15-21° tr Die Äpfel sind reif, die Beeren des Feuerdorns röten sich.
- "Ohne Energiepolitik. Von Holger Steltzner. Deutschland hat zu spät die strategische Bedeutung einer sicheren Energie- und Rohstoffversorgung erkannt. ...
Wie eine Industrienation ohne eigene Ölquellen eine strategisch kluge Energiepolitik betreiben kann, zeigt das Beispiel Frankreich. Mit dem
weltweit höchsten Anteil an Nuklearenergie, mit den beiden Energiekonzernen EdF und Suez/Gaz de France, dem Kraftwerksbauer Areva und Total als viertgrößtem Öl- und Gasförderer der Welt geht Frankreich gut aufgestellt ins Rennen um knappe Ressourcen. Die Globalisierung verändert die Machtverhältnisse in der Welt - und das nicht zugunsten des Westens. Durch die wirtschaftliche Aufholjagd von China, Indien und Russland drängen Staaten an die Spitze der Weltwirtschaftsliga, die eigene Vorstellungen von politischer Herrschaft haben, mit denen der Westen aber notgedrungen "strategische Partnerschaften" eingehen muss. Deutschland ist nun einmal von russischen Energielieferungen abhängig. Solche Staaten sind bei der Wahl der Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht zimperlich, wie man jetzt wieder im Kaukasus sieht.
Angesichts solcher Herausforderungen muss Deutschland endlich eine Strategie zur langfristigen Energie- und Rohstoffversorgung formulieren. Doch noch immer dominieren Sorgen ums Klima die politische Debatte. So wird in Deutschland Energiepolitik umgedeutet zu "ökologischer Industriepolitik"; der Umweltschutz wird ausgebaut, die Umweltindustrie mit Milliarden subventioniert. Die Kosten dieser Förderung und Regulierung tragen Verbraucher und Steuerzahler. Man darf raten, wer am Ende die Rechnung für die strategischen Versäumnisse übernehmen wird. F.A.Z., 11.08.2008, Seite 11
Celan: Briefwechsel Max Frisch-Paul Celan, FAZ 11.8.08
„ In diesen Briefen, die wir auf dieser Seite erstmals publizieren, wird deutlich, was Celans Lebenskraft aufzehrte. Günter Blöckers Rezension des Gedichtbandes „Sprachgitter“, die Celan als antisemitisch empfand, die Geringschätzung, die Heinrich Böll ihm, wie Celan glaubte, in Briefen und in Passagen seiner Erzählung „Billard um halbzehn“ entgegenbrachte, die jahrelang nicht verstummenden Plagiatsvorwürfe, die von Yvan Golls Witwe ausgingen und von anderen bereitwillig aufgegriffen wurden - all das wurde von Celan als Symptom dafür verstanden, dass die „Hitlerei“, von der er Frisch gegenüber spricht, nicht enden wollte. ...“
- Paris, den 14. April 1959.
Lieber Max Frisch,
ich habe gestern angerufen, unvermittelt, in der Hoffnung, Sie würden, wie schon einmal – aber damals wußte ich es nicht –, am Telephon sein: ich wollte Sie um Rat bitten, um ein Gespräch, in Zürich, in Basel, wollte Sie fragen, was zu tun sei – denn etwas muß ja getan werden! – angesichts all dieser sich mehr und mehr Raum greifenden Verlogenheit und Niedertracht und Hitlerei: ich hatte nämlich wenige Stunden vorher einen Brief bekommen, von Heinrich Böll, einen Brief, der mir ein weiteres Mal bewies, wieviel Gemeinheit noch in den Gemütern sitzt ... „
23. Oktober 1959
Lieber Max Frisch,
Hitlerei, Hitlerei, Hitlerei. Die Schirmmützen.
Sehen Sie, bitte, was Herr Blöcker, erster deutscher Nachwuchs-Kritiker von Herrn Rychners Gnaden, Autor, ach, von Kafka- und Bachmann-Aufsätzen, schreibt.
Alles Gute! Ihr Paul Celan" - //
Celans Todesfuge aus dem Lesebuch war damals sehr beeindruckend – im Lauf der Jahre entzauberte sich aber das hermetische Sprechen der Celan’schen Lyrik als ein etwas abstruser, schön klingender Privatismus. Auch die TODESFUGE fällt heute kognitiv durch – der Tod ist der Tod und kein „Meister aus Deutschland“. Die Eingängigkeit des Gedichts souffliert etwas politisch Falsches, Celans eigene Betroffenheit und übergroße Sensibilität verunklaren seinen Blick. Totschläger, Mörder, Massenmörder und mörderische Ideologen von Dschingis Khan bis Pol Pot, von Kain bis Mugabe gab es immer und wird es vermutlich immer überall geben; vielleicht gelingt es, Massenmassaker mit der Machete wie in Ruanda 1994 zu unterbinden. Darfur spricht aber dagegen.- Celans aller Realität entbehrenden hysterischen Briefkommentare und schließlich seine Selbsttötung lassen einen klinischen Fall vermuten.- Aber auch ohne psychische Krankheit mündet die Sensibilität der Lyriker leicht in Privatismus und Verblendung. Sensibilität ist kein kognitives Merkmal und neigt stets zu Überhitzung.-
Da empfiehlt sich doch eher eine Lektüre wie: Douglas Hofstadter, Ich bin eine seltsame Schleife. »... gehört es mit zum Anregendsten, was zum Themenkreis Leib-Seele bzw. Bewusstsein und Gehirn seit langer Zeit gesagt wurde...« Gerrit Stratmann (Deutschlandradio Kultur, 04.05.08). (Orig.: I Am a Strange Loop)
- "...Einigkeit darüber, daß heute nicht mehr von 'germanisch' im Sinne einer sprachlichen, politischen oder kulturellen Einheit gesprochen werden kann ..." REALLEXIKON DER GERMANISCHEN ALTERTUMSKUNDE (Rez. FAZ 8.8.08, " Ein faszinierender Blick aufs Altertum . Soeben hat ein gewaltiges, enzyklopädisch angelegtes Werk fachübergreifender Altertumsforschung seinen Abschluss gefunden. ... Hermann Parzinger"
- Kulturalismus: "... Denn die Interessenvertreter haben ein Interesse, ihre Gruppe homogen zu halten und ihr eine lange Geschichte zuzuschreiben. Dabei können sie auf das kulturalistische Vorurteil zählen. Es wirkt unabhängig davon, ob Migranten als Täter oder als Opfer charakterisiert und kulturelle Unterschiede zelebriert oder pathologisiert werden. Mal schützt es die japanische Mutter, die sich mit ihren beiden Kindern im Pazifik ertränken wollte, aber anders als die Kinder überlebte, mal bestraft es alle Migranten aus der Türkei mit neuen Heiratsvorschriften. Denn beim japanischen Mutter-Kind-Selbstmord wie beim kurdischen Ehrenmord wird das Individuum als von der Kultur quasi determiniert angesehen. In Wahrheit gibt es in jeder Kultur Alternativen, und verstehen können wir das Verhalten des einzelnen nur, wenn wir nach den besonderen Bedingungen fragen, die zur Wahl einer dieser Alternativen geführt haben. ..." GUSTAV FALKE rez. Joana Breidenbach, Pál Nyíri: "Maxikulti". Der Kampf der Kulturen ist das Problem - zeigt die Wirtschaft uns die Lösung? Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008. 192 S., br., 19,90 [Euro]. Text: F.A.Z., 11.08.2008, Nr. 186 / Seite 37
- Probleme des Rudeltiers: "Alles Leid ist Einsamkeit - alles Glück Gemeinsamkeit", zitiert Werner Mahrholz Richard Dehmel und setzt das Zitat als Motto an den Anfang seiner Schrift "Ein politisches Programm der deutschen Jugend" (1922)(zit. n. W. M., Dt. Lit. d. Gegenwart, 1930, S. 526) . // Eine fatale Ideologie!
Montag, 11. August 2008
Sonntag, 10. August 2008
Tariq Ramadan
Der "Aufklärer"
Zu "Freiheit jenseits der Gesetze?" von Necla Kelek über Tariq Ramadan (F.A.Z. vom 29. Juli): Endlich hat Necla Kelek diese angebliche Lichtgestalt der muslimischen Aufklärung als das entlarvt, was sie ist, nämlich ein diamantharter Fundamentalist. Warum er in Deutschland und vor allem in Berlin immer noch hofiert wird, ist mir schleierhaft, denn schon 2006 hat der in Berlin wirkende Islamwissenschaftler Ralph Ghadban in seinem Buch "Tariq Ramadan und die Islamisierung Europas" alles Nötige gesagt. Leider ist das Buch aber in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen worden, weil es in einem dem großen Publikum völlig unbekannten Verlag erschien. In Frankreich, wo Ramadan vor allem wirkt, ist er von der Feministin Caroline Fourest in ihrem Buch "Frère Tariq" schon 2004 auf 425 Seiten gnadenlos entlarvt worden, wobei sie nicht nur seine Schriften, sondern vor allem auch seine auf Tonträgern in einschlägigen Milieus zirkulierenden Vorträge unter die Lupe nimmt. Beide Bücher sind noch erhältlich.
THILO DINKEL, KIRCHHEIM, Text: F.A.Z., 09.08.2008, Leserbrief
Zu "Freiheit jenseits der Gesetze?" von Necla Kelek über Tariq Ramadan (F.A.Z. vom 29. Juli): Endlich hat Necla Kelek diese angebliche Lichtgestalt der muslimischen Aufklärung als das entlarvt, was sie ist, nämlich ein diamantharter Fundamentalist. Warum er in Deutschland und vor allem in Berlin immer noch hofiert wird, ist mir schleierhaft, denn schon 2006 hat der in Berlin wirkende Islamwissenschaftler Ralph Ghadban in seinem Buch "Tariq Ramadan und die Islamisierung Europas" alles Nötige gesagt. Leider ist das Buch aber in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen worden, weil es in einem dem großen Publikum völlig unbekannten Verlag erschien. In Frankreich, wo Ramadan vor allem wirkt, ist er von der Feministin Caroline Fourest in ihrem Buch "Frère Tariq" schon 2004 auf 425 Seiten gnadenlos entlarvt worden, wobei sie nicht nur seine Schriften, sondern vor allem auch seine auf Tonträgern in einschlägigen Milieus zirkulierenden Vorträge unter die Lupe nimmt. Beide Bücher sind noch erhältlich.
THILO DINKEL, KIRCHHEIM, Text: F.A.Z., 09.08.2008, Leserbrief
Stromversorgung, Clement

In Wirklichkeit dient Clement dem Gemeinwohl
Zu "Geiselnahme in der SPD" (F.A.Z. vom 2. August): Patrick Bahners liegt mit seiner Schlussfolgerung falsch, weil er nur auf den formalen Gesichtspunkt der Parteischädigung abstellt. Sinn und Zweck der Parteien ist die Mitwirkung bei der politischen Willensbildung, die dem Wohl des Gemeinwesens zu dienen hat. Dessen Interesse muss daher dem Parteiinteresse vorgehen. Die Frage, was dem Gemeinwohl dient, ist in den Parteien zu diskutieren. Das ist nur möglich, wenn in den Parteien unterschiedliche Positionen vertreten werden dürfen. Daran ändern auch Parteitagsbeschlüsse nichts, abgesehen davon, dass es über die von Frau Ypsilanti geplante Politik keine Parteitagsbeschlüsse in Hessen gab. Allerdings hatte sich die Kandidatin Ypsilanti von der Wahl im Hinblick auf die Linkspartei öffentlich auf das Gegenteil dessen festgelegt, was sie nach der Wahl tun wollte und noch will. Schon allein der Atomausstieg, mit dem Deutschland als führendes Industrieland weltweit einzig dasteht und den man zum Beispiel in Frankreich nur noch lächerlich findet, ist grundfalsch und gemeinschädlich.
Das muss gesagt werden dürfen, auch und gerade innerhalb der Partei, die solches beschlossen hat. Die in ihrer Realitätsferne, ja in ihrem Irr- und Aberwitz nicht mehr zu überbietende Festlegung der hessischen SPD auf einen gleichzeitigen Ausstieg aus der Atomkraft und der Steinkohle muss innerhalb der SPD diskutiert werden dürfen. Die inzwischen einen neuen Anlauf zur Macht in Hessen nehmende Frau Ypsilanti möchte genau diese Energiepolitik und noch einiges mehr mit Hilfe der Linkspartei, das heißt der SED-Kommunisten, durchdrücken. Das soll in der SPD nicht kritisiert werden dürfen? Dann würde allerdings auch verständlich, dass Frau Ypsilanti neueren Presseberichten zufolge aktiv auf das Parteiausschlussverfahren gegen Wolfgang Clement Einfluss genommen haben soll.
PETER KÜHNHOLZ, HAMM, Text: F.A.Z., 09.08.2008, Leserbrief
Samstag, 9. August 2008
Hz.öl 85,75; 1,9% US-Wachstum
Trübe Fragen,
Denen das Schicksal sich vermummt (frei nach G., F. II, V. 9931f.)
15-20° tr 6591 11614 1,5074 Hz.öl 85,75
Im Juni 28,6 Mrd. Nettokapitalzufluß nach D
- Kaukasus-Konflikt. Georgische Stellungen in Abchasien bombardiert. „Georgien befindet sich im Krieg“
Georgien befindet sich laut einem Dekret des Parlaments offiziell im Krieg. Präsident Saakaschwili sagte, sein Land sei in einem „Zustand der totalen militärischen Aggression“. Moskau dementierte derweil, georgische Städte angegriffen zu haben. Doch die Bilder aus Gori sprechen eine andere Sprache. ..." FAZ 9.8.08
- 1,9% US-Wachstum im 2. Quartal 08. Gute Zahlen: Siemens, Cisco, GS, Nestle, Shell
- Zur Muße zähle er nicht, sich Athleten zu halten oder zum Ringkampf zu gehen, diese Unsitte sei nicht römischen Ursprungs, bemerkt Seneca in seiner Schrift VON DER KÜRZE DES LEBENS. Das Unterhaltungsspiel aus dem Geist des körperlichen Kampfes. Eine Testosterongeschichte.
Freitag, 8. August 2008
WTI 117,75; Unabhängigkeit der Zentralbank
Ja, das Limbische System.H2O : an diesem Molekül hängt auch viel. Weniger Schauer wären aber viel schöner; 18-20° .
- Sie trägt einen Namen mit Tradition und spricht Idiotendeutsch: earnings gut, auf diesem level, nicht so hawkish, schöne recovery, health care vielversprechend : Petra Kerssenbrock. Ils sont fous, ces allemands.
- "Die Ungewählten. 04. August 2008 Für die meisten Deutschen ist gerade die Unabhängigkeit der Zentralbank etwas, das Vertrauen einflößt. ..." The Rise of the Unelected von Vibert, Frank
- "... Was kann man noch von 68 lernen? Dass der Antiautoritarismus, der Grundzug der Revolte, brutal und destruktiv ist. Er verfolgt das Ziel, alle vermittelnden Instanzen zwischen dem Individuum und der Gesellschaft - Familie, politische und juristische Institutionen, Traditionen, Ethnien - zu entwerten. ..." Peter Furth, a.a.O. - - „Die verwahrlosten Kinder von Berlin. Mehr staatliche Kontrolle genügt nicht, wenn Eltern bei der Erziehung versagen.“ NZZ 23.2.08
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