Freitag, 9. Dezember 2011

Großer Häuptling zürnt







Hat hier ein Zwergwiesel für alle Fälle seine Gold-Reserven vergraben, bevor Merkel die Reichensteuer von der SPD übernimmt?





- Putin bzw. seine Partei erhält weniger Stimmen bei den Parlamentswahlen als zuvor und beschuldigt US-Außenministerin Clinton der Anstiftung der Moskauer Protestdemonstrationen gegen Wahlfälschung: Ex-SPD-Kanzler Schröder wird ihn jetzt wohl als “Freiheitskämpfer” bezeichnen, nachdem er den Ex-Geheimdienstler Putin bereits während seine Amtszeit zum “lupenreinen Demokraten” ernannt hat.
Gorbatschow soll eine Wiederholung der Wahlen fordern.

- Monti / EZB senkt den Leitzins “nach lebhafter Diskussion” auf 1%, obwohl die Inflation im Euro-Raum bei 3% liegt. Die Süd-Länder haben jetzt im EZB-Rat die Mehrheit. (Der EZB-Rat besteht aus den sechs Mitgliedern des Verwaltungsrates der EZB sowie den Direktoren der nationalen Zentralbanken. In der Regel repräsentieren vier der sechs Mitglieder die vier großen Zentralbanken: Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien.)

- Fritz Scharpf (Ex-MPG-Institutschef) plädiert für eine Renationalisierung der Währungen (Interview mit CICERO-online 8.12.11)


- Frankreich: Arblosigkeit steigt auf 9,4%; für 2012 wird ein Wachstum von 0,3% erwartet.
- USA: Arblosigkeit sinkt auf 8,6%.

- 13 Mrd. Euro zahlen die dt. Verbraucher zwangsweise für unsinnigen Wind- und Solarstrom; letzterer erhält 50 % der Subventionen, obwohl er nur 16 % des umweltschädlichen Stroms ausmacht.

- Viele Indianer, großer Häuptling: Ottmar Edenhofer, Chefvolkswirt und Vizedirektor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), übernimmt eine zusätzliche Aufgabe: ein Institut mit 40 Leuten (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change).

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Orakelei





Berühmt bereits im 6. Jahrhundert vor Seneca - das Orakelheiligtum von Didyma in Kleinasien. Die klassische Archäologin Helga Bumke informiert hier über ihre Grabungsarbeiten; unweit der riesigen Tempelanlage, die nie ganz fertig wurde, fanden Bumke und ihre Helfer die Reste eines Theaters, wie es auch in Delphi vorhanden war.




Nichts Genaues weiß man nicht, was die Zukunft betrifft, man denke nur an die Einführung des Euro. Kohl habe ich damals wenig geglaubt, aber dem Bundesbankvolkswirt Ottmar Issing schon mehr. Heute stellt sich heraus, daß ich auch das Orakel von Didyma hätte befragen können, scheint mir, jedenfalls taten das bei bedeutenden Fragen die alten Griechen, speziell die Mileter, denn Didyma war mit einer etwa 18 km langen “Heiligen Straße” mit Milet verbunden.
Dort befand sich, neben Delphi, das bedeutendste griechische Orakel in einer sehr großen Tempelanlage, die Apollon geweiht war.
Das spezielle Kommunikationsmedium „Orakel“ beruhte auf der Vorstellung, daß über die Seher mit Götterhilfe mehr über die Zukunft zu erfahren sei.
An die Stelle der Orakel ist die Wissenschaft getreten. Dort wird allerdings, man denke an große Teile der Geisteswissenschaften und der Klimawissenschaften, nichts anderes als Orakelei betrieben. Die antiken Orakel waren jedoch viel billiger.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Kopf ab




Kreditwürdig sind wir immer, meint der Pariser Trojaner Michel Barnier in Brüssel, und wir frisieren alles bestens
(Bild: Wiki.)




Die privaten Anleger können nicht jede Anlage selbst recherchieren, nicht einmal der Rentner um die Ecke mit viel Zeit, der für seinen 90. Geburtstag eine Anleihe kaufen will. Die Anleger in den Banken und Fonds können das auch nicht, denn die Vielzahl der Anbieter zwischen Tokyo, London und New York ist unüberschaubar für den Einzelnen. Daher hatte man schon vor langem in NYC die konstruktive Idee, gleich mehrere Bewertungsagenturen zu gründen, dreifach hält besser, die ein AAA für verläßliche Schuldner vergeben und ein Caa1 für wenig verläßliche Schuldner (Moody’s, moodys.com/pages/default_de.aspx). Praktisch. Darauf hätte man in Europa auch kommen können, aber dort verwahrt noch mancher lieber das Geld auf dem Sparbuch oder unter dem Bett. Da braucht man allerdings keine Bewertung.

Alle Schuldner wollen selbstverständlich die beste Bewertung und sind, je nach Temperament, wütend, wenn sie nicht die Bestnote bekommen. Das kennen wir aus der Schule. Wer wollte damals nicht gleich die ganze Benotung verbieten? Daran erinnerte sich wohl EU-Binnenmarktkommissar Barnier, ein echter Brüsselkrat, als er im Oktober verlangte, die Bewertung von verantwortungslosen Schuldnerstaaten zu verbieten, zumindest zeitweise. Ja, das ist schon unangenehm, wenn man unter Beobachtung steht und seine maßlose Verschuldung nicht verstecken kann.
Im alten Orient gab es den Brauch, den Überbringer schlechter Nachrichten zu köpfen. Ob das demnächst ein Brüsselkrat vorschlagen wird?

Dienstag, 6. Dezember 2011

Zum Fenster hinaus





Machen sie doch am liebsten





Sie können nicht mit Geld umgehen, das zeigt ihre gigantische Schuldenwirtschaft. Welches Euro-Land hätte solide gewirtschaftet in den letzten vierzig Jahren? Da muß man länger nachdenken, und es fallen einem nur Norwegen und die Schweiz ein. Norwegen schwimmt in Öl und Gas, ein Sonderfall, kein Mitglied der EU; Staatsmotto: “Alles für Norwegen”. Die Schweiz ist ebenfalls kein EU-Staat und eine Demokratie mit Referenden, eine freiheitlich orientierte, keine rein repräsentative Demokratie.

Eine magere, unehrenhafte Bilanz für die Politiker. Jetzt gibt es sogar einen, er heißt Steinbrück, ehemaliger Finanzminister und Schuldenmacher, der will für seine Mißwirtschaft die Steuern erhöhen.
Logisch, oder?