Dienstag, 11. März 2014

Opfer






Gedenkpark in Madrid für die 191 Gemordeten

(Bild: Tickle/Wiki.)


Das Tohoku-Erdbeben vor Ostjapan vor drei Jahren mit seinem verheerenden Tsunami tötete rund 19.000 Menschen und richtete riesige Zerstörungen an. Es ist so erstaunlich wie erfreulich, daß die Japaner die schlimmen Schäden schon zu einem guten Teil behoben haben. Viel bleibt aber noch zu tun. Der Toten der bis zu 20 Meter hohen Riesenwelle wird heute gedacht.


Ebenfalls an einem 11. März starben in Spanien 191 Zugpassagiere, 1900 wurden verletzt, als 2004, vor 10 Jahren, nordafrikanische Islamisten zehn Bomben in 4 Madrider Vorortzügen zündeten. Die Bombenleger-Gruppe der großsprecherisch so genannten “Marokkanischen Islamischen Kampftruppen” war im Vorhinein nicht entdeckt worden.

Ein Jahr später, 2005, gab es ein ähnliches Zug-Attentat in London, bei dem 56 Pendler starben. Gedenkpark in Madrid für die 191 Gemordeten

Montag, 10. März 2014

Langer Weg zur Empathie


Der Mensch sei sein eigener letzter Zweck, schreibt Kant in der Vorrede zu seiner “Anthropologie in pragmatischer Hinsicht”. Alles könne als bloßes Mittel gebraucht werden, dies verbiete sich jedoch beim Menschen (“Kritik der praktischen Vernunft”, 1/I/3).
Das ist schön gesagt, hält jedoch keinen Putin davon ab, seine Truppen in Bewegung zu setzen.
Aber solche Formulierungen haben dennoch eine Wirkung im PROZESS DER ZIVILISATION. Sie selbst haben bei Kant einen pietistischen und schottisch-calvinistischen Hintergrund, und sie wirken auch auf Personen dieses Denkkreises. Während die Sklaverei außerhalb Europas und der USA immer noch praktiziert wird, und teilweise nicht einmal verboten ist, engagierten sich Evangelikale wie Wilberforce vehement gegen die Sklaverei. Mit aufhebender Folge. In den katholisch-spanisch beeinflußten Südstaaten der USA bestand sie länger als im calvinistischen Norden.

Sonntag, 9. März 2014

Blockhead


 


Ein später Nachfolger des Commodus, hier ohne Gewehr




Zum 3. Mal haben die OSZE-Beauftragten versucht, auf die Krim zu gelangen und sich einen Eindruck zu verschaffen, was für Soldaten das sind, die überall auf der Krim die Macht an sich reißen. Dieses Mal feuerten die vermummten Soldaten Warnschüsse ab aus ihren Kalaschnikows. Eine klare Sprache der Kreml-Kanaille und ihrer Marionetten.
Wie konnte es so weit kommen? Gab es keinerlei Hinweise, wie Putin einzuschätzen sei?

Doch, die gab es. Es gab viele. Seine Sozialisierung als KGB-Agent bildet das Fundament. Dann die Verfolgung jeglicher Opposition. Das Doppelspiel mit Medwedjew. Die Beibehaltung der Justiz als Vollzugsorgan der Regierung. Nichtgewährung von garantierten Eigentumsrechten. Manipulierung von Wahlen. Und noch einiges mehr ließe sich aufzählen. Die Besetzung der Krim und ihre bevorstehende Annektierung sind der vorläufige Höhepunkt. Der sich auch von der medialen Selbstinszenierung Putins als Starkmeier mit nacktem Oberkörper mit Angelrute, Pferd oder Gewehr ahnen ließ. Diese Körpersignale deuten nicht auf zivilisierte Friedfertigkeit hin. Wie kann man mit solch einer Kanaille größere Gasverträge abschließen? Wieso konnte Schröder nicht erkennen, mit wem er es da zu tun hatte? Gerhard Schröder, der in der Vergangenheit seinen Mund stets weit aufriß, schweigt.

Samstag, 8. März 2014

Der Weg ist nicht das Ziel




Commodus, Sohn des klugen Marc Aurel, regiert Rom von 180 bis 192 und liebt die primitiven Gladiatorenspiele, in denen er selbst tötet, weswegen er sich hier mit der Gladiatorenkeule darstellen läßt.

(Bild: Wiki./Frantz)





“Der Weg, der, auch in der abendländischen Geschichte selbst, von diesem einfacheren, von dem primitiveren Seelenaufbau zu dem differenzierteren unserer Tage führt, bleibt im Dunkel.”
So Norbert Elias in seiner Untersuchung “Über den Prozeß der Zivilisation” (2. Bd., S. 385) 
Ähnlich der Althistoriker Christian Meier, wenn er vom “griechischen Wunder” spricht, das nicht recht zu erklären sei.

Die antiken Anfänge werden beherrscht von starken Kontrasten. In Athen wirken Figuren wie Perikles und Epikur, aber die Melier rotten die Athener aus, weil sie sich Athen nicht unterwerfen wollen. Das erbarmungslos kriegerische Sparta unterwirft Athen im langen Peloponnesischen Krieg, den Thukydides klug beschreibt und analysiert, und Alexander der Grobe begräbt die alte Poliswelt und öffnet orientalischen Unterwerfungsbräuchen die Tür zum Westen.

Seneca in Rom spürt in seiner “Trostschrift an Marcia” der Wahrnehmung des Leidens nach und dem richtigen Verhalten damit, Nero zwingt ihn zur Selbsttötung und bluttriefende Gladiatorenspiele dienen der öffentlichen Unterhaltung.
Die Lust an der Grausamkeit lebt heute in den zahllosen Krimis und Schießspielen. Tatsächlich getötet wird im Westen weniger, wenn auch die Zahlen seit etwa 1970 nach langem Absinken wieder ansteigen.