Mittwoch, 18. Oktober 2017
Dienstag, 17. Oktober 2017
Berufsfindung
In der studentischen Beratung fällt immer wieder auf, daß der Berufsfindung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, sowohl von seiten der Eltern, als auch von seiten der Lehrer; entsprechend schieben viele Schüler und noch die Studenten das Problem vor sich her. Nicht wenige Studenten haben auch im 5. Semester noch keine endgültige Klarheit für sich selbst erlangt. Zwar gibt es inzwischen zahlreiche Hilfen, angefangen von Schulpraktika bis hin zu Seminarangeboten wie “Germanistik und Beruf”, sowie Studienberatung und Coaching, aber sie werden oft zu spät in Anspruch genommen und viel Lebenszeit wird dadurch verschwendet. Die Zahl der Studienabbrecher ist erheblich.
Eine zusätzliche, sehr sinnvolle Maßnahme kann die Aufnahmeprüfung durch die Hochschulen sein. Solche Eingangsprüfungen lassen die Frage nach dem Beruf und einem eventuellen Studium früher stellen und unterstützt auch die Motivation in der Oberstufe. Außerdem sind die Schulnoten als einziger Nachweis immer weniger aussagekräftig, da sie nach Ländern und auch Schulen stark differieren. Längst herrscht auch eine Inflation guter Noten. Wenn die Hochschulen ihre Studenten selbst aussuchen - zum Beispiel über Multiple-Choice-Tests - dann hilft das auch den Abiturienten bei der Selbsteinschätzung und der Berufsfindung.
Montag, 16. Oktober 2017
Da lob ich mir Lukrez
Braun ist des Lebens goldner Baum
Alles hat Vor- und Nachteile, ja, ja. Aber wie lange haben doch Calvin, Luther und Zwingli - vom Papst nicht zu reden - das empirische Denken und die empirische Wissenschaft aufgehalten!
Man kann es an der alten, großen Schrift des Lukrez im letzten Jahrhundert vor Seneca ablesen:
“Was aus dem Gesagten folgt, zeige ich nun: Geist und Seele sind körperlich, sind materieller Natur. Wir erleben, wie der Geist die Glieder anstößt, aus dem Schlaf sie rüttelt, ihr Verhalten verändert, den ganzen Menschen leitet und lenkt - nichts dergleichen könnte ohne Anstoß und Berührung geschehen, und kein Anstoß wäre umgekehrt möglich ohne Körper und Materie.”
(Lukrez, Über die Natur der Dinge, 3. Buch, dtv S. 109)
“Was aus dem Gesagten folgt, zeige ich nun: Geist und Seele sind körperlich, sind materieller Natur. Wir erleben, wie der Geist die Glieder anstößt, aus dem Schlaf sie rüttelt, ihr Verhalten verändert, den ganzen Menschen leitet und lenkt - nichts dergleichen könnte ohne Anstoß und Berührung geschehen, und kein Anstoß wäre umgekehrt möglich ohne Körper und Materie.”
(Lukrez, Über die Natur der Dinge, 3. Buch, dtv S. 109)
Wie wir heute wissen, stößt auch der Körper an, ja, der ganze Mensch ist ein Information verarbeitendes System auf zwei Beinen. Näheres siehe Physiologie und Hirnforschung.
Statt den Lukrez zu lesen bewegte Luther die wahrlich geisterhafte Frage: Wie finde ich einen gnädigen Gott?
Statt den Lukrez zu lesen bewegte Luther die wahrlich geisterhafte Frage: Wie finde ich einen gnädigen Gott?
Samstag, 14. Oktober 2017
Der totalitäre Staat und die blauäugigen Wichtel
Siebdruck von Tom Gurts - könnte BLAUÄUGIG heißen
“Die Sterne,die begehrt man nicht, aber die Hoffnung … oh, die Hoffnung, nicht die Erfüllung, die Hoffnung war das beste im Leben. ‘Die Hoffnung, so trügerisch sie auch ist, dient doch wenigstens dazu, uns auf einem angenehmen Weg an das Ende des Lebens zu führen.’
Das hatte La Rochefoucauld gesagt, und es war schön, nicht wahr?”
Th. Mann, Buddenbrooks, Teil IX, Kap. 4 (S. 524)
Das hatte La Rochefoucauld gesagt, und es war schön, nicht wahr?”
Th. Mann, Buddenbrooks, Teil IX, Kap. 4 (S. 524)
Der dies in einem Verkaufsgespräch anbringt ist der gerissene Makler Gosch, der Thomas Buddenbrook das Mutterhaus der Buddenbrooks unter Preis abhandeln will; weiß er doch den Senator in einer finanziell angespannten Situation.
Mit der Hoffnung wird gern ein Doppelspiel betrieben. Ein totalitärer Staat, der auf großen Energievorräten sitzt, die er billig einsetzen kann, will weitere teure Kernkraftwerke bauen. Sehr seltsam. Da er aber die Vernichtung Israels als Staatsraison pflegt - im letzten Buch des Diktators Chamenei erneut verkündet - enthüllt sich das Vorhaben als der Weg zur Atombombe. Das paßt. Aber nicht zur Hoffnung auf Frieden, mit der die westlichen Wichtelmänner das Atomabkommen mit dem totalitären Iran unterschrieben haben, ohne auf unangemeldeten Kontrollen zu bestehen.
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