Dienstag, 3. Juli 2012

Nur einer?



Die Fortsetzung von "Moses der Ägypter".

(Vgl. auch Th. Mann, "Das Gesetz", eine köstliche Version des Mannes Mose)





Sie wollen alle nur das Eine. Mehr Macht und Einfluß. Zweifellos. Mit dem Knüppel macht es der Schimpanse, der Mensch mit dem Schwert. Oder mit der “Mosaischen Unterscheidung”. 

Intellektuelle sind meist weniger geschickt mit dem Schwert, sie bevorzugen geistige Massaker, neue Ideen und den Sieg der “Wahrheit” über die “Lüge”. Und ihre Erfindung der “einzigen und wahren Religion” hat sich durchgesetzt. Losgelöst von der Kultreligion der Ursprungsgruppe bot sie Raum für unbegrenzte Eroberungen.

Aber wie war eine solche Umwälzung möglich? Eine einfache Antwort fällt schwer, aber in jedem Falle war eine "hirnliche Überproduktion" (im Vergleich mit Schimpansen) in Gestalt von Phantasie und Abstraktionskraft notwendig und ein gewisser geistiger Vorlauf bzw. Vorarbeiten, wie sie Assmann bei den Ägyptern geleistet sieht. Kam erst einmal jemand auf die Vorstellung eines einzigen Gottes (Aton / Echnaton), dann waren ein Moses, Jesus und Mohammed nicht weit. Diese Ideologen begründeten jeweils einen Monotheismus als einzig wahre Gegenreligion in Ab- und Ausgrenzung eingeborener Kultreligionen. Diese Revolution folgte keinem evolutionäre Anpassungsdruck, sie entstand als freie Kreation zeichen- und medienrevolutionär ohne Zuchtwahl. Evolutionär wirkte sie sich gleichwohl aus, denn die verschiedenen Monotheismen waren höchst unterschiedlich erfolgreich, was natürlich mit ihren Konstruktionsideen und -elementen zu tun hat.