Mittwoch, 19. Dezember 2012
Bravo!
Mein Vorschlag für das Bundesverdienstkreuz - Ermano Geuer, Jurist an der Uni Passau und Kläger gegen die GEZ
(Bild: Lehrstuhl / Uni Passau)
" Kritik am Rundfunkbeitrag
Das ist verfassungswidrig
Es sollte einfacher werden, eventuell sogar günstiger. Doch die Reform der Rundfunkfinanzierung bringt einen juristisch unhaltbaren Staatsvertrag: Gleiches wird ungleich, Ungleiches gleich behandelt. Mehr Von ERMANO GEUER "
Dienstag, 18. Dezember 2012
Haschu Haschisch inne Tasche, haschu immer wasch zu nasche (Spruchweisheit von 1968)
konkret 13.8.1970 - nach der Haschisch-Freiheits-Show der Kater.
konkret wurde von der Ostberliner Diktatur finanziell gefördert, diese Alte Linke hatte für Haschisch-Hippies nichts übrig. Ulrike Meinhof als Chef-Kolumnistin wollte militant politische Aktion, keine Drogenleichen.
“Wir haben nun unsere Theorie vorgelegt, daß es in der Hauptsache das Gewissen ist, das uns behilflich ist, uns in einer moralisch und sozial akzeptierten Weise zu verhalten; daß dieses Gewissen eine Kombination und Kulmination eines langen Konditionierungsprozesses ist; und daß ein Mißerfolg der Konditionierung bei einem Menschen sehr wahrscheinlich eine hervorstechende Ursache für dessen Zusammenstöße mit dem Gesetz und den sozialen Sitten im allgemeinen sein wird.”
Hans Jürgen Eysenck, Kriminalität und Persönlichkeit, S.161, Kap. 6: Verbrechen und Konditionierung, Wien 1976
Ganz allgemein ist es also die sorgfältige Erziehung, die über lange Jahre das Gewissen, den inneren Kontroll- und Lenkungsmechanismus, aufbaut. Daraus resultiert dann auch die Ich-Stärke zur Selbstlenkung. Besonders gefährdet, sich an destruktive Prozesse, Personen und Stoffe zu verlieren sind Jugendliche in der Pubertät, wenn die hormonelle Sekretion das Gehirn “umbaut”, die Elterautorität abnimmt, die der Gleichaltrigengruppe zunimmt und die Langfaserverbindungen zwischen Hirnrinde und Zwischenhirn (Gefühlshirn, Limb. System) noch nicht voll entwickelt und konsolidiert sind.
In den Wohlstandsgesellschaften, aber nicht nur dort, sind unter zerstörerischen Stoffen insbesondere Rauschgifte zu verstehen, also Alkohol, Cannabis (Haschisch), Kokain etc. Psychologisch gefährlich ist insbesondere Cannabis, das systematisch verharmlost wird, aber eine gefährliche Einstiegsdroge mit Langzeitwirkung darstellt. Das Auswachsen der hirnlichen Langfaserverbindungen wird behindert und die Wirkung auf das Gedächtnis (Hippocampus) bewirkt einen um durchschnittlich 7 Punkte verminderten IQ. ( Rainer Thomasius, Ärztlicher Leiter, Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)
Die meisten werden Fälle jugendlicher Drogenentgleisung seit 1968, als die Neue Linke Cannabis als Befreiungsmittel propagierte, beobachtet haben:
Schulversagen, Schulschwänzen, Studienabbrüche, Unfälle unter Drogeneinfluß, Depressionen, Schizophrenie. Hier liegen auch die tatsächlichen Wurzeln der Armutsentstehung im Wohlstandsland, nämlich die schwere körperliche Selbstbeschädigung und der Verlust von Selbstlenkung und Leistungsfähigkeit.
Obwohl eine Drogenfreigabe gewissen Vorteile bei der Kontrolle der Drogenwege erwarten ließe, wäre das Signal an die gefährdetste Gruppe der Drogenkonsumenten, die Jugendlichen, verheerend. Bereits die permissive Drogenpolitik der Niederländer vermehrte die Zahl der jugendlichen Konsumenten. (Thomasius) Die Zerstörung des Erziehungsgedankens und der Gewissensbildung erhielte einen weiteren Tiefschlag.
(Vgl.dazu heute die "Sprechstunde" im DLF)
Montag, 17. Dezember 2012
Mit Freud kommt man nicht weit
Hans Jürgen Eysenck (1916 – 1997)
Bild: Sirswindon/Wiki.
"Zweitens ist heute viel mehr Evidenz für eine Korrelation zwischen Persönlichkeit und Kriminalität vorhanden als im Jahre 1964 und diese Evidenz erstreckt sich über Erwachsenenkriminalität hinaus auch auf kriminelles und antisoziales Verhalten bei Kindern und Jugendlichen und auf die Beobachtung ihrer weiteren Entwicklung (follow-up studies), und sie beweist, dass zukünftige Kriminalität mit merklichem Erfolg aus der Persönlichkeitsbeurteilung ganz kleiner Kinder vorhersehbar ist."
Hans Jürgen Eysenck, Kriminalität und Persönlichkeit, Vorwort S. 12f., Wien 1976
Sonntag, 16. Dezember 2012
Isidor, noch ein Buch
Man sieht gleich, der Mann ist ein Bücherwurm - Isidor las sie nicht nur, reihenweise, mit guten Verbindungen zu den oströmischen Bibliotheken, er schrieb sie auch!
Bild: Esteban Murillo / Wiki.
Platen (1796-18359)
Das Grab am Busento
Am Busento bei Cosenza
Lispeln nächtlich dumpfe Lieder,
Antwort schallt dann aus den Wassern,
Und in Wirbeln klingt es wider.
Und flussaufwärts und flussabwärts
Ziehn die Schatten tapferer Goten,
Die um Alarich noch weinen,
Weinen um den großen Toten.
Ihm erblich das Jugendantlitz
Ferne von der Väter Saale,
Zu Cosenza schwang der König
Seine Wehr zum letztenmale.
An Busentos Ufern reihten
Sich die Goten um die Wette,
Und, den Strom hinwegzuleiten,
Gruben sie ein frisches Bette.
In der wogenleeren Höhlung
Wühlten sie empor die Erde,
Senkten tief hinein den Leichnam
Mit der Rüstung auf dem Pferde.
An die linke Hüfte hingen
Sie sein Schwert ihm noch, das kühne,
An den wilden Mannesbusen
Legten sie das Kreuz der Sühne.
Deckten dann mit Erde wieder
Ihn und seine stolze Habe,
Dass die hohen Stromgewächse
Wüchsen aus dem Heldengrabe.
Abgelenkt zum zweitenmale
Ward der Fluss herbeigezogen:
Stolzer in ihr altes Bette,
Schäumten die Busentowogen.
Aber fromme Priester sangen:
Schlaf in deinen Heldenehren!
Keines Römers schnöde Habsucht
Soll dein Grab dir je versehren!
Sangen‘s, und die Rundgesänge
Tönten fort im Gotenheere:
Trag des Königs Ruhm, Busento,
Durch den ganzen Ring der Meere.
Der arme, jugendliche Alarich! Da hatte ihm die Plünderung Roms 410 nach Seneca gar kein Glück gebracht. So ein erhöhter Testosteronspiegel ist ein zweischneidiges Schwert.
Und Rom ist die Beschäftigung von Hunnen und Goten als Söldner auch nicht sehr gut bekommen. Dabei hatte Alarich noch so einiges vor. Nordafrika wollte er erobern, und dann das. Aber es kam noch schlimmer: Tarik der Eroberer hatte Gleiches vor, nur umgekehrt. Und es gelang ihm und seinen Nachfolgern, Spanien zu erobern und nicht nur die Goten, die dort Königreiche gegründet hatten, zu unterwerfen, sondern auch alles Gotische zu zerstören, so daß zwar viel arabischer Klimbim in Spanien anzutreffen ist, aber nichts Gotisches.
Dabei konnten sich die Goten sehen lassen. Zumindest einige. König Sisebut, der von 612 bis 621 regierte, schuf nicht nur die erste gotische Flotte, er konnte sogar Latein und schrieb Isidor ein Briefgedicht über die Mondfinsternis.
Isidor von Sevilla konnte noch mehr Latein, schließlich war er Bischof, und schrieb und schrieb alles auf, was das spätantike Wissen ausmachte. Man brauchte also nicht auf Ibn Rushd zu warten. Für einen Bischof entwickelte er auch ein sehr breites Interesse - ob Rechnen, Landkarten oder Sterne, nichts ließ er aus in seinen zwanzig Büchern "Etymologiae", die er, römischer Abkunft, dem Goten Sisebut widmete. Man konnte gut miteinander. Isidor wurde der große Begründer der mittelalterlichen europäischen Bildung.
Wolfgang Günter Lerch, alter Lobredner von "El Andalus" in der FAZ, schreiben Sie doch mal was über Isidor! Nur zur Abwechslung.
Samstag, 15. Dezember 2012
Und dann noch Kolumbus
Im Freudentaumel - Ferdinand II. von Aragon und Isabella von Kastilien ebneten mit ihrer Heirat 1469 den Weg zur spanischen Nation
(Bild: Wiki.)
“Die Vereinfachung der europäischen Landkarte” überschreibt Jacques Le Goff lakonisch einen Abschnitt seines Buches “Die Geburt Europas im Mittelalter”. Der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich endete und konsolidierte Frankreich. In Spanien schlossen sich 1469 per Heirat die “Katholischen Könige” Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon zusammen, ein wichtiger Schritte zur spanischen Nation. Damit ging auch die iberische Rückeroberung in die letzte Runde. Nachdem Abd ar-Rachman III. zahlreiche Aufstände niedergeschlagen hatte, ernannte er sich zum Kalifen von Cordoba. Gestützt auf slawische Söldner und gekaufte Kriegsgefangene eroberte er noch Toledo und beherrschte dann Nordafrika und einen Großteil Spaniens. Nach dieser dominierenden Figur, die sich zahlreiche Emire zum Vorbild nahmen, zerfiel das maurische Reich in Kleinreiche, die von Alfons VI. tributpflichtig gemacht wurden. Alfons war zuvor in Bruderkriegen siegreich geblieben und wurde 1072 König der erbgeteilten Territorien von Kastilien, Leon und Galicia. Die iberische Rückeroberung begann mit ihm und sah viele Etappen (Roderich / El Cid).
Brudermord, Kampf auf Kampf, Krieg nach Krieg, Eroberung und Rückeroberung - das war überall, weltweit, der Stil der Zeit, und nur wenn es für die Abd ar-Rachmans und Isabellas keine ernsthaften Gegner mehr gab, trat eine vorübergehende Friedenszeit ein, die die Herrscher, je nach individueller Begabung, unterschiedlich fruchtbar nutzten. Da war der pragmatische Abd ar-Rachman in Andalusien zum Beispiel der Fanatikerin Isabella überlegen. Isabella unterstützte allerdings Kolumbus, was welthistorische Folgen hatte.
Abd ar-Rachman III. baute prächtig und stiftete, unterstützt von Lobdichtern, die Legende von “El Andalus”.
Aber zunächst floß viel Blut, und es erstaunt, daß sich stets genug Kämpfer fanden, etwa slawische Söldner, die für den Nordafrikaner bzw. Mauren kämpften. Erobern war blutig, es winkte zwar reiche Beute, aber ob der einzelne Totschläger sie erlangen oder selbst getöte twürde, war unsicher. Sicher aber war , daß seit Hominidenzeiten der Krieg für viele Männer, und auch für Städte wie Sparta, eine ehrenhafte Lebensform war. Und zwar lange völlig unabhängig von Ideologien wie Shintoismus, Hinduismus, Islam oder Christentum. Und bestimmte Krieger wie Achill oder Alexander zeichneten sich durch besondere Kriegs- und Tötungslust aus, und wenn sie hochbegabt waren, wurden sie zum großen Schrecken ihrer Zeit. Die weniger Begabten wurden Söldner und stellten ihre eigenen kleinen Haufen zusammen, und sie kämpften für die Seite, die gute Beute versprach. In weiten Teilen Asiens (Afghanistan zB) und Afrikas (Kongo zB) kennt man sie heute noch und nennt sie “Warlords”.
Die Begabung dazu gibt es aber überall, sie kann sich nur in Europa und Amerika nicht mehr so recht entfalten, weil starke Zentralmächte die Männer nach innen domestizieren und nach außen, nach einem gigantischen Ausbluten, nicht mehr aggressiv sind.
Das war ein langer Prozeß, aber natürlich gibt es noch die Achills mit Totschlägermentalität. Während sich friedliche Männer nur moderat vermehrten, zeugten viehische Typen wie Achill abertausenfach, da Massenvergewaltigungen stets Teil des Krieges waren. Daher lebt ihr Erbgut bis auf den heutigen Tag, und sie treten immer wieder schrecklich hervor. Doch kann man die kleinen Achills schon im Kindergarten identifizieren, meint Hans Jürgen Eysenck.
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