Samstag, 18. Mai 2013

Kannibalismus in Syrien




Dieses Video zeigt syrische Banditen, die von merkwürdigen Politikern als Rebellen, gar als “Freiheitskämpfer” bezeichnet werden. Ob diese Politiker  selbst daran glauben, ist unklar, jedoch können fixe Ideen tatsächlich zu abstrusen Perspektiven auf die Realität und zu groben Fehlschlüssen führen. In Bezug auf den “Arabischen Frühling”, ein Titel aus der politischen Propagandaküche, besteht der Kern der fixen Idee offenbar darin, daß die Einführung der Mehrheitswahl in einem Land, das von einem Autokraten oder Diktator beherrscht wird, unaufhaltsam zu individueller Freiheit und zu Wohlstand führe. Wo hätte das je funktioniert? In Indien? In Pakistan? Im Irak?

In Tunesien begann der Aufruhr. Das Land ist das wohlhabendste der arabischen Länder. Als einziges besitzt es eine gesetzliche Frauengleichberechtigung, die sich auch im Alltag zeigte. Nach dem Sturz des halbwegs zivilisierten Autokraten Ben Ali wurden Islamisten an die Macht gewählt, die nach und nach die individuellen Freiheiten insbesondere der Frauen demontieren. Gleiches gilt für Ägypten und Libyen. Ähnlich im Irak. Es bestätigt sich wieder Max Webers Wort:


"Es ist durchaus wahr und eine ... Grundtatsache aller Geschichte, daß das schließliche Resultat politischen Handelns oft: nein, geradezu regelmäßig, in völlig unadäquatem, oft in geradezu paradoxem Verhältnis zu seinem ursprünglichen Sinn steht." (M.W., 'Politik als Beruf')

Politiker sollten sich das jeden Tag vorlesen lassen und sich bei ihren Handlungen äußerste Zurückhaltung auferlegen.


Vgl. auch zu Syrien:

Es gibt keine gemäßigten Rebellen mehr

Fremde Federn: Jürgen Todenhöfer,
3.05.2013 FAZ

Freitag, 17. Mai 2013

Segen des Vergessens


Wolfgang Neuss und das Modifizieren von Gedächtnisinhalten, Video: http://www.youtube.com/watch?v=FzjzSWfZ3xM




“Freud antwortete auf Saul Rosenzweigs Mitteilung, er habe das Verdrängungskonzept experimentell bestätigen können:
>> Ich habe Ihre experimentellen Arbeiten zur Prüfung psychoanalytischer Behauptungen mit Interesse zur Kenntnis genommen. Sehr hoch kann ich diese Bestätigungen nicht einschätzen, denn die Fülle sicherer Beobachtungen, auf denen jene Behauptungen ruhen, macht sie von der experimentellen Prüfung unabhängig. Immerhin, sie kann nicht schaden.<< “ (zitiert nach Kiener, 1978, S. 1200, bei Jens B. Asendorpf, Psych. d. Pers.)

Hier zeigt sich die ganze dummdreiste Arroganz dieses wissenschaftlichen Scharlatans Freud. Er ist sich nicht im klaren darüber, daß Beobachten immer subjektiven Perspektiven folgt und diese Perspektiven bei verschiedenen Beobachtern variieren. Es kann auch gar nicht anders sein:

“ Von den 1 bis 100 Mrd. Bit Informationen, die pro Sekunde auf die Sinnesorgane einströmen, gelangen schätzungsweise 10 bis 20 Bit pro Sekunde ins Kurzzeitgedächtnis, das 100 bis 400 Bit zu fassen vermag. Davon kommen noch 0,1 Bit pro Sekunde ins mittelfristige Gedächtnis, das 1000 bis 10.000 Bit speichern kann, und von diesen gelangen vielleicht 0,03 bis 0,1 Bit pro Sek. ins Langzeitgedächtnis, dessen Kapazität auf 10 Mrd. bis 100 Bill. Bit geschätzt wird. “ (Lex. d. Neurowiss., Stichw. ‘Gedächtnis’) Die große Reduzierung der Informationsmasse erfolgt, wie die meisten Gehirnprozesse, unbewußt, nach phylogenetischen Vorgaben, jedoch zu einem kleinen Teil auch nach bereits gespeicherten subjektiven Kriterien. Nur winzige Datenmengen gelangen ins Bewußtsein. Die Speicherungen im Langzeitgedächtnis unterliegen im Laufe der Jahre immer neuen Modifizierungen, die sehr weit gehen können, etwa nach dem Muster der Sonnenfinsternis-Befehlsweitergabe (s.o.). Ein sinnreicher ökonomischer Gedächtnismechanismus ist das Vergessen und Verdrängen, das von Freud aufgrund von unsinnigen Eigenbeobachtungen und Phantasien übel verkannt und belastet wurde. (“Psychopathologie d. Alltagslebens”, “Abriß der Psychoanalyse”u.a.)

Näheres s. http://dasgehirn.info/denken/gedaechtnis/    (dort auch als Gratis-Ebook: Kennen Sie schon unser eBook zum Thema Gedächtnis? Im iTunes Store finden Sie es gratis zum Download.)


Anmerkung zu Rosenzweigs angeblich experimentellen Nachweises des Freudschen Verdrängungskonzepts:
Das bekannte Milgram-Experiment erwies sich nach langen Jahren der Verbreitung bei näherer Nachprüfung als experimenteller Blödsinn - leider trifft das für die Hälfte der sozialwissenschaftlichen, psychologischen und philosophischen Produktion zu. 

Vgl. auch: Michael Mary, "Ab auf die Couch!" Wie Psychotherapeuten immer neue Krankheiten erfinden und immer weniger Hilfe leisten, München 2013.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Wege und Holzwege


Er sei nicht der Regierungssprecher, sagte der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio auf der Jahresfeier der NRW-Akademie der Wissenschaften, aber er sehe die Berliner Regierung auf dem richtigen Weg, wenn sie eine Politik des Zurück zu den Verträgen verfolge.
Man hätte aber diese Rede durchaus als Bewerbung verstehen können. Zurück zu den Verträgen, die in Serie gebrochen wurden? Das ist nicht mehr als die Formulierung eines frommen Wunsches. Wird nicht seit einem Jahr die EZB konsequent zu einer Zentralbank mit Doppelmandat nach US-Muster umgebaut? Gegen alle Verträge. Die EZB soll nicht mehr nur für Geldwertstabilität sorgen, so der Gründungsauftrag, sondern auch für die Staatsfinanzierung und für Wirtschaftswachstum bereitstehen. Aber ohne den Grundsatz der Eigenverantwortung, wie er die amerikanischen Einzelstaaten verpflichtet. Auf diesen Umbau ging Di Fabio gar nicht erst ein.   
Allerdings benannte er einen Punkt, der in den (Blockflöteneinheits-) Medien weithin unterschlagen wurde: die Bankenregulierung Basel II, die Staatsanleihen “risikolos” stellte, die damit also nicht mit Eigenkapital besichert werden mußten. Die Regierungen fanden sich so seriös, daß sie diese Regelung trafen. Während sie dieses Bonitätsversprechen abgaben, verschuldeten sie sich weiter maliziös und munter und erwiesen sich damit als außerordentlich unseriös. Was die nachhaltige Staatsschuldenkrise auslöste.
Statt di Fabio hätte man doch besser Bernd Lucke von der AfD eingeladen. Zusammen mit dem früheren Akademie-Präsidenten und Bonner Geldtheoretiker Manfred J.M. Neumann, der mit Lucke im vergangenen Jahr ein Konzept für den Austritt Griechenlands über eine Parallelwährung vorstellte.  

Mittwoch, 15. Mai 2013

Wie hieß noch mal dieser Buchtitel? Deutschland baut sich auf? Irgendsowas war’s








Empfang im Orient, Foto retuschiert. Die Perser fanden Ashtons Pullover nicht genügend hochgeschlossen und verlängerten ihn auf dem Pressefoto bis zum Hals. 



Der Orient ist anders. Was unter Erwachsenen hierzulande als skurril und albern erscheint, ist in deutschen Schulklassen ein schlimmer Störfaktor. Die nuttenartige Bekleidung vieler Schülerinnen lenkt vom Unterricht ab. Daß Orientalen aus Anatolien diese Nacktmode kulturell entsetzlich finden, läßt sie ebenfalls an Privatschulen mit Schuluniform denken. Schuluniformen gibt es nicht nur in Eton, sondern auch an türkischen Privatschulen in Köln und Berlin. 



(Foto: Daniel Pipes)  



Türkische Schüler werden nach meinen Erfahrungen und Informationen in NRW eher besonders gefördert und besser benotet als deutsche Schüler. Das dürfte in anderen Bundesländern ganz ähnlich sein. Die Behauptung, “Migrantenkinder (hätten) es häufig schwer in der Schule” (DLF, Wiebecke), gilt für Türkenkinder, die kein Deutsch können, weil das ihre Eltern für unnötig halten. 

Für den Besuch türkischer Privatschulen gibt es andere, teilweise sehr gute Gründe. Das beginnt natürlich bei der Vorliebe für die Eigengruppe, das Hemd sitzt näher als der Rock, insbesondere gilt das für türkische Eltern mit islamischer und / oder nationalistischer Bindung. 

Die Vorliebe für die Eigengruppe gibt es bei allen Ethnien weltweit und ist stammesgeschichtlich kodiert. Weiterhin werden die deutschen Schulen immer schlechter, weil die Lernatmosphäre seit 1968 fortlaufend destruiert wird. Da den Lehrern inzwischen fast alle Strafen verboten sind, auch der Erziehungsgedanke gestrichen wurde, herrscht in vielen Schulklassen eine große Disziplinlosigkeit. Dies ist auch für säkulare Eltern ein sehr wichtiger Grund für den Besuch von Privatschulen, denn ohne Disziplin gedeihen Lernen und Leistung nicht. 

Daß die Gülen-Bewegung ihr Schulangebot auch für ihre verdeckten islamistischen Zwecke nutzt, kann nicht erstaunen. Erstaunlich ist eher, wie das deutsche Bildungssystem bei stark vermehrten Ausgaben seit 1968 immer schlechtere Ergebnisse liefert, so daß immer mehr Firmen für ihre Lehrlinge Nachhilfeunterricht anbieten müssen:

“ Erste Stunde Benimmunterricht
Fraport gibt zwölf Jugendlichen Nachhilfe in Mathe, Deutsch, Pünktlichkeit und Umgangston. …” F.A.Z., 14.05.2013

(Vgl. zu Gülen: Die Anhänger des Fethullah Gülen. Von Necla Kelek

FAZ 21. Juli 2008 )

Dienstag, 14. Mai 2013

Am Rande vermerkt


Am Rande des Steilhangs, aber standfest








Askese für die Ethik
Fortschritt und Ethik bemessen sich im Pluralismus nach unterschiedlichen Maßstäben. Die Gouvernante “Ethik” sollte man allerdings zum Tugendbold Robespierre ins Jakobinerkloster setzen bei Wasser und Brot. Das bekommt ihr und der Gesellschaft am besten.

Well, it's cheaper, when the windmonsters don't spin. For every kWh they produce into the net, they get a certain amount according to the German EEG-Law, which is paid by the ordinary electricity consumers. So those windmonsters are the cheapest for the country, which stand still. It's like a play of Ionesco.