Mittwoch, 1. September 2010

'Hürriyet' zitiert Öger






Auch Kröten fangen ganz klein an





- 'Hürriyet' zitiert Öger: " Laut der „Hürriyet“ sprach Öger an dem Abend über den demographischen Wandel: Bis zum Jahr 2100 werde es in Deutschland 35 Millionen Türken und zwanzig Millionen Deutsche geben. „Das, was Kamuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen,“ zitierte „Hürriyet“ den Unternehmer und so wird die Zeitung auch von Sarrazin zitiert. Dass Öger diese Aussage später als blöden Witz zurückgenommen hatte, erwähnt Sarrazin zwar. Doch das Zitat ist einfach zu spektakulär, als dass er darauf verzichten würde, um die Folgen der niedrigen deutschen Geburtenrate und der hohen von Migranten zu diskutieren. "
Er ist nur eine Stimme unter vielen, FAZ 1.9.10

Witz hin oder her, die Zahlen sprechen für sich. Das ist Erdogans klares Ziel.
Die Serben stellten einmal die Mehrheit im Kosovo, die sie aber verloren; die serbische Geburtenrate ist eine der niedrigsten weltweit, die albanische ist eine der höchsten.

Dienstag, 31. August 2010

Lessings Methode





Necla Kelek und Sarrazin bei der Buchvorstellung (Bild: FAZ)




- Vererbung, Genetik, Biologismus und Kultur: Man darf gespannt sein, was in Sarrazins Buch alles steht. Derzeit wird mehr geschwafelt, als argumentiert.
Einstweilen kann man an Lessings Methode erinnern: Erkennt an den Früchten!

- „Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
So lad' ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl.
Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. Geht! - So sagte der
Bescheidne Richter.“

(Lessing: Nathan der Weise - Die Ringparabel, veröffentlicht 1779,
Dritter Aufzug vierter Auftritt; Nathan erzählt die Parabel von den drei Ringen: Ein reicher Mann im Osten besaß einen Ring, der die geheimnisvolle Auswirkung hatte, 'vor Gott und Menschen angenehm zu machen, wer ihn mit Zuversicht trug'. Er hatte drei Söhne und vererbte jedem von ihnen einen Ring, der dem echten völlig gleich war, so daß keiner der Söhne wußte, wer den echten Ring besaß.)

Es braucht keine tausend Jahre, um deutlich zu sehen, wie sich Israel, Europa und die islamischen Länder entwickelt haben. Sechzig Jahre reichen völlig. 1947 wurde Indien unabhängig und die islamischen Landesteile trennten sich durch den Druck islamischer Fanatiker als "Pakistan" von Indien ab; Resultat :
"Indien im Aufwind - Pakistan in der Krise.
Sechzig Jahre nach der blutigen Teilung des Subkontinents unterhalten Indien und Pakistan so gute Beziehungen wie nie zuvor. Zugleich sind sie einander nie ferner gewesen: Indien schließt zu den Großen auf, Pakistan steht am Rande des Zusammenbruchs. Von Jochen Buchsteiner." (15. August 2007 FAZ)

- Japan: Ende August 1910 annektiert Japan Korea.

Montag, 30. August 2010

Mutig: Necla Kelek stellt gemeinsam mit Sarrazin dessen neues Buch vor




Quadratisch, schmucklos, praktisch: das Meisennest (rechts) aus dem Nistkasten (links). Im Winter dient der Nistkasten oft als Schlafplatz.





- In diesem Land gibt es entweder linke oder rechte Denkverbote - dieses Land ist nicht so ganz gesund.

- Was meint denn die Deutschtürkin Necla Kelek, ausgewiesen durch einschlägige Milieustudien?
"Ein Befreiungsschlag. Die Thesen von Thilo Sarrazin zu Bildung und Zuwanderung sollte man diskutieren, nicht den Autor verteufeln. Aber die politische Klasse, der seine Kritik gilt, verweigert sich der Debatte, argumentiert die Soziologin Necla Kelek." FAZ 30.8.10

- "Weil immer pauschalierend und irreführend von „den“ Migranten die Rede ist, habe ich die Migranten nach Gruppen aufgeteilt und das verfügbare statistische Material aufbereitet. Bei fast allen zeigte sich, dass Integrationsprobleme auf dem Arbeitsmarkt oder hinsichtlich der Bildungsbeteiligung in der zweiten Generation statistisch kaum noch messbar sind. Das gilt für die Osteuropäer, für Russlanddeutsche, EU-Ausländer, Einwanderer aus Fernost. Nur bei den Migranten aus muslimischen Ländern – und das reicht von Marokko bis Pakistan – ist der Befund ein anderer." Sarrazin im Gespräch, FAZ 30.8.10
Die Einleitung beginnt Sarrazin mit einem Zitat eines Gründervaters der SPD, Ferdinand Lassalle: " Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist". Sarrazin im FAZ-Gespräch, FAZ 30.8.10

- "Deutsch" als Adjektiv meint ursprünglich keine bestimmte Gruppe, keinen Stamm o.ä., sondern bezieht sich auf "Volk" allgemein (germ. "thioda"); "theodisca lingua" wird im Reich Karls die altfränkische/altsächsische Volkssprache genannt im Unterschied zum Mittellatein und Romanischen. Ein Sozialwissenschaftler brachte es fertig, das althochdeutsche "diot(a)" mit dem griechischstämmigen "Idiot" in Verbindung zu bringen und für bedeutungsrelevant zu erklären. Ja, die Sozialwissenschaftler. (Vgl. Wiki., GRIMM u. DUDENS Herkunftswörterbuch)

- Bedauerlich, wieviel Landschaft in Schleswig-Holstein durch Windräder verschandelt ist.

- 230tausend Meerestierarten haben Zoologen in einem Projekt gezählt - was soll das? Das können sie ja gern als Hobby betreiben, wenn sie dafür keine Steuergelder verschwenden.

- Tschaikowsky, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 B-Moll op. 23 mit Horowitz und Toscanini: wirklich witzig, wie Horowitz hier gegen Toscanini spielt (Michael Madeja machte darauf aufmerksam)
- Bach, Goldberg-Variationen: Da zieht Madeja Kempf dem Gould vor, der spiele die Variationen, daß sie wie eine "stark geschminkte Frau" daherkämen; kann man so hören.

Sonntag, 29. August 2010

Schwarze Anthropologie





Bei diesen Temperaturen zwischen 10 und 13°C drängen diese Kameraden ins warme Haus



- Schwarze Anthropologie:

"Nach der offiziellen Statistik der ruandischen Regierung über den Völkermord von 1994 sind 37,9 Prozent der Opfer mit Macheten getötet worden. Die Macheten wurden bereits 1993 in großem Stil aus dem Ausland importiert, waren kostengünstig sowie einfach zu handhaben. 16,8 Prozent wurden mit Keulen erschlagen.[59] Für die Provinz Kibuye wurde ein noch höherer Prozentsatz von Tötungen mit solchen Waffen nachgewiesen. In diesem Landesteil starben 52,8 Prozent der Genozidopfer durch Macheten, weitere 16,8 Prozent wurden mit Knüppeln ermordet." (Wiki.) Zahlreichen Säuglingen und Kleinkindern wurden Körperglieder abgetrennt.

' Rabe hat in seinem Tagebuch die Grausamkeiten der Japaner geschildert. Es ist ein packender Bericht. Rabe schreibt von Erschießungen von Zivilisten, von barbarischen Quälereien und immer wieder von Vergewaltigungen. "Man hört nur von Vergewaltigungen. Wenn die Männer oder Brüder dazukommen, werden sie erschossen . . . Wir fanden Frauen auf Bierflaschen und Bambusstöcke gespießt. Ich habe die Opfer mit eigenen Augen gesehen, mit den noch Lebenden vor ihrem Tode gesprochen . . . Wir sind damals buchstäblich über Leichen gestiegen", schreibt Rabe. "Wohin man sieht und hört, nur Bestialität der japanischen Soldaten." '
Der gute Deutsche von Nanking, Rez. von Erwin Wickert, FAZ 11.2.1999 (Erwin Wickert, Hg.: John Rabe. Der gute Deutsche von Nanking. DVA 1997, 448 S., 32 Abb.)

Kambodscha: "Bis heute wurden etliche Massengräber mit insgesamt ca. 1,39 Millionen Leichnamen im Land entdeckt, ausgegraben und ausgewertet. Diverse Studien differieren in ihrer Einschätzung der Gesamtopferzahlen zwischen 740.000 und 3.000.000. Die meisten bewegen sich zwischen 1,4 Millionen und 2,2 Millionen, wobei als Todesursache zur einen Hälfte Exekutionen (so durch Erschießen, Erschlagen, Köpfen mit Feldhacken und Ersticken mittels Plastiktüten; Kleinkinder wurden an Bäumen zerschmettert) und zur anderen Hälfte Tod durch Nahrungsmangel und Krankheiten angenommen wird." Wiki.

Kambodscha: "Zwei Bäume überragen die ausgehobenen Massengräber im "Genozid-Zentrum Choeung Ek". Der wuchtigere diente den Roten Khmer als Mordstätte für Kinder; sie wurden am Stamm zerschmettert. Der ausladendere heißt heute "Musikbaum"; Lautsprecher hingen im Geäst und sollten die Angst- und Schmerzensschreie der Opfer übertönen. Im Schatten der beiden Bäume ist eine Vitrine aufgebaut, in der Gebeine ausgestellt sind. Auch auf der Vitrine liegen Knochen; sie wurden erst vor kurzem geborgen.
Dreißig Jahre sind keine lange Zeit, und doch scheint die Anziehungskraft des Gedenkortes schon zu verblassen. Nur einige wenige Besucher schleichen durch das bekannteste "Killing Field" Kambodschas, eine halbe Autostunde südlich von Phnom Penh. Sie bestaunen die fast 9000 Schädel, die in einem Glasturm gestapelt sind. Auf Tafeln lesen sie, dass in den Jahren 1975 bis 1979 vermutlich zwei Millionen Menschen dem kommunistischen Regime Pol Pots zum Opfer fielen - allein 17 000 auf dem kleinen Feld von Choeung Ek." FAZ 22.2. // Vgl. Pin Yathay, 'Du mußt überleben, mein Sohn!' Piper 1987 (s. auch Eintrag v. 24.2.09)

Es ließen sich viele weitere Belege weltweit von allen Kontinenten dafür anführen, daß es vielen Männern - es sind fast ausschließlich Männer, vor allem junge Männer - Lust bereitet, Menschen zu töten und zu verstümmeln, ja, auch Säuglingen reihenweise nur zum Spaß die Arme abzuschlagen wie in Ruanda, der Elfenbeinküste etc.. Jede allgemeine Betrachtung des Menschen muß das zur Kenntnis nehmen.
Dazutreten können noch viele andere Motive: Herdentrieb, Habsucht, Neid, Ideologie besonders, also ideelle Motive wie bei Stalin, Mao, Pol Pot etc. (Vgl. auch: Ernest Hemingway : „Ich töte gerne“. Blogeintrag 6.4.09)
Soziale Unterschiede, das einzige Motiv, das viele Autoren des WDR5 allein zu kennen scheinen, spielen keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Das aggressive Potential junger Männer hängt wesentlich mit der Höhe ihres Testosteronspiegels zusammen, allerdings ebenfalls von ihrer Selbstdisziplin, ihrer Fähigkeit zur Triebunterdrückung. Hier spielen Erziehung und Sozialisation eine Rolle.

Samstag, 28. August 2010

Funkistilzchen





Alles naß hier - bei 13°C - da ist er wieder, der grün angestrichene Winter





- Das Miniaturisierungsproblem.
Wohin mit dem Funk-Knüppel? Der ja ein Knüppelchen ist. An den Klappcomputer läßt er sich nicht anstecken, da wäre er natürlich am Platze, wenn man ihn brauchte, unterwegs, im Auto zum Beispiel. In die Computertasche, die so viele Fächer und Täschchen hat? Da sind schon Kabel und Käbelchen drin für den Klappkameraden, die Kamera, den Musikspieler, Ohrhörer, Netzteile und ähnlich wichtigüberflüssige Dinge. In welchem Täschchen wäre er dann, würde man sich im Bedarfsfalle fragen, wohin hat man ihn gepackt, ganz links, rechts? Vorne, in der Mitte?
Ab besten ihn dann doch separat aufbewahren, im Handschuhfach. Da liegt er obenauf und ist gut erreichbar. Mit einem Griff.
Oder doch nicht? Dort lagert schon allerhand Griffbereites, alles größer, da rutscht das Knüppelchen, das schon fast die Luxuszahnstochergröße erreicht hat, ganz nach unten.
Aber da war doch noch die Verpackung mit dem bergenden Schlitz in der Mitte, quadratisch, praktisch, groß. Zwanzigmal so groß wie das Knüppelchen allein. Das ist die Lösung, das Ei des Kolumbus, das Quadrat des UMTS-Knüppelchens.
Gedacht, gemacht, bereitgestellt zur Abfahrt mit den anderen Siebensachen.
Und dann der Funkfall: wo ist er denn, der Kleine, das Funkistilzchen? Im Handschuhfach? Oder hat man ihn in einem der zwanzig Täschchen verstaut? In der Hemdtasche? Nicht zu finden, der Wichtel, nicht zu finden das Internet. Verschwunden wie der Ring Alberichs. Hatte man ihn gar beim Einpacken auf das Autodach an der Fahrertür gelegt, um ihn auf gar keinen Fall zu vergessen und ihn gleich bei der Hand zu haben? Und dann hatte man ihn doch übersehen, die Zeit drängte, er wäre zu Beginn der Fahrt nach wenigen Metern auf die Straße gefallen, ein nachfolgendes Auto hätte den Kleinen überrollt, ein Klümpchen wäre er jetzt, schreckliches Ende.
Doch dann dämmert die Erinnerung. In der Verpackung steckt er. Die jedoch blieb zurück. Wer nimmt schon einen kleinen Karton mit?