Mittwoch, 12. Juni 2013

Sinn noch nicht in Sicht








Simon Eickhoff vom Jülicher Institut für Neurowiss. und Medizin sprach an der TU Dortmund (Koll. “Biologie und Gesellschaft”) über “Von Fasern zu Gefühlen”.
Aus seiner Inhaltsangabe:
“... So selbstverständlich beide Aspekte, biologische Struktur und mentale Leistungen erscheinen, so waren sie doch in der gesellschaftlichen wie wissenschaftlichen Betrachtung der letzten Jahrzehnte oft getrennt. Das Denken und Fühlen lag vor allem in der Domäne der Psychologie, während sich die Anatomie mit dem Feinbau des Gehirns beschäftigte.
Gerade über die neuen Möglichkeiten der funktionellen Bildgebung haben sich beide Perspektiven in den letzten Jahren wieder stark aufeinander zu bewegt. Und so ist es ein zentrales Anliegen der heutigen neurowissenschaftlichen Forschung, den Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion des Gehirns besser zu verstehen. … Dieser Vortrag bietet einen Einblick in die moderne Hirnforschung und soll dabei Antworten auf folgende Fragen liefern: Wie lassen sich die Struktur, Funktion und Interaktion im menschlichen Gehirn untersuchen? Worüber lassen sich heute schon Aussagen treffen? Wo liegen weitere Perspektiven einer integrierten Betrachtung des Organs Gehirn und seiner Leistungen?”     

Zur Bedeutung seiner Arbeitsrichtung präsentierte Eickhoff eine eindrucksvolle Statistik über die Krankheiten, die die Lebenszeit beschweren und verkürzen:
1. Depression  2. Alkoholabhängigkeit  3. Osteoarthritis  4. Demenz  5. Schizophrenie 6. Bipolare Erkrankungen  7. Schlaganfall  8.Lungenleiden  9. Unfälle  10. Diabetes    

Nach der gängigen Empfehlung sollte man ja nur den Statistiken Glauben schenken, die man selbst manipuliert hat. Zudem sind die Diagnosen im psychiatrischen Bereich wesentlich weicher als in der Physiologie. Trotzdem kann man nachvollziehen, daß sich in einer Wohlstandsgesellschaft, die den Hunger überwunden hat, verstärkt psychische Probleme in den Blick geraten. Besonders, wenn man dafür Forschungsgelder bekommt und teure Geräte wie die MagnetResonanzTomographen. (Die sollen bei Kindern Krebs auslösen, hat irgendeine Alarmistentruppe behauptet, da schließt sich die nächste Forschungsaufgabe an.) Per MRT können aber Eickhoff uns seine Mitarbeiter die Feinauflösung der Bildgebung bei der Hirnanatomie in bisher nicht erreichte Dimensionen treiben und die Axone, die Verschaltung der Hirnareale präziser erfassen. Das hat sicher seinen guten Sinn, und wenn man auch nicht die Sinnebene betreten kann, so doch, in Kombination mit Testverfahren, die Aktivität des Gefühlshirns (Amygdala) bei verschiedenen dargebotenen Reizen.

Vielleicht läßt sich auf diese Weise zukünftig manche problematische Diagnose im breitbandigen Bereich der Depressionen und Schizophrenien genauer stellen. Die Psychologie wird jedoch dadurch nicht wesentlich entlastet. Sie arbeitet feiner und billiger. Bei Alzheimer und Demenzen könnten indes größere Ergebnisse erwartet werden, die nur durch den Blick in den Kopf erreichbar sind.  

Dienstag, 11. Juni 2013

2x Transparenz







Ob da nicht nichtdeklarierte Euros eingenäht sind? Verdächtige Unterhose.



Seit Jahren kontrolliert der deutsche Zoll vor der Schweizer Grenze in der Bahn und auf der Autobahn Reisende auf Bargeldbeträge über 10.000 Euro. Das Gleiche tut er vor der Luxemburger Grenze. Besonders die Fahrer größerer Autos dürfen sich öfters bis auf die Unterhose ausziehen, beim Auto wird alles peinlich untersucht bis auf die Radkappen. Es handelt sich dabei nicht um gewaltbereite Verbrecher, sondern um normale, meist ältere  Reisende jenseits der 60, die einen wohlhabenden Eindruck machen. Darunter sind auch Steuerverkürzer und Steuerhinterzieher. Harmlos, unbewaffnet, ohne Bomben. Man mag diese Fahndung begrüßen oder für übertrieben halten - in jedem Fall geht es nicht um die Bedrohung, Verstümmelung oder Ermordung von Menschen. In der FAZ wurde über diese Zollmethoden berichtet, nicht aber in den großen Massenmedien. Heute berichtet der DLF erstmalig darüber. Allerdings in einer Art und Weise, die als Hofberichterstattung für den Zoll gelten kann.


Ein amerikanischer Inlandsgeheimdienst hat den Datenverkehr des Internets auf verdächtige Merkmale hin überwacht. Weltweit. Wer hätte das gedacht! Sie haben nicht die Kristallkugel befragt. Genau das haben sie getan, wofür sie bezahlt werden. Nach vielen Anschlägen mit vielen Toten und Verstümmelten überall auf der Welt. Es geht also um Schwerstverbrecher. Es geht darum, Massenkiller wie die Hamburger Studenten um das Mordkommando Atta frühzeitig zu erkennen und unschädlich zu machen.


Während das Ausziehen von vermuteten Steuerverkürzern eine anerkennende Reportage bekommt, giften der DLF und die Medien vom Focus bis zur unsäglichen taz gegen die Schwerstverbrechersuche der Amerikaner. Haben diese Journalisten die furchtbaren Massenanschläge in Madrid und London schon vergessen? Wohl kaum, denn jüngst wurde in London auf offener Straße ein Militärmusiker in Zivil von zwei Islamisten überfallen, mit dem Fleischerbeil zerhackt und dann enthauptet. Von der Zerhackung und Enthauptung war in den deutschen Kanälen nichts zu hören. Dazu mußte man, wie bei den Nazis, Auslandssender hören. Ob sich die taz sogar klammheimlich gefreut hat? Als der Bundesanwalt Buback mit seinem Fahrer von linken Terroristen ermordet worden war, wurde an der Göttinger Uni ein anonymes Flugblatt mit “klammheimlicher Freude” verteilt.
“2001 gab sich der Literaturwissenschaftler und Deutschlehrer Klaus Hülbrock gegenüber der taz als der Göttinger Mescalero zu erkennen und wies darauf hin, dass er 1999 einen Brief an Michael Buback, den Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, geschrieben habe. Darin habe er zum Ausdruck gebracht, schrieb Hülbrock in einem offenen Brief 2001, dass ihm seine Worte von 1977 ‘heute weh tun.’” (Wikip.)

Der Buback-Mord der RAF konnte nicht nur nicht verhindert werden, er wurde auch bis auf den heutigen Tag nicht aufgeklärt.

Montag, 10. Juni 2013

Männlich - weiblich








Sex hat punktuell die bekannte Reproduktionsaufgabe, ebenfalls wichtig aber in der Zeit ist die Rolle des sozialen Kitts. Zudem sind Männer und Frauen so verschieden, daß erst einmal die trennende Kluft durch ein spezielles neurobiologisches Attraktions-Programm überwunden werden muß. 
"Die weltweit meisten Ehen, die geschieden werden, haben bis dahin - bei Yanomami-Indianern wie bei Ackerbauern oder Industrievölkern - etwa vier Jahre gehalten." 
(Wickler/Seibt, Männlich, weiblich; 1983, S. 157) 
In den Industrieländern hält sie durchschnittlich etwas länger, 7 Jahre. Diese für die meisten  Säugetiere recht lange Zeit soll das Paar zusammenbleiben, damit die Kinder möglichst behütet aufwachsen und aus dem Gröbsten heraus sind. Wozu auch die Sexualität dient. Sie fördert somit die genetische Fitness doppelt.

Volker Sommer u.a. hat zur Biologie des Sozial- und Sexualverhaltens etwa hundert Beiträge verfaßt, speziell auch “Wider die Natur? Homosexualität und Evolution. München 1990”. Genetisch stark festgelegt ist natürlich die körperliche Architektur der Geschlechter, aber auch die mit einer Schwankungsbreite bei großem Androgeneinfluß (angeborene Nebennierenrindenhyperplasie bei weiblichen Föten).
Kodiert ist bei den Primaten eine gewisse Offenheit der Geschlechtsorientierung, die man etwa bei Thomas Mann beobachten kann. Eine strikte homosexuelle Ausrichtung wie bei seinem Sohn Klaus dürfte aber nicht nur durch ein väterliches Erbe allein, sondern zusätzlich, so die Hypothese, durch hormonellen Einfluß während der Schwangerschaft entstehen. Zu den eindimensional Homosexuellen zählt auch Friedrich II. von Preußen, wie nicht nur Voltaire verrät.
Der Neurobiologe Jean-Didier Vincent widmet in seiner endokrinolischen Monographie “Biologie des Begehrens” auch der Homosexualität ein paar Seiten und bemerkt u.a.: 
“Merkmal des männlichen Homosexuellen ist beispielsweise oft ein Übermaß an Maskulinität und nicht umgekehrt. So verstärkt eine Testosteroninjektion die homosexuellen Antriebe. Die männliche Homosexualität präsentiert sich häufig als eine Übertreibung der Virilität …” (Vincent, S. 346) 
Daher scheinen homosexuelle Partnerschaften auch recht kurzlebig zu sein. Zusätzlich spielen aber, so die Vermutung, auch prägeähnliche Lerneinflüsse bei der Entstehung einer strikten Homosexualität eine Rolle. Letzteres spräche meines Erachtens nicht für ein Adoptionsrecht bei homosexuellen Paaren.

Sonntag, 9. Juni 2013

Die Untoten









Zauberisch hält am längsten

(Bild: Juan de Juanes/Wiki.)


Die Untoten
Ein Meilenstein in der Geschichte der Zivilisation dürfte die Abschaffung des Blutopfers durch den altgriechischen Rationalismus gewesen sein. Ja, das Opfer als solches findet bei den bekannten Namen der antiken Philosophie gar keine Erwähnung mehr. Da die antike Mittelmeerwelt eine griechisch geprägte Sphäre war und griechisch sprach, wurden auch die Juden von der griechischen Kultur stark beeinflußt. Ihren Messiasglauben gaben sie zwar nicht auf, aber sie reformierten den blutigen Mose-Blödsinn einschneidend. Die Figur des Jesus Christus schaffte mit seiner Legende des Opfertodes für alle Menschen als dem letzten Blutopfer dasselbige ab. Zu seinem Gedächtnis sollen seine Gläubigen die magische Symbolhandlung der Eucharistie, der Danksagung, unblutig feiern. Wein und Brot ersetzen darin Blut und Fleisch. Die Magie liegt in der Transsubstantiation, weil nach katholischer Auffassung in der Wandlung sich der Wein in Blut und das Brot in Fleisch verwandeln. Luther hat diese Zauberei dann beendet und nur das Symbol bestehen lassen. Das hält allerdings die katholische Kirche auch heutzutage nicht davon ab, einen “Eucharistiekongreß” im Zeichen des Frühen, der primitiven Zauberei, in Köln abzuhalten.
Gleichzeitig feiert in Bochum eine andere Untote, die SPD, ihre Gründung vor 150 Jahren. Über diese paar Jährchen kann Kardinal Meisner natürlich nur lachen. Zauberei hält länger durch. Da kann der Zirkus Roncalli mit seinem 40jährigen Bestehen guten Mutes sein.  

Samstag, 8. Juni 2013

Skandalzins




Carl Duisberg, Bandwirker-Sohn aus Barmen (1861-1935),  langjähriger Chef der Friedrich Bayer AG.

(Bild: Perscheid/Wiki.) 







Einige Händler scheinen den London-Interbanken-Zins (Libor) ein wenig manipuliert zu haben. Das wird man klären. Aber ob 0,1% nach oben oder unten - stets haben Kunden davon profitiert.


Nun manipuliert die EZB, die europäische Zentralbank, seit Jahren in aller Öffentlichkeit den Zins - nach unten. Die darf das sogar, wie alle Zentralbanken. Wem nützt das? Den Sparern und Versicherungsnehmern schadet es. Sie bekommen weniger Zinsen. Derzeit zahlen (!) sie sogar für ihre Guthaben, denn der Zins liegt unter der Inflation. Den Kreditnehmern nützt dieser niedrige EZB-Zins von derzeit 0,5% natürlich, allen voran dem größten Kreditnehmer, den Finanzministern in Bund und Ländern. Die Begründung für niedrige Zinsen liegt darin, die Unternehmen mit billigem Geld zu versorgen, damit sie etwas unternehmen, das den Unternehmenmitgliedern Einkommen schafft. In der Summe erzeugt das Wirtschaftswachstum. Das liegt derzeit bei 0,3%, trotz der langjährig niedrigen Zinsen. Saufen müssen die Pferde selber, sagte Karl Schiller dazu seinerzeit, wir können nur die Liquidität in den Trog füllen. Die Pferde? Damit sind die Unternehmen gemeint. Die heißen so, weil Unternehmer etwas mit ihnen unternehmen. Die Unternehmer sollen saufen, sollen mit den billigen Krediten etwas anfangen. 
Warum tun sie es nur wenig? Dafür sind zahlreiche Faktoren verantwortlich. Allgemeine wie spezielle. Die pausenlose Anti-Unternehmerpropaganda in den Schulen und den öffentlichen Sendern als “Antikapitalismus” ist sicher ein wirksamer psychologischer Faktor, warum im deutschen Lande die Unternehmer nicht mehr wie Pilze aus dem Boden schießen und schon das Wort einen negativen Beiklang besitzt. Dazu kommen strikt anti-unternehmerische Beamtenparteien wie Grüne und SPD. Ihre Mitglieder stammen zu einem größeren Teil aus dem öffentlichen Dienst und erhalten auch viele Stimmen aus diesem Bereich, insbesondere auch von meinungsbildenden Beamten wie den Lehrern, die zu zwei Dritteln rotgrünen Unterricht machen. Strikt "antikapitalistisch. Diese Parteien, zu denen inzwischen auch weitgehend die CDU gehört, umstellen das Wirtschaftsleben mit Bürokratie, Behörden, Regulierungsgremien und Ethikräten, so daß die unternehmerische Stimmung nicht überschäumt. In sehr wichtigen, zukunftsträchtigen Bereichen wie der Biotechnik haben inzwischen die Firmen fast alle Arbeitsplätze ins Ausland verlagert oder eingestellt wie jüngst Monsanto. Dagegen fließen Milliarden an Subventionen in drittklassige Projekte wie unwirtschaftliche Stromerzeugung durch Windmonster und Solarbretter. 
Wirtschaft sei zu 50% Psychologie, meinte Erhard seinerzeit. Ein niedriger Leitzins kann diese Gesamtstimmungslage und die Respektierung von Unternehmern nicht ersetzen. Auf die kommt es aber an. Wirtschaftsprofessoren, gar Lehrer schaffen keine Arbeitsplätze.