Donnerstag, 8. Oktober 2009

Malberg / Sonne, Isaiah Berlin, Staatsbanken machen mehr Verlust als Privatbanken



Greser&Lenz, FAZ

- Prof. Dr. H. Malberg
Stellungnahme zu Ausführungen von Herrn Ebel zum „Manuskript Malberg“


1. Auf der Grundlage meines methodischen Ansatzes lässt sich zeigen, dass der Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit grundsätzlich synchron zu den Veränderungen der solaren Aktivität verläuft, und zwar sowohl vor 1850 als auch nach 1850. Die Temperatur folgt eindeutig dem solaren Schwingungsverhalten seit über 300 Jahren.

2. Ein Maß für den Zusammenhang der beiden Parameter Sonnenfleckenzahl und Temperatur ist der Korrelationskoeffizient. Er ist per Definition eine dimensionslose Relativzahl. Im Zähler und Nenner stehen dieselben (mehr oder weniger exakten) Messwerte. Aus dem Korrelationskoeffizienten (maximal +/-1,0) folgt die erklärte Varianz, d.h. eine Aussage, in welchem Ausmaß die Variabilität erklärt werden kann. Im Gegensatz zum anthropogenen Treibhauseffekt vermag der solare Effekt auch Abkühlungen zu erklären. U.a kann der CO*2-Effekt für das Temperaturverhalten seit 1998 keine Begründung liefern.

3. Im Gegensatz zur Korrelationsrechnung versucht Herr Ebel , eine absolute Quantifizierung der Anteile der Klimaeinflüsse durchzuführen. Die Beschränkung auf zwei langfristige Klimaantriebe muss dabei zu falschen Ergebnissen führen. So ist es unzulässig, den nachgewiesenen hohen EL Nino-Einfluss auf die globale Erwärmung als Antrieb unberücksichtigt zu lassen oder ihn sogar (durch die Hintertür) als CO*2-gesteuert zu betrachten.
Zum anderen basieren die Betrachtungen von Herrn Ebel nicht auf Relativwerten (wie beim Korrelationskoeffizienten), sondern auf absoluten Messwerten. Inzwischen belegen aber zahlreiche Untersuchungen, dass die CRU-Temperaturwerte hinsichtlich der Absolutbeträge sehr problematisch sind. Die Gründe sind vielfältig: Stadteinflüsse, veränderte Standortbedingungen der Klimastationen und Instrumente, Änderung der Beobachtungszeiten und Mittelwertbildung. Auch die CO*2-Daten sind vor 1958 nur Näherungswerte.

Fazit: Wegen der Problematik bei den Absolutwerten und der Ausklammerung des nachgewiesenen langfristigen ozeanischen Temperaturtrends im tropischen Pazifik erscheint die von Herrn Ebel vorgenommene Quantifizierung wenig aussagekräftig. Diese Differenzierung sollte man den weiterentwickelten Modellen, wie z.B. dem neuen NCAR-Klimamodell überlassen.

H. Malberg (über www.eike-klima-energie.eu/ )

- 10-13°C heute, R/b

- Isaiah Berlin (1909 bis 1997): kein haltloser Herumdenker wie Heidegger, Hitlers Heerführer im philosophischen Heilssein: "Die Logik führt einen nur im Kreis herum
Eine Tagung zum hundertsten Geburtstag des Philosophen Isaiah Berlin in Harvard

Wenn Amerikaner einen intellektuellen Gegenstand leicht fasslich finden, sagen sie: "It's not rocket science." Isaiah Berlin wäre der Erste, der von seiner Philosophie behaupten würde, dass sie keine Raketenwissenschaft und keine Wissenschaftsrakete sei, nicht zuletzt deshalb, weil er zwischen Natur- und Geisteswissenschaften scharf unterschied. Für Berlin, dessen einhundertsten Geburtstag man jetzt an der Harvard University mit einer hochkarätig besetzten Konferenz feierte, war Philosophie eine scientia nescientiarum, eine Erforschung dessen, was nicht Gegenstand empirischer Kenntnis sein kann, die dem menschlichen Bedürfnis Rechnung trug, die Welt zu erklären. Er bestand auf dem gesellschaftlichen Nutzen der Philosophie. Für Berlin war Philosophie keine Sache der Logik oder sprachlichen Abstraktion, wie etwa für seinen Oxforder Kollegen John L. Austin, sondern das in spezifischen historischen Situationen ausgekelterte Resultat allzumenschlichen Denkens. ..." F.A.Z., 07.10.2009

- Die SPD brauchte ein neues Godesberger Programm, geschrieben von Steinbrück; nach seinem Rückzug aus der SPD-Spitze hätte er Zeit.

- Wer hätte das gedacht: " Finanzkrise
Staatsbanken machen mehr Verlust als Privatbanken
Nach einer neuen Studie haben die öffentlich-rechtlichen Banken in Deutschland in der Finanzkrise durchschnittlich zwei- bis dreimal so hohe Verluste gemacht wie die privaten Banken. Auffallend sei auch die mangelnde Kompetenz in den Aufsichtsräten ..." FAZ 14.9.09

- Alcoa im 3. Q. wieder mit 77 Mio. Gewinn, Douglas Umsatz +2%, BNP will vorzeitig Staatsstütze zurückzahlen (die sie gar nicht gebraucht, aber aus Wettbewerbsgründen hereingeholt hatte); Bern verkauft die Stützbeteiligung an der UBS an einen Investor und macht dabei einen Gewinn von 1,2 Mrd. Franken - die Finanzkrise als gutes Geschäft.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Probleme der Zivilisation, Stockung, Störung, Krise



Balthasar Gracian (1601-58)

- Probleme der Zivilisation: "In Frankfurter Schnellrestaurant.
Junger Mann hilft und wird niedergestochen

Unter den Augen von Dutzenden Zuschauern ist in einem McDonald's-Restaurant am Frankfurter Hauptbahnhof ein 21 Jahre alter Mann schwer verletzt worden, nachdem er Zivilcourage gezeigt hatte." FAZ 6.10.

- Hier ist es sicher interessant, den FAZ-Artikel v. 17.3.99 (Natur und Wissenschaft) zu lesen: "Hartnäckige Gefühlskälte
Viele schwierige Kinder bleiben schwierig / Biologische Gründe? 17.3.99 FAZ N+W

Schwierige Kinder werden nicht selten zu schwierigen Erwachsenen. Schon im Vorschulalter zeigen manche Jungen ein aggressives, uneinfühlsames Verhalten, das viele von ihnen ein Leben lang nicht ablegen. Auffallend impulsive und aggressive Kindergartenkinder tragen möglicherweise sogar ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene mit dem Strafgesetz in Berührung zu kommen. Indizien für diese seit einigen Jahren diskutierte "Risikothese" lieferte jüngst eine Untersuchung der Psychologen Paul Hastings und Carolyn Zahn-Wexler vom amerikanischen National Institute of Mental Health in Bethesda. Sie zeigt, daß sich "antisoziales" Verhalten bei Kindern oft nicht verliert, sondern im Lauf der Entwicklung sogar noch verfestigen kann.

In die Studie wurden 82 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren einbezogen. Die Forscher legten deren Müttern und Vorschullehrern einen Fragebogen vor, der Aufschluß über aggressive Verhaltensstörungen gibt. Anhand der Ergebnisse teilten sie die Kinder daraufhin in Gruppen mit hohem, mittlerem und niedrigem Entwicklungsrisiko ein. Anschließend stellten die beiden Psychologen Mitleid und Einfühlungsvermögen der Kinder auf eine experimentelle Probe. Sie zeigten den Kleinen bewegende Videogeschichten eines gleichaltrigen Kindes, dem der Hund davonläuft und dessen heißgeliebter Großvater schwer erkrankt. Das Ausmaß der dadurch hervorgerufenen Emotionen lasen die Forscher an Herzfrequenz, Schweißabsonderung und anderen Reaktionen des autonomen Nervensystems ab.

Das Einfühlungsvermögen der Kinder wurde in einem weiteren Versuchsdurchgang auf die Probe gestellt. Sowohl der Versuchsleiter als auch die Mutter simulierten an unterschiedlichen Tagen einen kleinen Laborunfall, bei dem sie sich aus der Perspektive des Kindes hätten verletzen können. Die aggressiven Jungen aus der Hochrisikogruppe - nicht aber die Mädchen, die generell einfühlsamer waren - verhielten sich in diesem Empathietest auffällig. Zwar ließ sie der Unfall nicht gleichgültig, doch neigten sie zu herzlosen Reaktionen, machten sich über das Opfer lustig, verhöhnten oder beschimpften es sogar.

Als die Tests zwei Jahre später wiederholt wurden, hatte sich bei einem Teil dieser Jungen das gefühlskalte Verhalten verfestigt. Sowohl im Experiment als auch in den Einschätzungen der Eltern und Lehrer fielen sie durch geringes Einfühlungsvermögen, mangelndes Verantwortungsbewußtsein und schwieriges Sozialverhalten auf. Sogar in ihren Eigenbeurteilungen beschrieben sich die Grundschüler auf ähnliche Weise. Eine Nachbefragung der Lehrer nach abermals zwei Jahren ergab, daß dieses Persönlichkeitsmerkmal bei vielen Kindern stabil blieb. Etliche der schwierigen Vorschulkinder waren auch mit neun Jahren noch schwierig. Auf einem sich verfestigenden Vorurteil kann diese Einschätzung nicht beruhen, denn die Lehrer hatten zwischenzeitlich gewechselt.

Nach Ansicht von Hastings und Zahn-Wexler läßt sich das wenig einfühlsame Wesen der schwierigen Kinder zum Teil mit ihrer biologischen Konstitution erklären. Sie schließen dies aus den vegetativen Reaktionen beim Betrachten der Videofilme. Kinder, die bei den traurigen Geschichten physiologisch stark angesprochen wurden, zeigten auch bei dem simulierten Unfall mehr Mitgefühl. Sie schienen generell empfindsamer zu sein. Wenn manche Kinder fiktives, aber auch wirkliches Leid anderer kalt läßt, so könnte dies nach Ansicht der Psychologen darauf hindeuten, daß es ihnen an physiologischer Aktivierung und damit an der körperlichen Grundlage für Mitleid mangelt.

Es fanden sich allerdings auch Hinweise dafür, daß ein Mangel an Empathie kein unabänderliches Schicksal sein muß. Möglicherweise können Kinder dieses emotionale Defizit bei geeigneter Erziehung nach und nach kompensieren. Die Forscher ermittelten nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Erziehungsstil der Mutter zur Zeit der ersten Untersuchung und der Einfühlungsbereitschaft ihres Kindes zwei Jahre später. Als günstig erwies es sich, wenn Mütter bestimmt und fordernd mit ihren Sprößlingen umgingen, ihnen bei unangemessenem Betragen ins Gewissen redeten und sie in rationaler Weise darauf aufmerksam machten, was sie mit ihrem Tun bei anderen anrichteten. Ein feindseliger Erziehungsstil hingegen ging häufig mit abgestumpften, gleichgültigen Reaktionen der Kinder einher."
Weiterführend auch: Hans Jürgen Eysenck, Kriminalität und Persönlichkeit, Dt. 1977 sowie Niels Birbaumer, Robert F. Schmidt: Biologische Psychologie.

- Stockungen und Störungen: "Krisentheorien. Ansprüche.
In den siebziger Jahren blühten schon einmal die Krisentheorien. ... Hängt das Verhalten in vielen Familien, das als krisenhaft indifferent gegenüber dem Nachwuchs interpretiert werden mag, an der Wirtschaft? Ist denn die wirtschaftliche Unsicherheit größer als zu Zeiten, in denen die Ehen stabiler und die Familien größer waren, sagen wir 1925 oder 1950? Oder wäre das wieder ein Fall für die alte Anspruchsinflation? Und wie erklären sich die regional verschiedenen Ausprägungen solcher "Krisenerscheinungen", wenn es doch überall Kapitalismus ist, der herrscht?
Man gewinnt, mit anderen Worten, nicht den Eindruck, dass viel damit gewonnen wäre, die Ökonomie als Krisenzentrum der Moderne schlechthin auszumachen. Vermutlich ist es der Krisenbegriff selber, der noch viel zu diffus ist. Das gilt selbst für den der Finanzkrise, die ja die schwerste seit Generationengedenken sein soll und doch auch schon, heißt es, bald wieder vorbei. " Jürgen Kaube, Text: F.A.Z., 07.10.2009, Nr. 232 / Seite N3

- - "Krise" ist auch nur ein Wort. Während Gracian (1601-1658), als Beispiel, in seiner romanhaften Schrift EL KRITIKON "Krisis" im Sinne von Beurteilung und Urteil verwendet, haben Wohlstand und Journalismus das Wort alarmistisch entwickelt, ganz in dem Sinne, daß eben schlechte Nachrichten für den Zeitungs-/ Medienabsatz gute Nachrichten sind.
Skandal und Krise fördern die Auflage. Allerdings verwendet bereits Marx im KAPITAL das Wort "Krise" im Sinne von Störung: " ... ist daher begleitet von Stockungen und Krisen des Produktionsprozesses." (Bd. 3, III. Abschnitt, Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate)
Habermas und Konsorten verwenden den Begriff, bei Marx anknüpfend, und blasen ihn auf, wobei sie suggerieren, es ginge auch ohne Krise, hier insgeheim ebenfalls an Marxens großen, "naturgesetzlichen" (!) Heilsplan der Geschichte anknüpfend.-
Natürlich geht nichts und gar nichts in der belebten Welt ohne Störungen und Stockungen ab, ohne Krisen gibt es nur das Nichts. Allerdings sind die Krisen des Kapitalismus Wohlstandskrisen, kleine Wachstumsdellen ohne größere Bedeutung im eindrucksvollen Aufgang des Wohlstands seit gut 150 Jahren. Die wird ihnen von interessierter Seite, und auch von nervenschwacher, angeschwätzt.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Thilo Sarrazin, Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?

- Lettre-Interview "Rücktrittsforderungen an Sarrazin.
FAZ 04. Oktober 2009 Nach seinen umstrittenen Äußerungen in einem Interview mit der Berliner Kulturzeitschrift „Lettre International“ nimmt die Kritik an Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) zu. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Sarrazins Menschenverachtung ist untragbar.“ Seine Entschuldigungen nehme man ihm nicht mehr ab, weil er „immer wieder hetzt“. Bundesbankpräsident Axel Weber müsse umgehend handeln. „Jede Ortssparkasse müsste umgehend Konsequenzen ziehen. Wenn die Bundesbank nicht sofort handelt, gefährdet sie ihre Substanz.“
Sarrazin hatte in dem Interview unter anderem eine mangelnde Integration vor allem von Türken und Arabern in Berlin kritisiert. Von denen erfülle in Berlin „eine große Zahl keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel“. Besondere Empörung riefen zwei Sätze hervor: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“. Sowie: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“ FAZ
/// Ein Klartext-Freund. Er könnte die Partei, in der Mitglied ist, die SPD, aus der Talsohle herausführen.

- - "Thilo Sarrazin wurde nicht als Bundesbanker,
sondern als ehemaliger, dort bespiellos heilsamer Finanzsenator Berlins interviewt. Und man sollte dieses Interview vollständig lesen; Sarrazin weist schlicht nach, dass Auswahl und Integration der Zuwanderer, Europas drückendstes Problem, mit den gegenwärtigen kostspieligen Heucheleien nicht gelöst werden kann und dass Berlin ein Fass ohne Boden ist.
Es ist untergriffig, Sarrazin zu zerreißen und als Konfetti auf den medialen Tanzboden zu pusten — und so die grundgesetzlich garantierte Rede- und Meinungsfreiheit mit Füßen zu treten. Aber politisch-korrekte Sprachregelung, Gender-Diktate und Denkverbote tun dies schon lange; eine infame Inquisition feiert fröhliche Urständ'.
Axel Weber sieht darin eine Gelegenheit, einen fachlich und menschlich überlegenen Konkurrenten auf dem gutmenschlichen Scheiterhaufen zu entsorgen; dazu scheint ihm jedes Mittel recht, was schäbig, aber in Mode ist. Ts, ts!
Thilo Sarrazin, Hecht im Karpfenteich der Realitätsverweigerer, sei gegrüßt und geströstet:
Wer die Wahrheit sagt, wird aus neun Dörfern vertrieben. — Türkisches Sprichwort
"Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man die Fiedel auf den Kopf." — Grimmelshausen, "Simplicius Simplicissimus" (Komm. Peter Zentner auf faz.net)

- - "Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?
Die wenigen, die was davon erkannt,
Die töricht gnug ihr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt."
- Faust I, Vers 589 ff.

- Auch aus dem Pfarrhaus: Wilhelm Busch wuchs bei seinem Onkel auf, dem Pastor Georg Kleine, der auch Bienenzüchter war und bei dem Darwin anfragte (Als die Bienen sprechen lernten . Wilhelm Buschs Bestiarium: Was der Satiriker von Charles Darwin lernte
Am 18. Juni 1862 erhielt das "Bienenwirthschaftliche Centralblatt für Hannover" Post aus England, eine Anfrage des berühmten englischen Naturforschers ..." FAZ 30.9.09)
- Brehm 1880 in einem Brief, er gehe mit "Schopenhauer in der einen, den Darwin in der anderen Tasche" durchs Leben. (Als die Bienen sprechen lernten . Wilhelm Buschs Bestiarium , FAZ 30.9.09)

- Er sitzt nachts stundenlang im Regen, bei 10°C, die Vorderbeine gestreckt, den Kopf hoch aufgereckt, auf eine Spinne wartend, von unten: der Feuersalamander.
Gräßliches Wetter: 10-15°C, Regen

Montag, 5. Oktober 2009

Immer mehr Öl-Funde: Ewig blamiert sich der Club of Rome. Vier Fragen an einen CO2-abergläubischen Physiker




Zwischen etwa 1940 und 1980 stagnieren die Temperaturen trotz stark wachsender CO2-Emission, seit 2004/5 fallen die Werte wieder, wie heute: 7-12°C, Regen (Diagramm: http://wattsupwiththat.com/)

Immer mehr Öl-Funde (Diagramm FAZ)


- Rußland weitet Ölproduktion (gegen Opec) aus und wird größter Ölförderer und Exporteur (7,4 Mio. Fässer tägl.) vor Saudi-Arabien (7 Mio.), das die Produktion weiter gedrosselt hält, um Lagerbestände abzubauen.

- "BP entdeckt neues "Tiber"-Ölfeld im Golf von Mexiko
theu. LONDON, 2. September. Der britische Ölkonzern British Petroleum (BP) ist nach eigenen Angaben auf eine "gigantische Ölquelle" im Golf von Mexiko 400 km südöstlich von Houston ... Die gesamten weltweit nachgewiesenen Ölreserven betragen zu Zeit knapp 1,3 Billionen Fässer. ... " FAZ 3.9.09
/// Ewig blamiert sich der Club of Rome.

- "Ölfunde. Riesige neue Ölfunde im Meer dämpfen die Angst vor einem baldigen Engpass. Mit 200 neuen Funden könnte 2009 zum erfolgreichsten Jahr seit der Jahrtausendwende werden." FAZ 3.10.09

- Vier Fragen an einen CO2-abergläubischen Physiker:
1) Ihre Berechnungen enden mit dem Jahr 1999 (also ziemlich identisch mit dem Extremjahr - El Niño - 1998). Das letzte Jahrzehnt, das eindeutig einen umgekehrt proportionalen Verlauf von Temperatur und CO2 aufweist, haben Sie ausgespart.

2) Wie erklären Sie sich die Eisfreiheit des Schniedejochs (zum Beispiel) während des Mittelalterlichen Klimaoptimums (nicht-pessimums!) und während der Römischen Warmzeit mit vorindustriellen CO2-Werten?

3) Sie verwenden (wie übrigens der IPCC auch) Hadley-Temperaturdaten, also Stationsdaten, die nur unter Vergewaltigung wissenschaftlicher Grundprinzipien für die Ermittlung einer globalen Durchschnittstemperatur verwendet werden können. Es kann nicht angezweifelt werden, dass der zunehmende Heat Island Effekt, der eindeutig in den CRU-Hadley-Daten versteckt ist, ziemlich proportional zu den antropogenen CO2-Emissionen verlaufen dürfte (ohne dass notwendigerweise ein Kausalzusammenhang besteht). Da Sie den Urban Heat Island Effekt als Variationsursache nicht quantifiziert haben (und dies natürlich auch nicht so leicht können), entfällt ein relativ hoher Varianzanteil der Temperatur nach Ihrer Rechnung auf das CO2, das ohne Kausalzusammenhang zum Wärmeinseleffekt proportional verlaufen dürfte. Verwenden Sie bitte in Zukunft durch Satelliten ermittelte Temperaturwerte mit gerechter Verteilung über den Planeten! Alles andere ist Unfug, wenn man von einer globalen Mitteltemperatur sprechen will.

4) Für die CRU-Hadley-Daten zeichnen Namen verantwortlich wie Jones und Briffa, die durch Verweigerung der Freigabe von Rohdaten aufgefallen sind und deshalb nicht gerade beispielhaft für wissenschaftliche Integrität stehen.
(Dr. Albrecht Glatzle, www.klimaskeptiker.info/beitraege/glatzle_nipcc.html )


- Holländisch für Historiker: Instituut voor geschiedenis

Sonntag, 4. Oktober 2009

Privatschulen, Goethe und Schiller meinten: Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens; Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Mensc




Es wird immer bunter, der Blätterfall ist jetzt hörbar, laut fallen die Bucheckern.

Disziplin, Ordnung und Sauberkeit: darauf pfiffen sie, auch sonst waren sie nicht zurechnungsfähig (linksradikale Studenten, FAZ/Klemm)

- "Der Kollege Bruno liest (wg. Ketzertum) zurzeit nicht öffentlich
Die Universität Helmstedt, das "Athen der Welfen", ersteht im Internet wieder auf: Ein Projekt der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel
Ein schlecht beheizter Hörsaal, eng sitzen die vierzig Studiosi beieinander, aufrecht, edel gekleidet, die Feder schreibbereit. Man schreibt ..." FAZ 23.9.09
/// 1809/10 von den französischen Eroberern geschlossen. 1784 erschien hier die weltweit erste Chemie-Fachzeitschrift "Chemische Annalen für die Freunde der Naturlehre, Arzneygelahrheit, Haushaltungskunst und Manufacturen" !

- Privat ist einfach effizienter: "Privatschulboom
Die Privatschulen in Deutschland expandieren. Sank beispielsweise die Zahl der Schulen im Osten Deutschlands zwischen 2000 und 2007 um mehr ..." FAZ 23.9.09 /// Auf das Schulklima kommt viel an.

- Privatschulgründung in Dreieich : "Eine Schule wie ein Unternehmen.
Strothoff investierte 15 Millionen Euro. ...
Zum Umfeld gehört auch die Schuluniform: blauer Rock oder Hose und weißes Polohemd. Das stärke den Gemeinschaftsgeist, glaubt Strothoff. In seiner Schule sollen die Schüler vorbereitet werden auf ein Leben im internationalen Umfeld. Dazu will er ihnen „exzellente Lernbedingungen“ bieten. In kleinen Klassen von durchschnittlich zwölf Schülern soll jeder Schüler individuell gefördert werden. Außerdem wirbt die Schule mit einem internationalen Lehrerkollegium, das nach neuesten pädagogischen Methoden arbeite. ... Äußerlich sind die Lehrer nicht von MHK-Mitarbeitern zu unterscheiden. Dunkler Anzug, dezentes Hemd und eine Anstecknadel im Revers gehören zum offiziellen Dresscode. Einen Ohrring oder einen Vollbart würde er ebenso wenig akzeptieren. Er glaubt: Wer durch die Einhaltung der Kleidervorschriften Disziplin zeigt, ist auch sonst diszipliniert, kommt pünktlich und sorgt für Ordnung und Sauberkeit.
Disziplin, Ordnung und Sauberkeit sind Strothoff wichtig. Den Hausmeister hat er genauso sorgfältig ausgesucht wie den Schulleiter. Auch Führung sei wichtig. Mit den Lehrern muss der Schulleiter Personalgespräche führen und über deren Einkommen entscheiden. Die Anfangsgehälter liegen freilich um 30 bis 40 Prozent über dem eines Lehrers an einer staatlichen Schule. Dafür wird viel Engagement erwartet. Auch gibt es kurze Kündigungsfristen. „Wer nicht reinpasst, muss gehen“, sagt Schmid. ... " FAZ 5.9.09
/// Eine erfreuliche Initiative! Es fehlt an Vorbildern und Maßstäben, nach denen sich andere Schulen ausrichten können. Man sollte aber an keiner Stelle übertreiben. Und die Möglichkeiten auch einer guten Schule werden leicht überschätzt. Es sollen zwar alle das Gleiche lernen, aber die Schüler sind unterschiedlich, ihre individuelle Begabung, ihre individuelle Aufnahmefähigkeit entscheiden zu großen Teilen über die Integration des Lernstoffs und dessen Wichtung im Bewußtsein des Schülers. Dieses Paradox der Pädagogik läßt sich nicht aus der Welt schaffen. Und Lehren und Lernen lassen sich auch nicht mechanisch betreiben, ob mit oder ohne Vollbart oder Ohrring. Die Lehrerpersönlichkeit steht im Zentrum des Unterrichts, dafür braucht er auch Spielraum.- Die seit vielen Jahren stetig steigenden 'Bildungsausgaben' haben die Qualität der öffentlichen Schulen nicht verbessert, weil, wie ich als Gymnasiallehrer feststellen mußte, das Lernklima immer mehr beschädigt wurde. Es fehlt an Disziplin, Ordnung und Sauberkeit. Bei Lehrern und Schülern. Es fehlt an Disziplinarmaßnahmen, die Störer in die Schranken weisen. Es fehlt an Schulleitern, die Lehrer entlassen (können), die sich regelmäßig von Schülern mit Schwämmen und anderen Gegenständen bewerfen lassen, die lauten Schwätzern und Rauchern Raum geben, die sich schlecht auf den Unterricht vorbereiten, die Bölls "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" als inhaltliche Leitschnur ihrer Textauswahl erkoren haben etc. Wenn Schüler gefordert statt verwöhnt werden (s. das gleichnamige, sehr lesenswerte Buch von Felix v. Cube), dann trägt das nicht nur zu ihrer Leistungsfähigkeit bei, sondern auch zu ihrer Lebenszufriedenheit.

- - Wie individuell und auch wie individuell schwierig Schülerwerdegänge sein können, dafür gibt der Andreas-Baader-Mitschüler Wendelin v. Boch ein gutes Beispiel (vgl. "MENSCHEN & WIRTSCHAFT. Saarland-Adel. Wendelin von Boch droht mit einer Verlagerung seines Unternehmens nach Luxemburg. Dass Wendelin Franz Egon Luitwinus Maria von Boch-Galhau einmal der Tradition seines Namens gerecht werden würde und das Ansehen der Familie ..." FAZ 4.9.09).
- - Boch gibt wohl auch ein Beispiel dafür, daß die wichtigsten Lektionen nicht in der Schule zu haben sind, sondern nur in der Hauptschule des Lebens. Zudem enthalten die Lehrpläne immer zu viel altes Gerümpel; für die deutschen Lehrpläne nach 1970 gilt verschlimmernd, daß sie, in den entsprechenden Fächern, große Mengen des Denkgiftes NEOMARXISMUS enthalten.
- - Seneca: „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“ (Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XVII, 106, 12)

- Goethe und Schiller meinten:
Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;
Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.
(Xenien von Schiller u. G., Deutscher Nationalcharakter)
/// Das eine hat sich erledigt, auch wenn der Nationalstaat als Ordnungsstruktur nach wie vor unverzichtbar ist, und das andere liegt offenbar den deutschen Stämmen nicht im Blut.

- Novemberwetter: 10-12°C, Schauer; Igel und Fledermaus sind noch unterwegs.
Hz.öl 58,20 (58,05)