Sonntag, 19. August 2012

Pyrrhonesische Gedanken










„Die Religion ist etwas so Großes, daß es gerecht ist, wenn diejenigen, die sich nicht die Mühe machen möchten, sie zu suchen, wenn sie dunkel ist, ihrer beraubt sind.“
Pascal, Gedanken, 472/574
Gut, er war kein Primatenforscher mit buntem Band im Haar, da fehlte ihm ein Einordnungshorizont, außerdem beschäftigte er sich mit Luftdruck, Rechenmaschine und Pariser Omnibussen. Aber ganz dumm war er ja nicht, Blaise Pascal, der am 19.8.1662 vor 350 Jahren starb.
Und immer noch gibt es Menschen wie Odo Marquard, die gut verstehen, daß manche gern
den heiligen Geist auf dem Dach als letzten Spatz in der Hand besitzen möchten. Merkwürdig.
Gar nicht merkwürdig aber sind Primaten, die sich wie Primaten verhalten, also andere Primaten prügeln oder sie äffisch mißbrauchen. Das ist normal auch bei anderen Säugetieren. Es kommt bei homo s.s. aber weniger oft vor, weil ihnen ein Gehirnapparat wuchs, mit dem sie Aufsätze über den „Prozeß der Zivilisation“ schreiben können. Nicht alle natürlich, aber Menschen wie Elias schon. Sie vermögen es, sich in Welten aufzuhalten wie der WELT 3 (Popper), von deren Existenz andere Primaten nicht einmal eine Vorstellung besitzen. Daß sie in der WELT 1, der physiologischen, beim Sex grunzen wie die Schweine, das verweist nur auf die großen Gemeinsamkeiten alles Lebendigen. Von keinem Paarhufer oder Bonobo sind aber Gedanken über die Ungläubigkeit überliefert, etwa von dieser Art:
„Nichts stärkt den Pyrrhonismus mehr, als daß es Menschen gibt, die keine Pyrrhoniker sind.“ (Pascal, Gedanken, 33/374)
Das könnte auch umgekehrt gelten. Wie, wenn die Stiftung einer bestimmten Ungläubigensorte, man ist bei manchen ihrer Usancen an Borstentiere erinnert, die Giordano-Bruno-Stiftung, ganz eigentlich eine jesuitische Undercover-Einrichtung wäre?  

Samstag, 18. August 2012

Wassermassen






Der Äquator liegt im Wasser - wie überhaupt die Wasserfläche auf dem Globus dominiert - zwei Drittel der Eroberfläche sind mit Wasser bedeckt.
Alles, was zu Lande so passiert, hat auf die riesigen Ozeane recht wenig Einfluß. Die in der Vergangenheit erfolgte Abholzung der Wälder in Europa nicht, und nicht die Reduzierung des Regenwaldes. 


Was gar im kleinen Deutschland so passiert, zeigt nicht einmal viel Wirkung im kleinen Europa, auch wenn sich dort Politiker aufblasen wie die Ochsenfrösche.
Ob auf den kleinen Flächen Deutschlands für minderwertigen subventionierten “Bio”sprit Felder umgewidmet werden, beeinflußt allerdings den Getreidepreis. Er ist derzeit Spitze: 250 € je Tonne kostet derzeit einfacher Mahlweizen durchschnittlich.

Freitag, 17. August 2012

Aber hallo!




Brasilien ist ganz schön groß!
Da stehen viele Bäume!




Ach, was muß man oft lesen:

- Regenwald: "Der Klimaforscher Mojib Latif erinnerte auf der VfS-Tagung daran, dass mehr als 15 Prozent der CO2-Emissionen durch Brandrodungen entstehen. Vor allem in Südamerika werden gigantische Regenwälder abgeholzt, um Platz für Futtermittelanbau oder Weideflächen zu schaffen. „Die Brandrodung der Regenwälder müsste man sofort stoppen“, forderte Latif." Wie man Milliarden fürs Klima verbrennt, ppl., FAZ 14.9.09

- "Seit 1970 verlor der Amazonas-Regenwald bereits knapp 700.000 qkm." NZZ 26.1.08

- " Palmöl statt Regenwald. Erstmals dokumentierten Schweizer und US-Ökologen das Ausmaß, in dem Regenwälder in Indonesien und Malaysia Palmölplantagen weichen mussten, um unter anderem Europa mit Biotreibstoff zu versorgen.
Danach verdoppelte Malaysia seine Anbaufläche zwischen 1990 und 2005 auf 3,6 Millionen Hektar, Indonesien weitete sie um 270 Prozent auf 4,1 Millionen Hektar aus. In beiden Ländern ging der Anbau zu über 50 Prozent zu Lasten der Wälder, die restlichen Flächen waren schon zuvor landwirtschaftlich genutzt. Insgesamt verschwanden in diesem Zeitraum allein in Indonesien über 28 Millionen Hektar Waldfläche. " Focus 24/08 S. 100



Dazu ein promovierter Landwirt aus Paraguay:  

" aus südamerikanischer Sicht nehme ich etwas verwundert und mit Befremden die Diskussion zur Kenntnis, die da unter Europären um die tropischen Regenwälder / subtropischen Trockenwälder entstanden ist.

Südamerika ist mit 47% Waldbedeckung (fast ausschliesslich Naturwälder) der waldreichste Kontinent überhaupt. Die Rodungsregeln sind heutzutage knallhart und verlangen grosse ökonomische Einbussen von den Besitzern von Naturwäldern durch erhebliche Nutzungsbeschränkungen.

Europa dagegen besitzt nur noch 0,3% seiner Naturwälder und ist nur zu etwa einem Drittel bewaldet, - und obwohl es praktische kein unberührtes Fleckchen Erde mehr gibt, sauge ich trotzdem mit allen Sinnen die wunderschöne europäische Natur mit all ihrer Vielfalt in mich auf (sofern mir nicht gerade Windräder die Sicht versperren), wenn ich im Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter durch den Schwarzwald oder das Allgäu wandere oder auch nur mit dem Zug quer durch Deutschland fahre. 

Weiterhin kann ich in Europa keine Verarmung durch sein knallhartes Waldrodungsprogramm in der Geschichte erkennen. Auch wurden dem Menschen durch Rodung nicht die Lebensgrundlagen entzogen. Im Gegenteil, durch Rodung wurde Acker- und Grünland geschaffen, also Reichtum....

Sagen Sie mal, merken Sie nicht die unaustehliche Heuchelei, die die Europäischen Tropenwaldschützer entwickeln, sobald sie auch nur den Mund aufmachen oder zwei Sätze schreiben (und sei es in der FAZ)???!!! "

Donnerstag, 16. August 2012

Zum Verlieben!





Bildschön und schön gelegen in den niederrheinischen Feldern: 

keine riesigen Drehteile zerhacken den Horizont und verdunkeln den Himmel, keine Vögel werden gehäckselt, einfach prima, dieses neue Braunkohlekraftwerk, das rund um die Uhr zuverlässig Strom erzeugt. Billigen Strom! Ohne Subvention.

Man beachte den zartweißen Wasserdampf. Blauweiß wie sacht treibende Wolken.

Die großen Braunkohlevorkommen in der Nähe reichen noch mehrere hundert Jahre.
Großartig!  

(Bild: RWE)



" Essen, 15. August 2012, RWE Power AG

Effizient und hochflexibel: BoA 2&3 leistet wichtigen Beitrag zu Energiewende und Klimaschutz


  • NRW-Ministerpräsidentin Kraft, Bundesumweltminister Altmaier und RWE Chef Terium nehmen Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik (BoA) in Betrieb
  • Über 50% der Investitionssumme von 2,6 Milliarden Euro gingen nach Nordrhein-Westfalen / Deutliche CO2-Reduktion durch neueste Technik

In Grevenbroich-Neurath bei Köln ist heute die BoA 2&3 offiziell in Betrieb gegangen. Mit einem Wirkungsgrad von 43 Prozent und großer Flexibilität ist die Doppelblockanlage mit einer Gesamtleistung von 2.200 Megawatt (MW) das modernste Braunkohlenkraftwerk weltweit." (RWE) Der Name könnte ein bißchen attraktiver sein! Wie wär's mit BRAUNI SUPER ? Und "Klimaschutz" ist natürlich Blödsinn. Seit es die Erde gibt, gibt es Klimawandel. Und so lange es die Erde gibt, wird es Klimawandel geben. Derzeit leben wir in einer Zwischeneiszeit. Erfreulich.

Mittwoch, 15. August 2012

Pizza statt Panetta


28°C, in der Wärmeinsel Düsseldorf 30°C.



Der Sommer meldet sich an der Schwelle zum Herbst zurück. Schön. Da könnten Panetta und Clinton doch mal ruhig sein und sich entspannen. Stattdessen warnen sie den Iran vor der Unterstützung Syriens bzw. Assads. Was tat Teheran eigentlich 1980, als in Kabul ein linkes Regime herrschte, das Afghanistan entwickeln wollte und dabei von den Sowjets unterstützt wurde? Sie standen nicht gerade an der Seite Washingtons, aber sie halfen ihren schiitischen Islamisten gegen die Kabuler Sozialisten, während die USA die Taliban unterstützten. Lieber islamistische Fanatiker an der Macht in Kabul als Moskaus Verbündete, das war die kurzsichtige und phantasielose Logik des amerikanischen Außenministeriums. Die Folgen waren schlimm und dauern bis heute an. Haben die beschränkten Beamten in Washington etwas daraus gelernt?
Man hat nicht unbedingt den Eindruck. Wieder unterstützen sie die fanatischen Islamisten. Steckt der Kinderglaube an die Demokratie dahinter, von der nur infantile Köpfe annehmen können, daß sie aus der geistigen Steinzeit schnell in eine zivilisierte Zukunft führe? Da sollen sie doch noch einmal nach Kabul fahren, sich umsehen und mit Karzai sprechen.
Oder geht es um die machtpolitische Eingrenzung Persiens, und der schiitische Verbündete Assad soll abgeschafft werden zugunsten einer sunnitischen allreaktionären Einheitsfront gegen das schiitische Teheran? Seit an Seit mit den Saudis, die auch heute noch die Taliban unterstützen?
Irgendwie gefällt mir dieses Machtblockdenken nicht.
Clinton und Panetta kommen mir so blöde vor wie ihre Vorgänger, die den Taliban in Kabul zur Macht verholfen haben.
Nur mal unter uns gesagt.