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Sonntag, 1. März 2026

Währungspolitik

 

Währungspolitik


Schulden können drücken, das weiß jeder. Mit politischen Schulden kann es ganz anders sein. Politiker nehmen sie leichten Sinnes auf und wissen, daß sie 

sie nicht zurückzahlen müssen, wenn sie nicht wollen. Sie können die Inflation anwerfen, die die Schulden reduzieren. Oder sie können sogar einen Währungsschnitt durchführen. Galoppiert die Inflation, wie Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, kann die gesellschaftliche Ordnung zerfallen. Man hat es gesehen in Deutschland, in Argentinien, in Venezuela, jetzt im Iran. 

Bereits Friedrich A.v. Hayek, dekorierter Nobelpreisträger, hat das gesehen und für eine regierungsfreie Währung plädiert. Das hat zu einer gewissen Unabhängigkeit der Zentralbanken und neuerdings zu den Bitcoin-Währungen geführt. Beide Wege sind nicht sehr stabil, der betrügerische Konkurs des begabten Mathematikers und Obama-Spenders Sam Bankman-Fried hat das unlängst gezeigt. Das Problem ist bekannt, aber eine Lösung wird es nicht geben, Sachwerte sind daher Trumpf. Bleiben Trumpf. Aber man kann politisch den Sozialstaat versuchen zu zügeln, denn der Sozialstaat ist ein gieriger Moloch und Schuldenverursacher und inflationstreibend. Aber es geht nicht ohne Staat, und mit dem Staat wird es holperig bleiben.


Sonntag, 27. Oktober 2024

Kraus, Der Rausch der Dekadenz: Ist der Westen am Ende? Interview mit Josef Kraus

https://www.youtube.com/watch?v=vvm7_MdSTtY 

Welche Kräfte bewirken was? Kraus vergleicht die Entwicklung zum allgemeinen Leistungsabbau, zu exotischen Verhaltensweisen, zerstörerischer Einwanderung in die üppigen Sozialsysteme mit einem “Rausch”. Das erklärt leider nichts. Werfen wir einen Blick darauf, wie es in den USA begann, in Berkeley zum Beispiel, wo wohlhabende Studenten aggressiv - junge Männer tendieren immer zur Aggressivität überall -  den Campus besetzten, weil sie viel Zeit und viel Taschengeld besaßen und so intelligent waren, sich anschlußfähige Forderungen zu erdenken, wie seinerzeit die Opposition gegen den Vietnamkrieg oder Drogengenuß und Hippietum (Lustprinzip und Leistungsverweigerung). Diese Jungmänneraggressivität wurde von neomarxistischen Professoren wie Herbert Marcuse und Drogenprof Timothy Leary unterstützt und angeheizt und verbreitete sich in den wohlhabenden Staaten - fast nur in den wohhabenden Staaten - bis heute. Die Weichwissenschaften wie Ökonomie, Soziologie, Psychologie, Philosophie, Politologie, Geschichte etc. sind in großen Teilen weniger an Wissenschaft orientiert sondern an Moden und Marotten - Sigmund Freud ist so ein Beispiel mit großem Masseneinfluß. 

Hayek bringt Freud auf den Punkt: “... so hat auch seine prinzipielle Zielsetzung, die kulturell erworbenen Repressionen zu überwinden und die natürlichen Triebe zu befreien, den unheilvollsten Angriff auf die Grundlage aller Zivilisation eröffnet. Heute ernten wir die Früchte dieser Saat, jene nicht domestizierten Wilden, die sich entfremdet nennen von etwas, dass sie nie gelernt haben, und die sogar versuchen, eine ‘Gegenkultur’ zu entwerfen, sind das notwendige Produkt der permissiven Erziehung, die es versäumt, die Bürde der Kultur weiterzugeben, und die den natürlichen Instinkten vertraut, die die Instinkte des Wilden sind.” F.A.v. Hayek, Recht, Gesetzgebung und Freiheit, München 1980, Bd. 3, zit. nach Gerd Habermann, Philosophie der Freiheit, Hayek-Brevier, S. 52

Mittwoch, 18. September 2019

Ein Paradox


Hayek über die Aufnahmeprüfungen von Oxbridge und über ein Paradox:

“Die Zahl der berühmten Wissenschaftler, die in der Schule schlechte Schüler waren und derartige Tests nicht bestanden hätten, ist groß - der Anteil der Kinder dagegen, die in der Schule in allen Fächern sehr gut waren und später geistig herausragende Persönlichkeiten wurden, vergleichsweise klein.” 
Hayek, Zwei Arten des Denkens, in: Hayek, die Anmaßung von Wissen, Mohr (Siebeck), S. 322

Hayek war ein “Saisonarbeiter”, der sich den Stoff für die Jahresabschlußprüfungen kurz vorher schnell einpaukte und “solches Wissen ebenso rasch (vergaß), wie er “es erworben hatte”. (Ebd., S. 319)












Mittwoch, 15. Mai 2019

Opium für Intellektuelle






Popper, Hayek, Glucksmann, Sartre, Aron - interessante Fotos. Popper und Hayek waren in ihrer Jugend kurze Zeit Sozialisten, bevor sie die Arbeit an ihren politischen Lebensthemen begannen: Popper schrieb seine “Offene Gesellschaft”, die Erstveröffentlichung erfolgte 1945, Hayeks “Road to Serfdom” erschien 1944, die “Constitution of Liberty” 1960. Raymond Aron begleitete seine Gegenwart schon kritisch als Lektor in Köln und Berlin und hielt dies so bis zu seinem Tod 1983. Insbesondere “Das Opium für Intellektuelle” von 1956 wandte sich gegen die neuerliche Rezeption des Marxismus. Sartre dagegen plädierte in “Marxismus und Existenzialismus” für einen um den Existentialismus erweiterten Marxismus. 1972 hielt Sartre die revolutionäre Gewaltanwendung für erforderlich, wie er in dem Maoistenblatt “La cause du peuple” darlegte. Er schrieb nicht nur in dieser roten Gazette, er verteilte sie auch, als sie nach einem maoistischen Bombenanschlag auf ein Grubenunternehmen verboten wurde. Während des Vietnamkriegs agitierte er für den Vietcong bzw. Hanoi, bis die kommunistische Diktatur des Nordens Südvietnam überrannte und alle Gegner des Sozialismus verfolgte und tötete.
Fotos aus Dahrendorf, Versuchungen der Unfreiheit, 2006, S. 131













Samstag, 11. Mai 2019

Fälschlich benannt "Entfremdung"


“Im Übergang von der primitiven Gesellschaft … zur offenen Großgesellschaft, die nicht länger durch gemeinsame konkrete Ziele, sondern nur durch den Gehorsam gegenüber denselben abstrakte Regeln zusammengehalten wird, vollzog sich die große Veränderung, aus der eine Gesellschaftsordnung hervorging, die in zunehmendem Maß für den Menschen unverständlich wurde, und für deren Erhaltung er sich erlernten Regeln unterwerfen mußte, die häufig seinen angeborenen Instinkten zuwiderliefen.”
F.A.v.Hayek, Die Anmaßung von Wissen, Die Disziplin der Freiheit, S. 53


Das war natürlich ein langer, schwieriger geschichtlicher Prozeß, den Hayek hier im Zeitraffer darstellt. Und da die Instinkte die gleichen geblieben sind, weil stammesgeschichtlich vererbt, ist die Disziplin, die Freiheit erfordert, stets in Gefahr, vernachlässigt zu werden, so wie das Bewußtsein für die Kostbarkeit der Freiheit. In weiten Teilen der Welt gibt es nicht einmal einen Begriff für die individuelle Freiheit. Wer ausschert aus dem Kollektiv, wird verprügelt, eingekerkert oder enthauptet. Auch erschossen, wie Hatun Sürücü von ihrer Familie. Im Milieu dieses Glaubens herrscht die entschiedene Lernverweigerung zugunsten uralter, einfacher Verhaltensmuster.



















Freitag, 10. Mai 2019

Hatun Sürücü wurde sie verwehrt durch ein totalitäres Milieu






“Der Mensch hat sich nicht in Freiheit entwickelt. Als Mitglied einer kleinen Horde, zu der er halten mußte, um zu überleben, war er alles andere als frei. Freiheit ist ein Artefakt der Zivilisation, das den Menschen von den Fesseln der kleinen Gruppe, deren flüchtigen Stimmungen sich sogar der Anführer unterwerfen mußte, befreite. Freiheit wurde möglich durch die schrittweise Entwicklung der Disziplin der Zivilisation, die auch zugleich die Disziplin der Freiheit ist.”

F.A.v.Hayek, Die Anmaßung von Wissen, Die Disziplin der Freiheit, S. 53











Samstag, 29. März 2014

50 Jahre Abbau der kognitiven Textprogrammteile



Den ganzen Tag schon feiern sie sich beim Westdeutschen Rotfunk, Abt. WDR3. Ich höre ihn immer noch oft, besonders das Klassik-Forum. Aber immer weniger, weil ich oft zu Nederland Radio4 und RTBF, BR u.a. schalte. Das Klassikprogramm wurde besonders zugunsten des Jazz stark gekürzt. Dem Jazz lausche ich zwar auch, aber meist nicht zu den Zeiten, die der WDR für richtig hält. Deswegen höre ich vor allem Radio4, weil dort ein verläßliches Programm wartet.-

Klassische Musik gehört zweifellos zur “Kultur”, aber doch zur Sparte Unterhaltung. Musik bedient Gefühle. Wissen und Denken werden durch die Sprache bedient, wenn überhaupt. Und da vermisse ich seit langem die Sendung “Am Abend vorgestellt”, die nicht einmal mehr erwähnt wird. Diese Rezensionen konnten sich hören lassen; auch wenn sie überwiegend linksgewickelt waren, so besaßen sie jedenfalls Niveau. Dergleichen gibt es nicht mehr auf WDR3. Wenn überall das Niveau absackt, warum sollte der WDR3 da eine Ausnahme machen?




"Wie anders tragen uns die Geistesfreuden,
Von Blatt zu Blatt, von Seit' zu Seit'!"

Goe., FAUST

Dienstag, 9. April 2013

So hätten wir es gern



Was trug Maggie immer in ihrer Handtasche?

Jawohl, Friedrich August v. Hayeks 
DIE VERFASSUNG DER FREIHEIT 
von 1971, 1974 bekam er den Nobelpreis
(Bild: DickClarkMises / Wiki.)





Denn jeder, der sein inn‘res Selbst
Nicht zu regieren weiß, regierte gar zu gern
Des Nachbars Willen
 Goethe, Faust II, 7015ff.

Da haben wir wohlformuliert das Prinzip der Kandidatenauswahl für politische Ämter, die für viele Kandidaten zutrifft. Es ist eine Negativauswahl, und wenn man dazunimmt, daß ein Drittel der Menschen überhaupt zu den kleinen oder großen Betrügern zählt, dann kann man Geschichte gleich viel besser verstehen. Und die Politiker ebenfalls. Das ist eine Spezies, der man grundsätzlich nicht vertrauen darf und der man nur so wenig Macht wir irgend möglich verleihen darf. Die Gefahr des Mißbrauchs zu groß, wie die Geschichte der letzten 3000 Jahre lehrt. Dreitausend Jahre deshalb, weil es dazu auch ein treffendes Zitat gibt:

Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.
 Goethe, West-östlicher Divan, Buch des Unmuts

Also Vorsicht! bei Politikern.
Und noch eins ist zu bedenken, denn es gibt gelegentlich, ausnahmsweise, vertrauenswürdige Politiker, die nicht zuerst an ihre Macht denken, und wie sie sie ausweiten können:

"Es ist durchaus wahr und eine ... Grundtatsache aller Geschichte, daß das schließliche Resultat politischen Handelns oft: nein, geradezu regelmäßig, in völlig unadäquatem, oft in geradezu paradoxem Verhältnis zu seinem ursprünglichen Sinn steht."
 (Max Weber, 'Politik als Beruf', Reclamausg. S. 64f. )

Daß sich alle Arten von Politikern oftmals irren, auch dafür liefert die Geschichte der letzten 3000 Jahre reichhaltiges Anschauungsmaterial.
Daher sind Politiker, die die persönliche Freiheit der Bürger achten und sie nicht in allen Bereichen bevormunden wollen, allen anderen vorzuziehen. Die fürsorglichen und bevormundenden Politiker höhlen nämlich den freiheitlichen Kern der Demokratie von innen Stück für Stück aus, bis nur noch eine Fassade steht.
Ließe sich eine Artung von Politikern umreißen, die als einigermaßen freiheitsverträglich gelten kann? Ja, doch, meint Goethe:

Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren.  (Maximen u. Refl. 352)

So eine Art Herzog Karl August also, oder Margret Thatcher.