Sonntag, 21. Juni 2009

Sommeranfang? Technik: McCormick




Cyrus McCormick

Kühl oder warm, der Weißklee hat seinen Charme

Sommeranfang kalendarisch: 13° um 12° Sch; wahrscheinlich muß die Masse der mündigen Bürger anfrieren, ehe sie den Physikerblödsinn einer Klimaerwärmung durch CO2 als solchen erkennt.

- Die Technik vor allem und der Wettbewerb haben den europäischen/neueuropäischen-amerikanischen Wohlstand geschaffen, wobei der asketische Calvinismus noch eine gewisse Rolle spielt, wie man an den recht verschiedenen Entwicklungen Nord- und Südamerikas ablesen kann (das wohlhabende Südamerika ließ nur katholische Einwanderung zu, der bitterarme Norden wurde von Protestanten besiedelt : " Cyrus McCormick erhält das Patent für eine Mähmaschine: 21. Juni 1834
Das Mähen von Gras und Getreide war früher eine der anstrengendsten Arbeiten in der Landwirtschaft. Deshalb waren die amerikanischen Farmer begeistert, als der Erfinder Cyrus McCormick ihnen 1831 seinen „Virginia-Reaper“ vorstellte, eine Mähmaschine, die bereits mit Fingern und einem Sägemesser ausgestattet war.Nach weiteren Verbesserungen ließ sich Cyrus McCormick seinen „Virginia-Reaper“ 1834 patentieren.
Für die Bauern bedeutete die von Pferden gezogene Mähmaschine eine gewaltige Arbeitserleichterung. Und der amerikanische Außenminister William H. Seward sagte damals, dass sich wegen der Erfindung des „Virginia-Reepers“ die Linie der Zivilisation pro Jahr dreißig Meilen westwärts bewegt.
Heute haben Mähmaschinen Arbeitsbreiten von bis zu 14 Metern und Arbeitsgeschwindigkeiten von 15 bis 20 Stundenkilometer." Zz McCormick engagierte sich aktiv in der presbyterianische Kirche und gründete das McCormick Theological Seminary in Chicago.
- - Was dagegen hat die Philosophische Fakultät zu Europa beigetragen? In der Zeit McCormicks zum Beispiel den Historismus, die Einsicht in die zeitlich Bedingtheit der Dinge, der Geschichte, der Völker. Fichte zum Beispiel schwafelte vom deutschen Wesen, anderswo war es die Grande Nation und flugs stand man in den Schützengräben. McCormick hatte nur drei Jahre eine Grundschule besucht, daher brachte er es nie zu den Schwafelleistungen eines Fichte und anderer in Europa (in China und Japan, überall gab es Vergleichbares).

- Süddeutsche und WDR, das paßt wie Habermas zu Adorno: wie SZ-Leyendecker "Wirtschaftsinteressen"sagt, so Habermas "Spätkapitalismus". Sie leben ja auch auf die gleiche Weise: der eine steuerfinanziert, der andere nährt sich von Zwangsgebühren, der dritte wird von den beiden anderen getragen: die Süddeutsche ist das Zentralorgan der Frankfurter Oberschwätzer.

- Die Arbeit tun die anderen: "Die Leistungen der Gründergeneration
In dem Leitartikel "Der Hysterikerstreit" von Majid Sattar (F.A.Z. vom 10. Juni) kann man meiner Meinung nach mehreres kritisch in Frage stellen. Ich möchte mich aber darauf beschränken, nachdrücklich zu widersprechen, wenn er schreibt: "Die junge Bundesrepublik hatte gewiss viele Verdienste, die die Studenten seinerzeit nicht sehen wollten. Und die junge Bundesrepublik hatte gewiss viele Versäumnisse, die das damalige Establishment nicht eingestehen wollte."
Damit entsteht der Eindruck, als hätten sich Verdienste und Versäumnisse die Waage gehalten. Das wäre eine grobe Ungerechtigkeit gegenüber den deutschen Patrioten, die von 1949 bis 1968 für den Aufbau und Ausbau unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats gearbeitet haben.
Zu ihren Verdiensten gehören so großartige Leistungen wie das deutsche Wirtschaftswunder auf den Trümmern unseres kriegszerstörten Landes, die Integration von acht Millionen Heimatvertriebenen und umfangreiche Maßnahmen zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts; weitere historische Leistungen waren die Wiederherstellung unseres internationalen Ansehens und insbesondere die gleichberechtigte Mitwirkung bei der Gründung der Europäischen Gemeinschaften. Es würde mich interessieren, welche demgegenüber auch nur annähernd ins Gewicht fallenden Versäumnisse Sattar der "jungen Bundesrepublik" vorwirft.
DR. JOACHIM GRAF SCHIRNDING, BONN, LB 18.6.09

Samstag, 20. Juni 2009

Gespenster im deutschen Wald


Liliencron

15°C um 15h

- Noch immer erwartet:
Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuß,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muß -
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Sonnengrüner Rosengarten,
Sonnenweiße Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht -
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.
(...)
Detlev von Liliencron (1844-1909)

- Kleine Eiszeit in Bamberg: Am 27.2.1784 gab die Seesbrücke den Eismassen auf der Regnitz nach. Friedrich Rübner hielt das Eisunglück im Bild fest. (FAZ 18.6.09)

- Aussichten auf den Naturschutz
Gespenster im deutschen Wald
17. Juni 2009 Zum Thema Naturschutz gibt es, was die Details angeht, viele Meinungen, seine Notwendigkeit dürfte aber niemand abstreiten. Dabei liegt in den Begriffen Natur und Schutz ein unüberwindlicher Antagonismus. In der Natur gibt es keine Konstanten, vielmehr ist der Wandel ihre wesentliche Eigenschaft. Das Nachhaltigkeitsprinzip als Schlagwort der Naturschutzdebatten geht am Kern der Problematik vorbei, meint der Pflanzenökologe und Geobotaniker Hansjörg Küster: Es gebe keine "Normalzustände" des Klimas oder des Waldes, folglich werden Versuche, Stabilitäten herzustellen, zu einem Kampf gegen Windmühlen. Naturschutz leidet nach Ansicht Küsters zum einen an seiner Bezeichnung: Der Begriff Naturschutz führe zu grundlegenden Missverständnissen - als müsse da etwas in ewig unveränderter Form erhalten werden. Der andere große Mangel liege in einer fehlenden gemeinsamen Wissensbasis; man wisse im Grunde zu wenig über die Situation, von der alle reden.
Die Bewahrung liegt dem Menschen indes im Blut. Die erste Bevölkerungsexplosion der Menschheit verdankt sich dem Anbau von Kulturpflanzen und den Anfängen der Agrarlandschaft. Was den Menschen auszeichnet, ist die Überwindung der Wachstumsgrenzen, er schlägt Perioden der Stabilität in den unaufhaltsamen Wandel der Natur. Die Zivilisation wird das Erfolgsmodell, und sie ist, wie Hansjörg Küster so bestechend kurz wie konzise ausführt, eine Geschichte der Landschaft (Hansjörg Küster: "Schöne Aussichten". Kleine Geschichte der Landschaft. Verlag C.H. Beck, München 2009. 127 S., br., 7 Abb., 12,- [Euro]). Die Landschaft beschreibt Küster als ein in Jahrtausenden gewachsenes und weiter wachsendes Geschichtsbuch. In ihr verbinden sich historische, kulturelle und naturwissenschaftliche Perspektiven, kommen auch individuelle und kollektive Erinnerungsbilder ins Spiel.
In der Landschaft zu lesen schult eine Erkenntnisfähigkeit, die Zusammenhänge von einem erhöhten Blick aus gewinnt, der Distanz und Empfindung miteinander verbindet. Mit Petrarcas berühmter Besteigung des Mont Ventoux lässt Küster das Nachdenken über die Landschaft beginnen. Alles, was der Mensch in seiner Umgebung wahrnimmt und in einen Zusammenhang stellt, ist Landschaft. Diese Einsicht spiegelt sich im Kleinen auch in der Konzeption von Gärten wider, wo Terrassen, Torbögen und Hügel für veränderte Aussichten sorgen.
Hier werden Elemente der Natur und Elemente der Kultur in einer Zusammenschau sichtbar. Küsters Landschaftsgeschichte enthält so ganz nebenbei auch eine Wissenschaftskritik. Heute läge der Schwerpunkt zu Unrecht auf naturwissenschaftlichen Methoden. Eine adäquate Betrachtung des Phänomens Landschaft verlangt aber auch nach geisteswissenschaftlich geprägter Analyse, denn es ist maßgeblich von kulturellen Faktoren bestimmt.
Küster nimmt dabei vor allem Metaphern in den Blick, wie die der "guten alten Zeit", die es zu bewahren gilt. Das nostalgische Urbild des wilden deutschen Waldes wird zum Paradebeispiel für eine fehlgeleitete Überlieferung. Die vorgebliche Wildnis des Waldes war mitnichten der Urzustand der Landschaft. Seine Ausbreitung wurde vielmehr erst mit der Industrialisierung und den technischen Mitteln zur Aufforstung möglich. Nun will man den wilden Wald vor eben jener Industrie bewahren, die ihm erst das Wachsen ermöglicht hatte. Der Ökologe führt vor, wie leicht aus solch einer Fehlinterpretation der Zusammenhänge eine ideologische Figur werden kann. Die Erhabenheit der Wildnis wurde den Nationalsozialisten zum schützenswerten Gut, genauso wie die "deutsche Landschaft".
Wenn persönliche und subjektive Landschaftserlebnisse als Naturschutz dargestellt werden, ist dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Genau das macht ihn nach Küster interessant für totalitäres Denken. Der Naturschutz in seiner heutigen Form als Paradigma der Nachhaltigkeit habe seine Prägung nicht zuletzt im Dritten Reich erhalten. Bereits um 1900 wurde er als Ziel formuliert, bei dem es nicht um die Bewahrung dessen ging, was Natur eigentlich auszeichnet, nämlich Dynamik, sondern um die Schönheit von Landschaft, die sich nicht wandeln sollte.
Der Naturschutz war in seinen Ursprüngen ein rein kulturelles Anliegen, ohne jeglichen wissenschaftlichen Anspruch. Heute ist der einzige Konsens unter Naturschützern die Opposition gegen kommerzielle Ausbeutung. Die Zusammenhänge - zum Beispiel von Industrie und Natur - werden immer noch nicht hinreichend berücksichtigt. Küsters "Kleine Geschichte der Landschaft" ist eine lesenswerte Streitschrift für eine dringend notwendige Reformierung des Ökologieverständnisses, nicht nur für Experten, sondern für jeden, der um sich herum in die Landschaft schaut. GESINE HINDEMITH, FAZ 18.6.09

Freitag, 19. Juni 2009

Fragen der Kernenergie, Iran

- "Akademie aktuell
Öffentliche Veranstaltung "Fragen der Kernenergie"
am Freitag, 19. Juni 2009, 15.00 Uhr
Vor nahezu zehn Jahren vereinbarten die Bundesregierung und die Energieversorgungsunternehmen die „geordnete Beendigung der Nutzung der Kernenergie“. Heute müssen wir ernüchtert feststellen, dass die damals von manchen an den „Atomausstieg“ geknüpfte Hoffnung, möglichst viele andere Länder könnten dem Beispiel Deutschlands folgen und durch ähnliche Ausstiegsbeschlüsse das Risiko durch Kernkraftwerke verringern, sich nicht erfüllt hat. Vielmehr forcieren heute zahlreiche Länder Europas und der Welt den Ausbau ihrer nuklearen Kapazitäten, um ihre Versorgung mit elektrischer Energie dauerhaft zu sichern. Andere, die früher Ausstiegsbeschlüsse gefasst hatten, haben diese bereits wieder rückgängig gemacht oder sind dabei, dies zu tun.

Seit der ersten Konferenz „Atoms for Peace“ in Genf 1955 und der kurz danach erfolgten Gründung der internationalen Atomenergiekommission hat sich die deutsche Kerntechnik als außerordentlich sichere und zuverlässige Energiequelle erwiesen und somit zur Entspannung der Energie- und Umweltproblematik beigetragen. Nur durch weitere technische Entwicklung sicherer Kernreaktoren und neuer Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle kann mittel- und langfristig die Sicherheit dieser Technik und damit ihre Akzeptanz in der Bevölkerung gewährleistet werden.

In dieser Veranstaltung sollen die wirtschaftlichen und technischen Aspekte einer zukunftsorientierten Kerntechnik beleuchtet werden. Die Akademie hofft, damit zur Versachlichung der Diskussion über die Kernenergie beitragen zu können.

Vorträge:

"Ist die Energieversorgung ohne Kernenergie sinnvoll?"
Professor Dr. Carl Christian von Weizsäcker, Bonn

"Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit"
Professor Dr. Kurt Kugeler, Aachen/Jülich
Professor Dr. Hans J. Allelein, Aachen/Jülich

"Moderne Methoden zur Behandlung der radioaktiven Abfälle"
Professor Dr. Reinhard Odoj, Aachen/Jülich

Zusammenfassung
Professor Dr. Karl Friedrich Knoche, Aachen

- " Wer in Iran das Sagen hat
Vom Obersten Geistlichen Führer bis zur Theologenschule in Qom / Von Wolfgang Günter Lerch
15. Juni 2009 -Oberster geistlicher Führer: Die höchste Autorität im System der Islamischen Republik Iran ist der Oberste Geistliche Führer oder Revolutionsführer (rahbar-e enghelab). Gegenwärtig ist dies Ajatollah Ali Chamenei, der demnächst 70 Jahre alt wird. Sein Amt repräsentiert das wichtigste Prinzip des von Ajatollah Chomeini geschaffenen "Gottesstaates": die Herrschaft des obersten Religionsgelehrten (welajat-e faghih). Dies von Chomeini im irakischen Exil ausgearbeitete Prinzip ist, wie das gesamte Staatsmodell einer "islamischen Republik", einmalig in der Geschichte des seit mehr als fünfhundert Jahren schiitischen Iran. Der Oberste Geistliche Führer bestimmt die "Richtlinien der Politik" und ist Oberbefehlshaber sowohl der Armee als auch der Revolutionsgardisten (Pasdaran).

-Staatspräsident: Das Staatsoberhaupt Irans wird vom Volk für eine Periode von vier Jahren gewählt. Seine Macht ist dadurch gestärkt worden, dass man im Jahre 1989, nach dem Tod Ajatollah Chomeinis, das Amt des Ministerpräsidenten (nachost-e wazir - Premierminister) abschaffte und dessen Kompetenzen dem Staatspräsidenten zuschlug. Als Kandidat kann nur antreten, wen der Expertenrat für würdig befindet. Dieses Mal standen vier Kandidaten von ursprünglich mehr als vierhundert Bewerbern zur Wahl. Die vom Präsidenten vorgeschlagenen Minister müssen vom Parlament bestätigt werden.

-Expertenrat: Diese Organisation umfasst 86 Mitglieder aus dem schiitischen "Klerus" und wird alle acht Jahre vom Volk gewählt. Zur Wahl stehen freilich nur Kandidaten, die zuvor der fast noch einflussreichere Wächterrat zur Wahl gewissermaßen "freigegeben" hat. Der Expertenrat wählt den Obersten Geistlichen Führer oder Revolutionsführer, und zwar auf Lebenszeit. Gegenwärtiger Vorsitzender des Expertenrats ist Hodschatoleslam Ali Akbar Haschemi-Rafsandschani, der frühere Staatspräsident Irans, der vielen als pragmatisch eingestellter Politiker gilt. Rafsandschani gehört zudem einer der reichsten Händlerfamilien des Landes an und ist, wie andere Mullahs auch, eng mit diesen einflussreichen Basaris verbunden.

-Wächterrat: Der Wächterrat besteht aus sechs weltlichen Juristen und aus sechs Sakraljuristen (fuqaha), Kennern des islamischen Rechts, besonders der Dschaafari-Rechtsschule, die für die Zwölferschiiten verbindlich ist. Sie gilt als fünfte orthodoxe Rechtsschule des Islams. Seine Mitglieder werden vom Obersten Geistlichen Führer ernannt. Der Wächterrat überprüft die vom Parlament beschlossenen Gesetze oder eingebrachten Gesetzesvorlagen auf ihre Vereinbarkeit mit der Verfassung, also mit dem islamischen Recht. Da der Wächterrat auch die zur Parlamentswahl zugelassenen Kandidaten "siebt", ist er eine der mächtigsten Institutionen der Islamischen Republik.

-Parlament: Das Parlament (Madschles) umfasst insgesamt 290 Abgeordnete und wird vom Volk gewählt. Der Wächterrat trifft jedoch eine ihm genehme Vorauswahl unter den bisweilen mehr als 3000 Kandidaten. Die Legislaturperiode dauert vier Jahre. Die dort vertretenen "Parteien" sind eigentlich mehr "Richtungen" oder "Strömungen" politisch-religiöser Observanz innerhalb des Establishments. Ein Schlichtungsrat kann tätig werden, wenn es zu Diskussionen zwischen dem Parlament und dem Wächterrat kommt. Die ethnischen Minderheiten und die Frauen werden im Parlament durch einen Proporz berücksichtigt. Sprecher des Parlaments ist Ali Laridschani, der früher als Nationaler Sicherheitsberater mit dem Westen im Atomstreit verhandelte, bevor Präsident Ahmadineschad seinen Gefolgsmann Dschalili damit betraute.

-Pasdaran: Die Revolutionsgarden (sepah-e pasdaran) sind - im Unterschied zur regulären Armee - ein originäres Geschöpf der Islamischen Republik. Sie können als besonders regimetreu angesehen werden. Ihre Feuertaufe erhielten sie zwischen 1980 und 1988, also während des acht Jahre währenden, verlustreichen Krieges mit dem Irak, in dem sie die Elitetruppe stellten und teilweise einen hohen Blutzoll entrichteten. Viele Jahre lang war Mohsen Rezai Befehlshaber der Pasdaran; jetzt gehörte er zu den vier Präsidentenkandidaten, die sich zur Wahl stellten. Gegenwärtig wird diese "Prätorianergarde", auf deren Loyalität sich die Führung auch im Falle innerer Unruhen voll verlassen kann, von Mohammd Ali Dschafari geführt.

-Basidsch: Die Basidschi sind ein Produkt des Krieges mit dem Irak. Sie bildeten damals eine Art leichtbewaffneten Volkssturms, der als "Armee der Freiwilligen" an den Kämpfen teilnahm. Er umfasste fast alle Schichten der männlichen Bevölkerung, von Kindern und Jugendlichen bis zu Greisen, die während iranischer Offensiven - zum Beispiel im Südirak im Gebiet von al Fao - in die Minenfelder geschickt wurden, bevor reguläre Einheiten nachstießen. Insbesondere die fromme Provinzbevölkerung stellte einen hohen Anteil an dieser Truppe. Auch heute kann das Regime auf diese "Freiwilligen" zurückgreifen, wenn es nötig ist.

-Die Armee: Die Armee Irans hat mit der vorrevolutionären Armee des Schahs, die von Amerika ausgerüstet und durch amerikanische Berater geführt worden war, nach mehr als dreißig Jahren nichts mehr zu tun. Doch obwohl sie sich im Kampf mit dem Irak gut geschlagen hat, genießt sie innerhalb der Führung noch immer weniger Vertrauen als die Pasdaran. Im Falle innerer und äußerer Bedrohung kann ein Nationaler Sicherheitsrat zusammengerufen werden, der aus den Spitzen der Armee, der Pasdaran, der Justiz, des Parlaments und Vertretern des Obersten geistlichen Führers besteht.

-Theologenschule von Qom: Die wichtigsten theologischen Bildungsstätten der Schiiten liegen eigentlich im Irak, in Nadschaf und Kerbela. Doch mit Chomeinis Revolution hat die südlich von Teheran gelegene Stadt Qom (auch Ghom geschrieben) enorm an Bedeutung gewonnen. Neben dem ostiranischen Maschhad, wo der achte schiitische Imam Reza (Ali al Rida) begraben liegt, ist Qom die wichtigste Pilgerstätte auf iranischem Boden. Im Schatten der Grabmoschee von Fateme-je masumeh ("Fatima der Sündenreinen"), der Schwester des Imam Reza, hat sich die Theologenschule von Qom in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Ausbildungsstätten für schiitische Religionsgelehrte entwickelt - geradezu in Konkurrenz mit Nadschaf. An beiden Stätten hat Chomeini studiert und gelehrt." FAZ 16.6.09

Donnerstag, 18. Juni 2009

Unguter Name: Habermas



14-20°C, es darf noch etwas wärmer werden

- "Zur Abwehr der Systemkrise lenken spätkapitalistische Gesellschaften alle sozialintegrativen Kräfte auf den Ort des strukturell wahrscheinlichsten Konfliktes, um ihn desto wirksamer latent zu halten; zugleich befriedigen sie damit politische Forderungen der reformistischen Arbeiterparteien." J. Habermas, Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus, 1973, S. 57

- Der Name klingt ungut in meinen Ohren, er wird dem Hörer und Leser heute pausenlos aufgedrängt, da will ich ihn doch erwähnen, der Klarheit halber: Habermas hat mir ein Leid's getan, er gehörte zu den Verführern meiner Jugend, ich habe sein Geifern gegen die Notstandsgesetze, seine alberne Agitation gegen das, was er in seiner ideologischen Verblendung für "Spätkapitalismus" hielt, dieses ganze Gesumse bis hin zum "Verfassungspatriotismus" habe ich als dummer junger Arbeiter, dann als Student mit kleinen Studentenkenntnissen, das habe ich ernst genommen und dann auch noch sein queres Kauderwelsch bewundert. Ich habe es überwunden, man muß nicht so kleingeistig bleiben, wie es der junge Kopf kaum anders sein kann. Oh Luhmann, warum habe ich dich nicht früher ernsthaft studiert.

Mittwoch, 17. Juni 2009

17. Juni, Weniger Straftaten in Deutschland, Amflora




Deutsches Tropenfossil Ida

Sowjetische Panzer 1953 in Berlin

- "Weniger Straftaten in Deutschland
Rückgang der Gewaltdelikte / Mehr Fälle von Kreditkartenbetrug / Neue Polizeistatistik
bin. BERLIN, 15. Juni. Die Zahl der erfassten Straftaten in Deutschland ist weiter rückläufig. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik ..." FAZ // Allerdings nimmt der ältere Teil der Bevölkerung zu, der weniger Straftaten begeht, während der kriminell aktivste Teil der Bevölkerung, die jungen Männer, abnimmt.

- EU-Trauerspiel: "Amflora und kein Anfang. Von Michael Psotta. Die Genkartoffel Amflora verschwindet wieder einmal im Brüsseler EU-Dickicht. Gut zwölf Jahre nach dem Antrag auf Zulassung sind zahlreiche ..." FAZ 16.6.

- Studenten-Trauerspiel: Ein Teil der Studenten aus der Schwafelfakultät blockiert Seminare und Vorlesungen und macht Klamauk . Wir brauchen nicht mehr Bildung, sondern mehr Ingenieure, Informatiker, Mediziner, Medizintechniker, Physiker, Chemiker ... An Schwafelbrüdern ist Teutschland überreich.

- Erfreulich: "Fuchs Petrolub kommt wieder auf Touren
10 000 verschiedene Öle und Fette hat Fuchs Petrolub im Programm. Die Nischenpolitik zahlt sich aus. Der Mannheimer Schmierstoffspezialist wird ..." FAZ

- "Der Volksaufstand am 17. Juni 1953
Im Juni 1953 herrschte in Berlin im sowjetisch besetzten Sektor und der Zone, wie das besetzte Gebiet der Russen kurz genannt wurde, ein gespanntes Klima. Die SED – Regierung hatte wieder einmal die Normen für die zu erbringenden Arbeitsleistungen der “Werktätigen” erhöht und damit den Bogen überspannt.
Nach ersten Arbeitsniederlegungen am 15. Juni brach am 17. Juni 1953 der Volksaufstand in der SBZ (”DDR”) aus. Parteihäuser gingen in Flammen auf, Haftanstalten wurden gestürmt und die Gefangenen befreit. Einige “Volkspolizisten” warfen demonstrativ ihre Uniformjacken weg und mischten sich unter Beifall unter die Demonstranten.
Unter Beschuß, aber unter tosenden Beifall, wurde die verhaßte rote Fahne vom Brandenburger Tor geholt.
Am 17. Juni, 13.00 Uhr wurde durch die sowjetische Militärkommandantur über Ost – Berlin und 167 der 217 Stadt- und Landkreise der SBZ der Ausnahmezustand verhängt und das Standrecht erklärt.
Der Volksaufstand wurde innerhalb weniger Stunden durch die sowjetische Besatzungsarmee niedergeschlagen und in Blut und Tränen erstickt.
Mindestens 125 Menschen wurden erschossen oder hingerichtet, darunter 41 Sowjetsoldaten, die sich weigerten, auf Deutsche zu schießen.
Rund 25.000 Deutsche aus Ost und West wurden nach dem 17. Juni verhaftet und teils zu hohen Haftstrafen verurteilt."
http://www.17juni1953.de/
// Volksaufstand? Aufstand? Viele Bürger unterschiedlicher Zurechnung, Arbeiter, Oppositionelle aller Art, wehrten sich gegen Sowjetische Besetzung und SED-Diktatur. Das ist wohl der Erinnerung wert (die FAZ brachte nichts). SED und Sowjets machten allen deutlich, daß sie keine Demokratie, keine individuelle Freiheit, keinen Widerspruch duldeten.

- Grube Messel (ehem. Vulkan), Fossil Ida: schon früher gefunden, jetzt als Lemurenaffe neu interpretiert; vor 47 Mio. herrschten in D trop. Temperaturen.