Freitag, 24. Juni 2011

Best Western? Nein, danke!





Dahin nicht!






Wanderer, kommst du nach Freiburg,
Nimm nicht das Best Western!
Dort hängt das Feldzeichen
Der Solarabzocker, der Grünfanatiker
Und der Vogelhäckslerhersteller
Vorn an der Fassade!


Diese Trittbrettfahrer stört es nicht, daß Windmonster die Landschaft verschandeln und Vögel töten, daß häßliche Solarbretter die Dächer verunzieren, daß die Herstellung dieser teuren Hobbyanlagen mehr Material und Energieeinsatz erfordert, als der unzuverlässig erzeugte Strom wert ist, daß chinesische Solaranbieter und tschechische Verkabeler zunehmend die deutschen Subventionen einstreichen,
daß für jede unzuverlässige Kilowattstunde der Windbeutelanlagen im teuren Parrallelbetrieb ein zuverlässiger Stromerzeuger vorgehalten werden muß, daß Solarstrom mit 40 Cent/kWh extrem teuer ist und auch Windstrom mit 9 Cent (Land) und 16,5 Cent (Meer) gegenüber grundlastfähiger, zuverlässiger Braunkohle und Kernkraft mit 3 Cent die Kilowattstunde nicht wettbewerbsfähig ist.

UND : “Brennende Solardächer:
Albtraum für die Feuerwehr
Brennende Solardächer sind nur schwer zu löschen. Denn selbst mit ausgeschalteten Wechselrichtern liegen noch hohe Spannungen an. Das gefährdet die Löschtruppe. Das Absichern einer Photovoltaikanlage ist keineswegs
trivial. ... Doch kann man das meist durch „Schmorstellen“ (Lichtbögen als Folge von Verdrahtungsfehlern) verursachte Problem nicht negieren. ... richtet der Feuerwehrmann seinen Löschstrahl auf ein brennendes, mit einer Solaranlage ausgestattetes Haus, kann er sich einen heftigen Stromschlag einhandeln ... um keinerlei Risiko einzugehen, lässt man die betroffenen Häuser heute lieber kontrolliert abbrennen als einen Feuerwehrmann in Gefahr zu bringen.” Georg Küffner, FAZ 19. Februar 2011

Dazu kommen giftige Dämpfe, z.B. Cadmiumtellurid- und Galliumarsenid-Dämpfe für die Anwohner!
Dieses giftige Zeug wird immer giftig bleiben, genau wie das Quecksilber in den sog. Energiesparlampen.

Also, Wanderer,
kommst du nach Freiburg,
Nimm nicht das Best Western!

Donnerstag, 23. Juni 2011

Katallaktik







Fehlt nicht mehr viel bis zum Japaner - der Bremer Kaufmann Alexander Georg Moslé im Kimono mit Rockhose und Überjacke, Tokyo 1892
(Bild Luca Suzuki / Reimers / JKI)





- „VON DER BRETTERBUDE ZUR VILLA
LEBEN UND AUFSTIEG DEUTSCHER HANDELSPIONIERE IN JAPAN - 

Vortrag von Frau Dr. Reimers.
In der Meiji-Zeit kamen zahlreiche deutsche Kaufleute nach Japan und bauten dort Handelshäuser auf. Sie trugen maßgeblich zum Aufbau der japanischen Wirtschaft und Industrialisierung bei. Der Vortrag befaßt sich mit den Lebensumständen und den Handelsaktivitäten dieser Pioniere.“ (Japan. Kulturinstitut, Köln)

David Landes („Wohlstand und Armut der Nationen“, 1998) hält es für möglich, daß Japan auch eigenständig die Industrialisierung geschafft hätte aufgrund vieler Ähnlichkeiten zu Europa. Wie dem auch sein mag: ist ein politökonomisches Muster erst einmal entwickelt, kann man es kopieren. Jedenfalls, wenn man über eine geeignete kulturelle Disposition verfügt. Das taten die Japaner, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts den fremden Kaufleuten öffneten und sich deren Warenangebot präsentieren ließen. Sie waren an allem interessiert, nicht alle an allem, versteht sich – es gab auch gewaltsame Angriffe gegen die Kaufleute, die in Fremdensiedlungen wohnten und diese nur im Umkreis von 40 km verlassen durften. Nur zwei Häfen war ihnen erlaubt anzulaufen, Yokohama und Tokyo.
Der protestantische Bremer Kaufmann Hinrich Ahrens begann sein Geschäft in Yokohama mit deutschen Lehrbüchern der deutschen Sprache, die sein Lehrer-Bruder Georg verfaßte. Auch Geographie und deutsche Landeskunde u.ä. gehörte zum Sortiment, das sich stetig ausweitete. Hinrich Ahrens selbst lernte Japanisch in Wort und Schrift, was auch heute noch von Japanern bei Geschäftspartnern sehr geschätzt wird. Das Kopieren von Deutschlehrbüchern hat sicher nicht sehr viel zur Industrialisierung Japans beigetragen, um so mehr aber der Nachbau von importierten Dampfmaschinen aller Art – ab 1872 begann der japanische Eisenbahnbau, und ab 1892 konnten die Japaner selbst Lokomotiven bauen. Das hatte dann ein Importverbot zur Folge, so daß sich japanische Unternehmen geschützt entwickeln konnten. Auch heute noch arbeiten die Japaner mit allen bürokratischen Tricks gegen ausländische Anbieter, wenn sie sich auch, inzwischen als entwickeltes Exportland, keine totalen Importverbote mehr leisten können.
Die Japanologin Carolin Reimers sollte vielleicht noch ihre ökonomischen Kenntnisse anreichern, aber ihre Präsentation dieses deutsch-japanischen Globalisierungskapitels kann nur verdienstvoll genannt werden.
Zwei Bremer Kaufleute hat Reimers in Monographien porträtiert:
Alexander Georg Moslé 2007 und Hinrich Ahrens 2010.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Akademikerblase in Ägypten, Wohlstand in Singapur

Ägypten: Jahr … Einwohner 1900 … 12 Mill. 1961 … 28 Mill. 1985 … 50 Mill. 2010 … 85 Mill. Von 12 Mio. auf gewaltige 85 Mio. ! Wie soll man dieses Reproduktionsverhalten nennen? Eine solche gewaltige Bevölkerungszunahme stellt jede Gesellschaft vor Probleme. Wenn gleichzeitig fast keinerlei wirtschaftliche Entwicklung stattfindet, wenn keine Industrie aufgebaut wird, die Landwirtschaft die Millionen nicht ernähren kann, dann wird ein solches Land zu einem der größten Weizenimporteure der Welt. Und die Jugendarbeitslosigkeit wächst ins Unermeßliche: “ Like Tunisia, Egypt also has a massive youth-unemployment problem. Unsurprisingly, it also has a system of "free" college education. In Egypt, enrollment in tertiary education increased from 14 percent in 1990 to approximately 35 percent in 2005. Yet this has not helped the unemployment rate among recent grads. The national Egyptian unemployment rate is 9.4 percent, comparable to the United States, but the unemployment rate for people between the ages of 15 and 29 is 87.2 percent. College graduates, largely because of their age, have a ten times higher unemployment rate than for those who did not attend college. “ Jack A. Goldstone / Mises Letter 15.2.11 Das führt dazu, daß Handwerker in Kairo mehr verdienen als Akademiker. Diese Kostenlosigkeit des Bildungswesens fällt nicht unter Vetternwirtschaft, unterstützt sie aber. Bei dem maßlosen Überangebot an Akademikern sind Stellen fast nur über Beziehungen zu bekommen. Vetternwirtschaft gibt es überall auf der Welt, nicht nur im Nahen Osten, im Orient mehr als im Okzident, auch natürlich in Fernost, in China und in Japan, in Vietnam und Singapur. Ging und geht in Singapur etwas ohne den Autokraten Lee Kuan Yew und seine Familie? Trotzdem: “Während Lee Kuan Yews Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 wurde erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit bekämpft, der Lebensstandard erhöht und Singapurs Wirtschaftskraft gestärkt. Als einer der vier Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland hin zu einer Industrienation.” (Wiki.) 
    Ein solches Beispiel gibt es im islamischen Bereich nicht, die Lage ist in Ägypten so wie vor 50 Jahren, es werden einfache Güter für den Binnenmarkt produziert und Baumwolle exportiert. Im ganzen konfuzianischen Südostasien gibt es dagegen seit 50 Jahren eine erstaunlich starke Entwicklung, wenn nicht regierende Massenmörder und Brutalideologen wie Mao, Pol Pot und die Kims die Unternehmer massakriert haben. Während in Ostasien das Bevölkerungswachstum gedämpft wurde, explodierte es in den islamischen Armenhäusern Persien, Ägypten, Pakistan etc. . China verordnete die Ein-Kind-Familie, wohl wissend um den Zusammenhang von Wohlstand und Kinderreichtum in Entwicklungsländern. In allen islamischen Ländern lastet der umgekehrte Zwang auf den Frauen (auch in Afrika). Es gibt des weiteren zu denken, wenn Uwe Simson, ehemaliger Referent im BM für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, feststellt, „daß bisher kein einziges Entwicklungsland unter demokratischen Bedingungen das Gefälle zu den Industrieländern überbrückt hat.“ 
(Uwe Simson, Der Fall Ägypten, Merkur 745, S. 499)

Dienstag, 21. Juni 2011

Freiheit & Co.





Wer lauert denn da auf wen?
Das Katz-und-Maus-Spiel spielen Sunniten und Schiiten auch gern.





- Freiheit & Co.: Am 17.6.1953 rollten die russischen Panzer in Ostberlin, Leipzig und anderen Orten der Sowjetisch besetzten Zone (SBZ) und beendeten die Demonstrationen gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen, die sich dann gegen die SED-Diktatur insgesamt ausweiteten. Randalierer und Ganoven waren auch dabei. Ulbricht sah vor allem Randalierer und Nazis aus dem Westen am Werk, in Bonn war es ein Arbeiteraufstand gegen die kommunistische Diktatur. 1956 in Budapest rollten die russischen Panzer erneut, und wieder 1968 in Prag; das Finale leitete die polnische Solidarnosz ein, 1989 fielen die kommunistischen Diktaturen. Da herrschte dann Klarheit.

Schwer zu sagen im Einzelfall und zeitnah, aus welchen Bestandteilen eine Demonstrantenmenge besteht, wieviele Demonstranten für welche Forderungen eintreten.

In Tunesien, in Ägypten, Lybien, Jemen und Syrien verhält es sich ähnlich. Eine heterogene Menge vor allem junger, arbeitsloser Männer wendete sich gegen die alten Autokraten. Ohne die hohe arabisch-islamische Geburtenrate und die daraus resultierende Jugendarbeitslosigkeit gäbe es die „Arabellion“ nicht. Das Motiv der „Freiheit“ spielt dabei eine Nebenrolle, etwa bei den koptischen Christen, die in Kairo für ihre Glaubensfreiheit demonstrierten, was andere Demonstranten akzeptierten, wovon aber nach dem Sturz Mubaraks nicht mehr die Rede ist. Der herrschsüchtige Islam bleibt ägyptische Verfassungsgrundlage. Die Kopten bilden weiterhin das Ziel mörderischer Angriffe.
So wie im Irak, der sich demokratisiert hat, aber bei gleichzeitiger Rückkehr der Macht der Religionsgruppen, der Schiiten und Sunniten, die beide immer wieder die verbliebenen Christen angreifen.

Demokratisierung heißt also nicht, daß die Freiheit des Individuums respektiert wird. Demokratisierung heißt nicht einmal, daß die Glaubensfreiheit anderer Religionsgruppen akzeptiert wird. In diesem Lichte kann, ja, muß man wohl die Stellungnahme des Oberhaupts der syrischen Christen verstehen, der vor einer einseitigen Parteinahme gegen den syrischen Diktator Assad warnt. Das tödliche Schicksal der irakischen Christen vor Augen, fürchtet er den Terror der sunnitischen und schiitischen Mehrheit, sollte sie an die Macht kommen.
Könnte es sein, daß die Demokratie nicht viel wiegt, wenn die Freiheit des Individuums nicht gesichert ist gegen die Mehrheit?

Montag, 20. Juni 2011

Strukturwandel der Öffentlichkeit





Darstellung von chirurgischen Instrumenten an der Rückwand des Tempels zu Kom Ombo (304-31 v. Seneca)
(Bild Rowan / Wiki.)




- In Platons Demokratie-Kritik in seinem Buch "Der Staat" (POLITEIA) kam das Problem noch nicht vor. Zu klein war der Stadtstaat Athen. Zwar waren 6000 Stimmbürger in der Volksversammlung, wenn denn einmal alle kamen, schon ein organisatorisches Problem, aber doch kein grundsätzliches Problem der Öffentlichkeit. Man wußte, was in der Polis geschah, man kannte die Akteure, vor allem die führenden Figuren. Bei einem im Vergleich riesenhaften Flächenstaat wie Deutschland besteht ein Öffentlichkeits- und Informationsproblem. Ein Heer von Journalisten sammelt und sortiert Informationen und liefert sie über die Massenmedien an die empfangsbereiten Bürger. Die wenigen Nachrichten, die in den Informationssendungen ankommen, stellen nur einen winzigen Bruchteil der gesammelten Nachrichten dar und wurden vielfach gefiltert. Darin liegt die Macht der Journalisten. Sie setzen nicht nur die Themen, sie gestalten auch die Darstellungsweise und erzeugen ein Bild des Landes in dem Empfängerköpfen, das nur teilweise der Korrektur zugänglich ist. Denn die 999 Informationen von den tausend, die nicht zum Zuge kamen, kennt der Bürger nicht.

Dieses Problem wächst ins Gigantische bei Gebilden wie der EU. Der Informationsstand der EU-Bürger bei europäischen Angelegenheiten ist recht gering, die Kenntnis der Politik in den Nachbarländern minimal. Es gibt zwar Eropa-Magazine wie "Europa heute" (DLF), aber sie werden, schon aus Zeitgründen, wenig gehört. Daher gibt es nur eine defekte europäische Öffentlichkeit, ein wichtiger Grund, beim Konzept der lose verbundenen Nationalstaaten zu bleiben beziehungsweise, die Brüssel-Zentrierung zu reduzieren.

Eine stärkere Berücksichtigung europäischer Nachrichten ist allerdings in jeder Hinsicht fruchtbar, nicht nur für den "europäischen Geist". Nicht nur sollte man grundsätzlich die Nachbarn kennen, sie bilden auch immer eine Folie für das weitergehnde Verständnis der eigenen inneren Bedingungen und Gestaltungen.
Derzeit sucht das BKA einen Säuglingsvergewaltiger, wie einer Zeitungsnotiz zu entnehmen war. Da könnte einem das Beispiel des Umgang der Tschechen mit Sexualstraftätern einfallen. Sie stellen den Täter vor die Wahl zwischen Gefängnis und chirurgischer Kastration. Die Erfolge seien gut, sagte eine tschechische Psychiaterin in einem Europa-Magazin. (Siehe DLF 16.6.11 "Europa heute" dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1482932/)