Sonntag, 25. Mai 2008

94,30 Hz.öl; Ölpreis; Intelligenz, Genetik, Plomin; Politiker

16-24° s/schwül Bachstelzenneuzugang; Wasseramsel flügge. 6944

- Weg mit der Mineralölsteuer! 19% Mst. sind genug!
- Politiker sind meistens das Problem, selten die Lösung: "Italiens Reue. Italien diskutiert über die Nutzung der Kernkraft. ... Umso mehr üben sich die Italiener deshalb darin, die Vorteile der Kernkraft wiederzu- entdecken. ... Atomkraftgegner alten Stils gibt es in Italien kaum, mehr schon die Bedenkenträger ... Tatsächlich hatte sich in Italien eine ganze Generation der besten Ingenieure der Atomkraft zugewandt. Sie stand dann nach dem Ausstieg ihres Landes aus der Atomtechnik ohne Berufs- und Lebensperspektiven da. Italien baute seine Atommeiler ab und importierte stattdessen lieber Atomstrom aus Frankreich. Der größte italienische Energiekonzern Enel hat mittlerweile im Ausland Atomkraftwerke gekauft. Für Italien wurde der Ausstieg aus der Kerntechnik damit zu einem teuren und überflüssigen Abenteuer." F.A.Z., 24.05.2008, Nr. 119 / Seite 11

- Intelligenz Genetik Plomin Es gibt kein Zentrum für unsere Intelligenz FAZ 24. Mai 2008 Robert Plomin war einer der Ersten, die der genetischen Basis von Intelligenz nachforschten. Die Entdeckung eines dominanten „Intelligenz-Gens“ darf man sich freilich nicht erwarten.
Seit Jahrzehnten suchen Sie im Erbgut des Menschen nach den Quellen menschlicher Intelligenz. Das Humangenom ist längst entschlüsselt. Haben Sie die Gene für Intelligenz und Lernfähigkeit inzwischen gefunden?
Wir sprechen hier über ein extrem komplexes Merkmal. Bleiben wir einen Moment noch bei den einfacheren Fragen. Wir kennen mindestens 282 monogenetische Krankheiten, die zu Entwicklungsstörungen, oft auch nur leichten Verzögerungen der geistigen Entwicklung führen. Ein einzelner Gendefekt ist da der Auslöser. Die Störungen sind meistens auch mit einer eingeschränkten Intelligenz verbunden. Was die Gendefekte in diesen Fällen anrichten, ist, dass sie das Gehirn ein klein wenig ineffizienter machen, als es sein könnte. Solche monogenetischen Krankheiten sind einfach zu verstehen, wir wissen, dass sie vererbt sind. Quantitative Genetik, die sich mit komplexen Merkmalen beschäftigt, muss jedoch viele Gene gleichzeitig berücksichtigen. Sie geht eigentlich zurück in das frühe neunzehnte Jahrhundert, als die Menschen bei Tieren bestimmte Merkmale herauszüchteten. Die Leute wussten, dass die Milchleistung vererbt wird, aber sie hatten natürlich keine Ahnung von den Genen. ..."

- "Auf einen Espresso.
Von Liberalen und Präsidenten. Heike Göbel.
Amtswürde hin oder her, kampflos will Bundespräsident Horst Köhler das Feld nicht einer möglichen SPD-Präsidentin Gesine Schwan überlassen. Köhler riskiert den demokratischen Wettstreit. Gut. Gruselig ist allerdings die Vorstellung, dass er ein Jahr lang um die Linken in der Bundesversammlung buhlen könnte, als Streiter wider Marktmonster oder Monstermärkte. Politikwissenschaftlerin Schwan hat die Linke bisher auf ihrer Seite. Kein Wunder, punktet sie offenbar mit Warnungen vor "Überkapitalismus", was immer das heißen mag. Zum Verständnis für das Wirtschaftssystem, dem Deutschland seinen Wohlstand verdankt, trägt solcher Wettlauf bestimmt nicht bei. Wohl dem Veranstalter, der für seine Feier zum 60. Geburtstag der Marktwirtschaft im Juni überzeugendere Redner im Programm hat.

ERST EINMAL haben andere gefeiert: Der FDP-nahe Liberalismus vergewisserte sich seiner selbst im früheren Bundestag in Bonn. Das 50. Jubiläum der "Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit" kam am Montag aber nicht ergraut daher, sondern bunt gemischt, Rang und Namen, Alte und Enkel. So ging der Blick mehr nach vorn als zurück. Wie ermutigt man Menschen zur Freiheit, die als Ideal hierzulande eine Minderheitsposition hält? Wie arrangiert sich die Freiheit mit Gleichheit und Gerechtigkeit?

LORD RALF DAHRENDORF, den die Stiftung um Orientierung und Deutung gebeten hatte, verwarf den Linken Karl Marx und den Liberalen Friedrich A. von Hayek gleichermaßen als Dogmatiker. Der Politiker, Soziologe und Publizist mit deutschen Wurzeln und britischem Pass forderte eine Gesellschaft, die Chancengleichheit auch materiell versteht. Jeder soll darin eine Grundausstattung erhalten. Sei ein "garantiertes Grundeinkommen für alle, ein marktunabhängiges Existenzgeld" gewährleistet, gebe es darüber hinaus prinzipiell keinen Grund, Unterschiede einzuebnen. Summen nennt das Mitglied des britischen Oberhauses nicht. Zu profan? Der Wahrheitsfindung wäre es möglicherweise dienlich. Der Sachverständigenrat hat schließlich ausgerechnet, dass sich schon bei einem Grundeinkommen von 800 Euro eine staatliche Finanzierungslücke von 230 Milliarden Euro ergäbe. FDP-Chef Guido Westerwelle ist daher gut beraten, seine Partei von Dahrendorf'scher Traumtänzerei abzuhalten, wenn sie in die Regierung zurückwill.

OB 800 EURO für jeden vom Staat reichen, um Neiddebatten verstummen zu lassen? Nähmen die Wähler Diätenerhöhungen, wie die nun abgeblasene um 15 Prozent in zwei Jahren, sportlich gelassen? Oder stiege das Grundeinkommen dann im selben Ausmaß? Die Bundestagsabgeordneten und Minister haben sich jedenfalls entschlossen, die Basis im Wahlkreis vorerst durch den geordneten Rückzug vom Diätenplan zu befrieden.

APROPOS BEFRIEDEN: Zur Frage, ob man dem Wähler lieber geringere Steuern oder niedrigere Beiträge versprechen soll, hat das CSU-geführte Bundeswirtschaftsministerium einen erhellenden Beitrag gestreut: Danach haben Regierungen in den vergangenen zehn Jahren Steuererhöhungen von 37 Milliarden Euro begründet mit dem Ziel, Sozialbeiträge zu senken. Das wären fünf Beitragspunkte. Tatsächlich liegen die Sätze aber nur 1,9 Prozentpunkte niedriger als 1998. Was das lehrt? Mit der Mehrwert-, Strom- und Tabaksteuer sind die Beitragssätze rasch gedrückt. Genauso rasch steigen sie aber wieder, wenn Leistungen nicht gekürzt werden.

NICHT ÜBERZEUGEND, doch in Deutschland kann man die Politik am Wahltag wenigstens zur Verantwortung ziehen. In der EU, die immer weitere Teile unseres Lebens gesetzlich regelt, ist das nicht möglich. Der Lissabon-Vertrag, dem Deutschland am Freitag zugestimmt hat, ändere an der "demokratischen Deformation" Europas nichts Grundlegendes, urteilte Verfassungsrichter Udo di Fabio in einem Vortrag in Frankfurt. Geeignete Gegengewichte gegen den Zentralisierungssog in Europa biete der Vertrag nicht. Die Legitimationswege seien zu lang und verschlungen. Er kritisiert die "Herrschaft ohne ein Gesicht, das der Wähler mit seinem Stimmzettel zur Verantwortung ziehen kann". Jeder echte Verfassungsvertrag müsse daher entweder das Zuständigkeitsdikat der EU beenden oder Demokratisierung - etwa einen europäischen Präsidenten, vom Volk gewählt - bringen. Seine Präferenz: Als Liberaler wünsche er sich den ersten Weg, die Rückverlagerung von Kompetenzen. Aber "liberal" sei fast zum Schimpfwort geworden. Vom Feiern allein dürfte sich das nicht ändern." FAZ 24.5.

- "Barbara Meyer-Bukow, Mineralölwirtschaftsverband
„Vor allem die Finanzmärkte treiben den Ölpreis“
24. Mai 2008 FAZ. Der Preis für Öl lief in den vergangenen Wochen an den Terminmärkten so nach oben, als ob morgen das Öl ausgehen würde. Der deutsche Mineralölwirtschaftsverband hält dagegen.

Der Markt habe sich längst von der fundamentalen Entwicklung abgekoppelt, erklärt Barbara Meyer-Bukow, vom Mineralölwirtschaftsverband.

An den Terminmärkten schießt der Preis für Rohöl schon seit Wochen immer weiter nach oben. Spielt diese Preisentwicklung die Realität des Marktes wider?

Nein, ich denke die Preise haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten zunehmend von den Fundamentaldaten des Marktes entfernt. Wir konnten in den vergangenen Wochen verstärkt beobachten, dass gar nicht mehr Nachrichten aus dem Ölmarkt die Preise bewegen, sondern dass er unabhängig davon auf Aussagen von Brokern und Investmentbanken reagiert. Das heißt, er ist sehr viel stärker vom Finanzmarkt getrieben als von der fundamentalen Lage.

An den Börsen werden auch nur die Meldungen nach vorne gebracht und kommentiert, die den Ölmarkt negativ beeinflussen. Alle Mitteilungen, die beruhigend wirken könnten, werden derzeit im Markt ignoriert.

Das heißt, fundamental hat sich wenig verändert, im Vergleich zu dem, was die Preisentwicklung offensichtlich unterstellt?

Die OPEC, also die Organisation Erdöl exportierender Länder, sagt nach wie vor, wir haben eine ausreichende Versorgung, eine Mehrförderung würde überhaupt keine Abnehmer finden. Sie hat im vergangenen Herbst die Förderung erhöht, ohne dass es den Markt in irgendeiner Weise beeindruckt hätte. Normalerweise würde er auf so eine Aussage reagieren.

Wie reagieren die Kunden der Mineralölindustrie auf die Preisentwicklung? Sehen Sie eine Kaufzurückhaltung?

Das ist kurzfristig sehr schwierig zu sagen. Wir haben ja beispielsweise im deutschen Kraftstoffmarkt schon seit vielen Jahren eine rückläufige Nachfrage. Wir sind in der Nachfrage heute ungefähr dreißig Prozent unter dem vor zehn Jahren beim Benzin. Erst einmal sind die neueren Autos alle deutlich sparsamer als alte, die stillgelegt werden. Dann reagieren die Verbraucher ohnehin mit sparsamerem Verhalten auf die Preisentwicklung. Das heißt, die Tipps, die immer wieder gegeben werden, wie man seinen Verbrauch senken kann, werden gerade angesichts so hoher Preise von den Konsumenten auch berücksichtigt.

Auf der anderen Seite gibt es Statistiken und Berichte, nach denen die deutschen Heizöltanks ziemlich leer sind. Kommt von dieser Seite in den kommenden Monaten nicht zusätzliche Nachfrage in den Markt?

Wahrscheinlich wird beim Heizöl Nachfrage einsetzen. Wir konnten in den ersten Monaten des Jahres gegenüber dem vergangenen schon ein deutliches Plus verzeichnen. Wobei das auch darin begründet ist, dass die Heizölnachfrage im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel nach unten gegangen war. Das heißt, schon im vergangenen Jahr haben die Verbraucher sehr wenig Heizöl nachgekauft und sitzen nun deswegen auf sehr niedrigen Beständen. So kann man davon ausgehen, dass spätestens im Herbst eine Nachfrage einsetzen muss, da sich wieder eindecken müssen für den nächsten Winter.

Würden sie den Leuten zum Kauf raten auf diesem Preisniveau?

Da wir keine Preisprognosen machen ist es ungemein schwierig, darauf zu antworten. Aber die Verbraucher verhalten sich schon so, dass sie relativ kleine Mengen kaufen in der Hoffnung darauf, dass die Preise wieder nach unten gehen. Wenn man die Erwartung hat, dass sich die Preisgestaltung an den Börsen wieder stärker an den Fundamentaldaten des Marktes orientiert, dann kann man auch davon ausgehen, dass die Preise wieder zurückgehen. Auf der anderen Seite wirken Äußerungen von Brokern und Investmentbanken, dass die Preise auf 150 oder gar 200 Dollar je Barrel steigen könnten, Preis treibend. So ist es schwierig einzuschätzen, wie lange dieser Aufwärtstrend anhält.

Auf der anderen Seite sind solche Äußerungen nicht selten ein Anzeichen dafür, dass der Markt reif ist und dass er bald „kippt“.

Richtig. Darauf kann man hoffen, dass es bald passiert.

Ein interessanter Diskussionspunkt ist zur Zeit das Preisverhältnis zwischen Benzin und Diesel. Was sagen Sie dazu?

Wir beobachten schon seit Jahren, dass die Nachfrage nach so genannten Mitteldestillaten - das sind Diesel, Heizöl und Kerosin - deutlich stärker steigt als die nach Benzin. Das hat schon in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Diesel am Weltmarkt teurer war als Benzin. Das hat in den vergangenen Jahren auch an den deutschen Tankstellen dazu geführt, dass der Preisabstand zwischen Benzin und Diesel vor allem auch in den Herbst- und Wintermonaten immer enger geworden ist. Im Moment ist es so, dass der Preisunterschied, den wir am deutschen Markt aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung hatten, völlig aufgebraucht worden ist.

Das heißt, wenn die fundamentale Nachfrage am Markt im Moment irgendwo richtig spielt, so ist es im Verhältnis zwischen Diesel und Benzin?

Die Frage ist, ob nur Diesel oder Mitteldestillate. Vermutlich ist es aber nur Diesel im Weltmarkt, weil vor allen Dingen in China sehr viel Diesel importiert wird.

Technologischer Fortschritt verlängert die Reichweite der Ölreserven
Die wirtschaftlich förderbaren Ölreserven sind nach Angaben der Ölwirtschaft mit 181 Milliarden Tonnen so hoch wie noch nie. „Berechnungen zum nahenden Ende der Ölreserven gibt es seit Jahrzehnte, wären sie richtig gewesen, wäre uns das Öl längst ausgegangen,“ sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, Klaus Picard, am Mittwoch in Hamburg.
Die häufig statische Betrachtung der Endzeit-Szenarien lasse außer Acht, dass der technologische Fortschritt die Reichweite der Ölreserven um viele Jahrzehnte verlängert werde. Mit verbesserter Technik würden neue Felder entdeckt, vorhandene Felder effektiver ausgefördert und schwer zugängliche Vorkommen erschlossen."
Das Gespräch führte Christof Leisinger. FAZ 24.5.

Samstag, 24. Mai 2008

Arbeitslosigkeitszahlen, Unser Kampf

mo 16° heiter, mi 20°

- - "Mein Jahrhundertirrtum. Bekenntnisse zweier Politischer: Günter Grass und Joschka Fischer in Lübeck.
Dass Götz Aly sein Abrechnungsbuch mit den Achtundsechzigern "Unser Kampf" genannt hat, muss man im Lichte des Gesprächs zwischen Günter Grass ..." 23.5.
// Schwer zu sagen, ob Grassens Lernunfähigkeit größer ist als seine Verblendung, oder ob seine Eitelkeit jeden klaren Gedanken verhindert.

- Arbeitslosigkeitszahlen: NL 2,7%, Dk 3,1%, Österreich 4,1%, GB 5%, also weitgehend Vollbeschäftigung; asozial: D 7,4%, F 7,8% (EU Durchschnitt asoziale 7,1%, USA 5%); Deutschland zählt außerdem nicht die Zwangsverrenteten und diejenigen, die sich in "Maßnahmen der Bundesagentur" befinden.

Freitag, 23. Mai 2008

Bardeen, Transistor; PhilFakEinfall: Mein lieber Schwan, Gehälter


STRIZZ, Reiche, FAZ

Hat er doch verdient! Für die Mühe mit Strizz legen wir noch 5 Mio. drauf. Man muß die Motivation der Leistungsträger stützen, sonst behalten die Sparkassenpräsidenten und Platonisten/Feuilletonisten die Oberhand.

12-18-14° s/Sch

- " John Bardeen 1972, Geburtstag des amerikanischen Physikers John Bardeen, 23. Mai 1908. Physik war John Bardeens Leben. Ohne ihn würde es keine Handys geben, keine Herzschrittmacher und auch kein Radio – zumindest nicht so, wie wir es kennen. Denn John Bardeen ist einer der Erfinder des Transistors. Eines kleinen Bauelements, das elektrische Signale verstärkt Für diese Entdeckung erhielt der Wissenschaftler 1956 den Nobelpreis in Physik. Eigentlich die Krönung eines Wissenschaftler-Lebens. Doch Bardeen machte einfach weiter und erforschte auch in den folgenden Jahren die elektrischen Signale. Dabei ging er der Frage nach, warum einige Metalle besonders gut leiten, wenn sie besonders kalt sind. Ein rätselhaftes Phänomen. Doch Bardeen konnte auch das erklären und schaffte erneut den Durchbruch – mit seiner Theorie der Supraleitfähigkeit. Davon war das Nobel-Komitee so beeindruckt, dass es 1972 etwas tat, was es bis dahin noch nie gegeben hatte. Es verlieh John Bardeen noch einmal einen Nobelpreis in derselben Kategorie: in Physik. " WDR5 Zeitzeichen

- "Gesine Schwan. Wer, wenn nicht sie? Eine politisch denkende Philosophin, eine geschmeidige Nonkonformistin, die die Herzen im Sturm erobert: Mit ihrer menschlichen Autorität wäre Gesine Schwan ein Naturtalent als Bundespräsidentin - und ein Segen für das Land. Von Christian Geyer, Feuilleton FAZ : // Noch mehr Sozialdemokratismus? Keine schöne Vorstellung.

- Öffentlicher Dienst, Gehälter: http://docs.google.com/Doc?id=dfxbprhp_444gjgx4sdr

Donnerstag, 22. Mai 2008

Methan: Vegetation als Quelle

Methan: Vegetation als Quelle für ein Treibhausgas

Von Reinhard Wandtner, FAZ 21.5.08

FAZ 21. Mai 2008 Vor gut zwei Jahren hat sich Frank Keppler auf gefährliches Terrain begeben. Mit seiner Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg war ihm der Nachweis gelungen, dass Pflanzen das stark als Treibhausgas wirkende Methan freisetzen können. Für jene Botaniker und Klimaforscher, die „bewährte“ Thesen lieber bestätigt als in Frage gestellt sehen, muss das einer wissenschaftlichen Kriegserklärung gleichgekommen sein. Denn das aus der belebten Natur stammende Methan, so die Lehrmeinung, wird nur von Mikroben erzeugt, und zwar enzymatisch unter weitgehendem Ausschluss von Sauerstoff. Als wichtigste Quellen gelten Sümpfe und andere Feuchtgebiete, überflutete Reisfelder sowie der Verdauungstrakt von Wiederkäuern und Termiten.

Der Befund der Heidelberger Forscher, dass Methan auch von Pflanzen und sogar trotz des Sauerstoffs der Luft gebildet werden kann, „hat die Welt der Pflanzenphysiologie erschüttert“, wie die niederländischen Botaniker Tom Dueck und Adrie van der Werf jetzt in dem Fachjournal „New Phytologist“ schreiben. Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beobachtungen wurden laut, und auch Dueck hegte sie damals. Nun haben die Wissenschaftler um Keppler, der inzwischen am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz arbeitet, ihre früheren Befunde untermauert.

Proben ausschließlich von Pflanzenmaterial

Ausgangssubstanzen für die Entstehung des Treibhausgases sind Pektine – Vielfachzucker, die in den Zellwänden von Pflanzen als Gerüstmaterial dienen. Diese enthalten Methoxy-Gruppen als Vorläufer des Methans. Vermutet haben das Keppler und andere Forscher zwar schon vor Jahren, aber erst jetzt konnte der Prozess zweifelsfrei nachgewiesen werden, und zwar anhand einer Isotopen-Analyse. Die Wissenschaftler hatten dafür gesorgt, dass Pektin und Polygalacturonsäure als weiterer potentieller Ausgangsstoff anstelle gewöhnlichen Wasserstoffs das Wasserstoff-Isotop Deuterium enthielten. Und dieses tauchte in dem aus den Pflanzen entweichenden Methan wieder auf.

Die Forscher verwendeten frisches oder getrocknetes Material von unterschiedlichen Pflanzen, zum Beispiel Blätter. Sie verzichteten dieses Mal auf Versuche mit ganzen Pflanzen, um möglichen störenden Einflüssen vorzubeugen. Die Proben setzten sie Wärme und ultravioletter Strahlung aus, wie sie im Sonnenlicht vorkommt. Einmal beschränkte man sich auf eine Erwärmung auf 20 bis 100 Grad, in einer weiteren Versuchsreihe kombinierte man Wärme und Strahlung, und in der dritten Variante ließ man nur die ultraviolette Strahlung einwirken.

Satelliten ermitteln hohe Methankonzentrationen

Wie Keppler zusammen mit Forschern aus Belfast und Utrecht nun in der Zeitschrift „New Phytologist“(Bd. 178, S. 808) berichtet, erwies sich vor allem das ultraviolette Licht als Motor für die Methanproduktion. Jedesmal, wenn die Lampe eingeschaltet wurde, entwich das Gas aus den Proben. Fehlte das ultraviolette Licht, musste das Material auf mindestens 80 Grad erwärmt werden, bis ähnlich viel Methan entstand. Offenbar handelt es sich um unterschiedliche Reaktionsmechanismen. Ganz geklärt sind die Prozesse aber noch nicht. So hat sich gezeigt, dass unter dem Einfluss von ultravioletter Strahlung auch Methan ohne Deuterium entsteht, was auf eine andere Ausgangssubstanz hinweist. Dass Gewächse zwar Methan abgeben, es aber nicht aktiv produzieren, dürfte nach den Worten von Dueck bei Pflanzenphysiologen mit gewisser Erleichterung aufgenommen werden.

Welchen Beitrag das Methan aus Pflanzen zum globalen Budget dieses Treibhausgases leistet, ist schwer abzuschätzen. Von Satelliten aus hat man jedenfalls über tropischen Regenwäldern erstaunlich hohe Methankonzentrationen ermittelt. Die in Pflanzen unter Einfluss des Sonnenlichts ablaufenden Reaktionen, denen man jetzt auf die Spur gekommen ist, scheinen eine Erklärung dafür zu liefern.

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Methan - ein Stück normale Natur!
Klaus Ermecke (kermecke) LB faz.net

Methan: ein Wort mit "M" - wie Märchenstunde! Denn eine ganze Reihe von Legenden wurden in den letzten Jahren gebildet, um den CO2-Märchen vom "anthropogenen Treibhauseffekt" noch eins obendrauf zu setzen. Tatsache ist, und der Artikel bestätigt das, daß es eine ganze Reihe natürlicher Quellen für das Methan in der Atmosphäre gibt. Tatsache ist auch - und der Hinweis fehlt hier - daß das Methan auf natürliche Weise zügig abgebaut wird. Dies geschieht durch Ozon, vor allem aber durch das Hydroxyl-Radikal (-OH). Strahlenphysikalisch stellt sich die Situation so dar: Methan ist ein infrarotaktives Gas (vulga "Treibhausgas") bei Wellenlängen etwa zwischen 7 und 8 Mikrometer. Aufgrund von Messungen der Satelliten der NIMBUS-Reihe wissen wir, daß in diesen Frequenzen in einer Höhe von ca. 4 km die Abstrahlung ins Weltall stattfindet. Darunter ist die Atmosphäre "optisch dicht". Strahlung in den Methan-Frequenzen, die vom Erdboden ausgeht, wird also in jedem Fall in der bodennahen Atmosphäre von Methan-Molekülen absorbiert. Weiter oben aber strahlt das Methan ins Weltall ab, es ist also ein Teil des KÜHLSYSTEMS der Atmosphäre. Änderungen im Spurengasanteil würden diese Mechanismen nicht ändern, also keine Aufheizung hervorrufen.

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Bei einer viel ausgedehnteren Bewaldung in früheren, schon geschichtlichen Zeiten gab es offenbar keine irdisch-atmosphärischen "Methan-Probleme". WD

Armut, Weniger Wirbelstürme



FAZ 20.5.08

Das ist nicht mehr die Armut der Bettelorden, der Dominikaner und Benediktiner, deren niederkalorische Ernährung sie intellektuell illuminierte und zu stattlicher Reihe führte: Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Duns Scotus, Meister Eckart. Die Absolventen der Phil. Fak. nach 68, die in den SPD-Medien von Armut schwafeln, verwenden einen statistischen, völlig substanzlosen Armutsbegriff. Das paßt zu ihrer intellektuellen Hutgröße, die die Nachrichten bei WDR&Co. weitgehend zu Unterhaltungs- und Propagandanachrichten macht.

- - "Gute deutsche Sozialpolitik hiesse gute Arbeitsmarktpolitik.
pra. (Berlin) Der am Montag veröffentlichte Bericht der deutschen Regierung über die Armut im Lande hat wieder einmal die Sozialpolitiker aller Parteien auf den Plan gerufen, um noch mehr Umverteilung und staatliche Regulierung zu fordern. Dabei wurden zwei zentrale Fakten übersehen. Erstens zeigt der Bericht, dass der deutsche Staat bereits überdurchschnittlich wirksam Armut bekämpft. Zweitens wird deutlich, dass die beste Politik zur Armutsbekämpfung eine solche wäre, welche möglichst viele Menschen in Arbeit bringt. Während gemäss dem Bericht im Jahre 2005 43% der Arbeitslosen vom dort höher als die staatliche Hilfe für Langzeitarbeitslose definierten Armutsrisiko betroffen waren, waren es von den Erwerbstätigen bloss 6%, weniger als die Hälfte des Durchschnitts aller «Armen». Die Regierungskoalition müsste deshalb alles unternehmen, um möglichst viele Arbeitslose, von denen es immer noch 3,4 Mio. gibt, möglichst rasch in dauerhafte Arbeitsbeziehungen zu führen. Das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auch bei Amtsantritt im Jahre 2005 versprochen. Doch die Politik der grossen Koalition von Union und SPD hat seither das Gegenteil bewirkt. Die Steuern wurden markant erhöht, wodurch das Wirtschaftswachstum gebremst wurde. Die Transfers an Arbeitslose wurden erhöht, wodurch die Arbeitsanreize wieder abgebaut wurden. Verschiedene Sozialtransfers wurden ausgebaut, wodurch eine potenziell stärkere Absenkung der Arbeitskosten torpediert wurde. Dadurch wird Arbeit vernichtet und potenzielle Armut gesät." NZZ 19.5.

- "Auch ein Armutsbericht: Thomas Godoj: Mann ohne Plan B. Thomas Godoj, der wie RTL jetzt bekannt gab, von Anfang an der unangefochtene Sympathieträger der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ war, hat nie einen Hehl daraus gemacht, Hartz IV-Empfänger zu sein. Sein Beispiel zeigt, wie heterogen und weit gefasst die Gruppe der Bedürftigen ist. ..." FAZ 20.5.
- "- Steuern: Herbert Hainer reagierte prompt. Nicht mal eine Woche nachdem der Adidas-Chef einen Brief von Capital mit der Bitte erhalten hatte, die Höhe seiner Einkommensteuer zu verraten, war die Zahl schon eingetroffen. "Die Aktion ist sicher ungewöhnlich", schrieb Hainer zu­rück. "Doch ich habe in den vergange­nen Mona­ten die Diskussion über Managergehälter mit großem Unbehagen verfolgt, da sie einseitig geführt wurde. Deswegen bin ich gerne bereit, meine Steuern öffentlich zu machen, und hoffe, dass es damit gelingt, die Diskussion in eine neue Richtung zu lenken. Ich habe im Jahr 2006 in Deutschland 2,5 Millionen Euro Steuern gezahlt." Capital 21.5. // Wurde damit auch die Sozialhilfe für den Foltervater Kevins und den Holzklotzmörder Nikolai H. bezahlt?

- Linguistik. Die Fehler der Anderen. Lieber weglassen als unterlassen: Die trügerische Sicherheit beim Umgang mit Sprachnormen
Richtig oder falsch? In dieser Dichotomie spielen sich viele Diskussionen zur Sprache ab. Dabei interessiert die Öffentlichkeit vor allem die Frage, ob eine Wortform korrekt ist ... (GENERATIVE TRANSFORMATIONSGRAMMATIK) (Klugscheißer Chomsky! WD) ebenso theoretisch ambitioniert wie praktisch erfolglos ist ..." FAZ 20.5. //

- "Weniger Wirbelstürme nach Klimawandel?
Die Klimaerwärmung könnte anders als vielfach erwartet nicht zu einer Häufung von tropischen Wirbelstürmen im Atlantik, sondern eher sogar zu ... die Zahl der Stürme aber verringerte sich ... leicht." FAZ 21.5.08