Donnerstag, 22. Mai 2008

Methan: Vegetation als Quelle

Methan: Vegetation als Quelle für ein Treibhausgas

Von Reinhard Wandtner, FAZ 21.5.08

FAZ 21. Mai 2008 Vor gut zwei Jahren hat sich Frank Keppler auf gefährliches Terrain begeben. Mit seiner Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg war ihm der Nachweis gelungen, dass Pflanzen das stark als Treibhausgas wirkende Methan freisetzen können. Für jene Botaniker und Klimaforscher, die „bewährte“ Thesen lieber bestätigt als in Frage gestellt sehen, muss das einer wissenschaftlichen Kriegserklärung gleichgekommen sein. Denn das aus der belebten Natur stammende Methan, so die Lehrmeinung, wird nur von Mikroben erzeugt, und zwar enzymatisch unter weitgehendem Ausschluss von Sauerstoff. Als wichtigste Quellen gelten Sümpfe und andere Feuchtgebiete, überflutete Reisfelder sowie der Verdauungstrakt von Wiederkäuern und Termiten.

Der Befund der Heidelberger Forscher, dass Methan auch von Pflanzen und sogar trotz des Sauerstoffs der Luft gebildet werden kann, „hat die Welt der Pflanzenphysiologie erschüttert“, wie die niederländischen Botaniker Tom Dueck und Adrie van der Werf jetzt in dem Fachjournal „New Phytologist“ schreiben. Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beobachtungen wurden laut, und auch Dueck hegte sie damals. Nun haben die Wissenschaftler um Keppler, der inzwischen am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz arbeitet, ihre früheren Befunde untermauert.

Proben ausschließlich von Pflanzenmaterial

Ausgangssubstanzen für die Entstehung des Treibhausgases sind Pektine – Vielfachzucker, die in den Zellwänden von Pflanzen als Gerüstmaterial dienen. Diese enthalten Methoxy-Gruppen als Vorläufer des Methans. Vermutet haben das Keppler und andere Forscher zwar schon vor Jahren, aber erst jetzt konnte der Prozess zweifelsfrei nachgewiesen werden, und zwar anhand einer Isotopen-Analyse. Die Wissenschaftler hatten dafür gesorgt, dass Pektin und Polygalacturonsäure als weiterer potentieller Ausgangsstoff anstelle gewöhnlichen Wasserstoffs das Wasserstoff-Isotop Deuterium enthielten. Und dieses tauchte in dem aus den Pflanzen entweichenden Methan wieder auf.

Die Forscher verwendeten frisches oder getrocknetes Material von unterschiedlichen Pflanzen, zum Beispiel Blätter. Sie verzichteten dieses Mal auf Versuche mit ganzen Pflanzen, um möglichen störenden Einflüssen vorzubeugen. Die Proben setzten sie Wärme und ultravioletter Strahlung aus, wie sie im Sonnenlicht vorkommt. Einmal beschränkte man sich auf eine Erwärmung auf 20 bis 100 Grad, in einer weiteren Versuchsreihe kombinierte man Wärme und Strahlung, und in der dritten Variante ließ man nur die ultraviolette Strahlung einwirken.

Satelliten ermitteln hohe Methankonzentrationen

Wie Keppler zusammen mit Forschern aus Belfast und Utrecht nun in der Zeitschrift „New Phytologist“(Bd. 178, S. 808) berichtet, erwies sich vor allem das ultraviolette Licht als Motor für die Methanproduktion. Jedesmal, wenn die Lampe eingeschaltet wurde, entwich das Gas aus den Proben. Fehlte das ultraviolette Licht, musste das Material auf mindestens 80 Grad erwärmt werden, bis ähnlich viel Methan entstand. Offenbar handelt es sich um unterschiedliche Reaktionsmechanismen. Ganz geklärt sind die Prozesse aber noch nicht. So hat sich gezeigt, dass unter dem Einfluss von ultravioletter Strahlung auch Methan ohne Deuterium entsteht, was auf eine andere Ausgangssubstanz hinweist. Dass Gewächse zwar Methan abgeben, es aber nicht aktiv produzieren, dürfte nach den Worten von Dueck bei Pflanzenphysiologen mit gewisser Erleichterung aufgenommen werden.

Welchen Beitrag das Methan aus Pflanzen zum globalen Budget dieses Treibhausgases leistet, ist schwer abzuschätzen. Von Satelliten aus hat man jedenfalls über tropischen Regenwäldern erstaunlich hohe Methankonzentrationen ermittelt. Die in Pflanzen unter Einfluss des Sonnenlichts ablaufenden Reaktionen, denen man jetzt auf die Spur gekommen ist, scheinen eine Erklärung dafür zu liefern.

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Methan - ein Stück normale Natur!
Klaus Ermecke (kermecke) LB faz.net

Methan: ein Wort mit "M" - wie Märchenstunde! Denn eine ganze Reihe von Legenden wurden in den letzten Jahren gebildet, um den CO2-Märchen vom "anthropogenen Treibhauseffekt" noch eins obendrauf zu setzen. Tatsache ist, und der Artikel bestätigt das, daß es eine ganze Reihe natürlicher Quellen für das Methan in der Atmosphäre gibt. Tatsache ist auch - und der Hinweis fehlt hier - daß das Methan auf natürliche Weise zügig abgebaut wird. Dies geschieht durch Ozon, vor allem aber durch das Hydroxyl-Radikal (-OH). Strahlenphysikalisch stellt sich die Situation so dar: Methan ist ein infrarotaktives Gas (vulga "Treibhausgas") bei Wellenlängen etwa zwischen 7 und 8 Mikrometer. Aufgrund von Messungen der Satelliten der NIMBUS-Reihe wissen wir, daß in diesen Frequenzen in einer Höhe von ca. 4 km die Abstrahlung ins Weltall stattfindet. Darunter ist die Atmosphäre "optisch dicht". Strahlung in den Methan-Frequenzen, die vom Erdboden ausgeht, wird also in jedem Fall in der bodennahen Atmosphäre von Methan-Molekülen absorbiert. Weiter oben aber strahlt das Methan ins Weltall ab, es ist also ein Teil des KÜHLSYSTEMS der Atmosphäre. Änderungen im Spurengasanteil würden diese Mechanismen nicht ändern, also keine Aufheizung hervorrufen.

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Bei einer viel ausgedehnteren Bewaldung in früheren, schon geschichtlichen Zeiten gab es offenbar keine irdisch-atmosphärischen "Methan-Probleme". WD

Armut, Weniger Wirbelstürme



FAZ 20.5.08

Das ist nicht mehr die Armut der Bettelorden, der Dominikaner und Benediktiner, deren niederkalorische Ernährung sie intellektuell illuminierte und zu stattlicher Reihe führte: Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Duns Scotus, Meister Eckart. Die Absolventen der Phil. Fak. nach 68, die in den SPD-Medien von Armut schwafeln, verwenden einen statistischen, völlig substanzlosen Armutsbegriff. Das paßt zu ihrer intellektuellen Hutgröße, die die Nachrichten bei WDR&Co. weitgehend zu Unterhaltungs- und Propagandanachrichten macht.

- - "Gute deutsche Sozialpolitik hiesse gute Arbeitsmarktpolitik.
pra. (Berlin) Der am Montag veröffentlichte Bericht der deutschen Regierung über die Armut im Lande hat wieder einmal die Sozialpolitiker aller Parteien auf den Plan gerufen, um noch mehr Umverteilung und staatliche Regulierung zu fordern. Dabei wurden zwei zentrale Fakten übersehen. Erstens zeigt der Bericht, dass der deutsche Staat bereits überdurchschnittlich wirksam Armut bekämpft. Zweitens wird deutlich, dass die beste Politik zur Armutsbekämpfung eine solche wäre, welche möglichst viele Menschen in Arbeit bringt. Während gemäss dem Bericht im Jahre 2005 43% der Arbeitslosen vom dort höher als die staatliche Hilfe für Langzeitarbeitslose definierten Armutsrisiko betroffen waren, waren es von den Erwerbstätigen bloss 6%, weniger als die Hälfte des Durchschnitts aller «Armen». Die Regierungskoalition müsste deshalb alles unternehmen, um möglichst viele Arbeitslose, von denen es immer noch 3,4 Mio. gibt, möglichst rasch in dauerhafte Arbeitsbeziehungen zu führen. Das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auch bei Amtsantritt im Jahre 2005 versprochen. Doch die Politik der grossen Koalition von Union und SPD hat seither das Gegenteil bewirkt. Die Steuern wurden markant erhöht, wodurch das Wirtschaftswachstum gebremst wurde. Die Transfers an Arbeitslose wurden erhöht, wodurch die Arbeitsanreize wieder abgebaut wurden. Verschiedene Sozialtransfers wurden ausgebaut, wodurch eine potenziell stärkere Absenkung der Arbeitskosten torpediert wurde. Dadurch wird Arbeit vernichtet und potenzielle Armut gesät." NZZ 19.5.

- "Auch ein Armutsbericht: Thomas Godoj: Mann ohne Plan B. Thomas Godoj, der wie RTL jetzt bekannt gab, von Anfang an der unangefochtene Sympathieträger der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ war, hat nie einen Hehl daraus gemacht, Hartz IV-Empfänger zu sein. Sein Beispiel zeigt, wie heterogen und weit gefasst die Gruppe der Bedürftigen ist. ..." FAZ 20.5.
- "- Steuern: Herbert Hainer reagierte prompt. Nicht mal eine Woche nachdem der Adidas-Chef einen Brief von Capital mit der Bitte erhalten hatte, die Höhe seiner Einkommensteuer zu verraten, war die Zahl schon eingetroffen. "Die Aktion ist sicher ungewöhnlich", schrieb Hainer zu­rück. "Doch ich habe in den vergange­nen Mona­ten die Diskussion über Managergehälter mit großem Unbehagen verfolgt, da sie einseitig geführt wurde. Deswegen bin ich gerne bereit, meine Steuern öffentlich zu machen, und hoffe, dass es damit gelingt, die Diskussion in eine neue Richtung zu lenken. Ich habe im Jahr 2006 in Deutschland 2,5 Millionen Euro Steuern gezahlt." Capital 21.5. // Wurde damit auch die Sozialhilfe für den Foltervater Kevins und den Holzklotzmörder Nikolai H. bezahlt?

- Linguistik. Die Fehler der Anderen. Lieber weglassen als unterlassen: Die trügerische Sicherheit beim Umgang mit Sprachnormen
Richtig oder falsch? In dieser Dichotomie spielen sich viele Diskussionen zur Sprache ab. Dabei interessiert die Öffentlichkeit vor allem die Frage, ob eine Wortform korrekt ist ... (GENERATIVE TRANSFORMATIONSGRAMMATIK) (Klugscheißer Chomsky! WD) ebenso theoretisch ambitioniert wie praktisch erfolglos ist ..." FAZ 20.5. //

- "Weniger Wirbelstürme nach Klimawandel?
Die Klimaerwärmung könnte anders als vielfach erwartet nicht zu einer Häufung von tropischen Wirbelstürmen im Atlantik, sondern eher sogar zu ... die Zahl der Stürme aber verringerte sich ... leicht." FAZ 21.5.08

Mittwoch, 21. Mai 2008

Quickly, Markt und Moral sind keine Gegensätze



STRIZZ, Reiche, FAZ

Jei, jei, jei, muß eine Spezialanfertigung gewesen sein; die Proletarierkinder hatten eine Quickly, dann eine Kreidler - der Bürgernachwuchs fuhr Fahrrad mit der a-Deklination - bitter.

12-18° s; Maikäfer ausstehend, Spinnen zulegend. WTI 134 12601 7041

ÜBRIGENS: - 17.05.08 Markt und Moral sind keine Gegensätze
Das Verhältnis zwischen globalem Kapitalismus und lokalen Werten und Strukturen beschäftigt die Gemüter schon seit einigen Jahren. Am zweiten Tag des St. Galler Symposiums wurde jedoch deutlich, dass sich der Fokus der öffentlichen Diskussion zu diesem Thema über die Zeit verschoben hat. Stand vor zehn Jahren noch die Angst vor einer allzu starken ... Als Gegenstand von Moral eignet sich der Markt nicht, weil er nach einer eigenen Gesetzmäßigkeit funktioniert und jeden noch so gut gemeinten Eingriff (Stichwort Umverteilung) dadurch bestraft, daß er weniger produktiv ist und de 'Kuchen' schrumpfen läßt. In gewisser Hinsicht ist der Markt auch Moralersatz, weil er manche Funktionen übernimmt, die früher die Moral innehatte. Einerseits wirkt er zivilisierend (die Kkonkurrenz löst den Kampf ab), andererseits institutionalisiert er die Goldene Regel (Erfolg im Geschätsleben hat nur, wer sich in seinen Kunden hineinversetzt) ..." NZZ Neue Zürcher Zeitung

- "Schüsse in den Nacken. Der holländische Zeichner Nekschot wurde verhaftet
VENEDIG, 19. Mai / / Die Verhaftung des niederländischen Zeichners Gregorius Nekschot hat eine Welle des Protestes ausgelöst. Der in Amsterdam ... anderthalb Tage in polizeilichem Gewahrsam verhört, sein Computer sowie Schriften beschlagnahmt ..." 20.5. // Die Tugenddiktatur läßt grüßen ...
- "Mehr Selbstbestimmung und weniger staatliche Bevormundung, keine kritiklose Hinnahme von Autoritäten"(FAZ 21.5.), meinte Frau Zypries, sei das Ergebnis von 68.

Dienstag, 20. Mai 2008

Dalai Lama, Südafrika

12°-15° s

Frühstück mit dem Fürsten des Friedens
Das Bild des Westens vom Dalai Lama könnte Risse bekommen / Von Reinhard Bingener

FRANKFURT, 19. Mai 08. Der Besuch in Deutschland hat es bestätigt: Der 14. Dalai Lama bewegt sich auf dem Humus allgemeinen Wohlwollens, nicht auf dem harten Parkett kühler Realpolitik. Auch wenn die Begeisterung gegenüber Tenzin Gyatso, dem jetzigen Dalai Lama, in den letzten Jahren nachgelassen hat, kann er weiter auf das Wohlwollen der westlichen Öffentlichkeit setzen. Das ist sein größtes politisches Kapital - und es beeinflusst die Handlungen von Politikern. Ein Frühstück mit dem Dalai Lama lässt Machtpolitiker als Gewissensmenschen erscheinen. Die Weigerung, ihn zu empfangen, gilt dagegen als rechtfertigungsbedürftig.

Auffällig ist, dass der Dalai Lama im Westen, wo Religionen auf politischem Terrain mit Skepsis begegnet wird, anders wahrgenommen wird als andere Religionsführer. Gegenüber den östlichen Religionen scheinen geringere Vorbehalte zu bestehen.

Warum kann ein vergleichsweise abseitiger Regionalkonflikt in Fernost über so lange Zeit die Emotionen der westlichen Beobachter auf sich ziehen? Im Dalai Lama vermuten viele die authentische Personifikation östlicher Religiosität. Und die gilt im Vergleich zu den monotheistischen Religionen als pluralistisch und tolerant. Diese Vermutung wurde in jüngerer Zeit etwa durch Arbeiten des Kulturwissenschaftlers Jan Assmann befördert. Ihm zufolge verstrickt sich der Gott des Monotheismus durch die dem Eingottglauben zugrundeliegende "mosaische Unterscheidung", also die strikte Ablehnung anderer Götter, in die Sprache von Intoleranz und Gewalt. Polytheistische oder nicht-theistische Religionen haben dagegen mit dem Gewaltpotential der Unterscheidung zwischen falschen Göttern und wahrem Gott nicht zu kämpfen.

Andere Religionswissenschaftler schlagen einen gänzlich anderen Weg ein. Der Wesensschau von Religionen stehen sie skeptisch gegenüber, da diese sich gegenüber empirischen Überprüfungen als zu abstrakt erweist. Stattdessen suchen sie den Grund westlichen Wohlwollens für Buddhisten oder den Hinduismus Mahatma Gandhis nicht im vermeintlich friedfertigen Wesen dieser Religionen, sondern untersuchen die Geschichte der westlichen Sympathie für diese Religionen.

Als Vorbild für diesen Zugang dient das 1978 erschienene Buch "Orientalism" Edward Saids. Der Literaturwissenschaftler führte darin die westliche Repräsentation des Orients auf das Bedürfnis des Westens nach einem kulturellen Gegenüber zurück. Nach Said imaginierten Bildungsbürger des Westens den Orient als schwachen, weiblichen und unpolitischen Kontrast zur eigenen Kultur und Religion.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Blick auf die westliche Wahrnehmung von Buddhismus und Hinduismus. Die Konstruktion der östlichen Religionen als der rationaleren, friedfertigeren und spirituelleren hat ihren Vorläufer im Religionskritiker David Hume, der zuerst den Monotheismen eine strukturelle Intoleranz zuschrieb - dem Polytheismus dagegen Toleranz. Die idealistischen Denker an der Wende zum 19. Jahrhundert schätzten die Sanftheit und Langmut der östlichen Religionen. Sie etablierten das Stereotyp des sanften Buddhismus. Hegel lobte die "einfache und milde" Politik buddhistischer Gesellschaften, deren Mönche "in stiller Beschauung des Ewigen leben, ohne an weltlichen Interessen teilzunehmen". Seinen Höhepunkt erreichte der Enthusiasmus für die "erfundene" Friedfertigkeit der östlichen Religionen um 1900 in den theosophischen Netzwerken.

Durch widersprechende Befunde lässt sich die westliche Begeisterung kaum irritieren: Weder die gewaltsame Unterdrückung des mongolischen Schamanismus in der Zeit der ersten Dalai Lamas noch religiös motivierte Morde an Vertretern konkurrierender buddhistischer Strömungen veränderten die ungleiche Verteilung der Sympathien. Die Vermischung von Religion und Politik in der Person des Dalai Lamas oder seine Reden vor indischen Hindu-Nationalisten, die zur Zerstörung von Moscheen aufrufen, werden kaum notiert.

Erstaunlich ist, wie das westliche Bild von den östlichen Religionen auf deren eigene Selbstdarstellung zurückwirkt. Ein Briefwechsel zwischen Mahatma Gandhi von 1931 belegt, dass noch der Vorgänger des jetzigen Dalai Lamas mit der von Gandhi ihm gegenüber als Grundsatz der Gewaltlosigkeit des Buddhismus erwähnten Ahimsa-Lehre nichts anzufangen wusste. Auch lehnte der 13. Dalai Lama bewaffneten Kampf nicht grundsätzlich ab. Der jetzige Dalai Lama, der zwar schon an einen "Weg der Gewaltlosigkeit" glaubte, schrieb 1962, er könne Widerstandskämpfern "nicht mehr ehrlichen Herzens raten, Gewalt zu vermeiden". Solche Äußerungen sucht man in der Autobiographie von 1990 vergeblich. Immer stärker rückte Tenzin Gyatso die Gewaltlosigkeit in die Mitte des Buddhismus und passte damit seinen Buddhismus der Erwartungshaltung des Westens an.

Kratzer könnte dieses Bild durch die lautstarken, auch innertibetischen Proteste gegen den Dalai Lama bekommen, die beim Besuch in Deutschland unüberhörbar waren. Sie kamen von einer Minderheit tibetischer Buddhisten, welche der Gottheit Shugden anhängt. Shugden ist der umstrittene Schutzgott der mächtigsten Gruppierung im tibetischen Buddhismus, aus der auch die Dalai Lamas hervorgehen. Dieser kriegerischen Gottheit werden bis heute Tieropfer gebracht. Seit den siebziger Jahren versucht der jetzige Dalai Lama, der anfänglich selbst diesen Kult praktizierte, Shugden zu beseitigen. Er betreibt die Entfernung seiner Statuen, weil der Kult seiner Vorstellung des Buddhismus nicht entspricht." FAZ

- Ausschreitungen in Südafrika
Armee soll Polizei zu Hilfe eilen.

20. Mai 2008 In der südafrikanischen Metropole Johannesburg wird angesichts der anhaltenden rassistische Gewalt der Ruf nach Eingreifen des Militärs immer lauter. Am Dienstag schlossen sich Vertreter von Hilfsorganisationen und Experten sozialwissenschaftlicher Institute einer Forderung der Opposition an. Auch der Ministerpräsident der Johannesburg und Pretoria umfassenden Provinz Gauteng sprach sich indirekt dafür aus.

Die Gewalt hatte am Dienstagmorgen erstmals auch den Südwesten der Stadt erfasst. Im Joe Slovo-Armenviertel wurden mindestens ein Mensch getötet und zwei weitere bei Plünderungen schwer verletzt.

Dutzende Festnahmen

Marodierende Banden hatten systematisch ganze Viertel durchsucht, Ausländer verjagt und die Behausungen angezündet. Die Polizei nahm Dutzende Menschen wegen Raubes, Vergewaltigungen und anderer Delikte fest. Bei der außerhalb Johannesburgs gelegenen Stadt Springs kam es im Gugulethu-Everest-Armenviertel zu rassistischer Gewalt.
Am Montag im Reiger Park in Johannesburg Ein Mann rettet sein Hab und Gut am Montag am Ostrand von Johannesburg Südafrikanische Polizisten verhandeln mit Bewohnern von Ramaphosa Ramaphosa am Montag Bewaffnete Männer am Dienstag am Rande von Johannesburg

„Die Leute dort wurden angegriffen - obwohl es aber nicht so schlimm war wie in anderen Gebieten. Viele flohen zur Polizeiwache“, sagte ein Sprecher. Nicht bestätigen konnte er einen Bericht der Zeitung „The Mercury“, wonach es auch in der Provinz KwaZulu-Natal an der Ostküste zu ausländerfeindlichen Attacken auf Mosambikaner gekommen ist.

Die Ausschreitungen sind ein Signal für den wachsenden Zorn derjenigen, die sich von der wirtschaftsfreundlichen Politik des Präsidenten Thabo Mbeki vernachlässigt fühlen. Die aus anderen afrikanischen Staaten eingewanderten Ausländer werden vor allem in den armen Schichten Südafrikas immer mehr abgelehnt.
Vor allem Zimbabwer Ziel der Angriffe

Unter den Einwanderern sind schätzungsweise drei Millionen Zimbabwer, die vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch in ihrer Heimat geflüchtet sind. Sie wurden ebenso wie andere Immigranten durch eine sehr liberale Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik ins Land gelockt. Sie arbeiten vor allem in Bergwerken, auf Feldern und in Haushalten.

Die Flucht hunderter Ausländer in Polizeiwachen, Kirchen und Gemeindesäle hielt unvermindert an. Dort drängen sich rund 11.000 verängstigte Menschen, die vom Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen notdürftig versorgt werden. Seit dem Ausbruch der Gewalt vor rund einer Woche im Township Alexandra sind mehr als zwei Dutzend Menschen getötet und mehrere hundert verletzt worden. Die Kapazität der Krankenhäuser reichte nach Angaben der Zeitung „The Star“ nicht mehr für die Aufnahme der Verletzten aus.

Die Tageszeitung „The Sowetan“ berichtete am Dienstag, dass ein wütender Mob das Haus eines Unternehmers aus dem Johannesburger Vorort Actonville in Brand gesetzt hat. Der Bauunternehmer habe im Verdacht gestanden, ausländische Arbeiter zu beschäftigen. Er sei am Montag in den Flammen ums Leben gekommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers kamen die Täter aus nahe gelegenen Armenvierteln.

Polizei fordert Verstärkung von Eliteeinheiten an

Unterdessen hat die Polizei - die von sich selbst behauptet, die Lage unter Kontrolle zu haben - Verstärkung von Eliteeinheiten angefordert. Die Ausschreitungen richten sich gegen Zuwanderer aus Nachbarländern. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hatte am Montag in einem dringenden Appell zur Einstellung der Gewalt aufgerufen.

In einer Erklärung sprach er von einer nicht zu akzeptierenden Anarchie und betonte: „Bürger anderer Staaten des afrikanischen Kontinents und darüber hinaus sind Menschen wie wir und verdienen es, von uns mit Respekt und Würde behandelt zu werden.“ Umweltminister Marthinus van Schalkwyk warnte in Kapstadt vor nachhaltigen Schäden für die Tourismusindustrie.

Montag, 19. Mai 2008

CO2, Inflation, Religion


STRIZZ, Reiche, FAZ

mo 12° w , mi 13° h

- Wie wunderbar diskret sind gelegentliche Chemiegerüche von Bayer im Vergleich zur Wiesendüngung des Bauern mit Schweinemist.
- Montags diese übergroßen Fußballervisagen in der Zeitung - die ganze Primitivität des Berufssports scheint darin auf.

- Ob denn der Philosoph Konersmann ("Atmosphären, Gefühle, Seelenstimmung", NZZ 12.4.08), Kind eines eindimensionalen Bildungssystems, das die Hauptfächer Biologie und Ökonomie meist nur vorkommen läßt, weiß, was CO2 ist? Daß es die Grundlage des Lebens ist? Das Kohlendioxyd der Luft (0,03%) ist die Kohlenstoffquelle der Pflanze. Das CO2 wird durch die Spaltöffnungen der Blätter aufgenommen. Durch das Blattgrün werden unter Einwirkung des Sonnenlichts aus dem Kohlendioxyd organische Verbindungen (Stärke, Zucker u.a.) aufgebaut, wobei Sauerstoff frei wird. Von den Pflanzen leben Mensch und Tier. Der Kohlenstoff ist ein lebensnotwendiges Element. Dort, wo mehr CO2 frei wird, z. B. an den Autobahnkreuzen, wächst alles besonders gut, weswegen der Gärtner gern den CO2-Gehalt in seinen Treibhäusern erhöht.- Diesen Stoff der Klasse 7 dürfte Ko. in seiner philosophischen Einfalt längst vergessen haben. Schlimmer: das Klima-Kartell hat erreicht, daß es millionenhaft aus allen Medien trompetet, CO2 sei ein Schadstoff. Dazu werden gern Wasserdampf-Bilder gezeigt. Ein gigantischeres Verdummungsprogramm gab es nie. Leider kann das Pascal-Zitat: man müsse nicht daran glauben, aber das Ergebnis werde in jedem Fall positiv sein, auf die Klimahysterie nicht angewendet werden. Zu viele Mittel werden fehlinvestiert, zu viele hysterische Maßnamen wirken sich verheerend aus. Nur ein Beispiel: In Südostasien und Afrika wird der CO2-Speicher Regenwald gerodet, um Soja- und Palmöl zu erzeugen für Benzinzusätze in Europa und anderswo. Damit wird sofort die Wärmeaufnahme des Bodens drastisch erhöht. Das ist ökologisch und ökonomisch gleichermaßen unsinnig. K. verwendet einen kulturell vernebelten Naturbegriff, mit dem er Naturprozesse ab ovo CO2 nicht denken kann.

- "Es droht eine Inflationswelle. Von Thorsten Polleit
Die westlichen Volkswirtschaften stehen vermutlich vor dem größten Inflationsschub seit Anfang der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Doch nicht die fulminanten Preissteigerungen für Rohstoffe werden die Inflation in die Höhe treiben. Viel-mehr werden die Geldpolitiker dafür sorgen, dass aus einem bloßen Kostenschub eine fortgesetzte Geldentwertung wird - ganz ähnlich wie in den siebziger und achtziger Jahren. Während jedoch damals die Keynesianische Irrlehre die Saat für die Inflation legte, ebnet heute das eigenmächtig auferlegte Ziel der Geldpolitiker, die Folgen der Kreditkrise für den Bankensektor abzumildern, den Weg in die Geldentwertung.
Die aktuelle Finanzmarktkrise ist im Wesentlichen das Ergebnis einer jahrelangen Niedrigzinspolitik, die knappe Ressourcen in die falsche Verwendung gelenkt und die Verschuldung der Volkswirtschaften in die Höhe getrieben hat. Um den angerichteten Schaden so gering wie möglich erscheinen zu lassen, nehmen die Zentralbanken den Geschäftsbanken jetzt auch noch risikobehaftete Wertpapiere im Tausch gegen frisches Geld oder Staatsanleihen ab.
Auf diese Weise soll ihre Bereitschaft und Fähigkeit aufrechterhalten werden, das Kredit- und Geldmengenangebot auszuweiten. Doch der Versuch, die unerwünschten Politikfolgen von zu viel Kredit und Geld mit noch mehr Kredit und Geld lösen zu wollen, verspricht nichts Gutes für den Geldwert. Schließlich offenbart die Kreditkrise, dass einem erheblichen Teil des Geldes, das im Zuge des geplatzten Kreditbooms in Umlauf gebracht wurde, kein Produktivitätskapital gegenübersteht. Dieser Inflationsimpuls trifft auf steigende Rohstoffpreise und verschärft den allgemeinen Preisauftrieb. Dabei entsteht der Eindruck, dass nicht etwa die Geldpolitik, sondern die Energie- und Nahrungsmittelpreise verantwortlich sind für die Inflation. Es wird sogar die Meinung vertreten, die Zentralbanken seien machtlos gegenüber der Inflation.
Doch das ist eine irreführende Schlussfolgerung. Inflation hat nur eine Ursache: Es ist zu viel Geld im Umlauf. Ohne das übermäßige Anwachsen der Geldmengen, für das die Notenbanken die Verantwortung tragen, ist Inflation nicht denkbar. Die erhebliche Ausweitung der Kredit- und Geldmengen hat nicht nur die Solidität des Bankenapparates erschüttert, sondern es führt nun auch zu einer steigenden Geldentwertung.
Die drohende Inflation scheint sich noch nicht in den Langfristzinsen niedergeschlagen zu haben. Nach wie vor sind die Inflationserwartungen sehr gering. Doch unter den herrschenden Bedingungen - rasches Anwachsen der Überschussgeldmengen, der Rohstoffpreisschub und die steigenden Nominallöhne - deuten die Inflationsaussichten in den kommenden Jahren eher auf eine Bandbreite von 5 bis 10 Prozent als von 0 bis 5 Prozent. Die langfristigen Zinsen werden früher oder später drastisch ansteigen.
Der Autor ist Chefvolkswirt bei Barclays Capital.
Text: F.A.Z., 19.05.2008, Nr. 115 / Seite 24

- "Amerikanische Verhältnisse bei Siemens. Die Summe ist gigantisch. 650 Millionen Euro hat Siemens bisher an das Heer der Anwälte und Wirtschaftsprüfer überwiesen, die intern wegen der Korruptionsaffäre des Münchner Konzerns ermitteln. Das übertrifft sogar die Geldbuße von ..."
F.A.Z.18. Mai 2008

- "Träge afrikanische Union in Darfur. Die AU hat zwar Truppen in Darfur stationiert. Aber sie werden nicht effizient eingesetzt, wie das Massaker in Khor Abeche vom 7.4.05 zeigt. ..." NZZ 28.5.2005 // Das ist 2008 nicht anders. Afrikaner interessieren sich nicht für Afrikaner. Das zeigt auch das Beispiel Mugabe.

- Walter Gropius, 1883-1969: Wie sich auch im Bauhaus / Der Stijl Ideologeme der Weltbeglückung hineinmischten. (Behrens-Schüler, Kulturelle Einheit, bourgeois/non-bourgeois : Doesburg, Wandervogel, Indienkult, Dammerstock: total gut für alle.

- Religion, Blockade: Wieczorek-Zeul trifft Dalai Lama: Die Wirtschaftsverachtung besonders des tibetischen Buddhismus als eines esoterischen Lamaismus ist die schlimmste Entwicklungsblockade für Tibet.
"Die, welche Zins verzehren, sollen nicht anders dastehen als einer, den der Satan erfaßt und niedergeschlagen hat." Sure 2, 275