Dienstag, 30. Dezember 2014

Der ewige Kampf der Götter




Untergang der Ägypter im Roten Meer?! Davon wollen die Neu-Ägypter nichts sehen und hören! Dabei hat das Matthias Merian so schön gestochen.


Da hat ein Hollywood-Fritze mal wieder einen Bibel-Film namens EXODUS zusammengeschustert. Offenbar hat er das Alte Testament für bare Münze genommen und nicht als die erfundene Legendensammlung, die alle Religionsbücher darstellen. Der Film wurde in Saudi-Arabien und Ägypten verboten mit Hinweis auf den erfundenen Inhalt, denn es gibt keine Hinweise auf irgendeinen Exodus der beschriebenen Art.

In den Verbotsländern hält man leider nur dann etwas von antiker ägyptischer Geschichte, wenn die eigenen Interessen verletzt sind. In diesem Fall sind das die Pyramiden, die von den Filmjuden erbaut werden. Für die Pyramiden haben sich 200 Jahre lang nur Europäer interessiert, bis die Ägypter aus dem aus ihrer Sicht heidnischen Alt-Ägypten ein Abzocker-Modell für westliche Touristen gemacht haben. Saudi-Arabien ist als Israel- und Judenfeind grundsätzlich gegen alles, was kein negatives Licht auf die semitischen Vettern wirft.


So liegen die Dinge in der Welt. Ein besonders dummer Rotgrünspruch lautet: Es gebe keine Erste, Zweite oder Dritte Welt, es gebe nur einen Planeten, auf dem wir alle lebten und für den wir Verantwortung trügen. Von dem angeblichen Verzapfer dieses Sprüchleins, dem Schmalzfilmdarsteller Karlheinz Böhm, erzählt seine Tochter Sissy Böhm sehr Unverantwortliches.




Montag, 29. Dezember 2014

Die, die früher mitgemacht hätten, sind heute die eifrigsten Forscher






Es gibt jetzt ein neues Forschungszentrum für die Geschichte der Hexenprozesse (s. http://tinyurl.com/lo8ahnv). Es liegt darüber allerdings schon so viel Material vor, daß es zweifelhaft erscheint, ob ein weiteres steuerverbrauchendes Projekt dieser Art sinnvoll ist. Wer an Götter glaubt, speziell an einen Gott, der tötet - potentiell - auch andere Menschen für seinen Aberglauben. Das ist hinlänglich bekannt. Das gilt auch für den säkularen Aberglauben der faschistischen und kommunistischen Sorte u.ä. Weit sinnvoller scheint doch zu sein, die Verbindungen des Korans zu den derzeit aktiven mohammedanischen Mörderbanden zu erforschen - die pakistanischen, afghanischen, nigerianischen, somalischen, irakischen und sudanesischen Regierungen interessieren sich offenbar dafür nicht.

Das systematische Abschlachten von Menschen habe aber abgenommen, befindet Steven Pinker in seinem letzten Buch “Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit.” (2011) Pinker hat die Opferzahlen in der Geschichte untersucht, berechnet und verglichen. Die mongolischen Eroberungen und der nahöstliche Sklavenhandel rangieren an der Spitze, der 2. Weltkrieg folgt erst an neunter Stelle. Selbst der Neo-Zar Putin handelt heute verdeckt, wo er Gewalt einsetzt, während seine Vorgänger dies nicht taten.

Gewalt hat nur noch bei mohammedanischen Kopfabschneider-Banden einen guten Ruf. Das ist der Prozeß der Zivilisation, und in diesem Prozeß wird von den katholischen und protestantischen Christen erstmals auch die “Bergpredigt” ernstgenommen, die in der Kirchengeschichte und zu Zeiten der Hexenprozesse nicht beachtet wurde. Die Ethik der Bergpredigt ist jedoch eine für Mönche und Einsiedler, für “Heilige”, wie Max Weber zurecht meinte. Ihre nachholende Beachtung überschießt allerdings und macht die Gläubigen orientierunglos in der realen Welt.














Sonntag, 28. Dezember 2014

Worauf es ankommt





Komplexe Muster von Nervenfasern sichtbar gemacht - die, wie alles, ständigem Wandel unterliegen. Nicht verwendete Verbindungen werden abgebaut, neue gebildet.






Alle Religionen bieten vielerlei Geschichten, Erzählungen, Legenden und Gleichnisse an - mehr närrische als intelligente oder gar kluge. So wie das literarische Texte auch tun. Sie können recht nett und unterhaltsam und auch bewegend sein, doch leiden sie alle an Unterkomplexität. Deswegen sind sie ja unterhaltsam. Sie vereinfachen auf verführerische Weise. Sie kreisen um einfache Äußerlichkeiten und einfache Gefühle und lenken den Blick ab von der Innenwelt, den Billionen Zellen und den Milliarden Nervenzellen und deren Interaktion. Das ist ein gigantischer Innenraum, sehr viel komplexer als die Außenwelt, und daher bisher wenig verstanden. Das Wissen darüber aber und seine Schaltungen und Mechanismen kann, wenn denn unternommen, im eigentlichen Sinne bilden sein, indem ein realistisches Menschenbild eröffnet wird. Das erleichtert den Umgang des Menschen mit sich selbst und mit den anderen.







Samstag, 27. Dezember 2014

Sapere aude! Habe Mut zum Pragmatismus.






Die Religion, soweit sie von Primaten geglaubt wird, verbindet sich tendenziell mit dem stammesgeschichtlichen Aggressionspotential und wirkt dann kriegstreibend nach dem Motto: Willst du nicht mein Glaubensbruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein. Man kennt das seit Kain und Abel, den Arianern, Jan Hus, Michael Servet, Sunniten und Schiiten etc. Auf einem anderen Stern mit anderem genetischen Material würde sich das vielleicht anders darstellen. Hier auf Erden wird draufgehauen bzw. verbrannt. Zündet ihre Häuser und Synagogen an, forderte Luther in seiner Spätschrift “Von den Lügen der Juden” seine Lutheraner auf. Sunniten und Schiiten führten ohnehin Dauerkrieg gegeneinander und tun dies immer noch, weil ihr spezieller Glaube nur winzige friedensfördernde Partikel kennt und nie eine Aufklärung zuließ, geschweige denn Atheisten.
Apropos Atheisten. Haben nicht, Leser Hedelfinger läßt grüßen, die roten und braunen Atheisten die meisten Menschen umgebracht?
Die meisten, pro Kopf und Hand gerechnet, verzeichnen wohl die animistischen Hutus, die in Handarbeit 1994 in Ruanda mit Machete und Keule etwa eine Million animistische Tutsis verstümmelten und schlachteten. Faschisten und Kommunisten kommen nur auf die hohen Zahlen, weil relativ wenige Täter mit Hilfe der Technik sehr wirksam agierten.
Aber handelt es sich bei Faschisten und Kommunisten überhaupt um Atheisten? Der Politologe Eric Voegelin (1901-1985) verneint das:
“Der politische Kollektivismus ist nicht nur eine politische und moralische Erscheinung; viel bedeutsamer scheint mir das religiöse Element in ihm zu sein”, schreibt Eric Voegelin im Vorwort zu seiner Studie “Die politischen Religionen” (1938/1996). Und:
„In der Haltung innerweltlicher Religiosität akzeptiert der Mensch diese Stellung (der innerweltlichen Kollektivexistenz, WD), er nimmt sich selbst als Werkzeug, als Hegelschen Maschinenteil des großen Ganzen, und unterwirft sich willig den technischen Mitteln, mit denen die Organisation des Kollektivums ihn eingliedert.“
Eric Voegelin, Die politischen Religionen, S. 54
(vgl. auch S. 13ff.)
Helmut Schelsky sieht das ebenso, und ich kann mich nur anschließen:
“So darf man auch die Haltung, die die politischen Herrschaftsansprüche dieser neuen Klasse der ‘Heils- und Sinnvermittler’ stützt, nicht nur als politische Ideologie begreifen, sondern muß in ihr einen tiefer greifenden grundsätzlichen Lebensanspruch sehen, muß sie als ein das ganze Verhalten des Menschen bestimmendes Grundverhältnis zur Wirklichkeit verstehen, das nicht anders als ‘religiös’ genannt werden kann.”
(Helmut Schelsky, die Arbeit tun die anderen, Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen, 1975, S. 15)
Der rotgrüne Sozialismus hat dem nur eine weitere Facette hinzugefügt.
Ein sinnvoller und konsequenter Atheismus verzichtet auf eine übersinnliche Rückbindung, eine re-ligio. Er ist sich seiner beschränkten Erkenntnismöglichkeiten als Säugetier bewußt und strebt kein ganzheitliches Weltbild an, weil er aus der Geschichte der letzten 3000 Jahre weiß, daß die Weltbilder kommen und gehen. Sie sind nur Konstruktionen, die von anderen abgelöst werden. Der Atheist sieht sich auf einen pragmatischen Umgang mit Welt und Menschen verwiesen, der alles gelten läßt, was nicht zu Diebstahl, Raub, Mord und Totschlag führt. Und sich für die Traditionen einsetzt, die sich in der Geschichte erfolgreich als zivilisationsfähig, wohlstands- und wissenschaftsfördernd erwiesen haben.  









Freitag, 26. Dezember 2014

Schafe? Nein, danke.


"... DER JÜNGERE SOKRATES: In was für welchen meinst du?
GAST: Wo es auf die Anordnung des gesamten Lebens ankommt. Denn die besonders Sanften sind auch immer darauf bedacht, ein stilles Leben zu führen, indem sie ganz für sich nur ihre eigenen Angelegenheiten besorgen, und sowohl zu Hause mit allen auf diese Art umgehen, als auch mit andern Staaten gleichermaßen bemüht sind, immer auf irgend eine Art Frieden zu halten. Und vermöge dieser Neigung, wenn sie unzeitiger ist als sie sollte, werden sie, wenn sie nach ihrem Willen handeln können, unbemerkt selbst unkriegerisch, wie sie auch die Jünglinge gleichfalls zu solchen machen, [E] und fallen daher jedem Angreifenden anheim, wodurch sie dann in wenig Jahren mit ihren Kindern und dem gesamten Staate oft [308 St.2 A] aus Freien unvermerkt Knechte geworden sind.
DER JÜNGERE SOKRATES: Einen bösen und schlimmen Erfolg gibst du an.
GAST: Wie aber die mehr zur Tapferkeit sich neigenden? Reizen die nicht ihren Staat immer wieder zu irgend einem Kriege an wegen ihrer, mehr als gut ist, heftigen Begierde nach einem solchen Leben, und verwickeln ihn dadurch mit vielen und Mächtigen in Feindseligkeiten, ja bringen wohl gar ihr Vaterland ins Verderben und in die Knechtschaft und Gewalt seiner Feinde?
DER JÜNGERE SOKRATES: Auch das geschieht.
GAST: Wie [B] sollten wir also nicht sagen, daß hierin beide Arten immer viel Feindschaft und Streit gegeneinander haben von der heftigsten Art?
DER JÜNGERE SOKRATES: Auf keine Weise können wir das leugnen.
GAST: Also was wir von Anfang suchten, das haben wir gefunden, daß nicht unwichtige Teile der Tugend untereinander uneins sind von Natur, und auch die, welche sie besitzen, eben dazu machen.
DER JÜNGERE SOKRATES: Das scheinen sie in der Tat.
GAST: Laß uns nun auch dies dazunehmen.
DER JÜNGERE SOKRATES: Welches?
GAST: Ob wohl eine von den zusammensetzenden Künsten irgend eines ihrer Werke, wenn es auch das unbedeutendste wäre, gutwillig aus Schlechtem und Gutem bilden wird? Oder ob nicht jede Kunst [C] überall das Schlechte nach Vermögen verwirft, und nur das Tüchtige und Gute nimmt, um aus diesem dann, Ähnliches und Unähnliches in eines verarbeitend, eine bestimmte Kraft oder Gestalt hervorzubringen?
DER JÜNGERE SOKRATES: Wie sollte sie nicht dies?
GAST: Also wird auch ihrer Natur nach die wahre Staatskunst niemals gutwillig aus guten und schlechten Menschen irgend einen Staat bilden, sondern offenbar wird sie sie erst durch Erziehung prüfen, und nach [D] der Prüfung denen, die sich darauf verstehen, zum Unterricht und zur Besorgung übergeben, unter ihrer eignen Anordnung und Aufsicht, wie die Weberei über die Wollkämmer und andere, welche die zu ihrem Gewebe notwendigen Vorarbeiten verrichten, immer die Aufsicht führt, ihr Tätigkeiten begleitend anordnet und ihnen solche Aufgaben aufgibt zu verrichten, wie sie glaubt, daß zu ihrem Gewebe tüchtig sein werde.
DER JÜNGERE SOKRATES: Allerdings.
GAST: Eben so scheint mir auch die Herrscherkunst selbst die Oberaufsicht führen zu sollen über alle gesetzlichen Erzieher und Lehrer, und ihnen nicht zu gestatten, etwas zu üben, was eine ihrer Mischung nach nicht angemessene Gesinnung hervorbringen könnte, [E] sondern die, die dies vermögen, allein zu unterrichten befiehlt sie. Die, welche nicht vermögen, an tapferer und besonnener Gesinnung Teil zu nehmen und was sonst zur Tugend führt, [309 St.2 A] sondern in Gottlosigkeit, in Frevel und Ungerechtigkeit durch die Gewalt einer bösartigen Natur hineingestoßen werden, diese stößt sie aus durch Todesstrafen und durch Ausweisungen, oder züchtiget sie durch die härtesten Strafen.
DER JÜNGERE SOKRATES: So soll es wenigstens sein.
GAST: Die aber wiederum in Torheit und großer Niedrigkeit des Sinnes sich herumwälzen, reiht sie unter die Sklaven ein.
DER JÜNGERE SOKRATES: Ganz richtig."
(www.opera-platonis.de/Politikos.html)

So die Worte des P. in A., Platon gegen Ende in seiner Spätschrift POLITIKOS. Der Politiker soll ein Weber sein, der kunstvoll mit seiner Meßkunst die verschiedenen Fäden verwebt. Hirt und Herde? Das erörtert Platon eingangs, das ist ihm zu blöd, das überläßt er dem Wanderrebbe späterer Zeit, dem J. C., der verwendet gern ‘Hirt und Herde’, das entspricht seiner Mentalität.
Da kann man Platon mal zustimmen, wiewohl mir das Bild des politischen Wollwebers auch nicht sehr zusagt. Zum Teufel mit Hirten und Webern! Wer will schon Schaf oder Faden sein.