Der Ganove ist im Zweifelsfall bewaffnet. Der Terrorist
auch. Banden wie die IS sind es im Übermaß. Daher sind Waffen Lebensmittel für
Nicht-Ganoven, Nicht-Terroristen und Nicht-Milizionäre. Überlebensmittel
derzeit für die von den Islamisten überfallenen Gebiete. Ohne Waffen lassen
sich die Barbaren, die Verbrecher dieser Welt, nicht aufhalten. Das muß man
leider wieder beobachten im Irak und Nigeria, im Sudan und in Gaza. Die
Waffenproduktion ist daher in den zivilisierten Ländern unumgänglich, der Export
lebensnotwendig für die Gegner der Hamas, der IS und Boko Harams. Und wie man
sieht, geht es ohne eine effektive Eingreiftruppe der USA nicht. So ist die
Welt, eine andere ist nicht zu haben.
Samstag, 9. August 2014
Freitag, 8. August 2014
Erfinden und herbeireden
Die
Depressionen haben zugenommen, hört man an jeder Ecke, besonders aus der Lobbygruppe
der Psychotherapeuten. Sie erwähnen nicht, daß die Hysterie gar nicht mehr
vorkommt. Die Diagnose HYSTERIE entsprang der Phantasie des Sigmund Freud und
wurde zur Modediagnose bei den besseren Damen. Heute ist es en vogue, seine
Depression zu haben. Allerdings haben sich die Diagnosen etwas realistischer
entwickelt. Depressionen gibt es tatsächlich und es hat sie immer gegeben. Und
deswegen sollten sie auch behandelt werden. Es ist jedoch zu veranschlagen, daß
die Depression auch in der Gleichaltrigengruppe kopiert wird.
Die
russisch-jüdisch-amerikanische Soziologin Liah Greenfeld beschreibt in ihrem
Buch von 2013 „Mind, Modernity and Madness“, daß sie bei ihrer Ankunft in den
USA überrascht gewesen sei von der dortigen offenen und lebensfreundlichen Atmosphäre,
und ebenso konsterniert von den unter Teenagern weit verbreiteten Depressionen.
Sie deutet die Depression deswegen als kulturelles Phänomen, als Reaktion auf
die Verunsicherung durch moderne Phänomene wie etwa den Wettbewerb.
Dies
ist nicht von der Hand zu weisen. Starre und stabile Institutionen gewähren
Schutz – der einzelne wird in einen Stand hineingeboren, er braucht sich nicht mehr
als andere anzustrengen, denn er bleibt stets ein Bauer oder Adliger oder
Zunfthandwerker. Daher sind traditionale Gesellschaften so arm wie stabil. Aber
die Individuen sind unterschiedlich. Was den einen Schutz durch die Stabilität
bedeutet, ist den anderen Enge und Gefängnis. Und auch physiologisch
unterscheiden sie sich. Daher besitzt eine tatsächliche Depression auch einen
hormonellen Kern. Beide Faktoren und weitere können zusammen auftreten und sich
verstärken. Das ständige Gerede über Depressionen dürfte aber das
Diagnosemuster allfällig verbreiten. Das dient nur der Zunft der Therapeuten,
insbesondere denen unter ihnen, die mit dieser Diagnose abzocken wollen.
Donnerstag, 7. August 2014
Rosetta und die Götter
Dies ist übrigens nicht Rosetta oder ihr Komet, auch nicht Jupiter, das ist ein gesäuberter Öltank von innen.
Ich kann sie ja gut verstehen, die großen Jungs, denen das Spielen mit der elektrischen Eisenbahn schon längst zu langweilig geworden ist und die jetzt beim Spielen die große, weite Welt draußen im All entdecken wollen. So eine Landung mit dem ferngesteuerten Heli in Nachbars Schlafzimmer ist von begrenztem Reiz und eher was für Puberile. Aber mit einer selbstgebastelten Sonde auf einem dahinrasenden Kometen zu landen – alle Achtung, das ist eine technische Meisterleistung. Und möglicherweise läßt sich auch noch dieses und jenes in Erfahrung bringen, über das frühe Sonnensystem beispielsweise.
Derweil Rosetta um den Kometen herumfliegt und nirgendwo auch nur das kleinste Engelchen auftaucht, geschweige denn ein ausgewachsener Gott wie Zeus oder Allah, derweil glauben die meisten Erdianer an Götter dutzendweise, und benutzen den Götteraberglauben auch noch zu Mord und Totschlag. Darin sind also seit Jahrtausenden die irdischen Probleme zu sehen, und ihre Lösung liegt noch in weiter ferne. So lange dies der Fall ist, sollten alle Astronomen bei ihren Weltraumspielereien die Hälfte der Kosten tragen, damit ihre Kleinjungenmentalität nicht jeden Kostenrahmen sprengt.
Neckisch, dieser Niekisch!
Der
Sohn des Gründers der AEG stellte sich in den Dienst der Weimarer Republik in
schwieriger Zeit, die schwierig blieb. Er unterschrieb 1922 mit Rußland den
schwierigen Vertrag von Rapallo, was die Westmächte mit Empörung wahrnahmen.
Der Vertrag war nichts Besonderes. Aber die Zeiten waren es. Das
hypernationalistische Frankreich mit seinen tausend Schikanen gegen das
unterlegene Deutschland war alarmiert und dachte schon an Gegenmaßnahmen. Der
Einmarsch in das Ruhrgebiet war so eine. In Deutschland dachten die
“Nationalbolschewisten” an ein bolschewistisches eurasisches Doppelreich bis
Wladiwostok ohne Polen dazwischen. Der polnische Hypernationalist Pilsudski
gefiel sich seit 1918 in Aggressivitäten gegen Deutschland wie auch gegen
Rußland und schürte deren Unmut. Hätte ein kluger Außenminister nicht auf
diesen Vertrag verzichten müssen? Nicht wegen des Vertrages, sondern wegen der
Mentalitäten der Nachbarn? Adenauer jedenfalls vermied alle Aktionen dieser Art
und stellte die Westbindung seiner Politik heraus – was die SPD bekämpfte.
Rathenau war so westorientiert wie Adenauer, aber außenpolitisch nicht so klug.
Auch
heute gibt es wieder die Infragestellung der Westbindung – denn die
Nationalbolschewisten gibt es immer noch: strikt antikapitalistisch, strikt antiamerikanisch,
strikt russenfreundlich. Und sie sagen mit ein wenig anderen Worten, was schon
Ernst Niekisch schrieb:
“„Westlerisch sein heißt: mit der Phrase der Freiheit auf Betrug ausgehen, mit dem Bekenntnis zur Menschlichkeit
Verbrechen in die Wege leiten, mit dem Aufruf zur Völkerversöhnung Völker
zugrunde richten.“ (E.N., Revolutionäre Republik, 1926)
Oder: “„Entweder asiatisch oder afrikanisch zu werden, sich
an das vernegerte Frankreich oder an das tatarische Rußland zu schmiegen.“ (E.N., Gedanken über
deutsche Politik, 1929)(s. Wiki.) Also, so Eva Herman et al.: Putin, wir
kommen!
Eva
Herman ist allerdings schon da. In der “Stimme Rußlands” giftet sie gegen die
USA und wirbt für Putin. So primitiv hätte Niekisch das nicht gemacht.
Dienstag, 5. August 2014
Prima Trend
Immer unterwegs für den Schutz der Bürger vor Faschisten: russischer Panzer in Leipzig vor dem Reichsgericht am 17. Juni 1953
Bild Bundesarchiv / Wiki.
Freiheitsbilanz? Gibt es so etwas? Kann das sinnvoll sein? Vielleicht. Aber es muß schon eine Freiheitenbilanz sein. Denn in der Gesellschaft gibt es viele Ecken und Bereiche und unterschiedliche Mentalitäten. Die meisten fühlen sich als Herdentier wohl und es reicht ihnen die Freiheit zu Konsum, Sex, Karneval, Urlaub und Mitlaufen. Der Mensch ist nicht nur aus krummem Holz geschnitzt, wie Kant meinte, sondern meist auch noch aus Weichholz.
Leutnant Tenenbaum aus Polen und den USA war das nicht, obwohl der Name keinen Hinweis auf harte Eiche enthält. Das Eichenlaub auf der DM – der Name der Währung soll auch auf ihn zurückgehen – hat trotzdem mit Tenenbaum zu tun, denn er zog mit Ludwig Erhard die Strippen zur Währungsreform. Gegen die große Weichholz-Herde der Wirtschafts- und Währungsplaner.
Zwei gegen die Zweifler und die französischen und englischen und deutschen Sozialisten, zu denen auch die CDU gehörte mit ihrem Ahlener Programm. So starteten die Vorbereitungen für die Einführung der DEUTSCHEn MARK 1947 in der amerikanischen Besatzungszone und die Neuwährung konnte sich mit dem listenreichen Adenauer in ganz West-Deutschland durchsetzen. Die DM befreite die Löhne, die Preise, die Banken, die Produktion und den Konsum.
Das hob die Stimmung und den Wohlstand, doch die Köpfe blieben die gleichen. Axel Springer durfte jetzt seinen Swing frei hören, aber andere, wie Adorno, geißelten die „Negermusik“. Und die schon von Tacitus erwähnte Führerorientierung bei den Germanen blieb auch weiterhin in einem Teil der Deutschen lebendig. Viele Braune sammelten sich damals übrigens in der FDP, während die Anhänger des großen Führers der internationalen Arbeiterbewegung, Stalin, sich in der KPD fanden. Rote Ideologen wie Bertolt Brecht und Merkel-Vater Kasner zog es gleich ganz zu den Russen in der Ostzone. In den Betrieben herrschte im Osten brutal die SED, im Westen vielfach der „Betriebsführer“, die Arbeiterrechte waren wenig entwickelt, verglichen mit der heutigen, übermäßigen Gewerkschaftsmacht, die in die Betriebe hineinregiert. Doch war das war bei BOSCH immer schon anders als bei GRUNDIG, bei ROSENTHAL anders als bei OETKER oder BORGWARD.
Konnte ein Angestellter 1965, der sich einen Bart stehen ließ oder einen Betriebsrat gründen wollte, ohne größere Probleme gekündigt werden, so gilt heute ein Kündigungsrecht, das auch den Faulen und Bösartigen fast unkündbar macht.
Der Saldo einer Freiheitenbilanz ist schwer zu ziehen. Vielen neu gewonnenen Freiheiten, vor allem im individuellen Bereich, stehen die Nachteile der Permissivität gegenüber und eine höhere Regelungsdichte. Und noch einiges mehr. Aber ein vom Totalitarismus befreites Osteuropa, der Rückzug der ständig drohenden russischen Panzer dürfte die Bilanz doppelt vergolden. Auch wenn das russische Sklavengemüter auf dem Land und Putinisten weltweit durchaus anders sehen können.
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