Sonntag, 25. Oktober 2015
Samstag, 24. Oktober 2015
Freitag, 23. Oktober 2015
Sublim, wie sie's machen
„Im
Westjordanland ist erneut ein Palästinenser nach einer Messerattacke auf einen
israelischen Soldaten angeschossen worden.“ DLF, Nachrichten, 23.10.15
Da die Handlung von dem
Araber ausgeht, muß der Satz ihn als Akteur im Aktiv an den Anfang, in den
Mittelpunkt stellen:
Erneut hat ein Araber im Westjordanland einen
israelischen Soldaten mit einem Messer angegriffen. Er wurde mit der Waffe
abgewehrt und angeschossen.
Daß der Araber passivisch
als Opfer im Satz erscheint, verharmlost den Messerstecher. Da es sich zudem um
eine Messerstecher-Terror-Kampagne handelt, zu der von arabischen Banden
aufgerufen wurde, handelt es insgesamt um eine sprachliche Verharmlosung.
Wem dient sie? Den
arabischen Terroristen, die bereits 18 Israelis ermordeten. Was verrät das über
die Redakteure? Ihre anti-israelische Gesinnung. Ihr Werkzeug ist die ständige,
hinterhältige Propaganda, die sich erst auf den zweiten Blick entdeckt.
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Kommunikationen sind das "Wesen"
Ja, Religionen unterscheiden sich. Man braucht nur den Zivilisationsstand rund um die Welt zu betrachten. Wie sich zB Usbekistan von Japan unterscheidet. Aber auch im Christentum gibt es Unterschiede. Karl-Heinz Menke hat sich damit beschäftigt in seinem Buch “Das unterscheidend Christliche”.
Der sog. Altprotestantismus vertraue auf die Verbalinspiration, daher stehe das Wort im Mittelpunkt. Am Anfang stand bekanntlich das Wort. Der Katholizismus hingegen identifiziere sich mit der “Wahrheit” des Jesus Christus. Deswegen trägt das Vorgängerbuch des Bonner Theologen Menke auch den Titel “Die Wahrheit ist Person”.
Der Neuprotestantismus ist archäologisch geartet: Was steckt unter der historischen Larve? Adolf von Harnack bemüht sich um das Abtragen der geschichtlichen Dogmen, um zum “Wesen des Christentums” vorzustoßen. Dies war 1841 der Titel der Feuerbach’schen Religionskritik.
Je mehr die Bibelforschung herausfand, desto stärker empfanden vor allem die protestantischen Theologen die Aufgabe, das Überzeitliche zu identifizieren. Zu nennen sind hier speziell Ernst Troeltsch, dem die innere Berührung mit Gott die Hauptsache des Christentums ausmacht, und der ‘Entmythologisierer’ Rudolf Bultmann. Insgesamt sind diese Denkbemühungen der christlichen Theologen recht eindrucksvoll, und sie reichen mit Küng, H.Urs v. Balthasar und Ratzinger bis in die Gegenwart.
http://www.deutschlandfunk.de/das-religionsverstaendnis-von-rudolf-bultmann.886.de.html?dram:article_id=239309
Mittwoch, 21. Oktober 2015
Vorsicht! Ironie!
Vorneweg: Ich bin eher ein
Freund der gediegenen Sprache, ein Langweiler sozusagen. In Zeiten der Indezenz
ist das nicht angesagt. Daher sind mir ein Ralf Stegner und ein Lutz Bachmann
nicht die erste Wahl. Aber andere lieben eine drastische Wortwahl. Nun ja.
Jeder nach seiner Fasson? Auch Ironie kann dazukommen. Das ist aber sehr problematisch.
Uneigentliches Sprechen, das vom Hörer umgesetzt werden muß, um richtig
verstanden zu werden, verstehen viele nicht. Und wahrscheinlich werden es mit
der Absenkung des gymnasialen Niveaus immer mehr. Im Deutschunterricht sind
Filme wie „Fack u Göhte“ Renner.
„Aber die KZs sind ja leider
derzeit außer Betrieb“. Sagte laut FAZ der Autor Pirincci auf der
Pegida-Kundgebung am Montag. Das ist offenbar ironische Regierungskritik: Er
unterstellt Siggi-Pop, Linksaußen Heiko Maas und den anderen Berliner
Herrschern, daß sie Leute wie ihn - Akif Pirincci - am liebsten in ein KZ
einweisen würden. Das ist Satire. Geradezu harmlos, wenn man das mit Tucholsky
vergleicht:
“„Möge
das Gas in die Spielstuben eurer Kinder schleichen. Mögen sie langsam umsinken,
die Püppchen. Ich wünsche der Frau des Kirchenrats und des Chefredakteurs und
der Mutter des Bildhauers und der Schwester des Bankiers, daß sie einen
bitteren, qualvollen Tod finden, alle zusammen. Weil sie es so wollen, ohne es
zu wollen.“
Kurt Tucholsky, Werke Bd. 5, (Dänische Felder, Weltbühne 1927)
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