Mittwoch, 2. Juni 2021

Das hätten wir von Ötzi nicht gedacht!

 





Diese Arterie ist ziemlich verstopft. Lebenslang Rotwein hilft - ich glaub dran (die Sies-Gruppe  hat's gesagt)(allerdings nur in großen Mengen! Dann tötet der Alkohol.) 

Polyphenole - speziell das Resveratrol - halten die Gefäßinnenwände sauberer.  


(Bild: Alex / Wiki.)


Carsten Pusch, Paläogenetiker jüngeren Datums, lockerer Plauderer und Alice-Cooper-Freund, hat Tut-Anch-Amun inspiziert, die Medici und den Ötzi.  


Ja, die Pharaonen pflegten die Vollgeschwisterehe mit entsprechenden Defekten, die die Blutreinheit so mit sich bringt. Die Medici litten an Karies, ohne die MILCHSCHNITTE und MILKA. Und Ötzi, dem der Genuß von Hamburgern bei McDonalds lebenslang versagt blieb und der ein strammer, schlanker Südtiroler mit viel Bewegung und ohne Bauch war - der litt an Arteriosklerose wie Franz Fett, der Dauerfernseher.  


Das sind interessante Befunde! 

Wie läßt sich erklären, daß der Reinhold-Messner-Vorfahre ein Couch-Potatoe-Innenleben hatte? Pusch versuchte es mit der Borreliose, es gebe da Hinweise, daß sie die Arteriosklerose verstärke. Ja, Hinweise gibt es immer, leider in alle Himmelsrichtungen. Auf jeder Stinkstengelpackung steht, daß Rauchen tödlich sein könne. Trotzdem leben die Dauerraucher von der Sorte Helmut Schmidt mit 90 Jahren immer noch, bewegungsarm und im Rollstuhl, aber kettenrauchend. Ob der pathologische Befund bei Schmidt auch noch mindere Arteriosklerose erweisen würde? Es wurde leider nicht obduziert. Ich glaube ja an Sport und Bewegung, an Dauerlauf. Aber die Zeichen verdichten sich, daß die genetische Veranlagung ausschlaggebend ist, bei Keith Richards und Frank Zappa, bei Hawking und bei Schmidt. Und daß im Ansatz der Vergleichsgruppen-Untersuchungen ein systematischer Fehler stecken muß. 

Aber das Studium der Vergangenheit erweist sich einmal mehr dem theoretischen Denken überlegen. Ein guter Befund. 


Dienstag, 1. Juni 2021

2.7.1890 Antisklavereikonferenz in Brüssel

Der europäische Kolonialismus beendet die arabischen Sklavenraubzüge in Zentralafrika, die mit einheimischen Hilfstruppen durchgeführt wurden.

Heinrich Brode, Tippu Tip, Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten, Nach seinen eigenen Angaben erstellt, Bln. 1905
https://archive.org/details/tipputiplebensb00brodgoog/page/n171/mode/2up?view=theater

Montag, 31. Mai 2021

Der Pastorensohn in Sansibar


 

Heinrich Brode, Tippu Tip, Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten, Nach seinen eigenen Angaben erstellt, Bln. 1905

„Waren die Eingeborenen kriegerisch und auf die eigene Stärke nicht genügend Verlaß … so konnte der Reisende bei diplomatischem Vorgehen in friedlichem Handel den unerfahrenen Wilden das kostbare Elfenbein … um ein Billiges ablocken, konnte auch für wenige Stücke bunten Tuchs eine ganze Herde Sklaven einhandeln: waren die Bewohner hingegen schwach, so schlug man ein kürzeres Verfahren ein. Man überfiel friedliche Dörfer, plünderte sie aus und nahm die Eingeborenen, deren man habhaft werden konnte, als Sklaven mit sich. Auf diese Weise wird mancher Araber, der arm auszog, begütert in die Heimat zurückgekehrt sein und dort durch Erzählungen … die Kunde verbreitet haben, daß man in Ostafrika mit einigem Wagemut in kurzer Zeit ein ein reicher Mann werden kann.“* 

In solchen Umständen wurde Hamed bin Muhamed, mit Beinamen Tippu Tip, auf Sansibar groß und dann reich. Mit 16 trat er seine erste Handelsreise nach Ostafrika an. 

Der Pastorensohn und Diplomat Brode aus Sachsen war nicht nur neugierig auf Afrika, er schrieb in dieser Biographie des Tippu Tip auch auf, was einigen Aufschluß gibt über diese Zeit in Ostafrika. 

Warum er im Großen Brockhaus keine Erwähnung findet, ist rätselhaft.  






Sonntag, 30. Mai 2021

Klimaschau #41: Keine Kinder wegen Klimawandel

Große Namen der Physik - Freeman Dyson, Fred S. Singer, William Happer u.a. - waren bzw. sind der Überzeugung, daß CO2 kein Problem darstellt.

Dieses Gedicht kannten wir noch nicht

 Rudyard Kipling, The White Man's Burden (1899)

Die Bürde des Weißen Mannes

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – 

schickt die Besten aus, die ihr erzieht – 

Bannt eure Söhne ins Exil den Bedürfnissen euerer Gefangenen zu dienen; 

in schwerem Geschirre aufzuwarten verschreckten wilden Leuten – 

euren neugefangenen verdrossenen Völkern, 

halb Teufel und halb Kind. 

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – 

geduldig auszuharren um Schreckensdrohung zu verhüllen und anmaßenden Stolz zu zügeln; 

durch offenes und schlichtes Reden, hundertmal klar dargelegt, 

eines anderen Vorteil zu suchen und eines anderen Gewinn zu bewirken. 

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – die wüsten Kriege des Friedens – füllt den Mund des Hungers und gebietet der Krankheit Einhalt; und wenn euer Ziel ganz nah ist, das Ziel, das ihr für andere erstrebt habt, seht zu, wie Trägheit und heidnischer Wahn all eure Hoffnung zunichte machen. 

Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – kein Flitterkönigs-Herrschen, sondern die Plackerei von Knecht und Putzer – die Summe der gewöhnlichen Dinge.


Die Häfen, in die ihr nicht einlaufen dürft, 

die Straßen, die ihr nicht betreten werdet, 

geht, macht sie mit euren Lebenden 

und markiert sie mit euren Toten! 


Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – und erntet seinen alten Lohn: den Tadel derer, die ihr bessert, den Haß derer, die ihr hütet – 

den Schrei der vielen, die ihr lockt (ah, so langsam!) hin zum Licht: 

»warum habt ihr uns aus der Knechtschaft befreit, unserer geliebten ägyptischen Finsternis? 


Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – 

wagt nicht, euch nach Geringerem zu bücken – 

und beruft euch nicht zu lauf auf Freiheit, um euere Müdigkeit zu bemänteln; an allem, was ihr ruft oder flüstert, an allem, was ihr laßt oder tut werden die schweigsamen verdrossenen Völker euere Götter und euch messen. Ergreift die Bürde des Weißen Mannes – macht Schluß mit den Tagen der Kindheit – dem leicht dargebotenen Lorbeer, dem mühelosen unangefochtenen Lob. 

Nun kommt - eure Mannhaftigkeit zu suchen durch all die Jahre ohne Dank -, 

kalt-geschliffen von teuer erkaufter Weisheit 

das Urteil von Ebenbürtigen!


Erstveröffentlichung: 4.2.1899 London Times, 5.2. N.Y. Tribune & Sun

http://www.loske.org/html/school/history/c19/burden_full.pdf


Rudyard Kipling: *1865 Bombay, 1871 Schulbildung in England, 1882-89 als Journalist in Indien, 1891-6 in den USA, wo er die beiden Dschungelbücher schreibt, ab 1898 wiederholte Reisen in den Süden Afrikas, wo er u.a. mit C. Rhodes zusammentrifft, 1907 als erster engl. Schriftsteller den Nobelpreis, in späteren Jahren zunehmend kritischer gegenüber expansiven, imperialistischen Bestrebungen,U1936


Gov. (N.Y.) T. Roosevelt to Congressman H. Cabot Lodge, Jan. 12, 1899: "I send you an advance copy of a poem by Kipling which is rather poor poetry, but good sense from the expansionist standpoint." H. Cabot Lodge to T. Roosevelt, Jan. 14, 1899 "Thanks for the advance copy of Kipling's poem. I like it. I think it is better poetry than you say, apart from the sense of the verses.”


Spricht hier ein Christ? Oder ein Imperialist? Wohl beides. Der europäische Expansionismus war seit Columbus ein Kolonialismus, der dann Imperialismus wurde im Geist der Verbesserung der Welt. Von Cecil Rhodes bis Albert Schweitzer und den Eltern Hermann Hesses ist zudem ein protestantisches Element im Imperialismus unübersehbar. 

Das war natürlich zu kurz gedacht und idealistisch aufgeblasen.