Samstag, 6. April 2013

Wie meinte Seneca?











Kleine Umfrage für Klassentreffen

(Nichtzutreffendes bitte durchstreichen oder eine Prozentangabe hinzufügen)

·      1. Ich habe von den Unterrichtsstoffen viel verstanden und habe sie bis heute im Gedächtnis
JA    NEIN       NUR DORT, WO ICH INTERESSE HATTE

·      2. Für meine persönliche Klugheit und Berufsfindung habe ich von der Schule viel profitiert
JA    NEIN       TEILWEISE     IM GEGENTEIL

·      3. Die Schulzeit war ein paar Jahre zu lang und hat mir Lebenszeit gestohlen 
JA    NEIN       TEILWEISE     IM GEGENTEIL

·      4. Die Lehrer waren überwiegend konstruktiv                                                                                      JA       NEIN       TEILWEISE     IM GEGENTEIL

·      5. Für meine Berufstätigkeit war die Schule eine gute Vorbereitung                                                                JA    NEIN       TEILWEISE     IM GEGENTEIL

·      6. Die Schule hat mir ein Bild der Welt vermittelt, das ich später oft bestätigt fand                                                                            JA    NEIN       TEILWEISE     IM GEGENTEIL

·      7. Die Schule hat mir ein Menschenbild vermittelt, das ich später oft bestätigt fand          
JA    NEIN       TEILWEISE     IM GEGENTEIL


Raum für eigene Anmerkungen: 




Goethe: Vergebens, daß Ihr ringsum wissenschaftlich schweift,
Ein jeder lernt nur, was er lernen kann.
Faust V. 2015f.
Seneca: Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir (Brief 106 an Lucilius, Buch 17)



Freitag, 5. April 2013

Zwei Ungeheuer



Wurde 91 Jahre alt, von 1588 bis 1679: Thomas Hobbes







Am 5. April 1588, schon ein Weilchen her, wurde Thomas Hobbes geboren. Ein Glücksfall, könnte man meinen, denn er ging kurze Zeit bei dem großen Empiriker Francis Bacon in die Lehre, nachdem ihn die Scholastik in Oxford angeödet hatte. Übrigens war er auch ein Pfarrerssohn, ein weiterer, leibhaftiger  Einwand gegen das katholische Zölibat, das, idealistisch verbildet, den Menschen und sein Genom verleugnet. Auch der neue Komiker im Papstamt hält daran fest. Papa Hobbes jedenfalls war so frei, sein Genom fruchtbar werden zu lassen und den Thomas zu zeugen. In seinem LEVIATHAN gibt Hobbes die Antwort auf die tägliche Kriminalität und Gewalt seiner Gegenwart, die er nur durch eine staatliche Zentralgewalt befriedbar sieht. Die Legitimierung des staatlichen Gewaltmonopols durch empirische Anschauung ist bis heute die Wurzel der modernen staatsrechtlichen Anschaung, ob man dies jetzt vertragstheoretisch betrachten will oder nicht. Die sinkende Gewaltkriminalität in Europa bis etwa 1970 ging einher mit der Herausbildung der Staatsmaschine und des Rechtsstaates. Der LEVIATHAN wurde eine politologische Schlüsselschrift. Der seltsame Name entstammt dem “Buch Hiob” und bezeichnet dort eines der beiden mythischen Ungeheuer, das andere heißt BEHEMOTH und gibt den Namen ab für die späte, weniger bekannte Schrift BEHEMOTH oder DAS LANGE PARLAMENT von 1668, in der er sich mit dem schlimmen englischen Bürgerkrieg beschäftigt. Er analysiert dort das Unheil, das entsteht, wenn sich bewaffnete Gruppen gegen die Zentralgewalt auflehnen. Dies ist bis heute eine Geißel der Menschheit, man denke nur an das Staatsversagen in Somalia, Mali und den Bürgerkrieg in Syrien.
Hobbes zieht ein illusionsloses Fazit am Ende seines BEHEMOTH:
Die oberste Gewalt “ bewegte sich von König Karl I. über das LANGE PARLAMENT zum Rumpfparlament, vom Rumpfparlament zu Oliver Cromwell, und dann von Richard Cromwell zum Rumpf zurück, und von da aus zu dem LANGEn PARLAMENT und von da zu König Karl II. , wo sie lange bleiben möge.”

Man mag lange darüber streiten, welchen Sinn die englische Revolution gehabt hat, welchen Sinn Revolutionen überhaupt haben können. Hobbes zeigt sich jedenfalls als Skeptiker, zu viel Verwüstung und Blut lassen ihn die zentrale Ordnung hochschätzen.

In Syrien sieht der langjährige nahöstliche Ausgräber Jan-Waalke Meyer (Uni Frankfurt) eine Aufspaltung Syriens als Resultat der islamistisch-sunnitischen Angriffe gegen die Baath-Diktatur. “Man hätte den jungen Assad besser unterstützen sollen”, meinte er im Gespräch mit hr2-Doppelkopf am 4.4.13.


Donnerstag, 4. April 2013

Orientalismus







Eine gefährdete Person: Sima Samar
Bild: S.K. Vemmer (U.S. Department of State)/ Wiki.




"Sie selbst haben heute dieselben Probleme mit den Taliban wie wir in den 90ern, als sie die Taliban unterstützt haben. In Afghanistan gibt es derzeit weniger Probleme mit den Taliban als in Pakistan. In Bezug auf 2014 gibt es also einen deutlichen, öffentlichen Willen, die Entwicklung weiter zu führen. Dies gilt hoffentlich auch für die internationale Gemeinschaft", sagte Sima Samar im Interview mit Chr. Burgmer (DLF, Essay u Diskurs, 1.4.13, als Podcast im Netz).

Samar ist Ärztin und Vorsitzende der afghanischen Menschenrechtskommission in Kabul. Man kann die Steinzeitgesellschaften diesseits und jenseits der Grenze schwer auseinanderhalten, aber Samar sieht selbst in der Frauenfrage Fortschritte:
"Samar: Ich meine nicht, dass die Gewalt gegen Frauen insgesamt zugenommen hat. Sie hat es immer schon in der Gesellschaft gegeben. Wenn es früher zum Beispiel zu einer Vergewaltigung gekommen ist, hat die Familie das Opfer einfach umgebracht. Man hat sich einfach auf die Familienehre berufen. Das ist heute nicht mehr so. Ich will Ihnen ein Beispiel aus Kundus geben. Dort ist ein Mädchen von der ethnischen Gruppe der Kutchi vergewaltigt worden. Aber die Familie hat das Mädchen nicht getötet. Vielmehr ist die ganze Familie nach Kabul gekommen und hat über die Medien öffentlich Gerechtigkeit für das vergewaltigte Mädchen gefordert. Das sind positive Veränderungen im gesellschaftlichen Denken. Früher wurde auch der Missbrauch von Kindern geheim gehalten. Ist ein Junge missbraucht worden, hat man so getan, als sei nichts passiert, ist es ein Mädchen gewesen, ist sie umgebracht worden. Jetzt kommen die Eltern nach Kabul und fordern öffentlich Gerechtigkeit."
Das läßt doch hoffen.

In Bangladesch wurde allerdings gestern ein Blogger verhaftet und soll wegen "Blasphemie" vor Gericht gestellt werden.

In Saudi-Arabien wurde ein junger Mann zur Querschnittslähmung verurteilt, weil er die einem anderen durch einen Messerstich zugefügt habe.
In Anlehnung an ein Bonmot Schopenhauers (Wenn man alle Schurken kastrieren und alle dummen Gänse ins Kloster sperren könnte ...) wäre ja vielleicht ein Kompromiß möglich ...  

Mittwoch, 3. April 2013

Nordkoreanische Familiensache





60 Jahre Nordkorea feierte die Diktatur 2008. Fünfundzwanzigtausend Kinder formten Bilder mit Klapptafeln: das Arirang-Festival in Pjöngjang, das größte Massensynchronspektakel der Welt.




Vor einem Jahr hielt Walter Klitz, der Nordkorea-Kenner der Friedrich-Naumann-Stiftung, einen Vortrag "Individualismus und Kollektivismus am Beispiel Nordkoreas". Er stellte insbesondere heraus, daß hinter den Kims stets eine große Familie steht, auf die sich der jeweilige Diktator stützt, der er aber auch verpflichtet ist, insbesondere den Senioren. Das leuchtet ein, denn im gesamten Orient spielt die Familie eine große Rolle und die Seniorität ebenfalls. Was der jetzige Diktatoren-Lehrling KIM Jong-Un derzeit veranstaltet, dürfte also kein Solo sein, sondern eine Familienaufführung. Wahrscheinlich hat sie innenpolitische Gründe, denn die Familienherrschaft über das Land ist nicht mehr so sicher, seit der große Pate China eine Art asiatische Marktwirtschaft eingeführt hat. Möglicherweise hat der junge Bursche auch eine Lockerung im Auge, weil der Austausch mit China natürlich Nachrichten über das neue China nach Nordkorea bringt. Und die können für diese spartanische Diktatur gefährlich werden. Reformen nach dem chinesischen Vorbild wollen die alten Familienstrategen sich aber vermutlich nicht vorstellen. Das Herumfuchteln mit Krieg schließt jedenfalls die Reihen hinter der Führung noch enger. Was das Ziel  sein dürfte, um die Straflager weiter so zu führen, wie der Film “Camp 14” vorführt (s.u.)


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Ein nordkoreanischer Kaspar Hauser erzählt

FAZ 10.11.2012 ·  Wer eine Meinung hat, wird erschossen: Der Dokumentarfilm „Camp 14“ schaut in Kim Jong-Uns Straflager. Hinter dem Zaun liegt eine Welt ohne Moral, Schuldgefühl oder Empathie.>>

Dienstag, 2. April 2013

Weg damit




Keine Windeier, sondern unbebrütete Blaumeiseneier aus dem letzten Jahr.  



Deutschland habe wieder mehr Strom exportiert als im Vorjahr. Das hört sich gut an. Ist die Strompolitik der Bundestagsparteien also erfolgreich?

In den Nachrichten wird nicht gesagt, ob das ein sinnvoller Export war. Denn oft muß noch dafür bezahlt werden, daß der Strom von Windmonstern und häßlichen Solarbrettern abgenommen wird. Dieser teure Verrücktenstrom genießt gesetzlichen Vorrang, und wenn zuviel davon erzeugt wird, muß er weg, koste es, was es wolle. Verrückt.