Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
(1827) Eduard Mörike (1804 - 1875)
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
(1827) Eduard Mörike (1804 - 1875)
(76% Chinesen, 15% Malayen und Muslime, 6% indische Hindus und Sikhs)
Das “Weiße Papier” deklariert für den Stadtstaat:
NATION vor (ethnischer) Gemeinschaft, Gesellschaft vor Ich
FAMILIE als Grundbaustein der Gesellschaft
INDIVIDUUM: Anerkennung und Unterstützung durch die Gemeinschaft
RASSISCHE und RELIGIÖSE Harmonie”*
Das INDIVIDUUM wurde erst nach zweijähriger Diskussion aufgenommen, es ist augenscheinlich ein europäischer Import und hat einen angefochtenen Stand; es entspricht nicht der chinesischen und indischen Tradition und widerspricht dem Islam. Die Entwicklung des Individualismus im Westen findet in Asien auch wenig Bewunderer: Kriminalität, Drogenkonsum, Instabilität der Familien. Nicht nur aus Fernost betrachtet befindet sich der Westen im Niedergang und gilt nicht als Vorbild.
“Doch die Illusionen und Vorurteile … leben fort … in der verbreiteten und provinziellen Einbildung, die europäische Kultur des Westens sei jetzt die universale Weltkultur.”**
*Huntington: Kampf der Kulturen Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert S. 527; **ebd., S. 75
Malerei ist nichts Weltbewegendes, aber etwas Weltbegleitendes; was zur Anschauung gebracht wird - man denke nur an die Maler der Reformation, ohne die die Reformation vielleicht sogar weniger erfolgreich gewesen wäre - was also zur Anschauung gebracht wird, widerspiegelt direkt oder versteckt Entwicklungen und Topoi in Gesellschaften und Gemeinschaften. Eine direkte Widerspiegelungsbeziehung nach marxistischer Vorstellung besteht nicht, doch kann man die Porträts in der Renaissancemalerei und danach durchaus mit der Entdeckung des Individuums in Verbindung bringen.
Und auch der spielerische Umgang mit Sehweisen, Perspektiven und Formen wie hier bei Braque zeigt an, daß in der Gesellschaft, in der so etwas entsteht, eine gewisse kulturelle Offenheit besteht.
Wo doktrinär Bilderlosigkeit herrscht, existiert insgesamt eine doktrinäre Kulturverfassung, wie im Islam - der global einzigen Kultur ohne Malerei.