Donnerstag, 4. September 2014

Unter dem Schutz der russischen Waffen




Drei Stadien der russischen Eroberungen seit 1500-1700, die Krim und Ostpreußen kommen später, nach der Devise Alexanders des Groben: Wir erobern uns noch ein paar Länder (gekennzeichnet durch drei Grünvarianten; Quelle: Wikipedia) 



Sie lassen die Ebola-Toten einfach auf der Straße liegen, klagte eine medizinische Hilfsorganisation. Das ist eben die Naturauffassung in solchen Gesellschaften, es hänge, so die magische Vorstellung, alles miteinander zusammen, die Bäume, der Wind, die Dämonen und die Hexen, die hinter manchem Unheil stecken. Es gibt keine distinkte und differenzierte Betrachtung von Phänomenen, nur ein pan-optisches Narrativ. Es gibt keinen zersetzenden Geist, keine Anatomie, die alles zerschneidet. Glückliche Gesellschaft des Heilen, Ganzen – unglückliche Gesellschaft, die nicht differenzieren und wissenschaftlich denken kann.

Jede Gesellschaft bildet über lange Zeit hinweg Denkungsweisen und Institutionen aus, die ihre Weltsicht repräsentierent und ihre Weltsicht formen und immer die Sozialisation der neuen, heranwachsenden Gesellschaftsmitglieder bestimmt. Hier bildet sich Heimat im weiteren Sinn. 

Bei den ganzheitlichen, nachhaltigen Vergesellungen handelt es sich meistenteils um kleine Gemeinschaften von Familienverbänden und Stämmen. Größere Gebilde werden von Kriegsherren gebildet, denen Vasallen dienen, die wiederum kleine Gemeinschaften beherrschen. Der Weg zur Nation dauert sehr lange und gelingt nur unter günstigen Voraussetzungen, zu denen eine gemeinsame Sprache und eine Dominanzkultur gehören. Nur militärisch beherrschte Räume zerfallen schnell wieder. Das zeigen die flüchtigen mongolischen Eroberungen im Unterschied zum langlebigen Römischen Reich.
Beim russischen Kolonialreich gibt es zwar die militärisch gestützte Dominanzkultur, doch fehlt die gemeinsame Sprache und die asiatischen Subkulturen weisen sehr große Unterschiede zur Moskauer orthodoxen Kultur auf. Die Neubelebung des russischen Nationalismus schärft diese Unterschiede und fördert die Abspaltung vor allem der mohammedanischen Kolonien.

Der nationalistische russische Komponist Borodin (1833-87) huldigte den zaristischen Eroberungen musikalisch in der „Steppenskizze aus Mittelasien für Orchester“ und schrieb dazu:

„In der einförmigen Steppe Mittel-Asiens erklingen die bisher fremden Töne eines friedlichen russischen Liedes. Aus der Ferne vernimmt man das Getrappel von Pferden und Kamelen und den eigentümlichen Klang einer morgenländischen Weise. Eine einheimische Karawane nähert sich. Unter dem Schutz der russischen Waffen zieht sie sicher und sorglos ihren weiten Weg durch die unermessliche Wüste. Weiter und weiter entfernt sie sich. Das Lied der Russen und die Weise der Asiaten verbinden sich zu einer gemeinsamen Harmonie, deren Widerhall sich nach und nach in den Lüften der Steppe verliert.“ (Wikipedia)


Ob die Kaukasus-Stämme für neue Töne dieser Art empfänglich sein werden? 





Mittwoch, 3. September 2014

Übrigens



Nach den islamistischen Siegen in Tunesien, Libyen, Gaza, Sudan und Ägypten - Sunniten, Sunniten, Sunniten - sollte man mit den Alewiten in Syrien auf die einzig friedliche Richtung des Islam setzen und Assad als reale Möglichkeit unterstützen. In allen islamischen Ländern gibt es keine Wurzeln für individuelle Freiheit und Bürgerrechte. Mehr als halbwegs moderate Diktatoren sind nicht verfügbar, das lehren die letzten Jahre. Jederzeit drohen aber sunnitische Mördermilizen überall.

















Dienstag, 2. September 2014

Deutschlandfunk, bunte Gewerkschaftssendung














DLF, Wirtschaftsmagazin 2.9.14, Themen: Autos, Börsenkurzbericht, UBER, Detroit-Stadtverwaltung .

"Wirtschaft am Mittag

Börsengespräch, darin: Automarkt im Sog der Ukraine-Krise?

Freude bei Berliner Taxifahrern - verbotener Fahrdienst Uber in der Hauptstadt besonders umstritten

Pleitestadt Detroit - Verfahren über Sanierungsplan der US-Autometropole beginnt

Wirtschaftsnachrichten

Straßensperren und gekappte Flugverbindungen - wirtschaftliche Folgen der Ebola-Epidemie in Westafrika

Wirtschaftspresseschau, darin: Haushaltsüberschuss"
Das stellen sich die Wirtschaftsredakteure des Deutschlandfunks unter einem Wirtschaftsmagazin vor. Ich würde es unter "Deutschland und die Welt" rubrizieren. Und als Informationsverweigerung in Sachen Konjunktur, Unternehmen, Wirtschaftspolitik und Finanzmärkte.
Geradezu übel sind die Angriffe gegen UBER; offenbar soll jemand Anzeige erstatten, und der DLF-Reporter würde dann gegen UBER aussagen.  
Langjähriges Fazit: Im deutschen Radio und Fernsehen gibt es keine qualitativ ernstzunehmende Wirtschaftsinformation. Die bieten nur noch die Zeitungen, etwa FAZ und NZZ.  


Montag, 1. September 2014

Eine Galionsfigur mit Medienpräsenz braucht die Mediendemokratie




Die Fahnen hoch - das Leipziger Stadion 1965 – waren das Zeiten in Sachsen 



Holger Zastrow ist ein Politiker von der Art, wie sie Sachsen gut bekommen sind: Biedenkopf und Milbradt. Marktwirtschaftlich denkend und kein Feind von Technik. Dabei zeigt Zastrow keine Allüren, wie Biedenkopf alias „König Kurt“ sie besaß. Sein Engagement und seine nüchterne Politik wurden bei der letzten Landtagswahl 2009 mit 10% belohnt, und die FDP bildete mit dem netten Tillich der CDU eine Regierung. Zastrow wollte jedoch nicht stellvertretender Ministerpräsident werden, sondern blieb, mit Hinweis auf die Belastung durch seine Werbeagentur, Fraktionsvorsitzender. Der Sparfuchs Sven Morlok rückte statt Zastrow ins Kabinett Tillich ein und bekleidete, sehr ordentlich, das Amt des Wirtschaftsministers. Möglicherweise liegt hier ein wichtiger Grund für den Stimmenverlust von 6,2% auf 3,8% der sächsischen FDP in der gestrigen Wahl. Zudem bot die AfD mit ihrer Kandidatin Frauke Petry eine sehr attraktive Alternative.
Dabei hätte es für beide liberale Parteien gereicht, denn die AfD errang mit 9,7% einen üppigen Sieg. Eine Dreier-Koalition wäre denkbar gewesen.

Jetzt scheint die FDP bundesweit tatsächlich am Ende zu sein. Der marktwirtschaftliche Markenkern wird nur noch in der sächsischen FDP gepflegt, aber das reichte nicht, um deutlich besser als die Bundes-FDP abzuschneiden. Eine traurige Geschichte.

Schon seit der letzten Bundestagswahl gibt es im Bundestag keine ordnungspolitische Stimme mehr, nur noch Umverteilungsparteien, die ständig auf neue Möglichkeiten sinnen, Geld zu verplempern. Ob das sächsische Signal des Wahlsiegs der marktwirtschaftlich  gesonnenen AfD die Berliner Sozialtanten im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl beeindrucken wird? Man wird sehen.

Sonntag, 31. August 2014

Wohin des Wegs? Nach oben!












Nein, das ist nicht Federica Mogherini. Aber diese Schnecke ähnelt ihr in ihrer Farbigkeit und in ihrem Drang nach oben. 
Die Schnecke hat es schon auf 1,80m geschafft, Mogherini, obwohl noch nicht lange aus der Schule mit ihren 41 Jahren, an die Spitze der EU-Außenabteilung. Sie hat ihre Politik-Diplomarbeit über das „Verhältnis von Religion und Politik im Islam“ geschrieben und war Jungsozialisten-Vorsitzende. Und drei Monate italienische Außenministerin. Ein beeindruckender Fähigkeitsnachweis!
Da hat sie wohl das Ewigweibliche hinangezogen.


Ein anderes Format stellt der neue Ratspräsident Tusk dar, der als polnischer Ministerpräsident durchaus überzeugte. Diese Besetzung mindert den Schaden, den Posten eines Außenbeauftragten mit dem Lehrling Mogherini nach Männlich-Weiblich-Proporz besetzt zu haben. Überzeugend ist diese Besetzungspolitik trotzdem nicht.