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Freitag, 6. April 2018

Nachbeten ist eines Aufklärers unwürdig


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Das Märzen­veilchen blüht dieses Jahr erst im April – Wo ist die Klima­erwärmung?

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe
Was für den Deutschen Wetterdienst der Forsythienstrauch in Hamburg bedeutet, sind für mich persönlich die Märzenveilchen. Für mich persönlich heißen sie auch Josefsveilchen, da der 19.März in Süddeutschland früher Feiertag war und mein Vater hieß genauso wie ich. Gefeiert wurde in katholischen Landen der Namenstag und nicht der Geburtstag, und der Josefstag war einer der bedeutendsten Tage im Jahr. Natürlich schulfrei. Es kam nach meiner Erinnerung einige Male in meiner Kindheit vor, geboren 1950, dass meine Mutter uns auf den Namenstag-Frühstückstisch zur Gratulation die blauen Frühlingsblümchen, gepflückt im eigenen Garten, legte. ..."


https://www.eike-klima-energie.eu/2018/04/06/das-maerzenveilchen-blueht-dieses-jahr-erst-im-april-wo-ist-die-klimaerwaermung/

Besonders blamabel bei Steven Pinkers neuem Politmanifest "Enlightenment Now" erscheint sein Herunterbeten des Klima-Klamauks; im Widerspruch war die Aufklärung mutig. 
"Brechet die Kette Eurer Vorurtheile, bewaffnet Euch mit der Fackel der Erfahrung und Ihr werdet der Natur die verdiente Ehre erweisen, statt aus der Unkenntniß, in welcher sie Euch gelassen, Schlüsse zu ihrem Nachtheile zu ziehen. Oeffnet nur die Augen und lasset das für Euch Unbegreifliche auf sich beruhen", heißt es bei dem Aufklärer Julien Offray de La Mettrie (1709-51) in seinem Buch "Der Mensch eine Maschine". 
La Mettrie hatte schon Frankreich in Richtung der Niederlande verlassen müssen, nach Erscheinen des Buches war sein Bleiben in Leiden auch nicht mehr sicher und da blieb für einen freien Geist nur noch: Preußen. Friedrich II. stellte La Mettrie als Leibarzt ein und besorgte seine Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften. 
"Oeffnet nur die Augen" kann man mit La Mettrie nur allen zurufen, die am Klima-Aberglauben kleben. Daß Pinker nicht auf die Argumente der Professoren Richard Lindzen, Judith Curry, Roy Spencer, John Christie, Roger Pielke etc. eingeht, blamiert ihn.   















Sonntag, 20. Juli 2014

So geht Geschichte







Ein Kopf des militärischen Widerstands gegen Hitler: Generalstabschef des Heeres Ludwig Beck




Natürlich spielt der Zufall die größte Rolle in der Geschichte. Plötzlich verstarb der junge Alexander der Grobe nach einer Völlerei. Das änderte alle Koordinaten im Vorderen Orient. Die Diadochenkämpfe begannen.
Nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Kunersdorf 1759 im 7jährigen Krieg war der junge Kriegstreiber Friedrich 2. eigentlich am Ende. Doch die Zarin starb plötzlich, ihr folgte Peter 3., der aus der Allianz gegen Preußen ausschied - mit sinkendem Testosteronspiegel und der Lebenserfahrung konnte Friedrich reifen und Preußen zum fortschrittlichsten Staat in Europa machen, so Mirabeau.
Und wenn Präsident Hindenburg, der Hitler nicht mochte, jünger gewesen wäre, Hitler wäre nach dem schlechten Wahlergebnis von 1932 nicht Kanzler geworden.
Und mußte man dem Ermächtigungsgesetz 1933 zustimmen, wie Theodor Heuss meinte? Eine Boykottaktion hätte die Opposition gestärkt. In der Wehrmacht, zum Beispiel, um die Generale Ludwig Beck (Generalstabschef des Heeres), Hammerstein-Equord, Halder, Oster und Witzleben. Sie wollten Hitler verhaften, nachdem der den geplanten Angriff auf Prag begonnen haben würde. Darüber wollten sie mit der britischen Regierung sprechen, doch der ehrenwerte Chamberlain lehnte ab und unterschrieb 1938 lieber das Münchener Diktat.


















Donnerstag, 23. August 2012

Da lachten die Kapetinger






Diese zusammenhanglosen Fleckchen in Altrosa vom Niederhein bis Ostpreußen um 1700 sollten tatsächlich einmal ein Staat werden – wäre ohne den calvinistischen Turbo kaum gelungen.
Erst 1660 hatte sich das Herzogtum Preußen aus dem polnischen Lehensverband gelöst, es gehörte aber nicht zum Deutschen Reich.

(Karte: Harms Geschichts- u. Kulturatlas)




„In einem alten französischen Konversationslexikon steht unter dem Namen Preußen die Beschreibung: ‚Ein Königreich, das durch Kriege und Räubereien gewachsen ist.’
Nun, das sind alle Königreiche - und die meisten Republiken. Friedrich der Große hat hier nichts anderes getan als Ludwig von Frankreich oder Peter von Rußland oder Präsident Polk von den Vereinigten Staaten von Amerika.“
(Golo Mann, Dt. Geschichte, S. 41)

Allerdings war Preußen im 16. Jahrhundert nur ein unbedeutendes, zerrissenes Fürstentum ohne homogene Bevölkerung. Es bestand aus den unzusammenhängenden kleinen Gebieten der Mark Brandenburg, dem Herzogtum Preußen und den winzigen rheinischen Gebieten Kleve, Mark und Ravensberg. Eine Lächerlichkeit verglichen mit Frankreich und den Kapetingern, die sich dieses homogene Gebiet unterwarfen. Aber bereits 1539 schloß sich Joachim II. dem Luthertum an und Johann Sigismund trat 1618 zum Calvinismus über. Dabei blieb es unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der aber seine katholischen und lutherischen Bürger respektierte und keine Bartholomäusnacht anrichtete. König Friedrich Wilhelm I., ebenfalls Calvinist, führte das Werk des Großen Kurfürsten, die Staatsbildung, fort und machte Disziplin und Sparsamkeit zur Staatsraison. So gedieh Preußen, wobei auch die protestantische Neigung zu Schule und Wissenschaft eine Rolle spielte, während es mit dem katholischen Bayern und dem katholischen Österreich nicht recht weiterging. 

So wie es in Südamerika auch heute noch nur sehr holperig weitergeht und zwischendurch Chikago Boys importiert werden müssen. Katholische Länder unter säkular-religiöser Verwaltung wie Kuba verelendeten allerdings. Wo der Katholizismus noch eine gewisse Zurückhaltung übt, im Wirtschaftsleben, dort gebärdet sich die politische Säkularreligion (Eric Voegelin) Marxismus totalitär und setzt alle 5 Grundsätze der Wohlstandsmehrung außer Kraft:
1.  Berechenbare politische Rahmenbedingungen
2.  Herrschaft des Gesetzes
3.  Anreize, sich produktiv zu verhalten
4.  Marktwirtschaft, Haftung
5.  Klare Grenzen für die Staatstätigkeit
Aus solcher Mißachtung folgt Armut. Auch Zusammenbruch. Das schaffen aber totalitäre metaphysische Religionen auch. Persien steht am Rande des Ruins.


Mittwoch, 8. Februar 2012

Großformat







Lob von Gescheitlinks: Wolfgang Venohr würdigt Friedrich II.




Gut, die Liste seiner Fehler ist lang, wie das bei Menschen zu sein pflegt, aber wenn man sich umblickt und auf die Merkel, Wulff, Gabriel, Sarkozy, Monti, Barroso, Zapatero, Papandreou etc. blickt – dann schneidet er nicht schlecht ab: Friedrich Hohenzollern, der Zweite, vor 300 Jahren geboren. Er pflegte seine Deutschfeindlichkeit nicht hinterrücks, wie das heute zu sein pflegt, deutsch sprach er nur mit den Pferden. Ganz im Stil der Pariser Kritik beklagte der französisierende Friedrich noch sechs Jahre vor seinem Tod in der Schrift „De la litterature allemande“ von1780 die zuchtlose Verwilderung der deutschen Sprache und geißelt die abscheulichen Plattheiten in Goethes „Götz von Berlichingen“, den er vermutlich nie gelesen hat.
Trotzdem nahm Goethe ihm das nicht krumm, vielleicht las er seinerseits Fritz nicht, jedenfalls bekannte er in „Dichtung und Wahrheit“, daß er und andere seiner schreibenden Generation ganz „fritzisch“ gesonnen gewesen seien und meint weiter:
„Der erste wahre und höhere eigentliche Lebensgehalt kam durch Friedrich den Großen und die Taten des Siebenjährigen Krieges in die deutsche Poesie ... Betrachtet man genau, was der deutschen Poesie fehlte, so war es ein Gehalt, und zwar ein nationeller; an Talenten war niemals Mangel ...“
Friedrichs Liebe und Förderung für alles Französische und die entsprechenden französischen Einflüsse sieht Goethe dialektisch und insofern „den Deutschen höchst förderlich, indem sie dadurch zu Widerspruch und Widerstreben aufgefordert wurden; ebenso war die Abneigung Friedrichs gegen das Deutsche für die Bildung des Literarwesens ein Glück ... Man tat, was man für recht erkannte, und wünschte und wollte, daß der König dieses deutsche Rechte anerkennen und schätzen solle.“ (7. Buch) Goethe tat das seine und führte, Schiller und andere waren auch noch dabei, die deutsche Sprache wie die Literatur auf einen Gipfelpunkt, auf dem wir heute noch bequem stehen können, wenn wir denn wollen. Das Denglische liegt den heutigen Bundestäglern aber näher als das klassische Deutsch, doch ihr Englisch ist meist recht schlecht, nie könnten sie darin schreiben, wie Friedrich es tat in seinem Französisch. Und er konnte nicht nur schreiben, sondern auch komponieren und musizieren, er brachte sein Land auf allen Gebieten voran, weswegen er bei den französischen Intellektuellen geachtet war und gelobt wurde. „Gute Regierung“ war dabei der Maßstab, der Friedrich über alle seine europäischen Mitregenten hinaushob. Sein Führungsformat, insbesondere bei der Rückkehr zu seines Vaters Friedenspolitik, war beeindruckend.
Man darf also füglich wie Goethe „fritzisch“ gesonnen sein, ohne Friedrichs Fehler zu vergessen. Zu denen gehört gewiß sein Atheismus nicht, da hat er uns, anders als Jürgen Kaube meint („Porzellan mit Wertaufdruck“, FAZ 24.1.12), auch heute noch Gültiges zu sagen. Und nicht zuletzt ist seine auf die Tüchtigkeit der Einwanderer gestellte Zuzugspolitik richtungweisend.