Sonntag, 16. August 2009

Hinterwäldlers Taggesicht





Land's End

John Masefield

"Sea-Fever"

I must down to the seas again, to the lonely sea and the sky,
And all I ask is a sea-lodge and a star to look down shy,
And the wind's kick and the wind's song and the white flag's shaking,
And a grey mist on the sea's face, and a grey dawn breaking.

I must down to the seas again, for the call of the running tide
Is a wild call and a clear call that may not be denied;
And all I ask is a windy day with the white clouds flying,
And the flung spray and the blown spume, and the sea-gulls crying.

I must down to the seas again, to the vagrant gypsy life,
To the gull's way and the whale's way where the wind's like a whetted knife;
And all I ask is a merry yarn from a laughing fellow-rover
And quiet sleep and a sweet dream when the long trick's over.

By John Masefield (1878-1967, English Poet Laureate 1930-1967)
(Ich habe die erste Strophe etwas verändert)

Samstag, 15. August 2009

Kalter Juli, Holzarbeit




Gefallener Eschenast

Kalter Juli, nicht nur in Amerika (s. http://wattsupwiththat.com/ vom 10.8.09)

- Eine Menge Holzarbeit heute. Der Waldnebenerwerbsbauer mit Freundes-Verstärkung und zwei Traktoren haben es gerichtet. Der Mann kann arbeiten, daß es eine Freude ist. Mit der großen Stihl-Säge hat er den dicken 3-Tonnen-Eschenast in handhabbare Scheiben zerlegt, das Kleingeäst an Ort und Stelle zermahlen. Bei 26°. Er mit Kurzhemd, der Freund mit langärmeligem Hemd und Unterhemd. Den Zaun hat er mit großem Geschick repariert. Solche Männer braucht das Land.-
Schade, daß die traditionelle Land- und Forstwirtschaft den industriellen Formen so stark unterlegen ist.

Heute 12-26°C S
- Hz.öl 60,50 (59,40)

Freitag, 14. August 2009

Akademikerinflation, Wilhelm v. Humboldt




Müßte sein Geld heute selbst verdienen: Wilhelm v. Humboldt (1767-1835)

Die Sonne läßt sich wieder blicken! 15-20°C

- Akademikerinflation: " Diplome und Krawalle .
Krise und Bildungsexpansion: Es gibt immer mehr überqualifizierte Akademiker.
Vor einigen Wochen demonstrierten Studenten in Berlin unter anderem für mehr Studienplätze. Eine Woche lang traten die Bildungsaktivisten in ... ' Mangel an Ingenieuren und Schlossern (ja: Schlossern). Wir haben dagegen keinen Mangel an Architekten, Juristen, Kommunikationswissenschaftlern und Germanisten.' ..." 12.8.09 FAZ Jan Grossarth
/// Es war einmal ein Erbe, der hieß Wilhelm v. Humboldt, ein gescheiter Mann mit Geschmack und, zumindest für den damaligen, geringen Wissensstand, großer Bildung, die er immer weiter ausbaute, weil das sein Hobby war und er sonst auch nicht viel zu tun hatte, wozu er gezwungen gewesen wäre. Zwischendurch war er einmal preußischer Kultusminister (1809/10) und ordnete das gesamte Schulwesen neu. Er unterschied in seinem "Königsberger Schulplan" Elementarunterricht und Schulunterricht, wobei der letztere zur Universitätsreife führen sollte, zur Universität, wo "der junge Mann zwischen der Schule und dem Eintritt ins Leben eine Anzahl von Jahren ausschließend dem wissenschaftlichen Nachdenken an einem Orte (sich) widme, der Viele, Lehrer und Lernende in sich vereinigt." (W.v.H, Bildung u. Sprache, ed. Cl. Menze, 1959, S. 103)- So konnte man es halten, und das war gar nicht schlecht, denn der junge Mann erbte, als Bürgersohn den Beruf des Vaters, als Adelssproß den Pfründenstand der Familie. Beschäftigungsprobleme gab es dergestalt nicht, die treten erst später in der funktional differenzierten Gesellschaft auf, in der nicht mehr die Herkunft über das Erwerbs- und Berufswesen entscheidet, sondern die individuelle Eignung und Berufswahl. Da spielt die Vorbereitung auf das Berufsleben einschließlich der frühen Vorbereitung und Hinführung auf die große und schwierige Berufswahlentscheidung eine lebensentscheidende Rolle. Da geht es nicht mehr nach dem schönen Erbenprinzip Humboldt. Schade. Aber unvermeidlich. Und schade ja auch nicht für die abhängigen Bauernkinder, die nicht mehr an die Adelscholle genagelt sind. Schön eigentlich für alle, die individuell wählen wollen. Aber sie müssen eben ihr Geld selbst verdienen, wo Humboldt von den leibeigenen Bauern lebte.
Ist das Humboldt'sche Ideal einer freien, allgemeinen, berufsunnützen Bildung damit tot? Keineswegs, wenn sie als schönes Hobby betrieben und auch selbst bezahlt wird. Rentner können und sollen sich das leisten. Aber auch diejenigen, wenigen Studenten, die noch Zeit und Hirn frei haben neben ihrer Hauptsache, dem Berufsstudium. Und bereits in der Grundschule muß sich das Stoffauswahlprinzip stark danach richten, was unabdingsbare Lebensanforderungen ausmachen: Technik vor allem, Lesen, Schreiben, Rechnen, Ökonomie, Menschenkunde. Damit sind die meisten Schüler völlig ausgelastet, den anderen bietet man Zusätzliches: Musikausübung, Waldlauf, Schwimmen, deutsche und internationale Literatur, Mathematik, Kunst, technische Werkstatt. Dieses Programm sollte bleiben bis zur Berufsentscheidung, ob mit oder ohne Studium. Zur Werthaltung des Unterrichts gehören stets Schulgeld und Studiengebühren, die im Rahmen von Leistungsstipendien auf eine symbolischen Betrag gesenkt werden können. Damit dürften sich die vielen lernunwilligen, arbeitsscheuen "Studenten", die sich in der Philosophischen Fakultät herumtreiben und dort das Lernklima stören, allein schon durch den Lärm in Vorlesung und Seminar, anders orientieren und die Steuerzahler entlasten. (Nach Angaben eines GEW-Sprechers brechen 40% der Lehramtsstudenten ihr Studium ab. Ich nehme an, daß darunter viele sind, die einfach nur herumstudiert haben ohne klare Vorstellungen und ohne Studierinteresse. Eine ganze Reihe solcher Studenten habe ich im Seminar kennengelernt.)

- KK Laufzeitverlängerung: "1.In den USA hat das KKW Vogtle mit 2 Druckwasserrektoren (Leistung je 1150 MW) die Bewilligung für 20 Jahre zusätzliche Betriebslizenz bis 2047 bzw. 2049 erhalten. Damit haben bereits 54 der 104 KKW-Blöcke in den USA eine Bewilligung über 60 Jahre Laufzeit. Zur Zeit liegen weitere 12 Anträge für Laufzeitverlängerungen vor. (atw, 54.Jg. (2009) S.489) Zum Vergleich: Biblis A 1167 MW, Biblis B 1240 MW wollen Rot+Grün nach 32 Jahren Betriebszeit abschalten." www.buerger-fuer-technik.de

Donnerstag, 13. August 2009

FAUST: Murnau, Sklaverei, Fausti




13.8.1961 : Die SED mauert die Bevölkerung ein (FAZ-Titelbild)

Fausti bei Flix in der FAZ

- 15-18°C R/b
- Wirtschaft wächst im 2. Qu. 0,5% .

- Sklaverei: "Da war ja der alte Heinrich Graetz schon weiter: Das fatale S-Wort.
Eine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters wird wortkarg, wo es um den Umfang des Sklavenhandels geht, und bleibt echte Antworten schuldig. Eine Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter ist gehalten, sich von alten Vorurteilen frei zu machen, ja diese durch eine Dokumentation der Tatsachen zu entkräften. 'Christliche wie heidnische Sklaven aus Gallien wurden von jüdischen Sklavenhändlern nach Neapel verbracht, von wo aus sie in den nahen Osten verkauft wurden (Bernard S. Bachrach, Early Medieval Jewish Policy in Western Europe, University of Minnesota Press, 1977) ..." 12.8. FAZ
/// Die Sklaverei scheint auf allen Kontinenten eine Universalie gewesen zu sein; ganz selbstverständlich spricht Aristoteles in seiner Politik davon, daß die Griechen herrschen sollten. Die Azteken opferten Sklaven auch.

- FAUST: Friedrich W. Murnau (1888-1931), Faust : Der Stummfilm von 1925/6 mit Orgelbegleitung überraschte den Besucher der Altenberger Orgel-Akademietage. Murnau bezieht sich vor allem auf Goethes Faust I, den er aber in die Zeit des "Volksbuches" versetzt. Er reduziert die Gelehrtentragödie zugunsten der Gretchenhandlung, greift auf das Jugendwahn-Motiv des "Dorian Gray" zu und läßt Faust mit Gretchen zusammen (auf dem Scheiterhaufen) sterben; beide steigen vereint zum Himmel auf im Zeichen der allumfassenden Liebe.- Murnau zieht meisterlich alle Register, wobei er teilweise etwas stark, eben expressionistisch aufträgt.

- Fausti oder Faust bei Flix in der FAZ: "Der zweiunddreißigjährige Berliner Comiczeichner Flix hat Goethes Drama in die Gegenwart überführt: Faust arbeitet als Taxifahrer in der deutschen Hauptstadt und hat es aus ganz anderen Gründen schwerer als sein Bühnenvorbild - wobei man das Klischee vom gescheiterten Studenten, der sich nun durch Fahrgastbeförderung über Wasser hält, gerne heranziehen kann, um eine der dann doch sehr zahlreichen Verbindungen zum am Wissen verzweifelten Gelehrten aus Goethes Feder zu finden. ..." 13. August 2009 ///
Es ist natürlich schön, daß ein junger Mann den Faust überhaupt noch kennt und es unternimmt, sich damit auch noch auseinanderzusetzen. Nach 11 Folgen mit manchen witzigen Formulierungen und Einfällen fragt man sich allerdings, ob das die Fassung für Gesamtschüler ist. Mit der Gelehrtentragödie in Goethes Faust I hat dieser nette Taxifahrer offensichtlich nichts zu tun, von ihm führt kein Weg zu Faustens Wissensdrang, zu seinem Zweifel an den Erkenntnismöglichkeiten und zu seinem Verzweifeln an der Wissenschaft, und das ist immerhin der Kern der Faust-Figur; seine Gelehrtenkrise treibt ihn aus der Studierstube hinaus in die Welt, zu Gretchen, in die Antike, an den Kaiserhof und endlich zu "der Weisheit letzte(m) Schluß". Aus dieser Weltfahrt wird bei Flix wahrscheinlich eine Sauf-Taxifahrt zu 'Auerbachs Keller' nach dem Besuch Faustis und Schwarzis auf dem Standesamt. Wetten?

Mittwoch, 12. August 2009

Buchanan, für das Gute in der Welt



Eschenbruch bei Dauerregen - 14-18°C . Wieder starke Klimaerwärmung.

- Buchanan, James M. : " Gespräch mit dem Wirtschaftsnobelpreisträger James M. Buchanan
Wir müssen uns vor der Tyrannei der Mehrheit schützen
Am 3. Oktober wird James M. Buchanan neunzig Jahre alt. Im Gespräch blickt der politische Philosoph zurück: auf seine Südstaaten-Mutter, die Lincoln hasste, auf den Zufall, der den Farmersohn zum Studenten der Ökonomie machte, auf seinen Wandel zum Liberalen in Chicago, auf die prägende Jahre im respektlosen Italien. Dabei hat der Theoretiker der öffentlichen Wahlhandlungen sein Lebensthema fest im Blick: wie wir Individualisten lernen, friedlich miteinander auszukommen. ... Das hatte etwas mit meinem Hintergrund zu tun, der von der "Populist Party" geprägt war. Ich war aufgewachsen mit all diesen Pamphleten über die bösen "Wall Street Barons" und "Rubber Barons". Außerdem war der Süden Amerikas damals voll in der Hand der Demokraten. Auch als ich begann, mich für Wirtschaft zu interessieren, änderte sich das nicht. Alle in meinem Umfeld waren Sozialisten. Wir erkannten nicht, was wirklich los war. Russland war unser Ideal. Ich fing sogar an, Russisch zu lernen." FAZ 12.8.09
/// Der junge Buchanan also auch. Es scheint, daß bei jungen, intelligenten Männern die kollektivistischen, sozialistischen Neigungen fast regelmäßig auftreten. Bei den nationalen Sozialisten war die Lehrerschaft überrepräsentiert, bei den internationalen Sozialisten ebenfalls. (Auch heute wählt die Lehrerschaft zu zwei Dritteln Rotgrün.) Jugendlicher Oppositiongeist und mentale Unreife treffen sich da. Aber wir haben ja die Kurve gekriegt: Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz, wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.

- Junge Absolventen für das Gute in der Welt: "Harvard schwört der Gier ab . Neuerdings schwören nicht nur angehende Ärzte einen Eid. Auch MBA-Absolventen geloben, der Gesellschaft Gutes tun zu wollen. ... " FAZ 8.8.
/// Das Dumme ist, daß 'das Gute' nur ein Wort ist, unter dem man schlechterdings alles verstehen kann, wie die Geschichte zeigt. Die Kinder der Verfolgten Stalins beispielsweise wurden aufgefordert,ihre Eltern zu belasten, um der guten Gesellschaft willen (vgl. Susanne Leonhard: Gestohlenes Leben. Als Sozialistin in Stalins Gulag. Frankfurt/M 1988).

- Sixtus IV. war auch für das Gute, deswegen wurde er zum Papst gewählt, er starb am 12.8.1484 : "Es begann mit Papst Sixtus IV., einer der korruptesten Gestalten der Papstgeschichte. Ohne jegliche religiöse oder politische Skrupel intrigierte dieser Papst zum Wohle seiner Familie und trug die Hauptverantwortung an der Kette von Kriegen, Morden und Verschwörungen, die Italien während seines Pontifikats heimsuchten.
Seinem Namen Unsterblichkeit sicherte Sixtus IV. jedoch nicht durch die Ströme von Blut, sondern durch den Bau der Sixtinischen Kapelle: Jenes Meisterwerk der Kunstgeschichte, in dem bis heute das Konklave, die Wahl des neuen Papstes, abgehalten wird." Zeitzeichen WDR5

- Bugenhagen war für das bessere Gute: Reformator Pommerns: " Reformator und Ketzer . Bugenhagen in Stettin.
Im Schloss von Stettin, inzwischen einem Kulturzentrum, wird an diesem Mittwoch eine Ausstellung der Pommerschen Evangelischen Kirche über den ... " FAZ 6.8.09

- Beim Guten um die Ecke steht die Wahrheit, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft setzt sich dafür ein:
"... Die DMG hat sich in ihrer erweiterten Vorstandssitzung vom 5.-6.
November 2008 in Hamburg darauf verständigt, einen Arbeitskreis Wikipedia
(AK-Wiki) einzusetzen, der im Auftrag der DMG eine Qualitätskontrolle
meteorologischer und klimatologischer Einträge in Wikipedia vornehmen
soll... Wer der Ansicht ist, einen fehlerhaften oder sonstwie nicht ausreichenden Beitrag gefunden zu haben, kann sich damit an
wikipedia@dmg-ev.de wenden. Der AK-Wiki leitet die Anfrage an einen Experten im deutschsprachigen Raum weiter und erfragt eine Stellungnahme inklusive einer möglichen Korrektur des genannten Beitrags..."
(Deutsche Meteorologische Gesellschaft)-Mitteilungen 02/2009,
S. 24