Freitag, 30. Dezember 2016

Andrew Popoff - Dark Dark Forest for Theremin and tape

Ein Hochgebirge von Leichen












Aus: Pinker, Gewalt, 2011

Die Vorgänger des Papstes Franz und der Kardinäle Woelki, Marx, Lehmann etc. zeigten Galilei die Folterinstrumente und Galilei schwor ab. Erst 1992 nahm die schändliche kath. Kirche (Voltaire) Abstand von ihrer Schurkerei. Der Monotheismus thront auf einem Hochgebirge von Leichen. 










Donnerstag, 29. Dezember 2016

Man nimmt sich als Person war, nicht als Standesangehöriger


Ein legitimes Kind der Kirchen sei der Liberalismus nicht gewesen, räumt der Historiker Larry Siedentop ein, aber doch ein natürliches. (S. 333) 

Wem fiele da nicht Luther ein:
„Erstens, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen sind ...“


„Zweitens, dass man auch ihre Häuser zerbreche und zerstöre ... Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun wie die Zigeuner ...“


„Drittens, man soll ihnen alle ihre Gebetsbüchlein nehmen ...“


„Viertens, dass man ihren Rabbinern bei Todesstrafe verbiete weiter zu lehren.“


„Fünftens, dass man den Juden verbietet, sich frei auf den Straßen zu bewegen (das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe). Denn sie haben nichts auf dem Land zu schaffen ... Sie sollen daheim bleiben.“ (Luther, Von den Juden und ihren Lügen)
Luthers Aufbegehren gegen die Papst-Kirche zog viele Menschen an, die die katholische Herrschaft drückte. Aber Liberalismus entstand aus dem Protestantismus nicht. Er veknöcherte bald, und Luther selbst wurde ein verfolgerischer christlicher Religiot. Das Buch Siedentops zeigt denn auch auf dem Umschlag nicht Stefan Lochners schönes Bild „Maria im Rosenhag“, sondern ein Renaissancebild Jan van Eycks, ein Porträt des Goldschmieds Jan de Leeuw. Keinen Gott, noch Engel, noch Pfaffen, sondern einen arrivierten, wohlhabenden Bürger und Handwerker, dem van Eyck eine Widmung auf den Rahmen setzte:
„Jan de (ein Löwe) am St.-Ursula-Tag.
Der die Welt erblickte 1401.
Gekonterfeit hat mich jetzt IAN
VAN EYCK es scheint, daß er begann 1436.“

Man war sich offenbar verbunden, auch allgemein in der Zunft der Maler und Handwerker, der Bürger also. Im städtischen Bürgertum entstand wohl allmählich das Individuum. Nicht bei Pfaffen und im Adel. Der Bürger ging einer gelernten Berufstätigkeit nach, er übte sich nicht im Waffendienst und ließ sich im Turnier nicht ehrenhalber den Arm abreißen. Und er übte sich nicht in Liturgie und Predigt. Er schuf und verkaufte. Dafür wurde er von Adel und Klerus als minderwertig erachtet. Aber der Bürger produzierte, was die anderen begehrten, Bilder und Goldschmuck, im Beispiel van Eyck/van Leeuw. Das machte sie selbst-bewußt, sie sahen sich selbst an und bezogen sich mehr aufeinander als auf Götter und Pfaffen. Wobei sie allen, die Geld besaßen, ihre Produkte verkauften. Eine individuelle Sache mit Zukunft. Je mehr die individuelle Perspektive gewann, desto mehr wuchs der Wunsch nach individueller Freiheit, auch Liberalismus genannt in der politischen Form.




















Mittwoch, 28. Dezember 2016

Joana Gama // Für Alina (Arvo Pärt)

Kalligraphie ist allenfalls Kunstgewerbe







Die handwerklich hochstehende, aber doch alberne Engelchenkunst der Christensekte wurde in der Renaissance Stück für Stück überwunden. Der Blick ging auf den Menschen, wie schon in der Antike, aber immer mehr auf den individuellen Menschen - wie hier bei Dürer. Der Maler beschaut sich auch selbst und malt Selbstporträts, in den Augen der Pfaffen eine Vermessenheit, denn nur ihre erfundenen Götter waren in ihrer Verblendung der Abbildung wert. 

Dürer porträtierte sich zeitlebens, das früheste Selbstporträt von 1493 zeigt ihn als jungen Mann von 22 Jahren, das letzte könnte dieser Akt gewesen sein, Dürer starb mit 57 Jahren 1528. 
Eine merkwürdige Dialektik zeigt die Reformation, die ohne den Buchdruck und die vielen Lutherbilder der Cranachs ausgefallen wäre. Der eitle Luther läßt sich gerne malen, aber die protestantischen Kirchen sind bilderlos, besonders die reformierten. Der protestantische Bildersturm auf katholische Kirchenbilder und kunstvolle Altäre zerstörte viele von ihnen. Nur die Legendensammlung, Bibel genannt, sollte im Mittelpunkt stehen (sola scriptura). Das war ein schlimmer Rückfall im Hinblick auf die Selbstbetrachtung des Menschen, die ja zur Entwicklung der Psychologie führte. 
Für die Alphabetisierung der Welt war es ein großer Fortschritt. So janusköpfig ist alles in der Geschichte. Die anhaltende Eitelkeit der Päpste, etwa der Medici, war wiederum ein Segen für die italienische Malerei. 


2 Medicis auf einen Streich, lebensecht: 

Porträt des Papstes Leo X. mit den Kardinälen Giulio de’ Medici, dem späteren Clemens VII. und Luigi de’ Rossi, Gemälde von Raffael, um 1518–1519, Florenz, Uffizien. 
Leo ist der Giovanni de' Medici.  > Wikip. 


































Dienstag, 27. Dezember 2016

Gustav Mahler - Symphony No. 5: Adagietto (Solti, CSO)

Ja, Heine hatte viel Glück, und ein politischer Narr blieb er zeitlebens









In tiefe Sklaverei lag ich gebunden,
Und mir gefiel der Starrheit Eigensinn;
Ein jedes Licht der Freiheit war verschwunden,
...
Die Fesseln fallen ab von Händ' und Füßen,
Wie Schuppen fällt's herab vom starren Blick,
Und eine Träne, von den liebesüßen,
Zum ersten Mal sie kehrt ins Aug' zurück;
So rissen wir uns ringsherum
Von fremden Banden los.
Nun sind wir Deutsche wiederum,
Nun sind wir wieder groß.

1814 schrieb Goethe dieses Stück, nach den Freiheitskriegen, die die französischen Eroberer aus den deutschen Ländern jagten. Der Diktator Napoleon hatte ganz Europa bis hin nach Moskau mit Krieg überzogen. Goethe selbst war kein Deutscher gewesen, er war in seinem Selbstverständnis Weltbürger und Europäer, sprach aber Deutsch, anders als Friedrich II. Politik lag ihm fern. Bis die französischen Soldatenstiefel vor seiner Tür standen. Der feige Goethe schickte seine Christiane Vulpius nach vorne, und der gelang es tatsächlich, die Franzosen zu vertreiben. Nach diesem Bravourstück heiratete er seine langjährige Geliebte. Und er begriff, daß es nicht reicht, in der Antike zu schwelgen und Verse zu machen. In einem Brief im Juli 1814 äußert er, es sei sein “stiller Wunsch, diese Arbeit nicht nur für Berlin, sondern für das ganze Vaterland, nicht nur für den Augenblick, sondern auch für die Zukunft unternommen zu haben …” (Berl. Ausg. Bd. 6, S. 705) Für einen unpolitischen Menschen wie Goethe war das schon etwas.

Das zeigt das Beispiel Heinrich Heines:

“Der Patriotismus des Deutschen ... besteht darin, dass sein Herz enger wird, dass es sich zusammenzieht wie Leder in der Kälte, dass er das Fremdländische hasst, dass er nicht mehr Weltbürger, nicht mehr Europäer, sondern nur ein enger Deutscher sein will. Da sahen wir nun das idealische Flegeltum, das Herr Jahn in System gebracht; es begann die schäbige, plumpe, ungewaschene Opposition gegen eine Gesinnung, die eben das Herrlichste und Heiligste ist, was Deutschland hervorgebracht hat, nämlich gegen jene Humanität, gegen jene allgemeine Menschenverbrüderung, gegen jenen Kosmopolitismus, dem unsere großen Geister Lessing, Herder Schiller, Goethe, Jean Paul, dem alle Gebildeten in Deutschland immer gehuldigt haben...

Pflanzt die schwarz-rot-goldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschtums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben.”

Heinrich Heine 1833 in "Deutscher Patriotismus" und 1844 im Vorwort zu "Deutschland. Ein Wintermärchen"

Was Goethe die Anthropologie war, das war Heine die Satire und die Sentimentalität (im “Buch der Lieder” u.a.). Er hatte ein volles Gefühl, eine scharfe Zunge und kein politisches Verständnis. Und er hatte ein großes Kindheitserlebnis: Als die französischen Eroberer in Düsseldorf einrückten, faszinierten den Knaben Heine die Trommelaufmärsche der Franzosen. Nie kam er über dieses Pubertätserlebnis hinaus. So, wie Picasso dem Massenschlächter Stalin die Treue hielt und ihn zeichnete, so blieb Heine dem Eroberer und Diktator Napoleon in Verehrung verbunden. Nie gelang ihm auch Einsicht in die res publica, wie es etwa Platon, Aristoteles, Macchiavelli und - noch viel bedeutender - Francis Bacon gelang. Die Aufgabe der Einigung der vielen deutschen Länder sah er nicht, so wie die meisten von ihm zitierten Namen. Dichten und politisch Denken sind eben zwei Paar Schuhe. Durchaus widerwärtige Figuren wie der “Turnvater Jahn” konnte er nicht einordnen in das verspätete Werden der deutschen Nation. Bei diesem Begriff blieb er begriffsstutzig. Obwohl er in Paris lebte, wo Nation und Nationalismus erfunden worden waren und täglich zur “Grande Nation” herausgeputzt wurden.

Ja, die Dichterlinge liefern schöne Wörter und scharfe Worte! Mit der Trias Sinn, Wissen und Verstand sind sie aber weniger bekannt. Sie beflügeln, erleuchten tun sie selten. Aber auch Unterhaltung muß ja sein. Wenn es jedoch um große Dinge geht, wie den Patriotismus und den Patriotismus heute, da sind Sinn, Wissen und Verstand gefordert und harte Arbeit, Begriffsarbeit, wie die errungene Nation und ihre Kultur bewahrt werden können vor internationalistischer Sentimentalität und nationaler Engstirnigkeit. Und vor dem Ausgreifen der steinzeitlichen Mentalität des Orients mit Analphabetismus, Clan-Gesinnung, Kinderzwangsehen und Frauenversklavung.












Montag, 26. Dezember 2016

Besser klug als intelligent


Skepsis ist eine Eigenschaft der Klugheit - nicht unbedingt der Intelligenz. Die Intelligenz als Informationsverarbeitung und -bearbeitung erreicht früh den Leistungshöhepunkt mit etwa 17 Jahren und nimmt dann langsam ab. Mit der Klugheit - die Lebenserfahrung und Selbsterfahrung zusätzlich zur Intelligenz beinhaltet - verhält es sich umgekehrt. Sie erlangt man erst spät und sie wächst mit den Jahren. Hochintelligente Menschen, die wenig Klugheit entwickeln, wozu viel Selbstkontrolle gehört, sind stets gefährdet. Normalbegabungen, die Klugheit entwickeln, haben die größten Chancen, Meister der Lebenskunst zu werden. Höchstbegabungen wie Pascal dagegen glauben an Hokuspokus und landen im Mistbeet, im Kloster. Da hatten sie aber schon allerhand Mathematisches und Naturwissenschaftliches erfunden und gefunden.  

Vgl. http://www.nzz.ch/feuilleton/hoher-intelligenzquotient-skepsis-waere-klug-ld.136396#kommentare















Torheiten und IQ









Man muß damit leben, mit den Torheiten der Politik, wie mit Weihnachten, Silvester, Knallerei, affigen Zeitgenossen, dem Wetter etc. Dem Genom und seinen Vorgaben, darunter auch der Intelligenz, die ja allgemein hochgeschätzt wird. Daher lautet die Lieblingsbeschimpfung in allen Lagern gegenüber den anderen: dumm, hirnrissig, geistig beschränkt, dement etc. Und auch gegenüber den Regierenden ganz allgemein. Spielt der IQ der politischen Führer möglicherweise eine Rolle?
Die Sache ist knifflig. Schon die Beurteilung, was unter „Torheit“ fallen soll, ist nicht eindeutig zu beantworten. Wie töricht war es von seiten des Zaren, Lenin nicht exekutieren zu lassen? Lenin war in jedem Fall intelligenter als Zar Nikolaus II., und zwar so intelligent, daß er sich in einem brutalen Bürgerkrieg durchsetzte und Rußlands Weg in die Zivilisation blockierte. Stalin, auch intelligenter als der Zar, führte den blutigen Terror auf die Spitze.

Auch Pinker reflektiert den Punkt. In „Gewalt“ (S. 954ff.) sieht er die drei Präsidenten Kennedy, Carter und Clinton als intelligenter an als etwa Nixon, der nicht der beste und intelligenteste gewesen sei. Unter Kennedy aber begann die Entsendung amerikanischer Soldaten nach Vietnam, Nixon beendete den Vietnamkrieg; wobei die Beurteilung dieses Krieges insgesamt recht schwierig ist. Unter Carter wiederum begann die Unterstützung der Taliban gegen die russische Besetzung Afghanistans. Das Problem hat Clinton verstärkt, die Taliban eroberten 1994 Kabul und verheerten das Land im Krieg gegeneinander. Das Problem wurde zwar von Clintons Amtsnachfolger G.W. Bush (IQ 130+) entschärft, harrt aber weiterhin einer Lösung.

Wie auch die Frage, ob vielleicht richtig dummen Präsidenten weniger Torheiten unterlaufen. In der Demokratie läßt sich das aber nicht in Erfahrung bringen, denn nur ziemlich intelligenten Politikern mit IQ über 120 (Daumenschätzung) kann ein Aufstieg gelingen.















Bach - Oboe Concerto in F - 3rd mvmt

Sonntag, 25. Dezember 2016

Stephan, Margo

http://www.nzz.ch/feuilleton/cora-stephan-und-ihr-roman-ab-heute-heisse-ich-margo-siebzig-deutsche-jahre-ld.135878

Mehr als ein interessantes Thema hat Stephan mit diesem Buch bearbeitet, nachdem schon gefühlt mehr als eine Milliarde Beiträge zu dem Zeitabschnitt 1930 bis 1945 vorliegen. Wenn in einer Familie viele Dokumente erhalten sind, muß man sich vielleicht einer solchen Arbeit unterziehen. Spannend wird es in der Nachkriegszeit bis 1968, denn die Frage stellt sich: Wie konnte erneut eine totalitär gesinnte Bewegung entstehen, die von Habermas einmal als ‚linksfaschistisch’ benannt wurde. Die Autorin war aktiv dabei. Die Totalitären mäßigten sich hernach und wurden zur grünsozialistischen Bewegung, die alle Bereiche der Gesellschaft durchdrang, durchdringen konnte, weil sie die Lufthoheit in den Massenmedien erlangte. Trotz des publizistischen Beistands der linken Chefredakteure – namentlich auch der roten ZEIT-Gräfin Dönhoff – die die sozialistischen Staaten oftmals schönschrieben, implodierten die östlichen Diktaturen 1989. Hier endet das Buch, eine Fortsetzung ist angedacht.

Über aller Betrachtung der (Zeit-)geschichte sollte Kahnemans Prämisse stehen:
„Die These, daß sich bedeutende historische Ereignisse rein dem Zufall verdanken, ist zutiefst erschütternd, aber sie ist nachweislich wahr. Es ist schwer, die Geschichte des 20. Jahrhunderts einschließlich seiner sozialen Massenbewegungen zu verstehen, ohne auf die Rolle von Stalin, Hitler und Mao Tsetung einzugehen. Aber es gab einen bestimmten Zeitpunkt, unmittelbar vor der Befruchtung eines Eis, als eine 50-prozentige Chance bestand, daß der Embryo, der zu Hitler wurde, ein weibliches Geschlecht erhalten hätte. Nimmt man die drei Ereignisse zusammen, bestand eine Wahrscheinlichkeit von 1:8 eines 20. Jahrhunderts ohne irgendeinen der drei Erzschurken, und es läßt sich unmöglich behaupten, daß die Geschichte ohne sie annähernd den gleichen Verlauf genommen hätte. Die Befruchtung dieser drei Eier hatte weitreichende Folgen, und sie führt die Annahme, langfristige Entwicklungen seien vorhersagbar, ad absurdum.“
(Daniel Kahneman, Denken, S. 270)























Argerich / Maisky, Beethoven 12 Variations on Theme "Ein Mädchen oder We...

Samstag, 24. Dezember 2016

Wallenstein wollte Frieden, der Papst Krieg




Innozenz X., der päpstliche Kriegsverlängerer.
(Bild: Velazquez, Wiki.)


Papst gegen Westfälischen Frieden 1648:

" ... Der Papst erklärte in seinem Protestbreve "kraft Apostolischer Machtvollkommenheit den Artikel des Westfälischen Friedens für nichtig, ungültig, unbillig, ungerecht, verdammt, verworfen, vergeblich, der Kräfte und Erfolge entbehrend für alle Zukunft, niemand sei zu ihrer Einhaltung verpflichtet." (Wiki., "Zelo domus dei")

"Wie der Krieg, dieser formlos hinundherwogende, irre europäische Weltkrieg, dem Wallenstein nach vierzehn oder fünfzehn Jahren hatte ein Ende setzen wollen, noch vierzehn oder fünfzehn Jahre weiterging, bleibt zu erinnern", schreibt Golo Mann in seinem "Wallenstein" (S. 1161)








Gut getroffen, Studie nach Velazquez. (Quelle: Wiki.)





















Donnerstag, 22. Dezember 2016

Gewalterziehung und Gewaltkultur


Dreijährige werden schon an blutige Grausamkeiten wie das Schächten gewöhnt - und werden selbst schon Opfer brutaler Prügel. Die Kultur dieser Länder beruht auf Gewalt in Familie, Clan, Stamm und Staat. Sie wird in den wenigen Texten dieser Kulturen auch gewürdigt und gepredigt. Die erbärmlichen Verhältnisse dieser Länder sind die Folge dieser Mentalität. Daher müssen Bürger dieser Länder auch unter dem Generalverdacht der Gewaltorientierung und des mittelalterlichen Primitivismus gegenüber Frauen und der Gewalterziehung stehen. Sie sind daher bei einer Einwanderung genau zu überprüfen und regelmäßig abzuweisen, wenn nicht eine besondere Qualifikation vorliegt.
Allein das mohammedanische Ideal der Gewalterziehung ist die völlige Negation der europäischen Zivilisation.

https://www.youtube.com/watch?v=nMmrjFZvMVQ














Der kleine König







Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp’,
zu tauchen in diesen Schacht hinab?
Der Ritter war zu dick dafür,
und der Knappe ein schwacher Wicht.
Doch der König, der kleine,
der zögert nicht!





































Dienstag, 20. Dezember 2016

Scarabee by Wolfert Brederode Quartet

Engels: Arbeit macht aus Affe Mensch







Wer wird benachteiligt im Deutschland der Gegenwart? Männer oder Frauen? So das Thema am 19.12.16 in der Reihe GENDERCHANGE. Geschlechterforschung zwischen Innovation und Backlash der Uni Düsseldorf.
Die Frage wurde im Debattierformat behandelt, je drei Vertreter vertraten in 7minütigen Beiträgen Pro und Contra.
Klarer Debattensieger war August Bebel, der zwar nicht in der mitmischte, aber mit seinem Buch “Die Frau und der Sozialismus” den Hauptakzent setzte. Beziehungsweise, was davon heute in im allgemeinen Bewußtsein bestimmend ist: Die Berufstätigkeit ist der Weg zur Befreiung der Frau vom Joch des kapitalistischen Patriarchats. Alle Redner standen zur Berufstätigkeit ohne Wenn und Aber, und alle Rednerinnen noch mehr. Frauen-Quote inbegriffen bei letzteren.
Das war einmal anders. Cicero (106-43) hielt nur die selbstgewählte Beschäftigung für erstrebenswert, die Erwerbsarbeit war ihm verächtlich:
"Eines Freien unwürdig und schmutzig sind ferner die Erwerbsformen aller Tagelöhner, deren Arbeitsleistungen gekauft werden, nicht deren Kunstfertigkeiten/handwerkliche Geschicklichkeiten. Denn es ist bei ihnen der Lohn Handgeld für Knechtstätigkeit (Sklavendienst)."
Cicero. De officiis 1, 150 – 151

Ganz ähnlich sieht das auch Seneca etwas später:
“Alle Geschäftsleute sind in einer beklagenswerten Lage, am beklagenswertesten aber ist die Lage derjenigen, die sich nicht einmal mit Geschäften für sich selbst abarbeiten: ihr Schlaf richtet sich nach dem Schlaf anderer, ihre Schrittführung nach dem Schritte anderer …”
(Seneca, Von der Kürze des Lebens)

Späterhin von Proust wissen wir, daß er vorzugsweise sein Leben auf der Liege verbrachte, und von Th. Manns Romanheld Hans Castorp im “Zauberberg”, daß er beharrlich der Arbeit aus dem Weg ging.

Heute halten es sogar die Frauen mit der Erwerbsarbeit, wie sie Heinrich Seidel (1842 - 1906) besang:

Hymne an die Arbeit
Arbeit! Arbeit! Segensquelle;
Heil und Ehre deiner Kraft,
die aus Finsternis die Helle,
Edles aus Gemeinem schafft!
Aus dem Wirken quillt das Rechte,
aus dem Schaffen keimt das Echte,
wehe, wenn die Tat erschlafft!
In der müß'gen Stunde Gähnen
stirbt das letzte Fünkchen Mut,
träge in den kranken Venen
schleicht das böse schwarze Blut;
tiefer Gram umwölkt die Stirne,
Wahnsinn brütet da im Hirne,
bis das Herz im Tode ruht.
Mensch, was dich auch immer quäle,
Arbeit ist das Zauberwort,
Arbeit ist des Glückes Seele,
Arbeit ist des Friedens Hort!
Deine Pulse schlagen schneller
deine Blicke werden heller,
und dein Herz pocht munter fort.
Völker! Lasst das Murren, Klagen
über Götzendienerei;
wollt ihr einen Götzen schlagen,
schlagt den Müßiggang entzwei!
Nur die Arbeit kann erretten,
nur die Arbeit sprengt die Ketten,
Arbeit macht die Völker frei!
Und die Frauen des Feminismus. Was für ein Fortschritt!


Nun ist gegen Arbeit nicht immer etwas einzuwenden, und für kleine Geister ist sie lebensstrukturierend, damit sie nicht verkommen. Überhaupt sind die Menschen unterschiedlich, Männer wie Frauen. Sie sollten sich fragen, wie sie ihre gemessene Lebenspanne am besten bewirtschaften können, so, daß es ein ihnen gemäßes Leben darstellt. Lebenskunst nennt sich das. Und darin können alle, ob männlich oder weiblich, intelligent oder dumm, große Stümper sein. Und von sozialistischen Dumpfbacken wie August Bebel oder arbeitssüchtigen Ingenieuren wie Seidel sollten sie sich nicht dreinreden lassen.












KAREL BOEHLEE TRIO - Blue Prelude

Sonntag, 18. Dezember 2016

Grieg Holberg Suite Sarabande for piano

Pott und Hayden haben was zu sagen


Singapore Management University
Institutional Knowledge at Singapore Management University  Research Collection School of Social Sciences School of Social Sciences  10-2010
Male Aggression and Female Peace-making: A Review of Malcolm Potts and Thomas Hayden, Sex and War: How Biology Explains Warfare and Terrorism and Offers a Path to a Safer World
Katherine A. VALENTINE
Singapore Management University, kvalentine.2010@phdps.smu.edu.sg   Sharon KOH, Singapore Management University, Norman P. LI
Singapore Management University, normanli@smu.edu.sg
Follow this and additional works at: h p://ink.library.smu.edu.sg/soss_research Part of the Psychology Commons
Evolutionary Psychology
www.epjournal.net – 2010. 8(4): 677-681
Book Review
Male Aggression and Female Peace-Making
A review of Malcolm Potts and Thomas Hayden, Sex and War: How Biology Explains Warfare and Terrorism and Offers a Path to a Safer World. Benbella Books: Dallas, TX, 2008, 457 pp., US$24.95, ISBN 978-1933771571 (hardcover).
Katherine A. Valentine, School of Social Sciences, Singapore Management University, Singapore. Email: kvalentine.2010@phdps.smu.edu.sg (Corresponding author).
Sharon Koh, School of Social Sciences, Singapore Management University, Singapore. Norman P. Li, School of Social Sciences, Singapore Management University, Singapore.
Malcolm Potts, an obstetrician by training, became fascinated with the topic of human violence following his own first-hand experiences with the very worst of it – in particular, the treating of victims of mass rape that occurred during the Bangladesh Liberation War of 1971. In Sex and War, Potts and Thomas Hayden, a freelance science, medicine, and culture journalist, present a firsthand account of war through a scientific lens. This comprehensive volume argues that humans raping, torturing, and killing other humans reflects an innate male predisposition, and provides evidence to support this claim from fields as diverse as biology, political science, sociology, history, archeology, medicine, and evolutionary psychology. While it is sometimes difficult to read the brutal accounts of extreme violence, these occurrences have nevertheless been repeatedly observed and require explanation. The authors cover these topics in a straightforward, factual manner, but with the compassion from having seen the effects of war on a population. They offer both evolutionary explanations for the existence of war and potential ways to prevent its occurrence: “...while evolution has linked sex and violence over millions of years, civilization has given us the tools to separate the two again, and this opens a pathway toward making the world a better place” (p. 3). The book is accessible, intriguing, and an important contribution to the existing literature on how evolved adaptations affect modern life.
The first part of the book provides a theoretical framework by outlining the basic ideas of intrasexual competition and the role of both genes and the environment in shaping behavior and how this all relates to violence between species and within a species (chapters 1 and 2). The book delves into the behavior of our closest genetic relatives – chimpanzees (chapter 3) who, like humans, engage in violence both within their own groups and through
team-based aggression against out-group members. The biological basis for specific violent behaviors is then examined, including why it is that humans are willing to risk life and limb in combat (chapter 4). Here, we come to see how military organizations capitalize on “an innate capacity to treat our fellow humans with either great compassion or cold disregard, depending on whether we’ve assigned them to ingroup or out” (p. 70).
Women are addressed in-depth for the first time in chapter 6, wherein Martha Campbell contributes partial authorship. War and terrorism have often involved the control of women. The authors argue that countries that engage women in politics are more peaceful, whereas societies in which women’s energies are only allowed to be funneled into childbearing and rearing are more violent. The authors then offer an insightful look at the evolution of the battle of the sexes, beginning with the behaviors of bonobos and chimpanzees.
Chapters 7 through 11 establish the natural origin of modern violent conflict in the small-scale inter-village raid. However, modern technological developments and population growth have led to large-scale fighting with ever more disastrous results. The authors highlight how many seemingly illogical decisions made by human leaders can be traced to the Stone Age mentalities of dehumanizing the out-group and over-reacting to potential threats: “Overestimating an adversarial threat may have provided an important safety margin during the Stone Age, but it can seriously mislead us in our decision-making today. It can stir the emotions of the professional intelligence services and elected leaders as readily as those of a farm boy or stockbroker volunteering to fight. Prior to the invasion of Iraq, the CIA consistently and uncritically accepted misleading data on the weapons of mass destruction Saddam Hussein was thought to control” (p. 170). This idea that Stone Age mentalities detrimentally affect the modern world is reiterated in Chapter 15, which discusses recent conflicts in Afghanistan, Iraq, Israel, Lebanon, and Darfur. The authors emphasize that humans, or at least human males, have the ability and sometimes the inclination to inflict pain, and even death, on other human beings.
Chapter 12 discusses the future of warfare if things continue the way they have gone before. It highlights how each new technology that has been developed is used in some way to create a better weapon with which to kill other humans. While “wars may come wrapped in a veneer of religion or political philosophy... the battle for resources is usually just below the surface” (p. 293). Team aggression in both humans and chimpanzees, the authors argue, is ultimately about resources and, if “left unchecked, all living things can reproduce faster than the environment can sustain” (p. 299). One striking example of this phenomenon:
Edward Miguel of the University of California, Berkeley, and colleagues Shanker Satyanath and Ernest Sergenti of New York University compared rainfall levels and incidents of civil conflict across the African continent, and found that as one increased, the other declined, with a statistical certainty of 95 percent. Interestingly, the effect was found across many different cultures and irrespective of whether the country was well or poorly governed. (p. 294).


The authors further argue that it is particularly when there is a large portion of younger compared to older men that conflict arises, and that resource wars will become increasingly common.
This book not only delves into the deepest recesses of human behavior to explain warfare and terrorism, but also provides hope in the prevention of these deadly endeavors. The quote displayed at the beginning of the very first chapter, taken from The African Queen, is indicative of the authors’ feelings towards our less attractive human dispositions: “Nature, Mr. Allnutt, is what we were put on this earth to rise above” (p. 1). Indeed, this sentiment is reiterated several times throughout the book, and the mechanics of how peace might be achieved are detailed in the final chapters. Women, the authors argue, have a key role to play in the establishment of peace. Historically, women have been controlled by men, particularly in the realms of sex and sexuality. It is unclear when this began, but the agricultural revolution likely made it more important to ensure paternity because of the passing on of property and wealth from generation to generation. Taken to the extreme, women are sometimes viewed as property: “In Africa today, women make up half the population, do two-thirds of the work, receive one-tenth of the gross income, and own one- hundredth of the property... Women and cows belong to men” (p. 302). The authors point out that culture and religion have played a large part in the portrayal of female sexuality as a dangerous entity to be controlled, and support their claims with data throughout the ages. They argue that empowering women is a way to temper the worst aspects of men’s inclinations towards team aggression, territoriality, and violence.
Easy access to family planning is set up as a key step towards empowerment. Granted, as the first medical director of the International Planned Parenthood Federation in 1968, author Malcolm Potts may be positively biased in this regard. His projections for population growth sometimes seem a bit high considering the incidences of natural disaster, disease, and of course war that temper such growth. Regardless, his main points are still valid and well-supported: 1) There is a strong relationship between poverty and high birth rate; 2) When women have affordable access to family planning, average family size decreases; 3) Population growth eventually leads to a larger number of unemployed young men; 4) A large proportion of unemployed young men in a population usually leads to violent outbursts of one sort or another; 5) Larger global and local populations put more of a strain on natural resources, which can lead to resource wars. These factors suggest that giving women the ability to voluntarily decrease the number of children they have could help reduce conflicts worldwide.
The authors also suggest that women could contribute to “waging peace” through a broader equality with men that would allow women to contribute their less bellicose views in government and policy-making. While the evolution of female peacefulness is not as fully explored in this book as the male inclination towards violence, the authors provide evidence to suggest women are less likely to engage in team aggression or murder. However, this does not mean that women would necessarily be any less supportive of war. Female leaders are subject to the same pressures as male leaders. Margaret Thatcher, for example, would not be cited as a docile peace-wager. She supported the Falklands War (Norpoth, 1987), took a hardline stance against the hunger strikes in Northern Ireland (Murray, 2006), and approved a plan to modernize Britain’s nuclear capabilities by
replacing Polaris with a new generation of Trident submarines at a cost of 10 billion pounds (Youngs and Taylor, 2005). Thatcher may be the exception rather than the rule, but it is not inconceivable that women, under the same pressures as men in power, might make the same decisions.
Additionally, the authors recommend a free media, the avoidance of supplying weaponry to possible enemies, education for everyone in a secular environment, including the teaching of science and evolution, and a more logical, less Stone Age approach to wartime decision-making. Scientific knowledge is praised as a key source of peace- generating information such as sustainable energy sources, improved health, sustainable agricultural practices, ocean-management, reforestation, and the overall pursuit of scientific thought over religious fanaticism. While these would all be positive developments, more analysis is needed to identify the actual steps needed to prevent or reduce large-scale aggression. Human beings are ill-adapted to consider billions of other individuals when in the Environment of Evolutionary Adaptedness they would only have interacted with a limited set of people (who would often be at least somewhat related to them). For humans to overcome natural distinctions between “us” and “them,” more research is clearly needed.
Another point that deserves further inquiry relates to there being two species of chimpanzees – Pan troglodytes (subsequently referred to as “chimpanzees” or “chimps”) and Pan paniscus (“bonobos”), to which “humans are so similar that we might be considered a third”(p. 41). However, bonobos are all together less aggressive than chimps, and are not known to display team aggression. The authors only make a casual detour to examine bonobo behavior in this book, attributing their lack of aggression to the possibility that “it never evolved or had been lost... because it wouldn’t provide any benefit” (p. 128). The question of why chimps, and not bonobos, are fingered as the “missing link” in our understanding of human violence could benefit from further consideration. However, if we are to fully understand how biology can “help us understand why we do certain things both constructive and harmful” (p. 61), then an in-depth examination of the behavior of both species of chimpanzee may be required.
On the whole, this book is insightful, engaging, and well-researched. It offers 554 references for the reader to pursue further readings. The footnotes are actually as interesting as the main text. It does a good job of balancing a factual look at a global problem with a human touch. Indeed, a primary strength of this book lies in its stories, which the authors skillfully use to piece together a well-articulated volume on applied evolutionary psychology. Anecdotes from Potts’ experiences as an obstetrician in war-torn countries throughout the world add a concrete element to the narrative that draws the reader in. This book is not a scholarly review of laboratory experiments or a statistical analysis of historical data sets. This book is about real life and it provides a compelling analysis of the kinds of stories seen in the news, alongside more personal stories revealed by the authors. The people and situations that the authors carefully nuance and describe in detail will likely stay with a reader long after the book is finished. From the personal story of a mother, surrounded by riots and warring in Bangladesh, unable to face the body of her raped daughter out of shame; to the story of the introduction of volunteer women to the ruthless Black September group (launched by the Palestinian Liberation Organization) whose militants were offered a reward of “$3000, an apartment, a gas stove, a TV, and long-term employment” (p.120) for marriage; to the lessons learnt from years of observing troops of male chimpanzees conducting border patrols in the Gombe Stream National Park in Tanzania; to the frozen 5000-year old corpse of “Otzi” with a dagger in his hand and a flint arrowhead lodged in his left shoulder blade. Each story illustrates an important point about the evolutionary roots of war and aggression that is then woven together to provide an impactful look at the inescapable relationship between sex and war. It is a fascinating read that will add insight to issues that are important not only for the public, but also for those within academia.
References
Murray, D. (2006, May 5). Hunger strikes: 25 years on. BBC News. Retrieved from: http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/northern_ireland/4976048.stm
Norpoth, H. (1987). Guns and butter and government popularity in Britain. American Political Science Review, 81, 949-959.
Youngs, T., and Taylor, C. (2005, July 5). Trident and the future of the British nuclear deterrent. House of Commons Library. Retrieved from: http://www.acronym.org.uk/docs/0507/hoc_library.pdf
Dieses Buch - wie leider viele andere interessante (populär-)wissenschaftliche gibt es leider nicht in deutscher Übersetzung. Aber es gibt eine 6teilige Serie im DLF zum DAS KAPITAL des Philosophenspinners Marx.  Die linke deutsche Mafia beherrscht leider die deutschen Medien und zensuriert. Nie war es wichtiger, Englisch lesen zu können, als heute. Sonst ist man von wichtiger Literatur abgeschnitten.