Montag, 28. Juli 2008

Der unbestechliche Zeuge

Leserbrief
Der unbestechliche Zeuge

Der glasklaren Analyse von Berthold Kohler in "Das Urteil" (F.A.Z. vom 9. Juli) und der sich hieraus ergebenden Aufforderung an den Staat, sein Gewaltmonopol im Bereich der Ausländerkriminalität auch tatsächlich und konsequent auszuüben, ist absolut nichts hinzufügen. Eines allerdings wird im konkreten Fall - ganz zu Unrecht - eher nur beiläufig erwähnt: Der Münchner Urteilsspruch mit seinem der Abscheulichkeit der Tat angemessenen Strafmaß war sicherlich nur möglich, weil einziger brauchbarer "Zeuge" eine Überwachungskamera war. Deren unbestechliche Augen ließen nämlich keinerlei Zweifel am Tathergang selbst aufkommen. In diesem Zusammenhang sei an die merkwürdigen Argumente vieler Kritiker gegen die Installierung von zusätzlichen Überwachungskameras in öffentlichen Räumen erinnert. Zwar ist es richtig, dass hierdurch wohl die meisten Gewalttaten leider nicht verhinderbar sind. Eine gewisse Prophylaxe dürfte hierdurch gleichwohl erreichbar sein. Denn potentielle Gewalttäter werden sich sehr wohl überlegen, ob sie unbedingt das Risiko der zweifelsfreien Identifizierung und damit drastischer Strafen beziehungsweise der Abschiebung eingehen wollen. Auf jeden Fall ermöglicht eine solche Aufnahme es den jeweiligen Gerichten, zu Urteilen zu gelangen, die weder durch beredte Anwälte noch durch relativierende Gutachten angreifbar sind.

Manfred Schneider, Düsseldorf

Text: F.A.Z., 24.07.2008, Nr. 171 / Seite 17

Konsumklima, Geschichte als Therapie, Russische Risiken, Pakistan, Weisheit, 1968

Der Boden ist sehr naß, Mahd muß warten

19-28°, sehr schwül! Birkensamen überall. Es gab zwar keine Maikäfer heuer, aber dafür inzwischen mehr große Käfer.

Sehr hübsch, Dvorzaks Amerikanisches Streichquartett op. 12; es hat einen innig schmelzend drängenden melodiösen Gestus (Rodrigo, Aranjuez!) . Herbst in Neu England.

- " Russische Risiken in konzentrierter Dosis ... eine grundsätzliche Neubeurteilung des Investitionsstandortes Russland widerspiegelt. Letzteres ist wahrscheinlicher, weil mehrere Ereignisse mit grossem Einfluss auf die Grundstimmung am Markt zusammenkommen: die Abreise des Chefs von TNK-BP als vorläufiger Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen den russischen und britischen Aktionären, der Vorwurf eines ausländischen, aus Russland verbannten Fondsmanagers, mit raffinierter Methode bestohlen worden zu sein, und die Attacke Putins auf den Stahl- und Kohleproduzenten Mechel. Die zu erwartende Strafe für Mechels angebliche Verstösse gegen das Wettbewerbsgesetz hätte allein niemals zu einer Verminderung der Marktkapitalisierung um einen Drittel führen können. Gunst- und Abneigungsbezeugungen von Putin haben offenbar immer noch grosse Wirkung. Die Ereignisse werfen ein grelles Licht auf die russischen Risiken: ruppige Geschäftsmethoden mit Behördendeckung, willkürliche Eingriffe von Staatsorganen in die Wirtschaft. Dazu kommt ein selbstherrlicher Umgang der Repräsentanten der Staatsmacht mit den Vertretern der Wirtschaft. Das alles muss unter den Investoren Ernüchterung auslösen. " 25. Juli 2008 NZZ

- "Verprügelt, verschleppt, vergewaltigt. 25. Juli 2008 Es war nur ein Kindergeburtstag, zu dem die christliche Familie eingeladen hatte. Doch eine Gruppe wütender bärtiger Männer stürmte vor wenigen Wochen das Haus unweit der Universität von Peshawar. Sie prügelten auf die Gäste ein, zwangen 17 von ihnen in ihre Fahrzeuge und rasten in Richtung Khyber-Pass davon. Einen halben Tag später kamen sie wieder frei. Dabei hatten sie noch Glück: Als ein "Missverständnis" bedauerte die Islamistengruppe Lashkar-e-Islam die Entführung; man habe geglaubt, es habe sich um eine "vulgäre" Veranstaltung von Muslimen gehandelt. Stammesführer und die Regierung in Islamabad hatten sich für die Freilassung der Christen eingesetzt. ... "

- " ... "Der Glaube ist eine Leidenschaft; Weisheit dagegen ist kalt und leidenschaftslos. Ich begreife nicht das Christentum, sondern der Glaube ergreift mich. Glauben heißt das Leben ändern." Aber kann man so reden wie ein Blinder, der vom Sehen spricht? Bolz sieht ganz richtig, dass "man sich nicht vornehmen (kann) zu glauben". Dem religiös Unmusikalischen, der sich strikt von einer irreligiösen Haltung abgrenzt und am "Vorurteil für das Christentum" - einem "zur Kultur gewordenen Christentum" - festhalten will, bleibt am Ende nur ein Glaube, der aus religiöser Sicht auch nicht mehr als ein Surrogat ist: "Das ist der Glaube an den einzigartigen Wert der von Griechentum und Christentum geprägten europäischen Kultur" ... " Das Wissen der Religion von Bolz, Norbert, "In der Bibel gibt es keine Werte", Rez. 9.6.08 // So leidenschaftslos ist die Weisheit nicht, sie verdankt sich lebenslanger, leidenschaftlicher Aufmerksamkeit; der religiöse Mensch stellt die Wahrnehmung eng.

- Teutonische Albernheiten: "Was wird erst 2018 los sein? Neuerdings nimmt in Berlin die Rudi-Dutschke-Straße der Springer-Straße die Vorfahrt. Diese historische Pointe, die viele erfreut, gehört zu den späten Siegen von 1968. Ein anderer ist die flächendeckende Besetzung der Erinnerungskultur. ... Wir brauchen ein neues 1968. Es sei unbedingt nötig, "heute wieder aufzuwiegeln", befand Günter Grass, vormals eher der Radikalismusbremser, dem kein Ho-ho-ho-Tschi-Minh-Ruf über die Lippen kommen wollte. Erschüttert nannte er einige Deserteure der guten Sache beim Namen: Wolf Biermann und Peter Schneider seien inzwischen "Rechte und Jasager" geworden. ... Zschorsch, ebenfalls mit siebzehn verhaftet und 1974 von der Bundesrepublik als politischer Häftling freigekauft, wunderte sich, an westdeutschen Universitäten eine "DDR im Kleinen" wiederzufinden. ... " F.A.Z.09. Juni 2008

- Leerverkäufe oder nicht? Prinzipielle Lösungen sind immer problematisch.

- " Konsumklima. In Deutschland macht sich Rezessionsangst breit. Die Konsumstimmung der deutschen Verbraucher ist so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der GfK-Konsumklimaindex für August ist auf 2,1 Punkte gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit Juni 2003 erreicht. ... " FAZ // Aber die Regierung senkt die maßlos hohen Steuern nicht, und sie hat auch in der Hochkonjunktur die Massenarbeitslosigkeit nicht beseitigen können : erbärmlich.
- "Schwindende Lust am Bürokratieabbau. Von Matthias Müller. Die Regierung Merkel hat beim Bürokratieabbau viel Zeit verstreichen lassen. ..." 26.07.08
- Leserbrief MITTELSCHICHT: Chi Tamago (tamago) " In allen internationalen Firmen wächst die Zahl der Stellen in einem spezifischen Bereich in dem Land, das den besten Beitrag zum Unternehmenserfolg beisteuert. Im Klartext: ist die Abteilung Biochemie in USA produktiver als in Deutschland, werden neue Stellen in USA aufgebaut. Es ensteht ein Kompetenzzentrum innerhalb der Firma. Auch deutsche Wissenschaftler werden dann dort arbeiten. Das gilt für Grundlagenforschung, Entwicklung und Produktion, ist unabhängig von (Personal-) Kosten. Nur der Mehrwert, der zum Unternehmenserfolg beiträgt, zählt. Folglich werden qualifizierte Stellen dort aufgebaut, wo die „richtige“, erfolgreiche Organisation gepaart mit der notwendigen Qualifikation verfügbar ist. Darin war Deutschland mal ganz vorne. Heute steht dieses Land nicht mehr so gut da im internationalen Vergleich. Vorallem, da das Bildungssystem versagt, sei es auf Grund des Konzeptes, sei es auf Grund fehlenden Leistungswillen der Schüler. Beides leistet hier wohl einen Beitrag. Somit wird in Deutschland die Mittelschicht weiter schrumpfen. " faz.net 28.7.

- " Bayern kürzt Unterricht über NS-Zeit. Das bayerische Kultusministerium hat aus der Not der verkürzten Schulzeit eine vermeintliche Tugend gemacht. Der Nationalsozialismus wird in der Oberstufe künftig knapper abgehandelt. Der Lehrplan setzt ein Geschichtsverständnis voraus, das die Schüler noch nicht haben können. ... 28. Juli 2008 Die schulische Aufklärung über den Nationalsozialismus, oder was man wohlwollend so nannte, hat ihren Zenit überschritten. Erreicht war er vor zehn Jahren mit dem Sammelband „Der Holocaust. Ein Thema für Kindergarten und Grundschule?“, zu dem die nordelbische Bischöfin Maria Jepsen ein Grußwort beisteuerte. Auf solch gähnenden Höhen konnte sich die Pädagogik indes nicht lange halten. Es begann sich herumzusprechen, dass ein weiteres Anziehen der Schraube am Ende die Absicht selbst vereiteln könne.

Im Februar 2001 veröffentlichte das Magazin „Max“ ein Gespräch mit Johannes Rau und dessen damals siebzehnjähriger Tochter; ein Hauptbeweisstück im Prozess gegen die Geschichtsdidaktik. „Herr Bundespräsident, wissen Sie, was Anna gerade in Geschichte durchnimmt?“ Anna Rau griff der Antwort ihres Vaters vor: „Auf die Frage kannst du normalerweise immer mit ,Nationalsozialismus‘ antworten.“ Auf Nachfrage des Magazins, woher der mangelnde Enthusiasmus für den Gegenstand stamme, erklärte sie, der Zweite Weltkrieg „nerve“ sie: „Immer wieder dasselbe. Man fängt an mit Hitler und dem rosa Kaninchen, dann kommt Anne Frank und ,Die Welle‘, dann schaut man ,Schindlers Liste‘ am Wandertag. Im Konfirmandenunterricht nimmt man den Holocaust durch und in Geschichte sowieso. Man könnte fast sagen, man spricht in allen Fächern darüber. Da stumpft man irgendwie ab. Es ist einfach zu viel.“ Aber es war nicht „einfach zu viel“, sondern vor allem „immer wieder dasselbe“ - scheinbar kindgerechte kulturindustrielle Aufbereitungen, besonders, wenn man einmal an die „Welle“ denkt, also das Gegenteil von echter Aufklärung. ..." FAZ.NET L. Jäger, 28. Juli 2008
 
// Vgl. Burger, Rudolf, Geschichte als Therapie? Zur Konjunktur des historischen Bewußtseins, Merkur 2004, Heft 661: "Wenn diese Überlegungen nicht vollkommen abwegig sind, dann hat der von mir geschilderte Verdacht, der uns als dunkler Schatten der Geschichte seit einem halben Jahrhundert verfolgt, kein Fundamentum in re: Dann ist die sozialpsychologische Diagnose eines Morbus austriacus als Folge eines historischen Traumas sachlich falsch, eine tiefenpsychologische Aufarbeitungskur gegenstandslos und die nationaltherapeutische Geschichtserziehung mittels einer volkspädagogischen Warnungs- und Erweckungsprosa bestenfalls sinnlos, wenn nicht sogar kontraproduktiv – weil sie unablässig jene Geister beschwört, die sie zu bannen vorgibt. Die Grenze zwischen Warnung und Werbung ist hauchdünn. Wenn dies aber so ist, dann wäre es nach drei Generationen wohl an der Zeit, den Verdacht seinerseits unter Verdacht zu stellen und zu fragen, ob nicht mit der Verdächtigung Politik gemacht wird, eine ´Vergangenheitspolitik´, die jene, die sie betreiben, und sei es auch in der Form der Selbstanklage, in eine moralisch superiore Position versetzt – und das ohne eigene Verdienste und moralische Kosten, denn es genügt die Pose des Anklägers, des Anzeigers, Aufzeigers und Sykophanten (Denunzianten, WD), um dem Tribunal, das man bildet, zu entgehen; man erspart sich sogar ein eigenes Gewissen, wenn man es selber ist. Besonders erfolgversprechend ist diese Strategie dann, wenn die Rolle des Sykophanten einer Erbschuld vom angemaßten Podest eines Erbopfers aus gespielt wird: Die ideologische Selbstviktimisierung des Anklägers historischer Schuld reproduziert nämlich beständig das moralische Kapital, von dem er als Ankläger zehrt und verschafft ihm so eine beinahe unangreifbare Position."

Sonntag, 27. Juli 2008

Hochtemperatur-Reaktor HTR / THTR


Vor der Mahd
18-30° schwül, Gewitterschauer; Birkensamen

Verpasste Entwicklung im Kernkraftwerksbau

FAZ, Leserbrief
Zur Leitglosse "Blödes Deutschland?" und zur Zuschrift von Leser Professor Dr. Karl-Hartmut von Wangenheim "So sicher sind unsere Kernkraftwerke" (F.A.Z. vom 7. und 14. Juli): Der erste GAU - größter anzunehmender Unfall - fand nicht in Tschernobyl statt, sondern in der damaligen Kernforschungsanlage in Jülich im Jahre 1966, nur niemand hat davon etwas gemerkt. Bei der Inbetriebnahme des in der Fachwelt bekannten Dreißig-Megawatt-AVR-Forschungsreaktors wurde der GAU bei der Inbetriebnahme unter Aufsicht aller Sicherheitsbehörden erprobt. Der "Kugelhaufenreaktor", nach der Idee von Professor Dr. Rudolf Schulten gebaut, ist ein graphitmoderierter und mit Helium gekühlter Reaktor, der mit kugelförmigen Brennelementen betrieben wurde. Bei der Inbetriebnahme wurde erprobt, ob der errechnete "negative Temperaturkoeffiziet" im Betrieb nachgewiesen werden konnte. Dieser "negative Temperaturkoeffizient" hat die Bedeutung, dass der Reaktor bei Ausfall der Kühlung sich von selbst abkühlt. Dass dieser Nachweis eine enorme sicherheitstechnische Bedeutung hat, bedarf wohl keiner Erklärung.


Nach Abschluss der Inbetriebnahmearbeiten des Reaktors wurde dieser auf die volle Betriebstemperatur von 850 Grad Celsius gefahren. Dann wurden die Kühlgasgebläse für das Helium abgeschaltet und alle sicherheitstechnischen Einrichtungen blockiert. Der Reaktor wurde also nicht mehr gekühlt, insofern vergleichbar mit Tschernobyl. Alle Sicherheitseinrichtungen waren außer Betrieb, vor allem die Abschaltstäbe, die die Aufgabe hatten, den Neutronenfluss zu mindern, und so den Reaktor abzuschalten, waren blockiert. Die Verantwortung für diesen Versuch lag seinerzeit bei mir und wurde vom Tüv und der Reaktorsicherheitskommission überwacht. Das Ergebnis entsprach den Berechnungen der Kernphysiker, mit dem Ergebnis, dass der Reaktor nach einigen Tagen vollständig abgekühlt war. Der Reaktor lief danach fast dreißig Jahre lang störungsfrei. Dieser Versuch ist bis heute einmalig
in der Geschichte des Baus von Kernkraftwerken. Deutschland hatte damit ein weltweites Monopol auf diese Technik und eine absolute Führungsposition. Leider wurde die Weiterentwicklung nach der Inbetriebnahme des 300-Megawatt-THTR-Blockes in Hamm-Schmehausen aus politischen Gründen eingestellt. Dieser Reaktortyp war ein sogenannter "Thermischer Brüter", das heißt 95 Prozent des "verbrannten Urans" konnten nach Aufbereitung "wiedergewonnen" werden. Ziel dieser Entwicklung war es, die vorhandenen Uranreserven auf praktisch Hunderte von Jahren zu "strecken", da der "Brutreaktor" "95 Prozent neuen Brennstoff" erbrütete, das heißt erzeugte.

Heute sind China und Südafrika Lizenznehmer dieser Technik. Während der dreißigjährigen Betriebszeit ist niemand, der in oder im Umkreis dieses Kernkraftwerkes tätig war oder wohnte, auch nur im geringsten mit Strahlen belastet worden. Leider leiden wir Deutschen immer noch an maßlosen Übertreibungen, das zeigt der Leserbrief von Professor Dr. Wangenheim. Übertreibungen im politischen Raum sollen in der Bevölkerung Angst erzeugen, zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele. Das Ergebnis heute ist ein viel zu teurer Strom, eine extreme soziale Ungerechtigkeit. Strahlung ist überall, im Weltraum, auf dem Feldberg im Schwarzwald, beim Röntgenarzt und so weiter. In der Welt sind Hunderte von Kernkraftwerken in Betrieb, die deutschen Kraftwerke galten und gelten auch heute noch als diejenigen mit dem höchsten Sicherheitsstandard, vor allem auch wegen der hervorragenden Ausbildung des Betriebspersonals und der kaum noch zu übertreffenden Sicherheitsprüfungen durch den TÜV. Nun sollen diese Kernkraftwerke abgeschaltet werden, mit der Konsequenz, dass an unseren Grenzen neue Kernkraftwerke gebaut werden. Wer soll diese politische Logik noch verstehen?
Dr.-Ing. Urban Cleve, Dortmund
Text: F.A.Z., 22.07.2008, Nr. 169 / Seite 8, Leserbrief

Samstag, 26. Juli 2008

"Die DDR war keine Diktatur"

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"Die DDR war keine Diktatur"
Schüler wissen wenig über den früheren deutschen Teilstaat / Studie der Freien Universität. 19 Jahre nach dem Mauerfall wissen viele Schüler aus Ost und West nur sehr wenig über die DDR. In einer am Freitag veröffentlichten Befragung wurde beispielsweise der ehemalige Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Willy Brandt als berühmter DDR-Politiker bezeichnet. Einige Schüler vertraten die Meinung, dass es unter Staats- und Parteichef Erich Honecker in der DDR demokratische Wahlen gegeben habe. Die Studie stammt vom Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin. Befragt wurden mehr als 5200 Jugendliche in Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin.
Die meisten Schüler wussten nicht, wer 1961 die Mauer errichtet hat. Viele tippten auf die Bundesrepublik oder die Alliierten. Fast die Hälfte der ostdeutschen und 66 Prozent der westdeutschen Schüler bejahte die Aussage "Die DDR war keine Diktatur, die Menschen mussten sich nur wie überall anpassen." Die meisten kannten nicht einmal die Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie.
Die Forscher fanden auch heraus, dass es zwischen Kenntnisstand und Urteil über die DDR einen Zusammenhang gibt: Wer wenig weiß, beurteilt die DDR positiver. Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Viele ostdeutsche Schüler lobten die sozialen Aspekte des SED-Staates, ohne jedoch die diktatorischen und repressiven Seiten zu sehen. Westdeutsche Jungen und Mädchen lobten - wenn auch in abgeschwächter Form - ebenfalls soziale Dimensionen des Lebens, kritisieren aber mehrheitlich den Charakter einer Diktatur.
Die Forderung der Studienautoren ist eindeutig. Die Wissenschaftler forderten die Schulen auf, ihre Lehrpläne stärker auf das Thema DDR einzustellen. Außerdem sollten die beiden kommenden Jahre als Erinnerungsjahre an den Fall der Mauer und die deutsche Vereinigung zur ausführlichen Beschäftigung mit der deutschen Teilungsgeschichte genutzt werden, raten sie. Allerdings nützt offenbar der beste Unterricht nichts gegen die Ostalgie der Alten. "Eine in vielen ostdeutschen Schulen kaum überwindbare Barriere stellen Eltern und Großeltern von Schülern dar, die das von kritischen Lehrern vermittelte DDR-Bild zurückweisen und ihren Kindern ihre eigene nostalgische Sicht gleichsam aufzwingen", haben die Forscher herausgefunden.'
Text: F.A.Z., 26.07.2008, Nr. 173 / Seite 4

Amerikanische Konjunkturdaten und Ölpreis stützen Dax, Daimler, WILLY BRANDT


Vor der Mahd, nach dem Regen.

18-31° schwül. Der Kohlweißling scheut den starken Schauer nicht. Der Hartriegel blüht erneut, aber die ersten braunen Blätter fallen.

- Hinter Villa WAHNFRIED, (Inschrift: "Hier, wo mein Wähnen Frieden fand, Wahnfried sei dieses Haus benannt"): Wagnerwahn wähnt wieder. ' "Das dicke Instrumentieren war übrigens weder Wagners noch Brahms' persönlicher Fehler, es war ein Irrtum ihrer Zeit." ' Mozart zu Harry Haller (Hesse, Steppenwolf, S. 173)

- "Amerikanische Konjunkturdaten und Ölpreis stützen Dax. Spezial Nach positiven Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten und einem erneuten Rückgang des Ölpreises hat der Dax am Freitag den Großteil seiner Tagesverluste wettgemacht. Allerdings belastete die gesenkte Gewinnprognose der Münchener Rück die Stimmung erheblich. "FAZ.NET Finanzen25. Juli 2008

- "Daimler schockt die Aktionäre. Steigende Rohstoffkosten und Konsumflaute: Der Auto- konzern kommt mit diesen Belastungen nicht zurecht und nimmt das Gewinnziel zurück. Der Aktienkurs bricht ein.
axa. STUTTGART, 24. Juli. Der starke Euro, hohe Rohstoffpreise und die abgeschwächte Konjunktur machen Daimler zu schaffen. Nun korrigierte Vorstandschef Dieter Zetsche das Gewinnziel nach unten. Statt eines Gewinns von "deutlich über 7,7 Milliarden Euro" erwartet der Vorstand nur noch "mehr als 7 Milliarden Euro". ... " KGV 6

- STERN und WILLy BRANDT: "ZEITGESCHICHTE: „Operativer Vorgang Galle“. Den Film „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ sahen Millionen. Die wahre Geschichte enthüllt neue, überraschende Erkenntnisse
Jutta, geborene Malorny, geschiedene Gallus, heute verheiratete Fleck, ist diese Frau. Sie wollte 1982 mit ihren beiden Töchtern aus der damaligen DDR fliehen. Beim Fluchtversuch über die Donau und die bundesdeutsche Botschaft in Bukarest wurde sie festgenommen. Sie saß zwei Jahre im Gefängnis, wurde freigekauft und hat jahrelang mit spektakulären Aktionen versucht, an ihre Kinder zu kommen. Medien tauften sie die „mutigste Mutter Dresdens“, eine „Heldin“, die „mit dem Kopf durch die Mauer“ ging. 20 Jahre später und neun Monate nach der Filmpremiere bekam FOCUS als erstes Medium Einsicht in Stasi-Akten zu Jutta Gallus – mit überraschenden Erkenntnissen. Erstens: Die DDR-Behörden stuften den Fall als so bedeutsam ein, dass sich SED-Chef und Staatsratsvorsitzender Erich Honecker einmischte. Zweitens: Der Stasi gelang es, eine westdeutsche Illustrierte für die gezielte Falschinformation der Öffentlichkeit zu gewinnen – den „Stern“. ... Gallus war eine Staatsaffäre, und der hochrangigste Akteur kein Geringerer als der SED-Chef und Staatsratsvorsitzende Erich Honecker selbst. Am 14. August 1986 schickte ihm sein Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, eine vierseitige Vorlage über Gallus „fortgesetzte Provokationen“: Für 1987 war Honeckers Besuch in Bonn geplant, von dem sich die SED endlich die Anerkennung des Westens für ihren maroden Staat erhoffte oder wenigstens weitere Devisen-Milliarden, um die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu retten. Eine renitente Frau, die womöglich mit einem Transparent vor dem Bundeskanzleramt stand und die Stimmung verdarb, war das Letzte, was die Ostberliner Führung brauchen konnte. Honecker ordnete handschriftlich an: „Man sollte W. Brandt in geeigneter Weise informieren“ – um die westliche Seite mit einzubeziehen. Die Folge: Auf Drängen der Bundesregierung verzichtete Gallus auf Störmanöver. ... " Focus 28/08 // SPD, STERN und die anderen Willi-Brandt-Medien wie ZEIT und SPIEGEL , ich erinnere mich auch noch genau an den FDP-Staatssekretär Klug, haben damals uns dumme junge Leute systematisch über den verbrecherischen Charakter der SED-Diktatur getäuscht.
- ' "Die DDR war keine Diktatur". Schüler wissen wenig über den früheren deutschen Teilstaat / Studie der Freien Universität. BERLIN, 25. Juli (dpa/AP). 19 Jahre nach dem Mauerfall wissen viele Schüler aus Ost und West nur sehr wenig über die DDR. In einer am Freitag veröffentlichten Befragung wurde beispielsweise der ehemalige Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Willy Brandt als berühmter DDR-Politiker bezeichnet. Einige Schüler vertraten die Meinung, dass es unter Staats- und Parteichef Erich Honecker in der DDR demokratische Wahlen gegeben habe. Die Studie stammt vom Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin. Befragt wurden mehr als 5200 Jugendliche in Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Die meisten Schüler wussten nicht, wer 1961 die Mauer errichtet hat. Viele tippten auf die Bundesrepublik oder die Alliierten. Fast die Hälfte der ostdeutschen und 66 Prozent der westdeutschen Schüler bejahte die Aussage "Die DDR war keine Diktatur, die Menschen mussten sich nur wie überall anpassen." Die meisten kannten nicht einmal die Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie. ... ' FAZ 26.7. // Seit vielen Jahren fließt jedes Jahr mehr Geld in die Schulen ...