Montag, 12. Januar 2009

Medwedew erklärt Abkommen für „null und nichtig“, Gasstreit geht weiter, „Russland schadet sich selbst“

Topolanek für die EU und Timoschenko heute in Kiew

Gasstreit geht weiter

F.A.Z. frankfurt, 11. Januar. Der russische Präsident Medwedjew hat im Gasstreit mit der Ukraine am Sonntagabend eine zuvor geschlossene Einigung für ungültig erklärt. Die Europäische Union hatte sich mit Russland und der Ukraine über die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland geeinigt, gegen zwei Uhr früh am Sonntag war ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet worden. Grund dafür, die Verwirklichung der Vereinbarung auszusetzen, seien "für Russland nicht annehmbare Anlagen" in dem Dokument, teilte Medwedjew am Sonntagabend nach Agenturberichten mit. Demnach war von ukrainischer Seite dem ausgehandelten Dokument ein Zusatz beigefügt worden, den Moskau als "verlogen" kritisierte. In der Zusatzerklärung wurde zum Ärger Moskaus von der Ukraine bekräftigt, nie russisches Gas gestohlen zu haben. Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft reagierte mit Unverständnis und teilte am Sonntagabend in Prag mit: "Aus unserer Sicht ist die Vereinbarung voll gültig." EU-Energiekommissar Piebalgs habe "klar erklärt, dass eine einseitige Erklärung der Ukraine kein Bestandteil des Abkommens ist", hieß es weiter. Der Vertrag hatte vorgesehen, gemischte Beobachterteams einzusetzen, um den russichen Vorwurf zu prüfen, in der Ukraine werde in großem Stil Transitgas gestohlen. (Siehe Seiten 4 und 10.)
Text: F.A.Z., 12.01.2009, Nr. 9 / Seite 1
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Gasstreit
„Russland schadet sich selbst“

Moskau trägt die Hauptschuld am Gaskonflikt, glaubt der russische Oppositionspolitiker Ryschkow. Der Kreml wolle sich an der Ukraine rächen – am Ende zum eigenen Schaden. Im Interview kritisiert er auch Ex-Kanzler Schröder.
Von FOCUS-Korrespondent Boris Reitschuster, Moskau

Wladimir Ryschkow ist einer der bekanntesten russischen Oppositionspolitiker. Von 1993 bis 2007 war er Duma-Abgeordneter und unter anderem Vize-Parlamentschef und Fraktionschef der Regierungspartei „Unser Haus Russland“. Der gelernte Lehrer gilt als enger Vertrauter des früheren Gazprom-Chefs und Ex-Ministerpräsidenten Viktor Tschernomyrdin.
Wladimir Ryschkow: Für mich selbst war es sehr überraschend, wie sich die Sache entwickelt hat. Denn mir scheint, dass es in Wirklichkeit gar keinen Anlass für diese ganze Krise gab. Der Kreml hätte alles friedlich lösen können, aber wollte das gar nicht.
FOCUS Online: Wie hätte die Lösung aussehen können?

Ryschkow: Die Ukraine ist in einer dramatischen Situation, ihre Wirtschaft ist am Boden, auch infolge der weltweiten Finanzkrise, die sie besonders getroffen hat. Kiew ist deshalb im Moment nicht in der Lage, seine Schulden zu bezahlen. Aber so eine Situation hatten wir auch in den 90er-Jahren oft. Da wurde das so gehandhabt, dass Moskau einfach einen Zahlungsaufschub gewährte und mit der Rückzahlung wartete, bis in der Ukraine wieder bessere Zeiten anbrachen und Kiew wieder Geld hatte. Das funktionierte gut und war für beide Seiten eine vernünftige Lösung. Vernünftiger, als bei Eiseskälte einem anderen Land einfach das Gas abzudrehen.
FOCUS Online: Aber es geht ja nicht nur um die Schulden, sondern auch um den Preis für das Gas. Warum gibt es da keine Einigung?

Ryschkow: Ich verstehe die Preispolitik Moskaus nicht. Gazprom sagt offiziell, es verlange von Kiew Marktpreise. Aber in Wirklichkeit bietet es der Ukraine mit 450 Dollar pro 1000 Kubikmeter einen Preis an, der deutlich über dem liegt, was etwa Frankreich und Deutschland gezahlt haben, nämlich 400 Dollar. Und zwar im Jahr 2008. So kommt noch erschwerend hinzu, dass die Preise für Öl stark gesunken sind und somit auch der Gaspreis, der daran gekoppelt ist, stark sinkt. Es ist also bei weitem kein Marktpreis, den Moskau der Ukraine anbietet, sondern ein viel höherer Preis. Gar nicht zu reden etwa von Weißrussland, das nur einen Bruchteil zahlt.
FOCUS Online: Warum stellt Moskau Kiew solche Bedingungen?

Ryschkow: Das ist wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und widerspricht früheren Absprachen zwischen beiden Ländern. In Wirklichkeit geht es Moskau um andere Ziele. Es handelt sich um eine politische Entscheidung. Der Kreml will, dass Präsident Viktor Juschtschenko und Premierministerin Julia Timoschenko für ihre westorientiere Außenpolitik bezahlen.
FOCUS Online: Also kein Handelsstreit, wie viele in der EU glauben?

Ryschkow: Ganz und gar nicht. So eine Interpretation ist naiv. Moskau macht mit Öl und Gas Politik. Der Kreml führt dem Westen jetzt seine Abhängigkeit vor Augen und will die Ostsee-Pipeline forcieren, die Gas aus Russland an den osteuropäischen Ländern vorbei direkt nach Deutschland bringen soll.
Ryschkow: Ganz einfach. Notwendig wäre nur, dass Moskau sich von wirtschaftlichen Interessen lenken lässt statt politischen. Dann stünde einem vernünftigen Kompromiss nichts im Wege. Es könnte etwa ein Preis ausgemacht werden, der sich an dem für Deutschland orientiert, abzüglich eines Rabatts, weil die Transportwege in die Ukraine kürzer sind. Im Gegenzug könnte die Ukraine höhere Gebühren für die Durchleitung des russischen Gases nach Westen bekommen.

FOCUS Online: Ist die Ukraine ein unschuldiges Opfer?

Ryschkow: Nein, auch die Ukraine ist mitschuldig an der Krise. Aber in einem geringeren Maß als Russland. Moskau nutzt seine Rolle als Monopolist aus und diktiert seine Bedingungen. Sie will den Ukrainern einen Preis aufzwingen, den sie nicht zahlen können und der unter normalen Marktbedingungen, wenn es Konkurrenz gäbe, nicht realistisch wäre. Ein Monopol ist gefährlich. Anderen Ländern sollte das eine Lehre sein.

FOCUS Online: Welche Folgen wird der Gaskonflikt haben?

Ryschkow: Moskau betreibt mit seinen Bodenschätzen eine aggressive und unberechenbare Politik. Langfristig schadet die heutige Führung damit Russland, denn sie untergräbt das Vertrauen in unser Land als zuverlässigen Energie-Lieferanten und stachelt die heutigen Kunden dazu an, sich nach Alternativen umzusehen.
FOCUS Online: Mitten in der Krise reiste der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder zu Wladimir Putin nach Petersburg und unterstützte die Position des Kremls. Wie schätzen Sie seine Rolle ein?
Ryschkow: Schröder ist für ein Unternehmen tätig, an dem Gazprom die Mehrheit hält, er wird dafür sehr gut bezahlt. Wenn ich mir seine Haltung jetzt in diesen Tagen ansehe, erinnert mich das an ein Sprichwort, das ich in der Kindheit gelernt habe: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
11.1.09

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Sonntag, 11. Januar 2009

Deutschland auf der Kippe zu Sowjetisierung und Gulag, immer um die Sonne, Habicht, Rom allein

Friedrich Ebert,1871-1925, starb viel zu früh, war seit 1913 Vorsitzender seiner Partei SPD und amtierte von 1919 bis zu seinem Tode als erster Reichspräsident. Wurde von der Luxemburg-Liebknecht-Bande unerbittlich bekämpft.

- -5° bis 0°C; Rekordkälte im sächsischen Oderwitz bei minus 29,1 Grad
- Dow Jones verlor 2,7 Prozent auf 8769 Punkte. Der Euro verteuerte sich auf 1,3635 US- Dollar

- Es geht immer voran mit der Erde, aber immer um die Sonne.
- Kommt ein Habicht geflogen, setzt sich wohlig in die Sonne. Nach fünf Minuten haben ihn sechs Elstern vertrieben.- Übrigens wird aus Hamburg berichtet, daß sich in der Stadt zunehmend Habicht-Brutpaare ansiedeln. Die Tauben müssen ja nicht gebraten sein.
- 銀行票貼,不動產資金週轉,專案規劃,超低 - endlich gibt es jetzt auch chinesischen (jap., kor.?) Spam, Netzstreuwerbung. Mich wundert immer wieder, daß man diese Schrift nicht nur schreiben, sondern sogar lesen kann. Das Lernen der 2000 bis 6000 Schriftzeichen wird der zuständige UNO-Ausschuß vermutlich demnächst, vielleicht unter Leitung von Mugabe, als Menschenrechtsverletzung einstufen.
- Tschaikowsky, Italienisches Capriccio, nicht totzukriegen: Ich erinnere mich, daß mir ein Kommilitone nach einer Besprechung diese Schmalzlocke präsentierte. Damals hörte ich noch keine klassische Musik, aber der Kitschgehalt fiel mir auf. Musikunterricht scheint mir nur auf privater Basis sinnvoll zu sein, Musik in der Schule dagegen integriert in viele Zusammenhänge, besonders in der Grundschule und der Unterstufe, regt an, verbindet, zivilisiert.- Nach dem Capriccio sendete WDR3 noch allerhand klassische Schrecklichkeiten. Klassische Musik als solche kann keinen besonderen Status beanspruchen . Allerdings ist das Beste in der Musik, gemessen an Kunstfertigkeit , Differenziertheit, Ausdrucksvielfalt und Komplexität, stets in der Klassik angesiedelt.- Ich bedaure, daß das Klassikangebot immer weiter zurückgeht: Musique 3 aus Brüssel wurde für irgendeinen Primitivsender aus der Kabelanlage genommen, WDR 3 sendet abends nur noch ausnahmsweise Klassik, nur Radio 4 NL hält sich noch wacker.- Sind aus den Holländern, einmal abgesehen von der Sprache, nicht ohnehin die besseren Deutschen geworden? Sie haben den gleichen germanischen Hintergrund, die typisch germanische Herdengesinnung, machen im Großen und Ganzen den gleichen Blödsinn - die Hauptmeßzahl für jede Gesellschaft zeigt bei Holland für 2003 : 3%, 2004 : 5,30 %, 2005 : 6%, 2006 : 6,60 %, 2007 : 5,50 % und für 2008 : 4,1% , pendelt also schön um die Vollbeschäftigungsmarke von 5% . Natürlich hat das auch etwas mit den großen Erdgasvorkommen zu tun, aber sie wären nie so ideologiesiert, einen wichtigen Wirtschaftszweig des Landes aufgrund von Klimaphantasmagorien anzugreifen. Nehme ich mal an.
- Merkel, die offenbar ihre Anti-Auto-Ideologie kaschieren will, fordert von der deutschen Autoindustrie die Erfindung des Autos für das 21. Jahrhundert. Fährt sie nicht jeden Tag Auto? "Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot! " (Faust)
- Rom allein, Benedikt nachgereicht: " Den Griechen eine Torheit . Warum so verzagt, protestantische Theologen? Eine Reaktion auf Papst Benedikt. Nach der Regensburger Ansprache Papst Benedikts im September 2006 war die Aufregung groß. Im allgemeinen Mediengetöse ging unter, dass die eigentliche Botschaft an den Protestantismus ging ..." FAZ 17.12.

- Deutschland auf der Kippe zu Sowjetisierung und Gulag: Am 5. Januar 1919 begann der einwöchige KPD/Spartakusputschversuch, der den Linken die entscheidende Niederlage im Revolutionsverlauf beibrachte. Anlass dazu war, dass die SPD-Regierung den Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn, ein USPD-Mitglied, abgesetzt hatte. Bewaffnete Spartakisten besetzten das Berliner Zeitungsviertel, bauten Barrikaden und riefen zum Generalstreik und zu Eberts Sturz auf. Karl Liebknecht trat in den „Revolutionsausschuss“ ein. Zwei Tage lang wurde das Vorgehen beraten; die KPD-Vertreter versuchten vergeblich nach Sowjet-Vorbild, die Unterstützung einiger Berliner Regimenter zu gewinnen.
Die Scharfmacherin Rosa Luxemburg steuerte das Motto bei: >Die Sozialdemokratie ist nichts als ein stinkender Leichnam.< Manfred Scharrer, "Freiheit ist immer ..." Die Legende von Rosa und Karl. Transit Vlg. 2002 . Dort auch wird auch auf den Zusammenhang hingewiesen, in dem das von den SED-PDS-Leuten genutzte, bekannte Zitat stand: >Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden<. "Luxemburg kritisierte zwar 1917 die Auflösung der frei gewählten russischen Verfassunggebenden Versammlung durch die Bolschewisten. Doch nur wenige Zeilen später plädierte sie ihrerseits für eine Diktatur des Proletariats, für >sozialistische Maßnahmen in energischster, unnachgiebigster, rücksichtslosester Weise<.Während die sozialdemokratische Regierung unter Ebert sich zur Vorbereitung freier Parlamentswahlen anschickte, propagierte Lux. die >Aufrichtung der sozialistischen Diktatur<. Als der Spartakusputsch, der diese Diktatur erreichen wollte, mangels Unterstützung durch die Berliner Arbeiter zusammenbrach, verkündete die KPD-Führerin, die Revolution sei nun einmal die einzige Form des Krieges, wo >der Endsieg nur durch eine Reihe von 'Niederlagen' vorbereitet werden< könne."

Und ich darf aus meiner Leipziger Lux.-Ausgabe von 1970 noch die letzten Zeilen des von ihr verfaßten PROGRAMMS DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS, angenommen auf dem Gründungsparteitag der KPD am 31.12.1918, ihrem Vermächtnis, zitieren: >> In diesem letzten Klassenkampf der Weltgeschichte um die höchsten Ziele der Menschheit gilt dem Feinde das Wort: Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust! <<
Sie war eine üble Hetzerin.

Samstag, 10. Januar 2009

Mandeln, Antibiotika, Viren, Medienpropaganda, Glück

- In medizinischer Literatur lesend kann es eigentlich nur besser werden.
- Vier Tage ohne Rotwein geht, wenn auch nicht gut.
- Für alle Freunde der Mandeln alias Tonsillen: " Der unkritische Einsatz von Antibiotika bei viral bedingten Infektionen der oberen Atemwege ist aufgrund der Wirkungslosigkeit von Antibiotika gegenüber Viren definitiv sinnlos und kann verstärkt zur Resistenzentwicklung von Bakterien beitragen. Aus diesen und weiteren Gründen muss die Indikation für jede Antibiotikatherapie verantwortungsvoll gestellt werden. Dies wird im englischen Sprachraum auch als „antibiotic stewardship“ bezeichnet." Wiki.

"Tonsillitis acuta wird meist durch Viren verursacht (80% ...)" Pschyrembel
"Die Tonsillitis wird meistens durch Bakterien, weniger häufig durch Viren ausgelöst. Die typischen Erreger sind: beta-hämolysierende Streptokokken der Lancefield-Gruppe A" Wiki. - WER WEIß ES DENN AM BESTEN?

- Medienpropaganda: "Wer ist Mads Gilbert? Nur ein Arzt?
Eine der Hauptquellen über die Vorgänge in Gaza und die Folgen der israelischen Bombardierungen ist, da sich dort keine ausländischen Journalisten befinden, denen Israel systematisch die Einreise verweigert, der norwegische, aus Tromsö stammende Narkosearzt Mads Gilbert. ... In praktisch allen Auftritten und Zitaten wird Gilbert als "norwegischer Arzt" vorgestellt, als eine quasi neutrale und objektive Instanz.
In Norwegen und seit einem Fernsehbericht über den Propagandakrieg auch in Dänemark weiß man es auch anders. Der Kommunist Mads Gilbert, der für die norwegische Splitterpartei "Die Roten" aktiv ist, setzt sich seit den siebziger Jahren für die Palästinenser ein, seit einiger Zeit besonders für die Hamas-Bewegung. Seit vielen Jahren ist der Arzt in Norwegen als leidenschaftlicher Kritiker Israels und des "amerikanischem Imperialismus" bekannt. Kurz nach dem Terrorangriff auf das World Trade Center verkündete er in der norwegischen Zeitung "Dagbladet", er könne die Terroristen gut verstehen und unterstütze ihren Angriff. (Th.)
Text: F.A.Z., 09.01.2009

- Ganz schön interessant: "26. Dezember 2008 NZZ
«Gerechter» verteiltes Glück.
mbe. Das Ziel des Wirtschaftens ist nicht nur materieller Wohlstand, sondern es geht – zumindest wenn man sich den Utilitaristen anschliessen will – vor allem um das «grösste Glück der grössten Zahl». Um das Glück der Menschen steht es aber nicht besonders gut: Die wissenschaftliche Forschung hat schon vor Jahren das berühmte Ergebnis zutage gefördert, dass die Menschen in den Industrieländern seit dem Zweiten Weltkrieg im Schnitt nicht wesentlich glücklicher geworden sind. Ein aufsehenerregender Befund kommt nun aber aus den USA: Die Ökonomen Betsey Stevenson und Justin Wolfers von der renommierten Wharton School haben nachgewiesen, dass das Glück der Menschen zumindest «gerechter» verteilt worden ist. Laut ihrer Studie hat die Glücks-Ungleichheit in den USA seit 1972 drastisch abgenommen. So haben etwa die Schwarzen und andere Minderheiten in den USA deutlich zu den Weissen aufgeschlossen, und zwischen den Geschlechtern bestehen heute kaum mehr Glücks-Unterschiede (Frauen waren früher allerdings glücklicher als Männer). Die Entwicklung ist auch deshalb bemerkenswert, weil im gleichen Zeitraum die Einkommensungleichheit in den USA stark zugenommen hat. Offenbar geht es beim Glück nicht allein ums Geld und darum, wie es in der Gesellschaft verteilt ist. Die «Benachteiligten» sind laut den Autoren wohl deshalb glücklicher geworden, weil die Gleichheit im sozialen und rechtlichen Bereich zugenommen hat. Den «Bevorzugten» hingegen hat selbst der steigende Reichtum kaum ein grösseres Glück gebracht."

- SPANIEN: "Kälte bleibt: Schnee und Eisglätte haben am Samstag in weiten Teilen Spaniens zu erheblichen Behinderungen geführt. Zahlreiche Straßen vor allem im Norden und in der Mitte des Landes waren gesperrt oder nur mit Ketten befahrbar. ..." FAZ 10.1.

SAL. KROONENBERG, DER LANGE ZYKLUS, Rosenthal



Focus Abo-Kündigung 09314#50/ 11042229
- "Vor zehntausend Jahren nimmt der Frühling seinen Anfang. Die glitzernde Eiskappe, die Skandinavien bedeckt, schmilzt wie Schnee in der Sonne ... Jetzt herrscht Hochsommer ... Der Meeresspiegel steigt kaum noch, aber wir benehmen uns, als seien wir in Lebensgefahr ... Aber in zehntausend Jahren beginnt der Herbst ... Das Wetter können wir auch nicht weiter als zehn Tage vorhersagen ... Aber wenn wir auch das Wetter in einem Monat nicht vorhersagen können, so können wir doch prophezeien, daß nach dem Sommer der Herbst kommt. ... Uns genügt das Wissen um eine längerfristige Zyklizität: die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ... kann man berechnen, wann die nächste Eiszeit sein wird: in 23000 Jahren sind wir mitten drin. ..." (SAL. KROONENBERG, DER LANGE ZYKLUS, DIE ERDE IN 10000 JAHREN, wb 2008, S. 7-11, KROONENBERG lehrt Geologie an der TU Delft) -
" EU-Klimapaket als gelungener Faschingsbeitrag . Zu "Europäisches Klimapaket nimmt letzte Hürde" (F.A.Z. vom 18. Dezember): Das Europäische Klimapaket ist vielleicht als belebendes Element für den Fasching gedacht ... Der berechnete deutsche Einsparungsanteil von 0,084 ppm ... wird aber der deutschen Wirtschaft (das sind alle Beschäftigten) Kosten in der Größenordnung von mehreren Hundert Mrd. Euro verursachen. ... " FAZ LB Prof. Horst-J. Lüdecke, Heidelberg-

Werter Focus, gerade fiel mir bei -9°C wieder Odenwalds Beitrag: "Und sie erwärmt sich doch ..." (Focus 1/09) in die Hände, in dem wie in den vielen anderen Artikeln dieses Nachschwaflers von Höppe und Rahmstorf zuvor Vokabeln unterhalb der Wissenschaftsgrenze verwendet werden wie "Fieberkurve". In dem Beitrag wird außerdem nicht darauf eingegangen, über welche Wirkungsketten (Verminderung der kosm. Strahlung, Kondensationskernbildung etc., Svensmark u.a.) die Eruptionen auf der Sonne auf die irdische Wolkenbildung wirken könnten. Wasserdampf und Wassertröpfchen (Wolken) spielen bei weitem die Hauptrolle bei der irdischen Wetterbildung. Diese blödsinnige Klima-Propaganda im Focus seit vielen Jahren, die beiträgt zu großen Belastungen für den deutschen Wohlstand, habe ich lange ertragen, ich kann es tragen nicht mehr: ich kündige daher mein Focus-Abo zum nächsten Termin und lese den Scharlatan Schellnhuber lieber im Original. Dort wird zwar mit allen statistischen (Skalierungs- und Zeitreihen-)Tricks gearbeitet, aber es kommen wenigstens keine abgefeimten Höllengrafiken vor. Im gleichen Heft, glaube ich, kommen außerdem mediengeile Zoologen vor, die sich für 2100 Sorgen machen um den Humboldt-Kalmar, ein zehnarmiges Schätzchen, das zwei Meter lang wird. Wenn einem da nicht die Tränen kommen, dann hat man den Eindruck, daß hier die Albernheits- und Schwachsinnsgrenze um Tausende von Einheiten durchstoßen wird. Für den Abdruck solchen Geschwätzes zeichnet Odenwald verantwortlich.
Ich finde den Focus ansonsten ganz prima, sonst hätte ich den Klima-Kitsch des Herrn Odenwald nicht so lange ertragen.
Klimakitschgläubige wie Odenwald kann man natürlich nicht überzeugen, trotzdem sollte er mal öfter bei http://wattsupwiththat.com/ reinschauen. Heute bei Anthony Watts: “The good news is, if this sucker blows, global warming is not going to be a problem. “

- Traurig, Rosenthal meldet Insolvenz an: "Der 1879 gegründete fränkische Konzern schrieb im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 einen Verlust von 10,4 Millionen Euro bei einem Umsatz von 71 Millionen Euro. Den Fabrikanten feiner Tafelservice macht seit Jahren die Billigkonkurrenz aus Osteuropa zu schaffen. Teures Porzellan fehlt heutzutage, anders als früher, meist auf dem Gabentisch zur Hochzeit. ..." FAZ

- US-Arbeitslosigkeit weiter unter der deutschen (7% zu 7,6%)

- Obama-Blödsinn: "Der Chef des Öl-Konzerns Exxon hat sich skeptisch über den Plan des zukünftigen US-Präsidenten Barack Obama zum Ausbau von erneuerbaren Energien geäußert. "Ich glaube, das wird eine sehr große Herausforderung", sagte Rex Tillerson am Donnerstag zu dem Ziel, die Produktion alternativer Energien innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln. ..." n-tv
- Wenn man nur an Feierabend, Urlaub, Sex und das Gute denkt: " Im schiefen Dreieck. Drei Viertel der Deutschen würden ihren Strombedarf am liebsten vollständig aus Wind-, Wasser-, Sonnen- und Biomassekraftwerken beziehen. Mit diesem umwerfenden Meinungsbild, ermittelt vom Forsa-Institut, trumpfte die Agentur für Erneuerbare Energien im Dezember auf. ... Der Irrtum, auf dem seine Beliebtheit beruht, ist nämlich, dass Strom aus regenerativen Quellen auch in einem hochindustrialisierten Land eine stetige Versorgung sichern könne. Doch Windräder stehen hierzulande - statistisch gesehen - an 300 Tagen im Jahr still. Bis auf weiteres müssen ihre enormen Leistungsschwankungen von konventionellen Kraftwerken aufgefangen werden. ..." FAZ 9.1. // Einer Mehrheit der Deutschen ist wirklich alles zuzutrauen, leider nichts Neues.

Freitag, 9. Januar 2009

MENDEL, Islam, Johannes Fried, Kurt Flasch


Gregor Mendel

Ralf Königs Kommentar (FAZ) paßt hervorragend zu Stasi-Mitarbeiter H. Müller. Paßt auch sonst noch zu vielen Zeitgenossen und ihrer Haupterblast.

Hundekälte dauert an! -11 bis -4°C . Man sollte die Klima-Scharlatane einmal nachts draußen kampieren lassen zur Schärfung ihres Sensoriums.

- Müller, Heiner: "Die Menschheit braucht ein neues Wozu", dieser Satz wurde im Zz gleich zweimal zitiert. Müller behauptet zu wissen, was für die anderen 6 Mrd. gut ist. So führt sich der WDR auch immer gern auf. Wahrscheinlich hat er als Stasi-Mitarbeiter diese Informationen aus erster Hand. Er war ein totalitärer Schmieren-Skribent, kleingeistig, schmalspurig, lernunfähig und fanatisch. Kurz: ein ekelhafter Bursche.

- Islam. " Sein größtes Problem mit dem Westen ist der Werterelativismus der Postmoderne": da würde ich sagen, daß das wahrscheinlich für den islamischen Gläubigen das größte Ärgernis darstellt, wie das auch für andere Religionsteilnehmer problematisch ist. Sein größtes Problem dürfte die Einfalt des Textes Koran sein, verbunden mit den vielen Sozialgeboten darin, die die zivilisatorische und wissenschaftliche Entwicklung in den islamischen Ländern seit tausend Jahren lähmen. Hinzu tritt der kriegerische Ton in vielen Suren, der bis heute das gegenseitige Abschlachten von Sunniten und Schiiten inspiriert. Man kann es an der Entwicklung zweier arabischer Variationen ablesen: den islamischen Arabern, und den jüdischen Arabern, die Juden waren in der Antike eine arabische Variation, und die Vielfalt der altestamentarischen Texte wirkt religionspsychologisch eben ganz anders als der einfältige Koran. Das Problem der Lessingschen Ringparabel ist heute gelöst.- Komm. zu Stefan Weidner - Manual für den Kampf der Kulturen, Rez. 8.1.
- Johannes Fried: Diese Rezension von Borgolte kann als Kommentar zu Weidner und Hanimann gelesen werden. " Weiter denken auf den Schultern fremder Riesen . Johannes Fried taucht das Mittelalter in helles Licht. Geschichte des Mittelalters in Zeiten der Globalisierung zu schreiben ist eine überaus reizvolle Aufgabe. Der Historiograph könnte sich zuständig ..." 8.1.

- MENDEL : Im heutigen Gymnasium hätte man ihm vielleicht das Arbeiten abgewöhnt: "Der Todestag des Vererbungsforschers Johann Gregor Mendel
6. Januar 1884. Die Arbeit muss ermüdend gewesen sein. Allein im Herbst 1857 schälte er 7000 Erbsen, zählte sie, sortierte runde und kantige in Tüten. Als Gregor Mendel all seine Kreuzungen und Rückkreuzungen nach sieben Jahren abschloss, hatte er alles in allem mehr als 300 000 Erbsen handverlesen und geprüft.
Ein stiller, freundlicher Mönch. Ausgestattet mit dem neugierigen Blick des Naturforschers, dem mathematischen Verstand für exakte Wissenschaften und endloser Geduld. Sie führen Gregor Mendel zu Erkenntnissen, die die Welt verändern. Doch wie genial seine Erbsenzählerei war, verstand zu der Zeit niemand. Seine 1865 veröffentlichte Schrift mit dem bescheidenen Titel „Versuch über Pflanzenhybriden“ wurde erst 16 Jahre nach seinem Tod „entdeckt“. Und es vergingen noch einmal fast 30 Jahre bis die Arbeit Mendels als Basis der modernen Gentechnologie und als Mendelsche Regel weltweit anerkannt wurde.
Ausgerechnet ein Mönch entdeckt in seinem Garten den Einstieg in eine Wissenschaft, die nachhaltig Gott für tot und den Menschen zum Schöpfer erklärt." Zz, WDR5; da wundert sich der PhilFakmensch, er sollte lieber Kurt Flasch und Johannes Fried lesen, um zu begreifen, warum der islamische Klerus seit jeher und bis heute Fatwa-Mörder losschickt, der jüdische und christliche Klerus aber nicht.