nacht wieder eisige Kälte und zweistellige Minusgrade gegeben. ...
www.focus.de/.../welt/eiszeit-in-deutschland_aid_103988.html
- Eiszeit statt Klimaerwrmung? Focus / Solanki : Die Sonne schwächelt (25.2.08) // 18.05.2007 | ... Den Zusammenhang mit der Erdtemperatur erforscht an führender Stelle Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg ...
www.focus.de/.../klima/frage-von-w-knoblauch_aid_56527.html
- - Klimawandel: Neue Eiszeit ab 2055? - Klimawandel - FOCUS Online
25.01.2008 | ... Klimawandel. Neue Eiszeit ab 2055? ... Petersburg zu Wort. In der Mitte des Jahrhunderts, so prophezeit er, sei eine neue „kleine Eiszeit“ zu erwarten. ...
www.focus.de/.../klima/tid-8680/klimawandel_aid_234986.html
Neue Eiszeit ab 2055?
Ein russischer Astronom prophezeit eine baldige Kaltzeit. Er begründet seine Theorie mit der Sonnenaktivität. Klimaforscher halten diese für unwahrscheinlich.
Kaum hatten neu entstandene Sonnenflecken im Dezember den Beginn eines neuen Solarzyklus signalisiert, begann eine neuerliche Debatte über die Rolle der Sonne im irdischen Klimageschehen. In der Diskussion meldete sich nun der russische Astronom Khabibullo Abdusamatow vom Pulkovo-Observatorium in St. Petersburg zu Wort. In der Mitte des Jahrhunderts, so prophezeit er, sei eine neue „kleine Eiszeit“ zu erwarten. Dies war eine Periode relativ kühlen Klimas, die von Anfang des 15. bis in das 19. Jahrhundert hinein anhielt. Damals herrschten in Europa und Nordamerika bitter kalte Winter und regenreiche, kühle Sommer.
Die durch Treibhausgase verursachte globale Erwärmung, argumentiert Abdusamatow, habe in der Zeit von 1998 bis 2005 ihren Höhepunkt erreicht, danach erwärmte sich die Welt nicht mehr. Das Jahr 2007 sei in etwa ebenso warm gewesen wie 2006, und die Temperaturen beider Jahre hätten ungefähr dem Durchschnittswert der vorangegangenen Jahre seit 1998 entsprochen. Der Grund dafür sei, dass die Sonne in dieser Zeit das Minimum ihres elfjährigen Aktivitätszyklus durchlaufen habe. In dieser Phase verringerte sich die eingestrahlte Sonnenenergie.
Angeblicher Stillstand der Erderärmung
Dies beweise, so Abdusamatow, dass nicht die Treibhausgase, sondern die Sonne die treibende Klimakraft ist. Denn obwohl die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der vergangenen Dekade um vier Prozent zunahm, sei die globale Erwärmung praktisch zum Stillstand gekommen. „Hätte die globale Durchschnittstemperatur direkt auf diesen Anstieg reagiert“, sagt der russische Klimaskeptiker, „hätte sie um mindestens 0,1 Grad ansteigen müssen. Das ist aber nicht geschehen.“ Ebenso wenig sei 2007 das heißeste Jahr in diesem Jahrzehnt gewesen, wie viele Klimaforscher geweissagt hatten.
Dem setzt Abdusamatow eine eigenen Klimaprognose entgegen: In diesem Jahr sinke die Temperatur leicht, und in den folgenden Jahrzehnten nehme die fallende Tendenz zu, selbst wenn die CO2-Emissionen weiter steigen. Ursache sei die Sonnenaktivität. Zwar steigt diese im Moment wieder an. Doch neben dem elfjährigen gibt es einen weiteren Sonnenzyklus von 200 Jahren Dauer. Dieser erreicht laut Abdusamatow im Jahr 2041 ein Minimum. Dann sinke auch die von unserem Mutterstern zur Erde gestrahlte Energie auf einen Minimalwert. Als Folge davon würde eine neuerliche Kälteperiode beginnen, vergleichbar mit dem Maunder-Minimum in der Kleinen Eiszeit (benannt nach dem britischen Astronomen Edward Maunder), das von 1645 bis 1715 anhielt. In dieser Phase erschienen auf der Sonne nur 50 Flecken, gegenüber den für einen solchen Zeitraum normalen 40 000 bis 50 000 Flecken.
Wachsende Eiskappen an den Polen
Allerdings werde die neue Kaltzeit erst ab 2055 mit voller Wucht einsetzen und 45 bis 65 Jahre anhalten. Die Verzögerung wird durch die „thermische Trägheit“ der Ozeane bewirkt. Die in ihrem Wasser gespeicherte Wärme hält die Abkühlung unseres Planeten noch einige Jahre auf. „Dann aber müssen wir mit wachsenden Eiskappen an den Polen rechnen, anstatt mit einem steigenden Meeresspiegel“, erklärt Abdusamatow. Die Kälteperiode werde über 80 Prozent der Weltbevölkerung in ökonomischer oder sozialer Hinsicht beeinträchtigen. ..."
- 01.03.05 Focus : Eiszeit in Bayern
Massencrash und Rekordkälte
Der strenge Winter mit bis zu minus 44 Grad hat zum meteorologischen Frühlingsanfang in Bayern besonders hart zugeschlagen.
- 24.01.2006 | ... Eiszeit in Deutschland. Immer mehr Kältetote. Vielerorts in Deutschland hat es auch in der Nacht wieder eisige Kälte und zweistellige Minusgrade gegeben. ...
www.focus.de/.../welt/eiszeit-in-deutschland_aid_103988.html
- Eiszeit statt Klimaerwrmung? Focus / Solanki : Die Sonne schwächelt (25.2.08) // 18.05.2007 | ... Den Zusammenhang mit der Erdtemperatur erforscht an führender Stelle Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg ...
www.focus.de/.../klima/frage-von-w-knoblauch_aid_56527.html
- - Klimawandel: Neue Eiszeit ab 2055? - Klimawandel - FOCUS Online
25.01.2008 | ... Klimawandel. Neue Eiszeit ab 2055? ... Petersburg zu Wort. In der Mitte des Jahrhunderts, so prophezeit er, sei eine neue „kleine Eiszeit“ zu erwarten. ...
www.focus.de/.../klima/tid-8680/klimawandel_aid_234986.html
Neue Eiszeit ab 2055?
Ein russischer Astronom prophezeit eine baldige Kaltzeit. Er begründet seine Theorie mit der Sonnenaktivität. Klimaforscher halten diese für unwahrscheinlich.
Kaum hatten neu entstandene Sonnenflecken im Dezember den Beginn eines neuen Solarzyklus signalisiert, begann eine neuerliche Debatte über die Rolle der Sonne im irdischen Klimageschehen. In der Diskussion meldete sich nun der russische Astronom Khabibullo Abdusamatow vom Pulkovo-Observatorium in St. Petersburg zu Wort. In der Mitte des Jahrhunderts, so prophezeit er, sei eine neue „kleine Eiszeit“ zu erwarten. Dies war eine Periode relativ kühlen Klimas, die von Anfang des 15. bis in das 19. Jahrhundert hinein anhielt. Damals herrschten in Europa und Nordamerika bitter kalte Winter und regenreiche, kühle Sommer.
Die durch Treibhausgase verursachte globale Erwärmung, argumentiert Abdusamatow, habe in der Zeit von 1998 bis 2005 ihren Höhepunkt erreicht, danach erwärmte sich die Welt nicht mehr. Das Jahr 2007 sei in etwa ebenso warm gewesen wie 2006, und die Temperaturen beider Jahre hätten ungefähr dem Durchschnittswert der vorangegangenen Jahre seit 1998 entsprochen. Der Grund dafür sei, dass die Sonne in dieser Zeit das Minimum ihres elfjährigen Aktivitätszyklus durchlaufen habe. In dieser Phase verringerte sich die eingestrahlte Sonnenenergie.
Angeblicher Stillstand der Erderärmung
Dies beweise, so Abdusamatow, dass nicht die Treibhausgase, sondern die Sonne die treibende Klimakraft ist. Denn obwohl die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der vergangenen Dekade um vier Prozent zunahm, sei die globale Erwärmung praktisch zum Stillstand gekommen. „Hätte die globale Durchschnittstemperatur direkt auf diesen Anstieg reagiert“, sagt der russische Klimaskeptiker, „hätte sie um mindestens 0,1 Grad ansteigen müssen. Das ist aber nicht geschehen.“ Ebenso wenig sei 2007 das heißeste Jahr in diesem Jahrzehnt gewesen, wie viele Klimaforscher geweissagt hatten.
Dem setzt Abdusamatow eine eigenen Klimaprognose entgegen: In diesem Jahr sinke die Temperatur leicht, und in den folgenden Jahrzehnten nehme die fallende Tendenz zu, selbst wenn die CO2-Emissionen weiter steigen. Ursache sei die Sonnenaktivität. Zwar steigt diese im Moment wieder an. Doch neben dem elfjährigen gibt es einen weiteren Sonnenzyklus von 200 Jahren Dauer. Dieser erreicht laut Abdusamatow im Jahr 2041 ein Minimum. Dann sinke auch die von unserem Mutterstern zur Erde gestrahlte Energie auf einen Minimalwert. Als Folge davon würde eine neuerliche Kälteperiode beginnen, vergleichbar mit dem Maunder-Minimum in der Kleinen Eiszeit (benannt nach dem britischen Astronomen Edward Maunder), das von 1645 bis 1715 anhielt. In dieser Phase erschienen auf der Sonne nur 50 Flecken, gegenüber den für einen solchen Zeitraum normalen 40 000 bis 50 000 Flecken.
Wachsende Eiskappen an den Polen
Allerdings werde die neue Kaltzeit erst ab 2055 mit voller Wucht einsetzen und 45 bis 65 Jahre anhalten. Die Verzögerung wird durch die „thermische Trägheit“ der Ozeane bewirkt. Die in ihrem Wasser gespeicherte Wärme hält die Abkühlung unseres Planeten noch einige Jahre auf. „Dann aber müssen wir mit wachsenden Eiskappen an den Polen rechnen, anstatt mit einem steigenden Meeresspiegel“, erklärt Abdusamatow. Die Kälteperiode werde über 80 Prozent der Weltbevölkerung in ökonomischer oder sozialer Hinsicht beeinträchtigen. ..."
Donnerstag, 6. März 2008
Vandalismus, Ypsilanti
-1° Nachtfrost, mi 5° s 6.591 12.040
- Immer gibt es noch eine Überraschung: beim Parken mitten in der Stadt wird die Scheibe des Schiebedachs zertrümmert.
- Der Sozialarbeiterin Ypsilanti (Sozialarbeiter sind überwiegend die, die den Arbeitsscheuen ihre Rechte nahebringen), Ypsilanti wurde von der SPD-Abgeordneten Metzger mitgeteilt, daß sie auf ihre Stimme nicht zählen kann. Bravo.
- Immer gibt es noch eine Überraschung: beim Parken mitten in der Stadt wird die Scheibe des Schiebedachs zertrümmert.
- Der Sozialarbeiterin Ypsilanti (Sozialarbeiter sind überwiegend die, die den Arbeitsscheuen ihre Rechte nahebringen), Ypsilanti wurde von der SPD-Abgeordneten Metzger mitgeteilt, daß sie auf ihre Stimme nicht zählen kann. Bravo.
Mittwoch, 5. März 2008
NORM, PERSON, GESELLSCHAFT
-3° Nachtfrost, mi 5° s
- Übel, übel: verdi-Warnstreiks; wo die Kündigung und die Aussperrung verboten sind, da darf es kein Streikrecht geben.
NORM, PERSON, GESELLSCHAFT
- "Babyshambles" - Säuglingsschlachtbank - gepflegte Popkultur. Richtungweisend wie Dohertys Lebenswandel.
- Da die Richter im Strafrecht nicht nur dem Strafgedanken zu dienen haben, sondern auch, besonders im Jugendrecht, über Strafgestaltung befinden müssen, muß sich die Strafrechtslehre auch über die Resozialisierung Gedanken machen.
- Übel, übel: verdi-Warnstreiks; wo die Kündigung und die Aussperrung verboten sind, da darf es kein Streikrecht geben.
NORM, PERSON, GESELLSCHAFT
- "Babyshambles" - Säuglingsschlachtbank - gepflegte Popkultur. Richtungweisend wie Dohertys Lebenswandel.
- Da die Richter im Strafrecht nicht nur dem Strafgedanken zu dienen haben, sondern auch, besonders im Jugendrecht, über Strafgestaltung befinden müssen, muß sich die Strafrechtslehre auch über die Resozialisierung Gedanken machen.
Dienstag, 4. März 2008
Eric Voegelin, Die politischen Religionen, S. 54
- Ja, auch dieser rote Verführer meiner Jugend, Walter Jens:"Mit der Anamnese beginnen die Fragen. Im Spätherbst 2003 hat ihn sein phänomenales Erinnerungsvermögen zum ersten Mal verlassen. Er sei sich selber ein Rätsel geworden. Da geisterte die Karteikarte mit der Ordnungsnummer 9265911 durch die Medien, die seinen NSDAP-Eintritt im Sommer 1942 dokumentierte. Mein Vater war damals neunzehn Jahre. Warum hat er nie einen Ton gesagt? Hätte er daheim am Mittagstisch nicht wenigstens von der unstrittigen Mitgliedschaft im nationalsozialistischen Studentenbund erzählen können?... " Vaters Vergessen, FAZ 4.3. // Bei diesen 120%igen Gutmenschen kann man stets vermuten, daß sie eitle Heuchler sind, die kompensieren.
- Aus einem Briefwechsel etwa 2003: ' In der Zeit Nr. 42 fand ich einen Leserbrief zu dem Sattler-Artikel über Voegelin folgenden Inhalts: "Dank für Ihren Artikel über Eric Voegelin. Die Öffentlichkeit verdient es jedoch auch zu erfahren, dass 1933 bei Mohr in Tübingen ein Buch von Eric Voegelin, Privatdozent an der Universität Wien, mit dem Titel Rasse und Staat erschien. Voegelin vergleicht "Judentum" und "nordische Idee" und erklärt, das "Judentum" sei, verglichen mit der "positiv gewerteten Gemeinschaft ... ein Nichts" (207). Er spricht von der "Trennung der großen kulturschöpferischen nordischen Rasse von den anderen minder begabten" und dem "politischen Gegensatz der Rassen ... mit seiner Steigerung zu einem weltgeschichtlichen Kampf zwischen einem Prinzip des Guten und Bösen" (158f). 1933 wurden gewiss fanatischere Schriften zum Rassismus veröffentlicht. Aber Voegelins Anspruch, den Stephan Sattler wiederholt, er sei "dem Nationalsozialismus gegenüber resistent" geblieben, ist nicht glaubwürdig. Es ist wohl kein Zufall, dass Voegelins Buch Rasse und Staat in keiner seiner offiziellen Bibliografien auftaucht. Dabei ist es sehr leicht zugänglich, ausleihbar etwa in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. PROF. ULRICH STEINVORTH PHILOSOPHISCHES SEMINAR UNIVERSITÄT HAMBURG" '
Antwort WD: "Wenn man nicht gerade bei Elie Halevy (Die Ära der Tyranneien) studiert hat, wie Raymond Aron, oder bei Franz Oppenheimer (Der Staat), wie Ludwig Erhard, der denkt als junger Mann so, wie weltweit gedacht wurde; das kann man sich gut vorstellen, das lohnt kaum den Aufwand der Überprüfung; in Japan und China wird im Prinzip auch heute noch so gedacht.
Was hat ein junger Privatdozent schon zu sagen, wenn es nicht um einen engen Bereich geht, möglichst in der Physik. (Aber auch dort gibt es die Fälscher aus Ehrgeiz, siehe den Fall des begabten jungen dt. Physikers Schön an den Bell-Labs).
Ich kenne weder Steinvorth noch das angesprochene (Mach-)Werk, doch sind seinerzeit viele intelligente Menschen auf den Zeitgeist (Gabriel Tarde: Nachahmung ist das Grundgesetz sozialen Handelns) hereingefallen, man denke nur an Benn und Heidegger, die beide keine Opportunisten waren, an Gehlen und Freyer, warum nicht auch Voegelin. Zu beachten ist auch die verzögerte Persönlichkeitsreife durch die langen Schulzeiten bei Akademikern, die mitunter lebenslang anhält durch den Aufenthalt in akademischen Naturschutzgebieten.
Voegelin hat offenbar seinen geistigen Werdegang reflektiert, hat dazugelernt, vielleicht sehr schnell, ähnlich wie Benn (Heidegger blieb unbelehrbar), und stieß auf den omnipräsenten Hegel. Von dem ist es nicht weit zur Omnipotenz des Staates, wie die Nationalsozialisten ihn aufführten. Rassedenken ist übrigens nicht deckungsgleich mit dem Nationalsozialismus: Gobineau und Chamberlain als systematische Gründungsdenker des europäischen Antisemitismus, auch Carlyle, hatten ihre Zeit vor den Nazis. Die nationalen Sozialisten stellten nichts Neues dar, sie griffen auf, was weit verbreitet war. Wer in rasseähnlichen Kategorien dachte, konnte trotzdem ein Gegner der Nazis und persönlicher und demonstrativer Freund von Juden sein, wie Spengler. Andererseits dachte ein bedeutender jüdischer Historiker wie Hans Rothfels durchaus völkisch; die nat. Sozialisten beraubten ihn seines (Königsberger) Lehrstuhls, er emigrierte in die USA, kehrte 1948 zurück und führte seine akad. Karriere fort.
Steinvorths Argumentation ist also höchst unscharf und unsauber und wirft Dinge in einen Topf, die es in den unterschiedlichsten Erscheinungen gab. (Es wäre einmal zu bilanzieren, ob die Geisteswissenschaften weltweit seit Platon, dem Begründer strikter politischer Eugenik, mehr Unsinn oder mehr Unheil hervorgebracht haben.)
Eine Quelle des Denkens in kollektiven Pseudogemeinschaften wie Kasten, Klassen, Rassen, Nationen oder Völkern benennt Voegelin immerhin schon 1938 sehr klarsichtig:
„In der Haltung innerweltlicher Religiosität akzeptiert der Mensch diese Stellung (der innerweltlichen Kollektivexistenz, WD), er nimmt sich selbst als Werkzeug, als Hegelschen Maschinenteil des großen Ganzen, und unterwirft sich willig den technischen Mitteln, mit denen die Organisation des Kollektivums ihn eingliedert.“
Eric Voegelin, Die politischen Religionen, S. 54
(vgl. auch S. 13ff.)
- Aus einem Briefwechsel etwa 2003: ' In der Zeit Nr. 42 fand ich einen Leserbrief zu dem Sattler-Artikel über Voegelin folgenden Inhalts: "Dank für Ihren Artikel über Eric Voegelin. Die Öffentlichkeit verdient es jedoch auch zu erfahren, dass 1933 bei Mohr in Tübingen ein Buch von Eric Voegelin, Privatdozent an der Universität Wien, mit dem Titel Rasse und Staat erschien. Voegelin vergleicht "Judentum" und "nordische Idee" und erklärt, das "Judentum" sei, verglichen mit der "positiv gewerteten Gemeinschaft ... ein Nichts" (207). Er spricht von der "Trennung der großen kulturschöpferischen nordischen Rasse von den anderen minder begabten" und dem "politischen Gegensatz der Rassen ... mit seiner Steigerung zu einem weltgeschichtlichen Kampf zwischen einem Prinzip des Guten und Bösen" (158f). 1933 wurden gewiss fanatischere Schriften zum Rassismus veröffentlicht. Aber Voegelins Anspruch, den Stephan Sattler wiederholt, er sei "dem Nationalsozialismus gegenüber resistent" geblieben, ist nicht glaubwürdig. Es ist wohl kein Zufall, dass Voegelins Buch Rasse und Staat in keiner seiner offiziellen Bibliografien auftaucht. Dabei ist es sehr leicht zugänglich, ausleihbar etwa in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. PROF. ULRICH STEINVORTH PHILOSOPHISCHES SEMINAR UNIVERSITÄT HAMBURG" '
Antwort WD: "Wenn man nicht gerade bei Elie Halevy (Die Ära der Tyranneien) studiert hat, wie Raymond Aron, oder bei Franz Oppenheimer (Der Staat), wie Ludwig Erhard, der denkt als junger Mann so, wie weltweit gedacht wurde; das kann man sich gut vorstellen, das lohnt kaum den Aufwand der Überprüfung; in Japan und China wird im Prinzip auch heute noch so gedacht.
Was hat ein junger Privatdozent schon zu sagen, wenn es nicht um einen engen Bereich geht, möglichst in der Physik. (Aber auch dort gibt es die Fälscher aus Ehrgeiz, siehe den Fall des begabten jungen dt. Physikers Schön an den Bell-Labs).
Ich kenne weder Steinvorth noch das angesprochene (Mach-)Werk, doch sind seinerzeit viele intelligente Menschen auf den Zeitgeist (Gabriel Tarde: Nachahmung ist das Grundgesetz sozialen Handelns) hereingefallen, man denke nur an Benn und Heidegger, die beide keine Opportunisten waren, an Gehlen und Freyer, warum nicht auch Voegelin. Zu beachten ist auch die verzögerte Persönlichkeitsreife durch die langen Schulzeiten bei Akademikern, die mitunter lebenslang anhält durch den Aufenthalt in akademischen Naturschutzgebieten.
Voegelin hat offenbar seinen geistigen Werdegang reflektiert, hat dazugelernt, vielleicht sehr schnell, ähnlich wie Benn (Heidegger blieb unbelehrbar), und stieß auf den omnipräsenten Hegel. Von dem ist es nicht weit zur Omnipotenz des Staates, wie die Nationalsozialisten ihn aufführten. Rassedenken ist übrigens nicht deckungsgleich mit dem Nationalsozialismus: Gobineau und Chamberlain als systematische Gründungsdenker des europäischen Antisemitismus, auch Carlyle, hatten ihre Zeit vor den Nazis. Die nationalen Sozialisten stellten nichts Neues dar, sie griffen auf, was weit verbreitet war. Wer in rasseähnlichen Kategorien dachte, konnte trotzdem ein Gegner der Nazis und persönlicher und demonstrativer Freund von Juden sein, wie Spengler. Andererseits dachte ein bedeutender jüdischer Historiker wie Hans Rothfels durchaus völkisch; die nat. Sozialisten beraubten ihn seines (Königsberger) Lehrstuhls, er emigrierte in die USA, kehrte 1948 zurück und führte seine akad. Karriere fort.
Steinvorths Argumentation ist also höchst unscharf und unsauber und wirft Dinge in einen Topf, die es in den unterschiedlichsten Erscheinungen gab. (Es wäre einmal zu bilanzieren, ob die Geisteswissenschaften weltweit seit Platon, dem Begründer strikter politischer Eugenik, mehr Unsinn oder mehr Unheil hervorgebracht haben.)
Eine Quelle des Denkens in kollektiven Pseudogemeinschaften wie Kasten, Klassen, Rassen, Nationen oder Völkern benennt Voegelin immerhin schon 1938 sehr klarsichtig:
„In der Haltung innerweltlicher Religiosität akzeptiert der Mensch diese Stellung (der innerweltlichen Kollektivexistenz, WD), er nimmt sich selbst als Werkzeug, als Hegelschen Maschinenteil des großen Ganzen, und unterwirft sich willig den technischen Mitteln, mit denen die Organisation des Kollektivums ihn eingliedert.“
Eric Voegelin, Die politischen Religionen, S. 54
(vgl. auch S. 13ff.)
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