Dienstag, 17. September 2013

Schade





Wie war das mit den von den Klimaklamaukern vorhergesagten langen, warmen Sommern? Der Sommer kam sehr spät dieses Jahr, wurde dann schön und ist seit ein paar Tagen offenbar vorbei. Schade.

Siehe zum Thema auch:  http://diekaltesonne.de/?p=12811

Montag, 16. September 2013

Horsti I.








Sind die Bayern auf einen König abonniert? Eine Führungsfigur, die deutlich über einer Partei steht und sie repräsentiert? Diesen Eindruck muß man gewinnen, wenn man das bayrische Wahlergebnis zum Landtag betrachtet. Bei der letzten Wahl war die CSU mit einer Doppelspitze angetreten, die den Parteikönig Steuber entmachtet hatte. Beckstein erreichte 2008 nur rund 43%, während der weggeschobene Steuber davor gut 60% erreicht hatte. Darauf wechselte der farbige Seehofer ein, der jetzt zwar kein Steuberergebnis einfuhr, aber doch wieder mit fast 48% die absolute Mehrheit gewann. Die FDP konnte mit ihrer linken Bayernvorsitzenden Leutheusser-Schnarrenberger nicht überzeugen, offenbar auch nicht der großstadtpopuläre Ude der in Bayern heimatlosen SPD. Freie Wähler, Grüne und FDP verloren, die AfD hatte nicht kandidiert; insgesamt gewann die CSU nicht die Mehrheit aller Wähler. Das Ergebnis vermag aber doch im Hinblick auf eine Machtkontrolle nicht zu begeistern.

Die FDP hat aber gezeigt, daß sie insgesamt mehr an Macht- und Postenbeteiligung interessiert ist, statt Kontrollfunktionen wahrzunehmen. Und da die CSU alles zu bieten hat von links bis halbrechts, gibt es auch in vordergründig guten Zeiten wie diesen keinen triftigen Grund, die CSU nicht zu wählen. Zumal sie eine Art “Heimatpartei” darstellt. Nach dem Zustrom protestantischer Vertriebener mit eisernem Aufbauwillen hat Bayern sich erfolgreich vom Hinterwäldlerland zum gewerbefleißigen, aber bodenständigen Industrieland gewandelt, das auch immer mehr Unternehmen anzog, die Angst vor den Sozialisten und ihren Lobbygruppen wie der IG Metall in anderen Bundesländern hatten. Auch Firmen aus Kalifornien wie Apple fanden die bayrische Mischung aus Barock, Lederhosen und Gewerbefreundlichkeit attraktiv und ließen sich im Münchner Großraum nieder. Dergleichen hat Nordrhein-Westfalen nicht zu bieten und auch andere Nordländer besitzen wenig eigenständiges Profil und Selbstbewußtsein.

Für die Bundestagswahlen sind ebenfalls zwei starke Faktoren wirksam: eine monarchische Figur an der Spitze und an der Oberfläche gute Zeiten ohne Wechselwunsch. Die CDU wird also die Bundestagswahl gewinnen, denn die SPD hat keinen herausragenden Kandidaten, sondern nur ein Trio infernale aus einem Wadenbeißer, einem linken Opportunisten und einer ganz linken Sekretärin. Da aber Merkel das SPD-Programm weitgehend kopiert hat, wird der SPD-Geist, wenn nicht in einer großen Koalition, so doch indirekt mitregieren. Auch im Falle einer Fortsetzung der Koalition mit der FDP, denn die FDP hat leider wenig mehr zu bieten als opportunistisches Abnicken der Merkel-Schäuble-Politik. Um Frank Schäffler herum gibt es nur noch Restbestände dessen, wofür Graf Lambsdorff einst stand. Es wäre sogar zu erwarten, daß der sozialdemokratisierte Kurs des Düsseldorfer FDP-Politikers Lindner weiteren Einfluß gewinnt. Den Grünen winkt ein ähnlich schwaches Ergebnis wie in Bayern, denn deren Programm hat Merkel ebenfalls kopiert, aber ohne deren kinderschänderfreundliche Vergangenheit und ohne deren bevormundende Arroganz.
Von gewissem Einfluß wird das Abschneiden der ALTERNATIVE für Deutschland sein. Gelänge ihr der Einzug ins Parlament, wäre sie die einzige Oppositionspartei ohne grünsozialdemokratisches Programm. Sie könnte als einzige Partei der ausufernden Rettungsschirm-Politik und einer weiteren Übertragung von Rechten an Brüssel entgegenarbeiten. Nur von der Alternative für Deutschland wäre auch, der Parteivorsitzende Lucke ist Ökonom, ein Umbau der Energiepolitik zu erwarten, der die Energieversorgung des Industriestandorts Deutschland nicht weiterhin leichtfertig aufs Spiel setzt.
Das Unmutpotential gegenüber der bisherigen sozialistischen Einheitspolitik im Bundestag ist groß. Mit Lucke verfügt die ALTERNATIVE auch über einen vorzeigbaren Kandidaten, der zwar Professor ist, aber nichts an sich hat, was Wadenbeißer Steinbrück als “professoral” angreifen kann. Und der mit seinen Vorstandskollegen für eine kenntnisreiche Sach-Politik steht. Die wirtschaftlich völlig kenntnislose Merkel muß sich ganz auf ihre Berater verlassen und kann nicht zu einem eigenen Urteil finden.    
Und, dies hat grundsätzliche Bedeutung, ein Schrittchen auf dem Weg zu mehr Bürgerbeteiligung während einer Legislaturperiode könnte gelingen. Kurs Schweiz.
Welche Regierung würde denn Goethe da empfehlen?
“Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren.”
(Goethe, Maximen und Reflexionen, 352)  
Man wird sehen.

Sonntag, 15. September 2013

160.000 Meilen hoch





Nicht so einfach, die Welt des Buddhismus! Wenigstens kann man die Eisenmauer, die alles umschließt, gut erkennen. In der Mitte der 4 Kontinente befindet sich der quadratische  Berg MERU, die Achse der Welt. Erstaunlich seine Höhe von 160.000 Meilen! Noch erstaunlicher, daß die Mönche das so gut ausrechnen konnten. Ohne Höhenmesser und Taschenrechner. Da hat wohl ein Gott aus der höchsten, der 4. Kategorie der formlosen Götter, wohlwollend mitgerechnet. Der Berg MERU wird umgeben von sieben quadratischen Gebirgen. Neben dem Kreis ist also auch der Rechte Winkel sehr beliebt in der buddhistischen Weltauffassung. Zwischen den Gebirgen befinden sich sieben Meere. Daher stammt vermutlich die Redewendung “Über sieben Brücken mußt du gehn”, denn der Gang auf dem Wasser selbst, wie ihn der Jude Jesus beherrschte, scheint in Bengalen und Tibet unbekannt gewesen zu sein. Zwischen Eisenmauer und dem äußersten Gebirge befindet sich das Salzmeer mit den 4 Kontinenten, die je zwei Nebenkontinente besitzen, in der Summe also 12 Kontinente.

Von den Kontinenten besaßen die Buddha-Meister Formwissen. Der Ostkontinent ist halbmondförmig, der Nordkontinent quadratisch, der im Westen rund und der im Süden trapezförmig. Welche Götter aus den 27 Klassen mögen diese geographischen Kenntnisse besessen haben? Vom bengalischen Tiefland aus war das nicht zu sehen, auch nicht vom hohen Tibet aus.
Wie dem auch sei, die Lehre und Dogmatik des Buddhismus hat die Zeiten unverändert überstanden, obwohl inzwischen auch in Tibet die tatsächliche Geographie bekannt ist, sonst käme der Dalai Lama nie nach Frankfurt oder Paris.
Religiöse Kunstlehren, so der Begriff Max Webers, gibt es viele, und religiöse Virtuosen (M. Weber) und säkulare Scharlatane ebenfalls. Wie wählen? Am besten findet jeder seine, von Epikuros und Epiktet beratene Weltanschauung selber. Wenn er aber ein der Religion bedürftiges Gemüt geerbt hat, dann sehe er sich auf den 5 oder 12 Kontinenten um, welche Religion zu welcher Lebensführung verhalf.

Einen Hinweis gibt der verdiente Mikrobiologe Werner Arber, der auf die Kompatibilität des 1. Buches Mose mit der modernen Wissenschaft hinweist. Nun ist Arber Chef der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und daher nicht ohne Vorliebe für die einschlägige christliche Kunstlehre. Aber über den Daumen gepeilt, muß man ihm zustimmen. Die Grundfiguren der Genesis lassen sich, nicht alle, mit wissenschaftlicher Perspektive verbinden. Daher also die Erfolge des Christentums in der Geschichte bis heute. Und in der Person Arbers läßt sich dann auch noch verstehen, welche Sorte Christentum besonders wissenschaftlich und ökonomisch erfolgreich war: Arber ist reformierter, calvinistischer Christ.

Die obige buddhistische Welt-Darstellung des Missionars A. A. Georgius aus seinem Werk “Alphabetum Tibetanum Missionum Apostolicarum commodo editum”, Rom 1767, sei auch heute noch gültig, so Klaus Sagaster, altgedienter Mongolist und Präsident der Internationalen Mongolistenvereinigung; er fügte sie der Tischvorlage bei zu seinem Vortrag “Das Weltbild des Buddhismus nach der tibetischen Lehrschrift ‘Die Erklärung dessen, was man wissen soll’ (Shes-bya rab-gsal, 1278) des Phags-pa Blo-gros rgyal-mtshan”, gehalten in Düsseldorf am 11.9.13.

Samstag, 14. September 2013

Hermann Hesse war angetan



Das Lebensrad, das Rad der Existenzen, die Wiederkehr des Immergleichen - umklammert von dem Dämon der Zeit

Es fällt auf, daß die abstrakte Denkfigur der Wiederholung stark mit dem konkreten Dämon kontrastiert.  
(Quelle: Wiki.)



“Immer noch, auch in der fernsten Versenkung, war er seines Vaters Sohn gewesen, war Brahmane gewesen, hohen Standes, ein Geistiger. Jetzt war er nur noch Siddartha, der Erwachte, sonst nichts mehr.” 
(Hesse, Siddartha, st S. 37)

Die Wendung gegen die Standesherkunft und gegen die Bedeutung der Herkunft gestaltet Hesse hier sehr deutlich.

So anschaulich ging es bei dem Lama Pagba nicht zu. Die religiöse Kunstlehre des Buddha war im 13. Jahrhundert bereits verwurstet worden zu kanonischen Büchern wie der “Nutzung des Guten Gesetzes” und der “Schatzkammer des Abhidharma”. (Buddh. Dogmatik, Klaus Sagaster, Weltbild des Buddhismus, Vortrag 11.9.13 Ak. d. Wiss. NRW). Und daraus schöpfte Pagba zur kronprinzlichen Information für Cinggim.
Die Schrift ordnet und erklärt die Welt aus der Sicht des tibetischen Obermönchs und seiner Schule.
Da gibt es die Dinge und die Lebewesen, letztere umfassen 6 Arten:
1. Höllenwesen  2. Hungergeister  3. Tiere  4. Menschen  5. Halbgötter  6. Götter (27 Klassen)
Sie bewohnen 4 Kontinente mit ihren tausend hoch drei Weltbereichen.

4 Wahrheiten gibt es: 1. Die Wahrheit vom Leiden  2. Die Wahrheit von der Ursache des Leidens  3. Die Wahrheit von der Aufhebung des Leidens  4. Die Wahrheit vom Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt. (Sagaster)  

Wenn auch eine Kastenordnung nicht vorkommt, so erscheint doch alles sehr geordnet und  bis zur Absurdität zahlreich gestuft vom Unteren zum Höheren. 
Höchsten Rang besitzt die “Formlosigkeit” und Körperlosigkeit. Jeder Mensch kann zum Buddha werden, zum Erwachten, indem er die Welt der Dinge und der Menschen hinter sich läßt und sich entäußert ins Allgemeine. Auf diesem Wege vermag er der Welt des Leidens und der Wiedergeburt zu entkommen und in der Formlosigkeit und dem Frieden des Nirwanas auzufgehen.
Entsprechend gestaltet Hesse das Ende der Person des Siddarthas als depersonaliertes, entleertes, erlöstes Eingehen in den Frieden:

“Er sah seines Freundes Siddarthas Gesicht nicht mehr, er sah stattdessen andre Gesichter, viele, eine lange Reihe, einen strömenden Fluß von Gesichtern, von Hunderten, von Tausenden, welche alle kamen und vergingen, und doch alle zugleich dazusein schienen, welche alle sich beständig veränderten und erneuerten, und welche doch alle Siddartha waren.” (Hesse, ebd., S. 119)  

Das wäre dem Lama Pagba sicher zu salopp dargestellt, Kronprinz Cinggim hätte es aber vielleicht faßlicher gefunden als die buchhalterische Darstellung des Mönchs. Jedenfalls wurde ein Teil der Mongolen buddhistisch, und sie sind es bis heute geblieben. Buddhistischer auch als die Inder, aus deren Brahmanen-Kaste der Buddhismus, die religiöse Kunstlehre des Erwachens, hervorging. 
In Indien veredelte der Buddhismus den Hinduismus, was vielleicht dem hinduistischen Kastensystem größere Reformen ersparte, weil das Ideal der Weltflucht und Askese des arrivierten Buddhisten in der Welt selbst alles so erbärmlich, elend und stinkend beläßt, wie man es in Kalkutta und anderswo antrifft.  

Freitag, 13. September 2013

Schon merkwürdig



Hesse hatte seinen SIDDARTHA noch nicht geschrieben, da mußte der Mönch Phagba ran.






Die Geschichte steckt voll merkwürdiger Geschichten. Cinggis (Dschingis) Khan wurde 1206 oberster Häuptling der Mongolen und stand dann für den schrecklichen Mongolensturm, also weitgehende und teilweise besonders grausame Eroberungen (“Schädeltürme”), zunächst in Zentralasien und Nordchina. Später unter seinen Nachfolgern gelangten die Mongolen bis nach Sachsen (Zittau). Das hätte eine böse Wendung für die europäische Geschichte werden können. Der Enkel Qubilai Khan wurde 1280 schon  erster Kaiser der Yuan-Dynastie (1280-1367). Der Urenkel und Kronprinz Cinggim bestellte sich dann, das erinnert an den Buddenbrook-Enkel Hanno bei Thomas Mann, eine Einführung in den Buddhismus, die der tibetische Obermönch Phagba aus zwei Sanskrit-Werken zusammenstellte und immerhin noch siebzig Seiten umfaßte: “Die Erläuterung des zu Wissenden”. Cinggim  war aber kein schwächlicher und das Theater liebender Hanno. Möglicherweise folgte seine Neugier dem Gedanken, daß die eroberten Gebiete zur Herrschaftssicherung eine unifizierende Gehirnwäsche brauchten.