Samstag, 10. Juli 2010

Die Wolken sind's!








- New book from Prof. Dr. Roy Spencer, University of Alabama Huntsville (UAH):
DER GROSSE KLIMAERWÄRMUNGSIRRTUM:
Wie Mutter Natur die Spitzenklimaforscher an der Nase herumführte
Von Dr. Roy Spencer
" Etwa die Hälfte des Buchs enthält eine nicht-technische Beschreibung unserer Forschung (erscheint demnächst kollegial überprüft), die die Ansicht unterfüttert, wie sie die meisten Amerikaner bereits vertreten: daß nämlich die Erwärmung der zurückliegenden Dekaden einem natürlichen zyklischen Schwanken im Klimasystem entspringt - und nicht verursacht wurde von einer Zunahme des Kohlendioxids in der Atmosphäre durch Verbrennung fossiler Energieträger.
Kaum glaublich ist, daß diese mögliche natürliche Erklärung bisher nicht von Klimaforschern untersucht wurde. Der Grund für dieses Versäumnis liegt in einer Ratlosigkeit, was diese natürliche Schwankung bewirkt haben könnte. ... Wolken sind der Sonnenrolladen der Erde, und wenn sich aus irgendeinem Grund die Wolkenbedeckung ändert - dann stellt sich eine Erwärmung ein - oder eine globale Abkühlung. ..." (Übersetzung WD)
Siehe den ganzen Beitrag im Wissenschafts-Blog bei dem Meteorologen Anthony Watts : http://wattsupwiththat.com/2010/04/23/new-book-from-dr-roy-spencer/

- By Dr. Roy Spencer: Today (April 20, 2010) is the official release date of my new book entitled: “The Great Global Warming Blunder: How Mother Nature Fooled the World’s Top Climate Scientists“, published by Encounter Books.
About one-half of Blunder is a non-technical description of our new peer reviewed and soon-to-be-published research which supports the opinion that a majority of Americans already hold: that warming in recent decades is mostly due to a natural cycle in the climate system — not to an increase in atmospheric carbon dioxide from fossil fuel burning.
Believe it or not, this potential natural explanation for recent warming has never been seriously researched by climate scientists. The main reason they have ignored this possibility is that they cannot think of what might have caused it. ... NATURE’S SUNSHADE: CLOUDS
The most obvious way for warming to be caused naturally is for small, natural fluctuations in the circulation patterns of the atmosphere and ocean to result in a 1% or 2% decrease in global cloud cover. Clouds are the Earth’s sunshade, and if cloud cover changes for any reason, you have global warming — or global cooling. ..." Siehe den ganzen Beitrag im Wissenschafts-Blog bei Anthony Watts : http://wattsupwiththat.com/2010/04/23/new-book-from-dr-roy-spencer/


- Schwitzen in Deutschland, frieren in Colorado, das Klima ist lokal und regional, nicht global: "Earlier, Anthony reported on a Stanford University report which forecast very hot summers for the four corner states. I found this particularly amusing, because we are having our second cold, rainy July in a row. ..."
Colorado Summer Trends

Posted on July 9, 2010 by Anthony Watts / wattsupwiththat.com

- EU-Parlamentarier Holger Krahmer: "Unbequeme Wahrheiten über die Klimapolitik und ihre wissenschaftlichen Grundlagen.
Kaum eine Debatte hat die politischen Diskussionen der letzten Jahre derart stark beeinflusst wie die über den Umgang mit dem Klimawandel. Eine rationale Debatte war kaum möglich. Es wurden Dogmen geschaffen und Weltuntergangsängste geschürt. Zweifel und kritische Argumente über die Frage, wie gesichert die vom IPCC-Panel (‘Weltklimarat’) verbreiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Ursachen klimatischer Veränderungen sind, waren einer beispiellosen Stigmatisierung ausgesetzt. In der Folge wurde die Verhältnismäßigkeit vieler politischer Entscheidungen zum Klimaschutz nicht ausreichend diskutiert. ..." http://www.holger-krahmer.de/2010/07/06/unbequeme-wahrheiten-uber-die-klimapolitik-und-ihre-wissenschaftlichen-grundlagen/

- Die Bienen besuchen den Klee in der prallen Sonne - wie kühlen die ihren Körper?
Noch verwunderlicher ist, daß sich die Amseln, die bereits eine höhere Körpertemperatur als Säuger erzeugen, sich mit abgespreizten Flügeln in die Sonne legen.

Freitag, 9. Juli 2010

Gute Sache für fleißige Studenten






Gabelweihe (Rotmilan) im blauen, warmen (17-35°C) Himmel; sie zog vor ein paar Jahren zu und bleibt.





- Den Teufel aber auch: Teufel tot.
Aus gutem Steuerberaterhaus ging der pubertierende Galgenstrick Fritz nach Westberlin, schrieb sich für Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften ein, studierte aber nicht, sondern machte Polit-Theater, bezahlte keine Studiengebühren, ließ sich von Mama aushalten. STERN, SPIEGEL, ZEIT etc. fanden das ganz toll, so daß man als Schüler seinerzeit mit Teufel, Kommune 1, Dutschke und Kumpanen sozialisiert wurde, auch wenn man nicht aus einer wohlhabenden Familie kam.
Man übernahm einfach die Journalistenperspektive, und pubertär war man sowieso. So funktionierte die Apo (sog. Außerparlamentarische Opposition): Mamas Lieblinge aus wohlhabender Familie + Pubertät + geisteswissenschaftliche Einschreibung + Massenmedien.
So funktioniert Gesellschaft, so Politik. Wohlstand kann ein sehr destruktiver Faktor sein.

- Gute Sache für fleißige Studenten, die nicht den Teufel als Vorbild haben: Das Nationale Stipendiengesetz zahlt 300,- Euro monatlich für die Leistung im Studium. Erfreulich. Das hätte mich damals als Abiturient über den Zweiten Bildungsweg vermutlich positiv beeinflußt.

- Man hört gelegentlich, das deutsche Reich sei tausend Jahre stabil gewesen. Aber das deutsche Reich war eher tausend Jahre ein Etikettenreich, das immer mehr zum Etikettenschwindel wurde. Während sich in Westeuropa Flächenherrschaftsstaaten entwickelten, blieb das deutsche Reich, das im 11. Jahrhundert als Reich der Deutschen begann, ein schwacher Personenverband von über 1800 Herrschaften, der im Laufe der Jahre auf gut 300 abnahm. Dieses machtlose deutsche Reich war mit dem Dreißigjährigen Krieg faktisch am Ende, mit der Eroberung durch Napoleon legte der habsburgische Kaiser Franz II. 1806 die Kaiserkrone nieder: das Ende des Reiches. Goethe notiert es lakonisch mit einer Nebenbemerkung in seinem Tagebuch.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Die Moral von der Geschicht









Wolf Doleys
Moral ade´ Ein optimistischer Nekrolog auf eine Chimäre


Es gibt sie noch, die Diskussion um die Moral; sie schickt ihre letzten Truppen in die letzten Verbal-Gefechte, wobei sie auch als Ethik auftritt und in ganz säkularen Gefilden gar als Wertekanon.
Doch ist ihre Zeit unwiderruflich abgelaufen, nur die platonische Schminke vermag noch von weitem den ungefähren Eindruck von Lebendigkeit zu erwecken.Sie stirbt schon lange, falls sie je gelebt haben sollte, ein praktisches Leben war das jedenfalls kaum, doch mehren sich nunmehr massiv die finalen Zeichen, so daß auch das Wort vom langen Leben der Totgesagten die Moral nicht mehr retten wird.
Jüngstes und mächtiges Indiz ist der völlige Zusammenbruch des Sozialismus; er war in der Geschichte der letzte Versuch, ein - kantisch gesprochen - Regime der praktischen Vernunft zu errichten.
Nun wissen wir seit Mandeville und Hayek einerseits, Rousseau und Robespierre andererseits, daß die Vernunft sich schwertut mit der Welt, insbesondere, wenn sie sich ihr mit großen Entwürfen nähert; dafür reicht die Denk- und Planungskapazität des homo sapiens sapiens einfach nicht.
Und seit Freud und Lorenz wissen wir außerdem, daß die Vernunft, diese späte kleine, wenn auch feine Neocortex-Frucht, nicht einmal Herr im eigenen Haus des Individuums ist, geschweige denn, daß das Verhalten des einzelnen im Verkehr mit anderen zuverlässig durch sie gelenkt werden könnte.
Das aber war die Prämisse des Sozialismus: daß sich Individuen nach einem Wertekanon beliebig vernünftig verhalten und entsprechend steuern könnten, ja, daß sie ihren Einzelwillen jederzeit dem Allgemeinwohl unterordnen könnten, wie der kategorische Imperativ Kants es befahl.
Der gute Wille an der Macht, man konnte es eigentlich seit dem Tugendmenschen Robespierre und der französischen Revolution wissen, hat die jeweiligen sozia¬listischen Gesellschaften und ihre Menschen aufs schwerste materiell und kulturell geschädigt.
Dabei ist die Einsicht in die Unzulänglichkeit des guten Willens als eines idealistischen Verhaltensregulativs keineswegs neu: ausgerechnet der Moralphilosoph Adam Smith fand in seinem "Wealth of Nations" schon im 18. Jahrhundert heraus, daß gerade das Selbstinteresse des Menschen der Eckstein für das Wohl des Ganzen ist. Die berühmte "unsichtbare Hand" des Marktes und der gesellschaftlichen Austauschbeziehungen integriert die Einzelinteressen zu einem komplexen System gegenseitiger arbeitsteiliger Bedürfnisbefriedigung.
Diese Grundeinsicht gilt es zu bewahren gegen alle moralischen Einreden. Sie befindet sich in Übereinstimmung mit der biologischen Natur des Menschen, und sie ist offen für seine gesellschaftliche und kulturelle Dimension.
Wie alle Lebewesen sucht der Mensch für sich und seine Nachkommen die Optimierung der Lebenschancen; er findet sie aber nur im Austausch mit anderen Menschen, indem er sein Eigeninteresse unter Anwendung gesellschaftlicher Spielregeln verfolgt. Diese bilden sich spontan, wie etwa der Markt oder die Sprache Spontanbildungen sind, und sie entwickeln und verändern sich.
Für den Menschen heißt das, daß er sich die vorhandenen Regeln, ihre Anwendung und ihre Modi der Ergänzung und Veränderung aneignen muß. Das geschieht durch Vermittlung und Einübung in den verschiedensten Ausbildungsbereichen. Das Gelingen hat dabei mehr mit (Eigen-)Motivation und Trainingsqualität zu tun als mit gutem Willen. Jeder Personaltrainer weiß das.
Er weiß auch, daß jede Gruppe auf die Einhaltung der Spielregeln achten muß, damit Regelverletzer keinen Bonus auf Kosten anderer erhalten, die die Regeln beachten. Das gleiche gilt für Gruppen aller Art und für ihre Interaktion bis hin zum Staat, seiner Polizei und Justiz. Nirgendwo ist auf den guten Willen der Moral Verlaß, genausowenig, wie es den guten Menschen als solchen gibt; um so mehr hängt alles daran, daß die jeweiligen Regeln, von der Freundlichkeit bis zum Wahlrecht, von der geeigneten Erziehung bis zum Mietrecht, bekannt sind, meistens, daß sie eingeübt wurden und daß Regelverstöße sanktioniert werden.
Der Regelbegriff ist auch die vergessene Essenz in den sakrosankt gewordenen Wörtern Ethik (ethos), Moral (mores) und Sittlichkeit, bevor die Metaphysiker und Moralisten aller Länder und Schattierungen zu abstrakten Gefilden abhoben, aus denen die Konkreta des menschlichen Lebens nicht mehr recht zu fassen sind; in allen drei Sprachbezirken ist die Ausgangsbedeutung: wie es bei uns die Regel ist. Auch das gut von gut und böse bezeichnet etymologisch: was (zu-)paßt.

Was paßt, ermißt sich vor allem nach dem großen Regelspeicher Tradition. Das Passende brauchen wir heute, da wir aus den gröbsten historischen Windeln heraus sind, nicht mehr metaphysisch anzubinden, wie wir ja auch für das Bundeskanzleramt weder die Gunst der Götter noch das Gottesgnadentum in Anspruch nehmen. An die Stelle der Annahme eines eindeutig bestimmbaren Allgemeinwohls ist die Einsicht in die Multiperspektivität komplexer Sachverhalte getreten, und daß die Zeit alles verändert, natürlich auch Regeln und Gebräuche, ist zur Binsenweisheit geworden.

Wir können heute klar genug sehen, daß in pluralistisch verfaßten Gesellschaften naturgemäß verschiedenste Interessen miteinander ringen, ohne daß sich klar und unzweifelhaft ein Allgemeinwohl postulieren ließe, man denke nur an die Luftverschmutzung durch Autoverkehr, an die Tempolimit-Diskussion etc. Sind Regeln gefunden, schreiben wir ihnen keinen Ewigkeitswert mehr zu, mag es sich da um Verkehrsformen, Sexualverhalten, Wettbewerbsrecht oder Produktionsweisen handeln.
Der Regelbegriff eignet sich dafür in seiner Offenheit, für ihn gibt es, statt idealistischer Abgehobenheiten, nur empirisch zugängliche Regeln, die zu finden, zu entwickeln, zu verändern, aber auch zu sanktionieren sind; diese Offenheit beugt der Sklerotisierung der Gesellschaft vor. Dabei kommt man ohne Rückgriffe auf unpraktikable Vorgaben moralischer Provenienz aus, als da sind: guter Wille, gut und böse, Willensfreiheit, moralisches Bewußtsein etc. .

Ein Unternehmen etwa sieht sich eingebunden in die Regelsysteme der Betriebswirtschaft und des Marktes. Hier herrschen deskriptive Größen jenseits von Gut und Böse. Soll sich ein Unternehmen anders verhalten, müssen stets eine Reihe miteinander verbundener Einflußgrößen diskutiert werden, die meist weit über den Bereich des einzelnen Betriebs hinausreichen. Eine solche Diskussion kann durchaus hart geführt werden, sie wird aber schnell unfruchtbar, wenn moralisiert wird. Zudem lassen sich die Kunden nicht auf Diskussionen ein, sie kaufen bei Aldi das billige Produkt, das chinesische oder rumänische Arbeiter montiert haben.
Die Regeln werden praktisch durch Einführung und Training; wenn Zielvorgaben nicht erreicht werden, wie im Falle einer Straftäterrückfallquote von 38% (in der alten Bundesrepublik), dann braucht man nicht in die Tiefen der moralischen Natur des Menschen zu steigen, um etwas zu ändern, man muß, viel konkreter, das Training und die Trainingsbedingungen verbessern, in dem und unter denen Resozialisierung stattfinden soll.
In die Tiefe sollte man höchstens noch steigen, um dort die Moral sicher und gut zu betten, auf daß ihr abgehobener Charakter nicht länger in die Irre führe. Der von der Moral erlöste Mensch hat das Zeug, die Zukunft offen und optimistisch und in einem neuen Geist globaler Fairneß zu gestalten; die Entwicklung in den letzten 40 Jahren jedenfalls läßt Gutes erwarten
fast möchte man sagen: das Beste, wenn es das denn gäbe - sieht man auf den endgültigen Zusammenbruch der sozialistischen Regimes des Guten Willens.

Aus:
Wolf Doleys
Enfant perdu
Vom Wanderrebbe bis Honecker
Essays
u.a.: Auslaufmodell: die Utopie
Da war noch was:
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Erziehung revisited
68er deficit spending
Gemeinsinn: woher nehmen?

edition lichtenberg 1994
ISBN 3-9803732-9-0

Mittwoch, 7. Juli 2010

Ils sont fous, ces allemands: 34 Cent für 20 Jahre





Nachts scheint die Sonne nicht


Solarstrom eingespeist und garantiert für 20 Jahre (!!) kostet die Stromkunden ab Juli 34 Cent (vorher 39) -
Kernkraftstrom kostet in der Erzeugung ca. 3 Cent !


- Sonnenschein hat eine geringe Energiedichte und nachts gar keine: trotzdem wird die unsinnige rotgrünschwarzegelbe Solarfettfütterung durch Zwangseinspeisung später und weniger gekürzt. Das kostet die Stromkunden Milliarden.

- Diehl geht es besser: Aber Thomas Diehl beklagt die hohen deutschen Energiekosten.

- Staatl. Porzellanmanufaktur Meißen entläßt 180 Mitarbeiter. Porzellan brennen ist energieintensiv.

- Ludwig Erhard meinte: " Jede Ausgabe des Staates beruht auf einem Verzicht des Volkes. "


- ANTWORT AUF DIE KOMMENTARE:

3 Cent sind die "speziellen Stromerzeugungskosten", wie sie die "Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften", S. 12f. (www.awk.nrw.de/awk/publikationen/download/denkschrift_energieversorgung_sichern.pdf ) ausweist: ca. 2,5 Cent die Kilowattstunde für bestehende Kernkraftwerke, ca. 3,5 Cent für neu zu errichtende.
Das ist so ähnlich wie in Frankreich, wo 80% des Stroms aus der Kernkraft kommen und der Strompreis nur die Hälfte des deutschen Strompreises beträgt.
Natürlich gibt es keine Vollkaskoversicherung für Kernkraftwerke, weil dafür kein Rechenwerk vorhanden ist: seit 1960 arbeiten die deutschen Anlagen - 50 Jahre!, man muß sich einmal vorstellen, wieviel Bergleute in dieser Zeit ihr Leben verloren haben, jährlich allein in China über 2000 Tote - seit 1960 arbeiten die deutschen Anlagen ohne größere Probleme im Reaktorbereich.

Für die Brennabfälle - nur die geringe Menge von 30 t jährlich Materialfluß für eine Leistung, für die bei der Braunkohle 15.000.000 t (15 Mio.) Material nötig sind - für die kleine Menge haben die Betreiber seit langem Rücklagen gebildet, anders als die Solarzellenproduzenten, deren hochtoxische Abfälle ewig giftig bleiben.
Es gilt übrigens, daß starke Strahler wie Plutonium schnell zerfallen, schwache Strahler wie Uran aber sehr langsam. Uran strahlt so schwach, daß man es in vielen Ländern frei erwerben und zB als Kielballast verwenden kann.

Allerdings habe ich verschiedentlich von Kernphysikern gehört, daß neue Aufbereitungsverfahren zu erwarten seien, die das Restmaterial sehr wertvoll machen könnten. In den USA werde oberirdisch gelagert. Das erlaube einfachen Zugriff.
(Vgl. Eintrag v. 4. Juni 2010)

In Finnland hat das Parlament gerade für den Neubau zweier Kernkraftwerke votiert, die den Kernkraftanteil an der Stromerzeugung auf 50% verdoppeln sollen. Schweden hat die Beibehaltung der Stromerzeugung aus Kernkraft beschlossen, den alten Ausstiegsbeschluß rückgängig gemacht. Dieser Vernunft gilt es zu folgen.

Dienstag, 6. Juli 2010

"Wer nicht von dreitausend Jahren // Sich weiß Rechenschaft zu geben ..."




22°C, wolkig, eine sanfte Brise - so kann der Sommer bleiben!



Führte zwischen 1918 und 1921 sechs Angriffskriege gleichzeitig, daher der blutige Säbel:
Pilsudski (1867-1935)
(Bild aus: Norman Davies, God's Playground, A history of Poland, Volume II)




6. Juli 1950: Ulbricht befolgt den Moskauer Befehl zur Anerkennung der Ostgrenze

"Wer nicht von dreitausend Jahren // Sich weiß Rechenschaft zu geben, // Bleib im Dunkeln unerfahren, // Mag von Tag zu Tage leben." - Goethe, West-östlicher Divan , Buch des Unmuts

- Polen 1918-1939: " John M. Keynes called it 'an economic impossibility whose only industry is Jew-baiting'. Lewis Namier called it 'pathological'. E.H. Carr called it 'a farce'. David Lloyd George talked of 'historic failure', which had 'won her freedom not by her own exertions but by the blood of others', and of a country which 'imposed on other nations the very tyranny' which it had endured itself for years. 'Poland', he said, 'was drunk with the new wine of liberty supplied to her by the allies', and 'fancied herself as the resistless mistress of Central Europe'. In 1919, Lloyd George was reported as saying that he would no more give Upper Silesia to Poland 'than he would give a clock to a monkey'. In 1939, he announced, that Poland had 'deserved its fate'. "
Norman Davies, God's Playground, A history of Poland, Volume II, Columbia University Press 1982, S. 393 (Norman Davies, Boże Igrzysko. Historia Polski. Tom II. s, 494. rozdział 19, Niepodległość - Dwadzieścia lat niepodległości (1918-1939))

(" Keynes nannte es 'eine ökonomische Unmöglichkeit, dessen einzige Industrie die Judenverfolgung sei'. Lewis Namier nannte es 'krankhaft'. Carr nannte es 'eine Farce'. David Lloyd George sprach von 'historischem Versagen', es habe 'seine Freiheit nicht durch eigene Anstrengungen gewonnen, sondern durch das Blut anderer', sprach von einem Land, das 'anderen Nationen die genau gleiche Tyrannei auferlege', welche es selbst viele Jahre ertragen mußte. 'Polen', sagte er, 'sei betrunken vom neuen Wein der Freiheit, die seine Alliierten gewährten', und es 'halte sich für eine unaufhaltbare Herrin Zentraleuropas'. 1919 wurde von David Lloyd George berichtet, er würde nicht noch einmal Oberschlesien an Polen geben, 'ebensowenig, wie er einem Affen eine Uhr geben würde'. 1939 erklärte er, Polen habe 'sein Schicksal verdient'. " Übersetzung WD)

Anmerkung: Es geht hier um den bekannten Ökonomen Keynes, der an den Verhandlungen in Versailles teilgenommen hatte und der einer der frühesten Kritiker des Vertrages von Versailles war, ebenso wie sein Chef, der englische Premierminister Lloyd George, der einen Kurs zwischen dem weitsichtigen US-Präsidenten Wilson und dem französischen Chauvinisten Clemenceau verfolgte, und dessen Forderung an die Grenzziehung war, klug abwägend zu verfahren: " The new map of Europe must be so drawn as to leave no cause for disputation which would eventually drag Europe into a new war. "
Carr und Namier waren englische Historiker, letzterer ein geborener Ludwik Niemirowski aus Wola Okrzejska.


In Europa enstanden der Staat und der Nationalstaat, Frankreich und England gingen voran, und er wird seitdem überall auf der Welt nachgeahmt, einschließlich der blutigen Widerwärtigkeiten, die beides im Gefolge gehabt hat. Insbesondere der von Historikern, Literaten und akademischer Jugend erfundene und propagierte Nationalismus war eine Geißel Europas und ist es bis heute in vielen Ländern, sei es in Rußland, in China oder in Venezuela. Man darf es sich mit diesem Phänomen nicht zu einfach machen, wie dies die Spezialhistoriker des WDR regelmäßig tun. Der Nationalstaat hat sich als eine feste Größe etabliert, aber man kann ihn nur akzeptieren, wenn er die individuellen Freiheitsrechte gewährt, besonders die Eigentumsrechte, die es Minderheiten erlaubt, im angestammten Gebiet ohne Vertreibung zu bleiben, möglichst unter einem Autonomiestatut. Die winzigen Balkanstaaten werden noch viele Jahre mit dem Problem eines fanatischen Nationalismus zu kämpfen haben, das gilt auch für die Türkei.
Ein Patentrezept gibt es dabei nicht, leider.