Freitag, 31. Mai 2013

Macht man das? Der Politik dazwischenreden?

www.youtube.com/watch?v=p_M5pzvb4AY



" Israelischer Militärexperte van Creveld

Kann nur Assad ein noch größeres Blutbad in Syrien verhindern?

Seit zwei Jahren tobt in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Präsident Baschar al-Assad geht mit großer Brutalität vor. Trotzdem glaubt der israelische Militärexperte Martin van Creveld, dass Assad der einzige ist, der das Land noch zusammenhalten kann. » Focus 26.5.13

Wie weit das Urteilvermögen der Obamas, Kerrys, Camerons, Hollandes reicht - da kann man nur die größten Zweifel hegen, wie bei allen Politikern. Martin van Creveld hat ein bißchen mehr Überblick als Leute, die Jurisprudenz studiert haben, oder gar Physik. Zudem verfolgen Politiker oft verdeckte Ziele und sind Meister im Täuschen und Betrügen. Crevelds Stimme ist zumindest hörenswert.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Sunny boy







Wo ist sie denn, die Sonne? Die Wiese blüht trotzdem.  

Der Chef hat sein zweites Schloß am Rhein gekauft, von TV-Unterhalter Gottschalk, aber seiner Solar-Firma SOLARWORLD macht größeren Verlust bei schrumpfendem Umsatz. Der kleine Sonnenkönig Asbeck war Motor der europäischen Solarabzocker, die das EU-Verfahren gegen chinesische Anbieter erfolgreich betrieben haben. Ob die Chinesen unter Selbstkosten anbieten, kann ich nicht beurteilen, allerdings steht fest, daß es Firmen wie Asbecks SOLARWORLD ohne die direkten und indirekten Subventionen gar nicht gäbe. Die Stromkunden in Mietshäusern zahlen bei den Zuschüssen, wenn sich Hauseigentümer Solarbretter auf das Dach legen, und sie zahlen weiter bei jeder ins Netz eingespeisten Kilowattstunde, die Einspeisevorrang genießt. Das garantiert das mit großer Mehrheit vom Bundestag beschlossene EEG-Gesetz. Merkel hat sich gegen EU-Strafzölle ausgesprochen, aber nicht, weil dieser Energie-Fanatikerin die Heuchelei des Verfahrens peinlich wäre, sondern weil der neue China-Chef Li mit Gegenmaßnahmen gedroht hat.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Eigenschaften



Der Bahnarbeiter Phineas Gage schoß sich 1848 bei einem Unfall eine große Eisenstange durch den Schädel. Schon nach Minuten konnte er wieder sprechen und nach einer Stunde sogar gestützt laufen. Er überlebte das schreckliche Ereignis nicht nur, er war sogar nach zwei Monaten wieder gesund und arbeitsfähig. Die entsprechenden Gehirnteile waren unverletzt geblieben, doch andere wurden zerstört. Gages Verhalten änderte sich stark. Der Hirnforscher Antonio Damasio bespricht den Fall ausführlich in seinem Buch „Descartes’ Irrtum“.
(Digitale Rekonstruktion bei Wiki.) 

Leben ist geordnet. Beim Aufbau eines neuen Lebewesens bauen viele Informationen vielfältige und zahlreiche Ordnungsprozesse auf. Im Falle des Menschen ist ihre Zahl astronomisch hoch und unüberschaubar. Nur durch ständige spezifische Energiezufuhr können diese Prozesse unterhalten werden. Der Körper regelt das weitgehend unbewußt. Auch der Verkehr mit der äußeren Umwelt verlangt nach Ordnungsprinzipien, die sich weitgehend intuitiv herstellen:
„Nach eigenschaftspsychologischer Auffassung erzeugen Eigenschaften stabile Beziehungen zwischen den Situationen und den Reaktionen einer Person. Eigenschaften werden (…) als Verhaltensdispositionen betrachtet.“
Jens B. Asendorpf, Psychologie der Persönlichkeit, S. 36

Hier dürfte das Fundament individueller Identität angesprochen sein. Würden die Eigenschaften regellos wechseln, ginge nicht nur dem Handelnden die Orientierung verloren, er würde auch von anderen Handelnden nicht akzeptiert werden.

Endlich gilt auch, daß alle Körper zu einem niedrigeren energetischen Zustand zurückkehren.
Mit Gryphius:
Was jetzt noch prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch’ und Bein,
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
(Es ist alles eitel)


Entropie, Wandlung, Wandlungsgehalt heißt’s in der Physik.
Energetisch günstiger und stabiler Zustand bei stark reduzierter Informationsmenge.

Dienstag, 28. Mai 2013

Den Märchenonkeln und Gespenstersehern



Ein Schwarzes Schaf gibt’s in jeder Familie, dreie 

sind schon ein bißchen viel, aber ein ganzes 

Parlament davon …  








Elektro-Autos? 40.000 Euro? Reichweite 150

km? Dieser Bundestag hat sich mit seiner 

Drangsalierung der Autoindustrie den Status 

BANANE wohlverdient.  


Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 in Deutschland fahren, so hätte Merkel und ihr Bundestag es gern. Der ehemalige SAP-Vorstand Kagermann, der Vorsitzende einer deutschen Plattform ELEKTROMOBILITÄT, hält das noch für machbar. Wahrscheinlich denkt er schon an Subventionen. Ein wettbewerbsfähiges Auto braucht aber keine Subventionen.

Gerade hat das israelische Elektro-Auto-Unternehmen BETTER PLACE Konkurs angemeldet. Gegründet hat es der ehemalige SAP-Vorstand Shai Agassi. Man hatte sich damals gewundert. Aber man kann sich ja eines besseren belehren lassen. Der Möchtegernweltverbesserer Agassi hatte das Renault-Modell FLUENCE für 32.000$ in Israel angeboten, wo die Hälfte der Autos Firmen- oder Leasing-Autos sind. Zudem ist Israel so winzig, daß Langstreckenfahrten entfallen. Es hat trotzdem nicht funktioniert. Könnte es sein, daß Informatiker besonders anfällig für Ideologien Marke BETTER PLACE sind?

Es gibt in Brechts Stück “Leben des Galilei” eine beachtenswerte Stelle, die gut die gültige wissenschaftliche Haltung charakterisiert:
“ Ja, wir werden alles, alles noch einmal in Frage stellen. Und wir werden nicht mit Siebenmeilenstiefeln vorwärts gehen, sondern im Schneckentempo. Und was wir heute finden, werden wir morgen von der Tafel streichen und erst wieder anschreiben, wenn wir es noch einmal gefunden haben. Und was wir zu finden wünschen, das werden wir, gefunden, mit besonderem Misstrauen ansehen. “ (Brecht 1967, S.1311, wa es)“
Auch im Hinblick auf die Klimaphantasien hat sich dieser Bundestag … siehe oben.

Montag, 27. Mai 2013

Kopftuch oder Säure




Ziemlich utopisch, was Dittmann hier aufstellt. Erstaunlich, daß die Frauenrechte hier gar nicht benannt werden, die durch die zunehmende Islamisierung bedroht werden.



Libyen besteht fast nur aus Sand (92% Wüste). Ein paar Städte und Dörfer gibt es aber doch, in denen etwa 6,6 Mio. Libyer leben. Es gibt reichlich gutes, also schwefelarmes Öl. Das erlaubte dem Diktator Gaddafi, arabischen Terror zu finanzieren und seine Untertanen zu verwöhnen: Rentenanrecht mit 18, dazu einen Peugeot als Autogeschenk. 
Die Arbeit verrichteten, wie in allen arabischen Ölländern, Arbeiter aus den öllosen Ländern, etwa Tunesien.
Andreas Dittmann, der die Anthropogeographie in Gießen vertritt und Libyen seit Jahrzehnten kennt, vertrat deshalb in seinem Vortrag vor der Bochumer Geographischen Gesellschaft die Auffassung, der Sturz Gaddafis sei aus demokratisch-säkularen Gründen erfolgt. Entsprechend hätten auch die islamistischen Kräfte in Parlament und Regierung nur ein Drittel der Sitze errungen.  

Taz-Leser Dittmann gab die libysche Einwohnerzahl für 1977 mit 2,2 Mio. an. Sie hätte sich damit in kurzer Zeit verdreifacht. Diese Spezialität findet sich in allen arabischen Ländern. Heinsohn nennt für 2003 eine Einwohnerzahl von 5,4 Mio., davon 35% unter 15 Jahren, was 1,88 Mio. Personen waren. Zum Umsturz 2011 gab es also eine große Zahl junger Männer unter 35 Jahren. Diese Gruppe ist bekanntlich besonders aggressiv gestimmt und kriegstüchtig, gesteigert in einer Kultur, die Waffen kultisch verehrt und kriegsbegeistert ist. 
Heinsohn: “Die fünfzehn- bis neunundzwanzigjährigen Kämpfer von 2011 aber stehen nicht gegen Kinder, sondern rebellieren gegen die Elite der fünfzig- bis fünfundsechzigjährigen Männer. Diese Gruppe zählt nur 350 000 Köpfe. Gegen sie halten die jüngeren Männer also eine Übermacht von fast drei zu eins. Damit stecken sie demographisch in einer ähnlich explosiven Lage wie die jungen Offiziere um Gaddafi im Jahre 1969. Als die den König Idris (1890 bis 1983) wegputschen, ist ihr Anführer gerade 27 Jahre alt und gehört zu den empörten Fünfzehn- bis Neunundzwanzigjährigen von damals.” (Libyens Jungrevolutionäre, F.A.Z., 25.02.2011)

Bei den Jungspunden von 2011 scheint es aber keine starken Führungspersonen zu geben, der Aufstand folgte eher dem Muster von Kirmesschlägereien, in dem alle mitmachen und draufhauen, aber nur aus Lust an der Gewalt. Ohne das militärische Eingreifen der Franzosen, Engländer und Amerikaner hätte Gaddafi vermutlich die Oberhand behalten. Die verschiedenen Jungbanden, Milizen und Gruppen sind sich jetzt nur darin einig, ihr schönes Kriegsspielzeug nicht abgeben zu wollen. Der Streit um eine neue Verfassung hält an.

Entgegen der Auffassung des taz-Lesers Andreas Dittmann registriert die Libyen-Expertin Almut Besold von der Universität Leipzig eine bereits eingetretene Verschlechterung der Lage der Frauen:
“’ Vielen Libyerinnen ist bewusst, dass ihnen diese Rechte (der Gaddafi-Verfassung, W.D.) mit Verweis auf den Islam in Zukunft genommen werden könnten. Deshalb setzt sich eine wachsende Zahl libyscher Frauen, für die Verankerung von Frauenrechten und Gleichberechtigung in der noch zu schreibenden Verfassung ein. Darunter sind junge Frauen aus den Reihen der revolutionären Bewegung 17. Februar, aber auch unabhängige Frauenorganisationen wie die "Voices of Libyan Women". Diese Organisationen sind teilweise sehr professionell. Doch die immer schlechtere allgemeine Sicherheitssituation und der zunehmende Frauenhass machen das Arbeiten kompliziert.’ Auch dort, wo keine bewaffneten Auseinandersetzungen toben, sei die allgemeine Stimmung extrem aggressiv, beobachtet Almut Besold. Außerdem steige die Zahl der Entführungen. Angesichts dieser Bedrohungen ziehen sich viele Frauen zurück in die eigenen vier Wände. Manche verschleierten sich aus purer Angst, obwohl sie es eigentlich nicht wollten, beobachtet Almut Besold.
‚Das geht natürlich nicht durch staatlichen Druck, dass die nicht mehr dürfen, sie machen das freiwillig, weil sie merken, sie werden ganz stark diskriminiert und sehr schlecht behandelt in der Öffentlichkeit. Wenn Sie keins tragen, und zum Beispiel auf einen Universitätscampus gehen, dann werden sie per Lautsprecher aufgefordert, ein Kopftuch anzulegen, und wenn sie das nicht machen, dann werden ihnen gewisse Dinge angedroht, sei es, mit Säure bespritzt zu werden.’ “
(DLF-Serie: Welche Rolle wird die Religion nach den arabischen Revolutionen in den neuen Verfassungen spielen? Teil 4, 13.12.2012 )
Taz-Leser Andreas Dittmann hat vermutlich seine positive Bewertung des Umsturzes über die taz bezogen, in der die alte Revoluzzer-Gesinnung von 1968 fortlebt. Es liegt auf der Hand, daß in den zurückgebliebenen Gesellschaften mit Frauenunterdrückung weltweit nur langsam ein zivilisatorischer, befriedender Fortschritt erreicht werden kann durch zementierte und praktizierte Frauen-rechte. Das gilt gesteigert für die hochaggressiven Jungmännergesellschaften des Nahen Ostens.
Es sieht für Libyen also offenbar nicht so gut aus, wie der taz-lesende Professor darstellte. Daß er die neue Situation der lybischen Frauen gar nicht erst ansprach, erscheint als sehr merkwürdig.  
Zitierte Literatur: Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, 2003