Dienstag, 20. Oktober 2015

Stuhlregie











Sitzt bei der Schwätzsendung am Wochenende der Linksaußen neben dem Rechtsaußen. Das Bild war in der FAZ. Holt der Rechtsaußen Höcke die deutschen Farben aus der Tasche und hängt sie über die Stuhllehne. Findet der Linkaußen Heiko Maas gar nicht gut. Der FAZ-Kritiker auch nicht. Die Farben sieht er im Ursprung beim „Reichsbanner Schwarzrotgold“. Sie gehen aber auf das Hambacher Fest von 1832 zurück. Da ging es um die nationale Einigung. Darum sollte es auch heute gehen in der Abwehr der illegalen Eindringlinge.





Montag, 19. Oktober 2015

Wollte Ott die Gegenkandidatin ausschalten? Nein, nicht vorstellbar.


Der Mann ist mit 44 Jahren im besten Arbeitsalter. Als Maler und Lackierer besitzt er einen Beruf mit Nachfrage. Unser Maler macht Termine mit 5 Monaten Vorlaufzeit. Wenn der Anstreicher Frank S. seit vielen Jahren trotzdem den Arbeitslosen gibt und Hartz 4 bezieht, dazu Wohngeld etc., dann scheint es sich um einen Asozialen zu handeln, wie ihn der deutsche, völlig ausgeuferte Sozialstaat fast regelmäßig hervorbringt. Dieser arbeitsscheue Mann hat nun einen entsetzlichen Mordanschlag auf eine Kölner Kandidatin verübt, wobei er „wirre Parolen“ mit „Messias“ (Focus) gerufen haben soll. Dieser Asoziale ist ganz offenbar also über seine asoziale Mentalität hinaus auch geistig verwirrt, wozu auch das Attentat als solches gezählt werden muß, wenn man nicht annehmen will, daß der SPD-Kandidat Ott es in Auftrag gegeben hat, um die von der CDU unterstützte Gegenkandidatin Reker auszuschalten. Diese Annahme verbietet sich natürlich.

Aber eine andere Annnahme wird von interessierter Seite aufgebaut, nämlich, daß der asoziale Frank S. ein Rechtsradikaler sei. Das besitzt seine Logik. Denn die Linksradikalen brauchen Rechtsradikale. Und umgekehrt. Da es in Deutschland unterdurchschnittlich wenige Rechtsradikale gibt, muß auch jeder psychiatrische Fall für die linke Propaganda herhalten. Ziel dieser Propaganda ist es, alles, was nicht klar links ist, als rechtsradikal zu brandmarken. Aber die Reste der bürgerlichen Mitte, die das Links-Rechts-Schema für defizient halten, für ein durchsichtiges Dummie-Schema, entziehen sich dieser Propaganda. Gut so. Es gibt nämlich zwischen Linken und Rechten, von den Radikalen nicht zu reden, die goldene Mitte. Sollte man sie die schwarzrotgoldene Mitte nennen?













Sonntag, 18. Oktober 2015

Schlecht geschlafen? Das ist der Klimawandel!











Die Braunfärbung hat begonnen - hier eine Esche - aber sehr zaghaft, weil der Sommer insgesamt wieder ziemlich feucht war. Trotzdem weist die Dhünn-Talsperre einen niedrigen Wasserstand auf, was natürlich an der Entnahme liegt. Der Betreiber spricht aber vom "Klimawandel" - dieses Wort wird wahrscheinlich demnächst auch für Brückenschäden, Autounfälle und den Absatz von Buttermilch verwendet. Der europäische Genius wandelt sich.







Samstag, 17. Oktober 2015

Locarno 1925





Schmidt-Chefdolmetscher


Im Januar 1923 hatte Poincare das Ruhrgebiet besetzt, beflügelt von seinem nachhaltigen antideutschen Furor. Im Sommer 1923 befand sich die Ruhrgebietskrise auf dem Höhepunkt. 1924 gelang es in London, eine Entschärfung einzuleiten. Doch die Umsetzung der Londoner Beschlüsse blieb noch 1925 schwierig. Der Dolmetscher Paul Schmidt notierte in seinen Erinnerungen “Statist auf diplomatischer Bühne 1923-1945” 1925 in Koblenz:
“Mit der Zigarette zwischen den Lippen blickten uns unsere französischen und belgischen Gesprächspartner mit eisiger Ablehnung an, und auch die Engländer verhielten sich nicht viel freundlicher. Es war ein eigenartiges Gefühl für mich, im eigenen Lande von Ausländern als unerwünschter, höchstens geduldeter Gast behandelt zu werden, wenn ich mit den übrigen Delegierten das von den Besatzungsbehörden in Koblenz zum Verhandlungsort bestimmte Gebäude des Oberpräsidiums betrat.” 
(A.a.O., S. 69)
Kaum glaublich, daß es dann im Oktober 1925 - vor 90 Jahren - den Außenministern Austen Chamberlain, Briand und Stresemann gelang, den Vertrag von Locarno zu erreichen. Elsaß-Lothringen blieb Besitzstand Frankreichs, eine Ausdehnung der französischen Grenze nach Osten unterblieb, die französischen und belgischen Truppen räumten Rhein und Ruhr, das Rheinland blieb demilitarisiert.

Die Kriegsschuldfrage hatte noch einmal eine unrühmliche Rolle gespielt, konnte aber umschifft werden. Für die deutsche Linke spielt sie immer noch eine große Rolle, daher eine kleine Erinnerung:

Statt der ‘Gesellschaft’ alle Schuld in die Schuhe zu schieben, wollen wir doch die Politiker und ihre Kumpane benennen, die maßgeblich einen gefährlichen Weg einschlugen, von dem sie mangels Weitblick und Vorstellungsvermögen nicht ahnten, wohin er 1914 führen könnte: Delcasse, Poincare, Pasic, Paleologue, Sasonow, Kriwoschein, Nikolaus II., Suchomlinow, Paul Cambon, Grey, Churchill, Henry Wilson. Wilhelm II. und Franz Joseph waren eher Getriebene, wobei Wien nach dem entsetzlichen serbischen Doppelmord in Sarajewo allerdings den Fehler des Ultimatums an den serbischen Kriegstreiber Pasic beging. Ohne russische Anstachelung wär der serbische Präsident Pasic allerdings auf das Ultimatum eingegangen.) Im Dreibund war es dann an Deutschland, Wien beizustehen. (Näheres s. Clark, Schlafwandler)

Nach dem Krieg, von dem alle angenommen hatten, daß er kurz ausfallen würde, wäre dann ein normaler Friedensschluß ohne ausufernde französische Schikanen nötig gewesen. Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson hätte ihn gegen Paris erzwingen müssen.

Vorher bereits standen Grey und Poincare in der Pflicht, zur Verkürzung des Krieges beizutragen. Dazu der Historiker Hans Fenske in der Rezension von Hans-Christoph Kraus (FAZ, 30.09.2014):

“Vor dem Krieg ist nach dem Krieg
Alliierte lehnten Friedensgespräche mit Mittelmächten ab

Am Beginn des düsteren vierten Kriegswinters 1917/18 erschien im "Daily Telegraph" ein "Brief an den Herausgeber", in dem es hieß: "Wir stehen jetzt im vierten Jahr des fürchterlichsten Krieges, den die Welt je erlebt hat, eines Krieges, in dem die Toten nur nach Millionen gezählt werden können. [. . .] Die Minister verharren darin, uns zu erzählen, dass sie vergeblich den Horizont nach einer Aussicht auf dauernden Frieden absuchen." Der frühere konservative Außenminister Lord Lansdowne, der am 29. November 1917 dieses Schreiben veröffentlichte und sich damit zu denjenigen bekannte, "die mit Schrecken einer Verlängerung des Krieges entgegenblicken, die glauben, dass seine mutwillige Verlängerung ein Verbrechen sein würde", forderte eine sofortige Aufnahme von Friedensverhandlungen mit Deutschland. Der Berliner Regierung solle zugesichert werden, so Lansdowne weiter, "dass wir nicht die Vernichtung Deutschlands als Großmacht wünschen" und "dass wir seinem Volk keinerlei andere Regierungsform aufzuerlegen suchen, als es sich selbst wählt". Diese mutige Aktion hatte nur ein Ergebnis: Sie kostete Lansdowne sein Ansehen und seine Stellung in der britischen Politik.

Die Frage, ob ein früherer Friedensschluss tatsächlich möglich gewesen wäre, um den zunehmend mörderischer werdenden, Millionen Menschenleben verschlingenden Krieg zu beenden, ist später of diskutiert worden. Hans Fenske stellt die Frage in seinem knappen, engagiert geschriebenen Büchlein aufs Neue, und er bejaht sie entschieden. Er weist nochmals darauf hin, dass es nur die "Mittelmächte" Deutschland und Österreich-Ungarn waren, die mehrfach nach Möglichkeiten suchten, den Krieg durch eine Verständigung beider Seiten zu beenden, doch "die Alliierten verweigerten [. . . ] jedes Gespräch über einen Friedensschluss. Diese beharrliche Ablehnung eines Ausgleichs, dieses Setzen auf einen Sieg ohne jede Kompromissbereitschaft war die erste entscheidende Weichenstellung in der Epoche der Weltkriege, es war der Anfang vom Ende des alten Europa." Hätten sich die Alliierten, so Fenske weiter, "auf das Friedensangebot der Mittelmächte vom Dezember 1916 oder das wenig spätere Vermittlungsangebot des amerikanischen Präsidenten eingelassen, so wäre ein weitaus gerechteres Friedenswerk zustande gekommen als das von 1919/20".
(Hans Fenske: "Der Anfang vom Ende des alten Europa." Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914-1919. Olzog Verlag, München 2013. 144 S., 19,90 [Euro])











Freitag, 16. Oktober 2015

Sag' ich mal


Michael Oakeshott (1901-90)

(Foto: LSE/cassiopen1/Wiki.)


«Ich glaube nicht, dass die Vernunft das einzige Band ist, das die Menschen zusammenbringt, nicht, weil Menschen manchmal unvernünftig sind, sondern weil es etwas viel Stärkeres gibt, das sie zusammenführt, zum Beispiel eine gemeinsame Kultur.»
So Michael Oakeshott 1948 an Karl Popper.

Daher sind mir die Barbaren aus dem Morgenland sehr unwillkommen. 

"Vernunft" kann man getrost mit einem höheren IQ-Wert ersetzen, die akademische Mittelschicht kann sich überwiegend gut an andere Landessitten anpassen. Das gilt speziell für Ostasiaten. Die USA profitieren stark vom Import von großen Talenten aus Indien, China, Europa und Japan, die die amerikanische Akademia-Kultur schätzen und die deswegen kommen. Das ist ein Gewinn für beide Seiten. 
Es gibt Ökonomen wie Straubhaar, die die Einwanderung in die Sozialkassen mit IQ 90 nicht von der Einwanderung von Spitzenbegabungen mit IQ 130 unterscheiden können. Traurig.