Freitag, 14. November 2014

Lebenserfahrung und Wissenschaft





Das Buch der Irrtümer







Lebenserfahrung ersetzt keine Wissenschaft”, meint Jochen Zenthöfer in seiner Besprechung der Festschrift zu Ehren des Berliner Ökonomen und Juristen Christian Kirchner (F.A.Z., 10.11.2014). Schon weil die Wissenschaft eine die Jahrhunderte übergreifende Sammlung darstellt, kann sie nicht durch Lebenserfahrung einer einzelnen Person ersetzt werden. Doch gilt auch umgekehrt, und besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften, daß eine reflektierte Lebenserfahrung durch Wissenschaft nicht ersetzt werden kann.
Derzeit geht die weltweit größte Gefahr für Wohlstand und Freiheit von einem großen Netzwerk von Physikern aus, die ihre Wissenschaft für abenteuerliche Klimaprognosen mißbrauchen und sich als globale Gouvernanten etabliert haben.
Die Lebenserfahrung lehrt aber, zu allen Bereichen eine gewisse Distanz zu pflegen, denn kein Bereich besitzt ein privilegiertes Erkenntnisvermögen, und die einzelnen Wissenschaftler folgen höchst unterschiedlichen Motiven, wie der Fall des hochbegabten Physikers Hinderk Schön zeigt; seine namhaften wissenschaftlichen Ko-Autoren hatten die Fälschungen nicht erkannt. Ein ähnlicher Fall scheint bei dem Düsseldorfer Kardiologen Bodo-Eckehard Strauer  vorzuliegen. Je spezialisierter die einzelnen Wissenschaftszweige werden, desto schwieriger wird die Beurteilung auch für die Fachkollegen. Die Zeitnot tut ein übriges.
Die Lebenserfahrung wird in diesem Zusammenhang sogar wichtiger, denn sie verfährt bei einer Beurteilung holistisch und intuitiv, wobei auch die Persönlichkeitspsychologie eine Nebenrolle spielen kann bzw. sollte. Irrtümer sind natürlich immer möglich, auf allen Seiten.





Donnerstag, 13. November 2014

Auch Gaddafis Lybien führte den Vorsitz im sog. Menschenrechtsrat




Im eigentlichen Palästina, in Jordanien, wollte Arafat mit seiner PLO 1970 im Schwarzen September die Macht übernehmen, aber König Hussein vertrieb die Gangster. Arafat versuchte hier auf der Konferenz der Arabischen Liga Nasser und Feisal auf seine Seite zu ziehen.

(Foto: Wiki.)


Am 13. November 1974 ließ die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen Mann mit Pistolenhalfter an das Rednerpult: Jassir Arafat durfte wie ein Staatsvertreter auftreten. Der Mitbegründer und Anführer der “Palästinensischen Befreiungsorganisation” PLO bekam sogar stürmischen Applaus.
Ja, die UNO war immer eine dubiose Adresse, schon bevor der Politgangster auftrat, ganz besonders ihr “Menschenrechtsrat”, in dem die Vertreter von Diktaturen und der Schariah, wie in der Vollversammlung, die Mehrheit besitzen. Die Lieblingsbeschäftigung des Rates besteht darin, Israel anzugreifen, und derzeit geschieht dies erneut. Netanjahu läßt die Delegation des Rates aber nicht einreisen, und daran tut er gut. Warum sollte er den Parteigängern der Fatah und der Hamas, den geschworenen Feinden Israels, entgegenkommen?




Mittwoch, 12. November 2014

Ils sont fou, ces Allemands!


In Japan gingen gestern erneut zwei Kernreaktoren ans Netz. 
Heute wird gemeldet, daß Rußland im Iran 8 neue Kernkraftblöcke bauen wird.
Nur in Deutschland, wo die sichersten Kernkraftwerke stehen, dort ... 















Dienstag, 11. November 2014

Ein Mann mit Vergangenheit


Der Herr Enzensberger aus gutem Hause lebt immer noch. Jahrgang 1929. Und zum Geburtstag hat der Deutschlandfunk seine beiden jüngsten Bücher "Sanftes Monster Brüssel" und "Tumult" besprochen, die EU-Kritik weniger gut als seine autobiographischen Erinnerungen. Zu recht fragt Enzensberger sich, was der linksradikale Brunnenvergifter von 1968, der er war, und der sehr viele der Jüngeren beeinflußt hat, damals gedacht hat. Aber er läßt sich gut dabei wegkommen, er war ja nur dabei als Schreibtischtäter, er hat nicht geschossen, wie seine Freundin Ulrike Meinhof, die nach der blutigen Baader-Befreiung bei ihm auftauchte und Unterschlupf erheischte. Da war er dann mal weg, er war Agitator, kein Schütze.

Immerhin läßt Hans Magnus den Leser einiges wissen, das ist schon etwas. Eine Spur Bedauern mag auch bei dem aalglatten Senior anklingen, wenn er seine schonungsvolle Selbstbefragung "Den Verschwundenen" widmet. An deren Verschwinden - den Baader-Meinhof-Banditen wie den vielen irregeführten Gescheiterten - hatte Enzensberger seinen Schreibtischtäteranteil.














Montag, 10. November 2014

Ende eines Frühlings - Prag 1968 (1/5) /// WD: Urbi et Gorbi! Keine Feier ohne Gorbi in Urbi. Hat Gorbatschow das verdient? Ja und nein. Anders als der Top-Terrorist Breschnew ließ er keine Panzer in den russischen Kolonien rollen. In Prag 1968, als der KP-Chef Dubcek ganz geringfügige Lockerungen der KP-Knechtung durchführte, rollten die russischen Panzer, dahinter die der Diktatoren Honecker und Gomulka. Da war Gorbi noch KP-Sekretär in Stawropol. Und schwieg zur Invasion in die Tschechei. Am 13.12.81 ließ der polnische KP-Diktator Jaruzelski die Panzer gegen die SOLIDARNOSZ rollen. Er sagte später, daß er von Moskau dazu gezwungen worden sei, andernfalls wären die russischen Panzer nach Warschau gerollt. Gorbi schwieg dazu. Auch heute noch. Obwohl er keine Party ausläßt und gerne viel redet. Gestern sprach er sogar öffentlich in Berlin. Die USA und Deutschland und die Nato-Staaten hätten versprochen, die NATO nicht zu erweitern, und ähnlichen Unsinn. Das Verteidigungsbündnis NATO, in dem Rußland eine 80 Mann starke Vertretung unterhält - die größte - besitzt keinerlei Ähnlichkeit mit dem kollabierten "Warschauer Pakt", in den die osteuropäischen Länder per Befehl an die untergebenen KPs hineingezwungen wurden. Der NATO kann jedes Land beitreten, oder sie verlassen, wie es selbst will. Der "Warschauer Pakt" war die militärische Herrschaftszentrale Moskaus. Wurde nicht auf das Wort der KPdSU gehorcht, wie in Prag, schickte Moskau die Panzer los. Dazu hätte der Gorbi etwas sagen können, er tat es nicht. 1989, nach fast zehn Jahren Kampf der SOLIDARNOSZ gegen die kommunistische Unterdrückung, unterstützt durch die katholische Kirche und ihren polnischen Papst, befand sich die polnische KP völlig in der Defensive, ihre eigenen Mitglieder stützten die Führung nicht mehr. Am 4.6.1989 willigte denn die polnische KP am "Runden Tisch" unter dem Druck eines drohenden Aufstands in teilweise freie Wahlen ein. Das Ende war nah. 1990 löste sich die polnische KP auf. In diesem Szenario war der Kommunist Gorbatschow ein Getriebener. Völlig geschwächt durch die Zentralverwaltungswirtschaft stand Gorbi mit dem Rücken zur Wand. Er machte daraus das Beste, was möglich war. Er verkaufte den überfälligen Abzug der russischen Armeen aus seinen osteuropäischen Kolonien als politische Heldentat. Das war so geschickt, wie es verlogen war. Rußland hat inzwischen durch die Aufgabe der kommunistischen Wirtschaftsweise viel gewonnen. Darauf kann Gorbatschow verweisen. Wenn er heute den nationalistischen Autokraten Putin lobt, der diese Errungenschaften an Wohlstand und Bürgerrechten seit Jahren zurückdreht, dann ist das höchst armselig. Der Mann demontiert sich durch seinen Schulterschluß mit Putin selbst. Ein elender Rest der KPdSU.