Donnerstag, 23. Mai 2013

Rückbau


Ein interessanter Fall, der da in der Schweiz diskutiert wird:


“ Ein Nigerianer, der bereits im Jahre 2001 mit gefälschten Papieren in die Schweiz einreiste – dessen Asylgesuch jedoch abgelehnt wurde –, kehrte zwei Jahre später zurück, schwängerte und heiratete eine Schweizerin und erhielt somit eine Niederlassungsbewilligung. In der Folge erwies er sich als überaus umtriebig; dies nicht nur in familienpolitischer Hinsicht (zwei eheliche und ein aussereheliches Kind), sondern er musste – im Anschluss einer Verurteilung durch österreichische Richter wegen Drogenhandels – auch noch in Deutschland im Jahre 2006 vorab in Sachen Kokainschmuggel mit 42 Monaten Freiheitsentzug bestraft werden. Auf redliche Arbeit verzichtete er und bezog stattdessen Sozialbeiträge in der Höhe von 165 000 Franken. Das Amt für Migration des Kantons Baselland zog die folgerichtigen Konsequenzen und beschloss die Ausschaffung des in jeder Hinsicht asozialen Nigerianers. Das durch den Letztgenannten angerufene Bundesgericht lehnte dessen Begehren auf Ablehnung seiner Ausschaffung gestützt auf die fehlende berufliche wie soziale Integration in Verbindung mit seiner sprachlichen Insuffizienz ebenfalls ab. Seine auf Kosten des Steuerzahlers finanzierten Anwälte in der Schweiz und in Deutschland gelangten nun an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg, der die Schweiz aufforderte, dem kriminellen Nigerianer eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen, und ihm zusätzlich eine erhebliche Genugtuungssumme zusprach. Zur Begründung wurde auf das «Menschenrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens» verwiesen. …” 
(Prof. Hans Giger in der NZZ 25.4.13, Völkerrecht contra Souveränität)

Ein ähnlicher Fall betraf Anfang 2013 Großbritannien, wo sich ein islamistischer Haßprediger Abu Qatada den EGMR-Segen holte.  
Es gibt also guten Grund, die Rechtsübergriffe der EU durch Rückbau der Kompetenzen abzuwehren. Und abzuwehren weiteres Eindringen solcher asozialer Elemente aus Afrika. Nach seiner Läuterung hat Gaddafi kooperiert, die Rolle Libyens als Transitland für Eindringlinge zu reduzieren.  

Mittwoch, 22. Mai 2013

Er pflegte nicht mit Pauken und Trompeten im Streichersumpf aufzutreten









Es war einmal in Deutschland. Da gab es zwei Politiker mit Substanz. Der eine sorgte dafür, daß der andere zur Geltung kam. Und der sorgte für Wohlstand für alle. Ja, der. Erhard hieß er, die Leute beschiß er nicht, wie das heute gang und gäbe ist. Im Mai 1977 verstarb der Held westlich der Ost-Berliner Diktatur. Dabei kam der protestantische Franke nicht vom Rhein, sondern aus Fürth. Sozusagen aus der besten Gegend Bayerns. Die Hälfte der Wirtschaft sei Psychologie, meinte er. Die andere Hälfte ist die Ordnungspolitik.
Und für beide Hälften tat er alles: DM-Einführung, Aufhebung der Preiskontrollen, Wettbewerbsgesetz, niedrige Steuern für alle. Mit Reden und seinem Buch “Wohlstand für alle” unterfütterte er seine Politik, die sich auch heute noch nachlesen läßt:

“  Die soziale Marktwirtschaft kann nicht gedeihen,
wenn die ihr zugrunde liegende geistige Haltung, d. h. also
die Bereitschaft, für das eigene Schicksal Verantwortung zu
tragen, und aus dem Streben nach Leistungssteigerung an
einem ehrlichen freien Wettbewerb teilzunehmen, durch
vermeintliche soziale Maßnahmen auf benachbarten Gebieten zum Absterben verurteilt wird. …”  

(Ludwig Erhard, “Wohlstand für alle”, 12. Kap. VERSORGUNGSSTAAT - DER MODERNE WAHN, S. 245) (www.ludwig-erhard-stiftung.de/files/wohlstand_fuer_alle.pdf)

Dienstag, 21. Mai 2013

Chinesen-Tsunami



Zweigeteilt? Jawohl. Malaysia liegt sich selbst gegenüber. Auf der Halbinsel und der Insel Borneo.




Sauerei, meint Premierminister Razak, daß seine Partei nur 47% der Stimmen bekommen habe, obwohl 50% der Einwohner Malaien seien, die automatisch als Sunniten geboren werden. 
Nur 25% sind Chinesen, die aber die führende wirtschaftliche Rolle spielen, weswegen es immer wieder Pogrome gibt und sie bei den Wahlkreiszuschnitten und vielen anderen Punkten benachteiligt werden. Chinesische Kandidaten haben Stimmengewinne erzielt, was die islamischen Politiker, der Islam ist auch Staatsreligion, sehr erzürnt. Razak spricht von einem “chinesischen Tsunami”. 

Warum sind die staatlich privilegierten Malaien wirtschaftlich so schwach? Und die staatlich schikanierte chinesische Minderheit wirtschaftlich so stark? Das spiegelt sich auch im riesigen Wohlstandsgefälle der Nachbarn Malaysia und Singapur wieder. Singapur war ebenfalls englische Kolonie und ist mehrheitlich chinesisch besiedelt. 
Gilt auch hier, in Südostasien, daß der Islam gleichbedeutend ist mit wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Unterentwicklung?  

(Vgl. “Malaysias Wahlergebnis erhitzt die Gemüter - Großdemonstration der Opposition - Gehässigkeiten gegen die chinesische Minderheit”, NZZ 11.5.13)   

Montag, 20. Mai 2013

"Aufs Schlimmste zu"









Quadratisch, praktisch, schwarz 
(Malewitsch, Schwarzes Quadrat / Wiki.)



Intakte Familie, Wohlstand, frühe Klavier- und Französischstunden - das sind schwierige Verhältnisse, das Leben kann hart sein. Das treibt in Milchbars mit UV-Licht, ins Kino mit Ingmar Bergman, in Jazz-Keller mit viel Rauch und wenig Sauerstoff, zu Bebop, der so ganz anders ist als Czerny. Und anders wollte man in jedem Falle sein. Der Pubertierende hat es nicht leicht, zu keiner Zeit, nirgendwo. Der Wohlstand verlängert diese Leidensperiode, die zwischen Plus und Minus dauerschwankt, angereichert mit Grobheit und Aggressivität. Aber irgendwann haben die Hormone ihren vorgesehenen Spiegel erreicht und auch die schwierigste Pubertät endet. Erinnerungsstücke bleiben. Thelonious Monk im Jazz-Keller, Beckett im Fernsehen. Vorbei. Verweht. Aber bestimmte Naturen können die Pubertät auf Ewigkeit stellen. Beckett zum Beispiel. Den puberilen Trübsinn konservieren und  raffinieren zu einem Lebenslanggeschwätz. Armer Beckett. Hat aber dafür den Nobelpreis erhalten. Was etwas über die Zeit aussagt, über die Milchbars mit UV-Licht, den Wohlstand und die Redakteure der Medien, die sich im Jazz-Keller trafen. Die leben immer noch und recyceln ihre Pubertätsautoren und schieben sie ins Programm. “Verstehe, wer kann”, heißt das dann im DLF. Da müssen wir noch dran arbeiten. Es fehlt uns einfach noch immer an “Trübe, Leere, schlechter als Garnichts”.  

Sonntag, 19. Mai 2013

Man nehme








»Man gebe mir ein Dutzend gesunder Säuglinge und eine von mir gestaltete Umwelt, um sie aufzuziehen, und ich würde garantieren, dass ich jeden trainieren könnte zu jeder  beliebigen Spezialität  - Arzt, Anwalt, Künstler, Händler und, ja sogar Bettler und Dieb, unabhängig von seinen Talenten, Tendenzen, Fähigkeiten, Berufungen und der Rasse seiner Vorfahren. Ich gebe zu, dass ich hiermit mein faktisches Wissen überschreite, aber genau das tun auch die Vertreter der gegenteiligen Meinung seit vielen tausend Jahren.« (John B. Watson, 1930, S. 104; Übersetzung Asendorpf, Persönlichkeit S. 30)  
Beachtlich, was hochintelligente Leute seit Platon an Blödheiten abgesondert haben. Ohne wissenschaftliche Verbildung wären sie vielleicht so klug gewesen, aus der Beobachtung anderer Tiere auf das Verhalten des Menschen zu schließen. Watson teilt hier, grob betrachtet, die Vorstellung des Empiristen John Locke (1632-1704), der in seinem “Versuch über den menschlichen Verstand” die Erfahrung als Quelle der Geistesinhalte angab. Den Geist nannte er ein unbeschriebenes Blatt, was den kognitiven Psychologen Stephen Pinker zu seinem bekannten Buchtitel verhalf. Locke betrachtete die frühen Erfahrungen als besonders wichtig, und das tat auch der ebenfalls hochintelligente Psychosektierer Freud. Seine Jünger und Schüler verdrängten in den 1960er Jahren die Behavioristen. Pinker faßt zusammen:
“ Die Freudianer theoretisierten, wir würden von unserem Erfolg beim Entwöhnen, von der Sauberkeitserziehung und der Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil geprägt, und rieten Eltern, Säuglinge nicht in ihr Bett zu holen, weil das schädliche sexuelle Wünsche wecken würde. Alle spekulierten, daß psychische Störungen den Müttern angelastet werden könnten: Autismus ihrer Gefühlskälte, Schizophrenie der ‘Doppelbindung’ oder Beziehungsfalle, Magersucht dem Perfektionszwang, dem sie Mädchen unterwarfen. Geringe Selbstachtung wurde ‘toxischen Eltern’ zugeschrieben und jedes andere Problem ‘dysfunktionalen Familien’. “
Man darf hinzufügen, daß die Freudianer kaum eine Idiotie ausließen. Aus der Herde brachen wenige Autoren aus, die sich mit der Frage beschäftigten, warum Kinder in der gleichen Familie so unterschiedlich seien (Robert Plomin, Denise Daniels, Thomas Bouchard, Sandra Scarr, David Lykken, David Rowe, Judith Rich Harris etc.) An sie schließt auch Pinker in seiner breit angelegten Untersuchung an. Man kann dem Buch nur viele Leser wünschen.
Aber in der Wissenschaft wie überall sonst auch regieren Moden. Pinkers Wirkung im großen Publikum ist beachtlich, aber seine Beachtung in den Medien dürfte vor allem mit seinem attraktiven Aussehen und seinem gewandten Auftreten zu tun haben. Daher muß man nicht nur den Hochintelligenten in der Wissenschaft mißtrauen, sondern auch denjenigen, die von den Medien ausgesucht und als Wissenschaftler präsentiert werden. Alle Wissenschaft, nicht nur die Müllwissenschaft der Behavioristen und Freudianer, bedarf der peniblen Plausibilitätsprüfung und der anhaltender Skepsis. Politikern und Wissenschaftlern darf man nichts ohne Doppelprüfung abnehmen. Im Zweifelsfall, also im Normalfall, die nächsten zwanzig Studien zum Thema abwarten.