Montag, 18. Juni 2012

Trottel oder Lump?

Gelobtes Land: Meine Jahre in Stalins Sowjetunion von Wolfgang Ruge und Eugen Ruge 
“ Das Studium der Freiheit konnte konnte nirgends besser vorgenommen werden als in dem Land, in dem sie sich zum ersten Mal in der Weltgeschichte wirklich entfaltet. “ KPF-Chef Thorez schrieb das seinem Genossen Garaudy ins Vorwort zu dessen Moskauer Dissertation. Gestern, am deutschen Tag der Freiheit in Erinnerung an den Aufstandsversuch in der Sowjet-Zone 1953, gerade an diesem Tag, an dem die russischen Panzer wieder rollten in Ost-Berlin und Leipzig, Dresden und Halle, an diesem Tag starb passend Roger Garaudy, gesegnet mit Gaddafis Menschenrechte-Preis und dem König-Faisal-Preis für Verdienste um den Islam. So ein Preisträger kommt nicht alle Tage vor. Ein Philosoph, der in Stalins Schreckensherrschaft die Freiheit findet und darüber promoviert, auch nicht. So kann das Philosophenleben sein, besonders bunt fällt es in Akademia aus. Da kann aus einem Garaudy auch ein Ragaa Garodi werden, ein Islamist.  

Die Philosphen haben die Welt nur verschieden interpretiert, das war nur manchmal gut. Es kommt aber darauf an, die Welt in individueller Freiheit zu gestalten. 

Dagegen haben die Parteifritzen etwas, weswegen sie sagen: 
1. Wenn es sich bewegt, besteuere es. 
2. Wenn es sich immer noch bewegt, reguliere es. 
3. Wenn es sich dann nicht mehr bewegt, subventioniere es. 
(Ronald Reagan) 














“ Das Studium der Freiheit konnte konnte nirgends besser vorgenommen werden als in dem Land, in dem sie sich zum ersten Mal in der Weltgeschichte wirklich entfaltet. “


KPF-Chef Thorez schrieb das seinem Genossen Garaudy in das Vorwort von dessen Moskauer Dissertation. 

Gestern, am deutschen Tag der Freiheit in Erinnerung an den Aufstandsversuch in der Sowjet-Zone 1953, gerade an diesem Tag, an dem die russischen Panzer wieder rollten in Ost-Berlin und Leipzig, Dresden und Halle, an diesem Tag starb passend Roger Garaudy, gesegnet mit Gaddafis Menschenrechte-Preis und dem König-Faisal-Preis für Verdienste um den Islam. 

So ein Preisträger kommt nicht alle Tage vor. Ein Philosoph, der in Stalins Schreckensherrschaft die Freiheit findet und darüber promoviert, auch nicht. So kann das Philosophenleben sein, besonders bunt fällt es in Akademia aus. Da kann aus einem Garaudy auch ein Ragaa Garodi werden, ein Islamist.


Die Philosphen haben die Welt nur verschieden interpretiert, das war nur manchmal gut. Es kommt aber darauf an, die Welt in individueller Freiheit zu gestalten.

Dagegen aber haben die Parteifritzen etwas, weswegen sie auf einen Dreischritt schwören
:

1. Wenn es sich bewegt, besteuere es.
2. Wenn es sich immer noch bewegt, reguliere es.
3. Wenn es sich dann nicht mehr bewegt, subventioniere es.
(Ronald Reagan)

Sonntag, 17. Juni 2012

Ist Hasso Plattner verrückt?





Drei bekannte Kunstköpfe in Köln

















 
Von jeder Ecke blökt einen ein Museum an - und Hasso Plattner will in Potsdam noch eins bauen. 
Kann der Mann nicht eine Reformschule bauen, die auf Interesse und Leistung der Schüler setzt? Besinnungsaufsatz inklusive?  

Und zwar in allen drei Schulformen, denn die Lerntypen unterscheiden sich. Dabei müssen die Curricula durchforstet und entrümpelt werden. Lyrik etwa, und speziell Liebeslyrik in der Klasse 10 darf es nur auf freiwilliger Basis geben.
Dazu gehört auch eine große Kampagne zur Reduzierung der Schulpflicht auf acht Jahre, damit praktische Naturen früher den Lehrerinnen entkommen können.
Bei der Berufsschule könnte man damit experimentieren, eine Grund- und Mittelstufe einzurichten, deren sämtliche Lehrstoffe praxisbezogen ausgewählt und organisiert werden und belletristischer Blödsinnsunterricht auf elementare Prosa eingedampft wird (Inhaltsangaben, Beschreibungen, Korrespondenztexte, Gebrauchsanweisungen, Medienkunde  etc.).



Übrigens:

Meinen Strom hätte ich gerne aus Frankreich. Aus sauberer Kernenergie zu 8,5ct/Kwh!
(Noch lieber aus Kanada =~4,5ct/Kwh)

Samstag, 16. Juni 2012

manch trügrisch Bild



Eichendorff   

Der irre Spielmann 

Aus stiller Kindheit unschuldiger Hut 
Trieb mich der tolle, frevelnde Mut. 
Seit ich da draußen so frei nun bin, 
Find ich nicht wieder nach Hause mich hin. 

Durchs Leben jag ich manch trügrisch Bild, 
Wer ist der Jäger da? wer ist das Wild? 
Es pfeift der Wind mir schneidend durchs Haar, 
Ach Welt, wie bist du so kalt und klar! 

Du frommes Kindlein im stillen Haus, 
Schau nicht so lüstern zum Fenster hinaus! 
Frag mich nicht, Kindlein, woher und wohin? 
Weiß ich doch selber nicht, wo ich bin! 

Von Sünde und Reue zerrissen die Brust, 
Wie rasend in verzweifelter Lust, 
Brech ich im Fluge mir Blumen zum Strauß, 
Wird doch kein fröhlicher Kranz daraus! - 

Ich möcht in den tiefsten Wald wohl hinein, 
Recht aus der Brust den Jammer zu schrein, 
Ich möchte reiten ans Ende der Welt, 
Wo der Mond und die Sonne hinunterfällt. 

Wo schwindelnd beginnt die Ewigkeit, 
Wie ein Meer, so erschrecklich still und weit, 
Da sinken all Ström und Segel hinein, 
Da wird es wohl endlich auch ruhig sein. 


Thomas Mann verwendet diese Meeres-Todessymbolik später in seinem “Tod in Venedig”.   



Beruhigend wirken heute Regen und niedrige Temperatur  





“Am liebsten aß er gegrillte Hammelnieren, die seinem Gaumen den schwachduftigen Geruch von Urin vermittelten.” 
So führt Joyce seinen Leopold Bloom ein. ("Ulysses", Joyce)
Arglos schaltet man mittags hr2 ein für die "Weltzeit, Auslandskorrespondenten berichten" und bekommt den "Bloomsday" stattdessen. Diesen blühenden Unsinn. Nach hundert Seiten “Ulysses” habe ich seinerzeit die endlose Schwätzerei aus der Hand gelegt.
Das Einschalterlebnis wiederholte sich auf hr2, WDR3 und sr2 bis Mitternacht, überall Bloomsday. Sehr gut gelesen, übrigens. Man muß auch zugestehen, daß bei aller Belanglosigkeit des Romans darin ein angenehm berührendes Verhältnis zu Dublin aufscheint. Der Mann mochte seine Stadt. Dieses Empfinden kann der Leser bei Döblins “Berlin Alexanderplatz” nicht haben, er wird dort sogar mit völligem Unsinn konfrontiert: “Das Deutsche Reich ist eine Republik, und wers nicht glaubt, kriegt eine ins Genick.” (S. 237) Bei Joyce bleibt es stimmungsvoll, auch wenn über die Unfehlbarkeit des
Papstes schwadroniert wird. Wenn man den “Ulysses” auf Kurzprosaformat eindampfen würde, wäre er möglicherweise so charmant wie die “Penny Lane” der Beatles. Mit 600 Seiten stiehlt er dem Leser die Zeit.


Es gibt Bildungsgegenstände, es gibt Bildungsschutt. Letzteres überwiegt. Die Hälfte der Tage verbringt man damit, sich vom Schutt freizuschaufeln.

Freitag, 15. Juni 2012

Margot Honecker hat sich bei Christina Schröder beworben




Eine liebevolle Erziehung kostet mehr Zeit und ist ohne ganz persönliche Einbettung nicht möglich 











Schöne neue Krippenwelt mit streikberechtigten Gewerkschaftsmitgliedern bei geregelter Arbeitszeit mit Feierabendmentalität 

"Frankreich, Skandinavien oder Polen" machen es, und "eher selten" höre man von "psychisch gestörten Kindern aus diesen Ländern". So tönen einschlägige Propagandisten. Alle machen es also, wird suggeriert, und was alle machen, könne nicht falsch sein. Da sind sich alle von Schröder bis von der Leyen einig. Dieses Lemminge-Argument braucht keine besondere Betrachtung. Wir wissen ja genug von den Massenbewegungen. 
Ich möchte den Blick einmal ins Subjektive lenken, weil das bisher in der Debatte fehlt. Von keiner Seite las man bisher über die schönen Erlebnisse der Fremdbetreuung aus eigener Erfahrung. Fehlt den bisherigen Autoren diese Fremdbetreuungserfahrung, weil sie alle mittelstandssozialisiert sind und sie in keine Fremdbetreuung kamen, vom Kindergarten einmal abgesehen?  
Wuchsen sie ohne den Zeitdruck der berufstätigen Mutter auf, die sie nicht in die Kinderkrippe gab? Hatten sie vielleicht in späteren Jahren nach der Schule mütterliche Ansprache und Hilfe, die eben nicht die von fremden Personen ohne ein besonderes, mütterliches Eigeninteresse war? Man könnte es fast vermuten, wenn man selbst diese Fürsorge entbehren mußte und schon früh in die Hände von besoldeten Betreuungsmenschen geriet.  Es macht gar keinen Spaß. Man überlebt zwar die abertausend Lieblosigkeiten, Einsamkeiten und Betrübnisse, aber es baut nicht auf, sondern belastet. Und schon gar nicht verhilft es zu dem angenehmen Gefühl, eine schöne Kindheit verbracht zu haben. Möglicherweise macht man auch späterhin immer wieder die Erfahrung, sein individuelles Potential nicht recht ausschöpfen zu können. 

Aber den Freunden der Fremdbetreuung scheint es zu reichen, wenn die Kinder im Ergebnis nicht die Schule anzünden oder sonst kriminell werden. Das ist ihnen genug: keine Verhaltensauffälligkeiten zu berichten. 

Auch für die Freuden der Teilnahme an einem neuen Leben fehlt ihnen der Blick. Die Berufstätigkeit zählt ihnen um so mehr. Welches Glückspotential liegt darin? Das muß jeder für sich selbst herausfinden. Die Antike verachtete die Berufstätigkeit. "Lohn ist ein Zeichen von Sklaverei", notierte Cicero in "Von den Pflichten". Das kann man ja heute anders sehen. Dubios ist es aber, die Zumutungen und Beschränkungen der Berufstätigkeit zu verschweigen und zu erklären: Lohnarbeit macht frei und glücklich. Es fehlen im Deutschland der Frau von der Leyen und anderer wichtigtuerischer Funktionärinnen nur noch die großen Flächenplakate im DDR-Format, die das verkünden. Die Zeitungsanzeigen des Ministeriums sind ja schon da. 

Donnerstag, 14. Juni 2012

Hoch die freien Blümchen


Das Europäische Parlament hat beschlossen, hieß es in den Nachrichten, und dann folgt eine Liste von teurem, grünen Blödsinn. Ähnliches kommt aus dem Einheitsparteienbundestag. Längst sind die Zeiten vorbei, daß man eine Parlamentsdebatte verfolgte. Die Fensterreden der Gegenwart werden meist auf dem "Alternativlos"-Niveau Merkels gehalten gehalten. Das Kartell aus rotgrünen Redaktionen, Organisationen und Parteien hat in der repräsentativen 4-Jahre-Blankoscheckdemokratie die Bevölkerung fest im Griff. Die Parlamente wurden von den Parteiapparaten degradiert. Ernsthafte Debattenbeiträge wie das FAZ-Gespräch mit Hans-Werner Sinn (13.6.12) erfolgen fast nur noch außerhalb des Parlaments. Der Bedeutungsverlust ist mit Händen zu greifen. Entsprechend steht es um die individuellen Freiheitsrechte, die von den Parlamenten degradiert wurden. Gesetze und Vorschriften ohne Ende. Ein solches Ausmaß ist geschichtlich einzigartig. Demokratie braucht Parlamente, da kann es keinen Zweifel geben. Wenn aber Parlamente demokratisch die Gestaltungsfreiheit des Bürgers reduzieren, oder gar, wie derzeit in Tunesien, Ägypten und Libyen eine Mehrheitsdiktatur errichten anstelle der alten autokratischen Diktatur, die aber, wie beschränkt auch immer, mehr individuelle Freiheitsrechte zuließ, dann stößt man auf die Hauptsache. Nicht die Demokratie ist das, sondern es sind die individuellen Bürgerfreiheiten. Die sind zwar in der Regel in parlamentarischen Demokratien am besten gesichert, aber die Demokratie kann sich ohne die direkte und häufige Abstimmungsbeteiligung der Bürger sehr weitgehend selbst entwerten.  


Diese freien Blümchen haben sich ohne jede Förderung und abseits aller EU-Richtlinien selbst ausgesät - bekommt ihnen offenbar gut