Sonntag, 31. Dezember 2017

Zum guten neuen Jahr. /// A Love Supreme - Jonas Kullhammar Quartet

Ja, der Fischer


31. Dezember - Schlechter Schüler, brach die Realschule ab: Artur Fischer (31. Dezember 1919-2016 Waldachtal), Dübel-Fischer, erfolgreicher schwäbischer Erfinder und Unternehmer. Mehr als tausend Patente. Blieb im Lande, nährte sich redlich und erfand und erfand. Aus protestantischem Milieu.


















Variationenkönig. /// Beethoven - 7 Variations in F WoO75

Samstag, 30. Dezember 2017

Erst Scheibe, dann kartoffelartig



Zunächst gibt es nur eine Scheibe aus Trümmern, vor 4,56 Mrd. Jahren, bestehend aus trockenen großen Brocken.
Älteste Lebenspuren tauchen erst nach 3,8 Milliarden Jahren auf. Freier Sauerstoff O erst nach 2,4 Milliarden Jahren. Die eisenliebenden Bakterien (Siderophile) oxidierten soviel Eisen, daß das Zeitalter des aeroben Lebens beginnen konnte.

Prof. Dr. Carsten Münker, Köln: The early history of the Earth
It is still an open question what physical and chemical conditions made Earth the only known habitable planet in the solar system, and how Earth became a habitable planet. The key events that shaped the Earth occurred during the first 500 million years of Earth history. In my talk, I will review some key events and milestones in Earth’s earliest history. This is not a trivial task, as the oldest archives of these events, namely geological samples, are significantly younger. I will therefore also highlight some state of the art tools, how modern Earth Sciences can unravel geological processes on the Early Earth.
Prof. Dr. Carsten Münker is professor for geochemistry and cosmochemistry at University of Cologne, Germany, since 2009.
Zunächst gibt es nur eine Scheibe aus Trümmern, vor 4,56 Mrd. Jahren, bestehend aus trockenen großen Brocken.
Älteste Lebenspuren tauchen erst nach 3,8 Milliarden Jahren auf. Freier Sauerstoff O erst nach 2,4 Milliarden Jahren. Die eisenliebenden Bakterien (Siderophile) oxidierten soviel Eisen, daß das Zeitalter des aeroben Lebens beginnen konnte.






















Donnerstag, 28. Dezember 2017

Klimawandel noch und noch









Hinten fängt es ganz langsam an … vor 4,6 Milliarden Jahren … erst vor etwa 2,5 Milliarden Jahren scheinen die ersten Bakterien aufzutauchen … dann erst, vor etwa 600 Millionen Jahren, beginnt das Zeitalter des Lebens in ganzer Breite. Doch bis zum Menschen ist’s noch weit. Neulich erst taucht er im Holozän auf, ganz vorn im Bild.

(Quelle: Smith, Kelly, Andel, Wie die Erde entstand, 1989, S.76f.)

Pilze lügen nicht!
“Das Klimaflattern zum Ende der letzten Eiszeit ist offenbar doch nicht durch den Einschlag oder die Explosion eines Meteoriten in Bodennähe verursacht worden. … Danach handelt es sich bei den Kohlenstoffkügelchen und Nanodiamanten, die als Beweise für die Impakthypothese dienen sollten, um gewöhnliche Zellreste und Ausscheidungen von Pilzen und Insekten. Während sich die Nordhalbkugel nach mehr als 100.000 Jahren der Vereisung allmählich zu erwärmen begonnen und sich das Eis der Weichsel-Eiszeit endgültig in die hohen Breiten zurückgezogen hatte, gab es vor etwa 12.900 Jahren plötzlich einen Rückfall in extrem kalte Verhältnisse. Für annähernd 1300 Jahre kehrte der Dauerwinter noch einmal zurück.
Im Durchschnitt wurde es dabei innerhalb nur eines Jahrzehnts um 15 Grad kühler als heute, die Jahresmitteltemperatur in England betrug minus 5 Grad.”

Horst Rademacher, Laßt Pilze sprechen, Klimaflattern am Ende der Eiszeit weiterhin rätselhaft, FAZ 6.10.10









Mittwoch, 27. Dezember 2017

Alfred Schnittke - Fuga for Solo Violin

Wer sandte das Fax?


Wolf Biermann
Rilke Rilke
(für Heinrich Senfft, der’s auch besser weiß)
Der riesendunkle Rilke. Leere Puderdose. Reimer!
Ein ewig unbestimmtes Ahnen weht verzückt
Ein evangelisch abgehärmtes Raunen
Verliebte Innenwelt im goldnen Abfalleimer
Der Weltgeschichte fürs Elitepack. Doch glückt 
Dem Dichter manches Strophenbündel, das mich wild 
Vor Neid macht, und mit kindlichem Erstaunen
Trifft mich mein grobes Deutsch, so biegeschlank
Wie kommt das bloß, daß aus der welken Hand
So Rosen wirklich blühn und jung die Sprache quillt
In dieses einzige und ganz verdorbne Vaterland
... 
So schenkt er Schatten seines Seelendämmerlichts
An Sonnensüchtige, teilt elegante Schmerzen aus
Und reiß ich mir auch Steine aus der Torte raus
Hab ich am Ende doch die Hände voll mit nichts
Nichts. Nichts zum Schmeißen, nichts zu essen. 

Quelle: Ein Fax v. 5.11.96, ohne Fax-Kennung

Wie immer nahm Biermann hier die Schnauze voll, zu voll an einigen Stellen, mundfertig an anderen. Es ist wohl ein frühes Gedicht Biermanns. Damals war er noch ein linker Spinner von Gnaden Brechts - der bei dem SED-Diktator Ulbricht, der ihn bezahlte, zweifellos auch zum “Elitepack” zählte - heute ist Biermann ein geläuterter Reimer, der den Kommunismus nicht mehr singt. Lebenserfahrung macht auch aus Spinnern mehr, als sie in jüngeren Jahren waren.- Was Rilke betrifft, so trifft manches der Tendenz nach zu, wenn auch stark vergröbert. 
Vor allem aber: “Doch glückt 
Dem Dichter manches Strophenbündel”. 
Das ist so.   



















Montag, 25. Dezember 2017

Kempff plays Schubert Piano Sonata in C Major D840 "Relique"

Philipp Matthäus Hahn lebte 1739 - 1790, war Schwabe und nicht nur selbst Pfarrer, sondern kam auch aus dem protestantischen Pfarrhaus. Interessant diese Affinität zur Mechanik im protestantischen Schwaben: Bäckerssohn Daimler lernte den Frühwaisen Maybach in der Werkstatt des pietistischen Brüderhauses im calvinistisch-pietistischen Reutlingen kennen, das hatte automobilindustrielle Folgen, wie man weiß. /// Innovation von 1774. Die Kreisrunde Rechenmaschine von Philipp Matthäus ...

Historische Memorik


“Die Erforschung der Vergangenheit … hat, soweit das Wissen um diese Epochen sich mündlichen Informationen und Erinnerungen verdankt … in weitem Umfang mit ausgedehnten, noch nicht durchschauten, vielleicht nie zu durchschauenden wirklichkeitsfernen episodischen Datensätzen des Gedächtnisses und entsprechenden und entsprechend fehlerhaften Geschichten zu rechnen …”
Johannes Fried, Der Schleier der Erinnerung, Grundzüge einer historischen Memorik, 2004, S. 47

Fried - aus protestantischem Pfarrhaus - unternahm es, sich in die Neurologie des Gedächtnisses einzuarbeiten und den Weg der mündlichen Überlieferung zur Verschriftlichung und deren Veränderungen im Laufe der Zeit an einer Reihe von geschichtlichen Beispielen aus ferner und naher Zeit zu untersuchen.
















Sonntag, 24. Dezember 2017

Vgl. den Vortrag von Wendell Kretschmar in Thomas Manns "Doktor Faustus". /// Beethoven Sonata No 32 in C Minor, Op 111 by Jeremy Denk

Vom Mythos zu Logos?












Johannes Fried resümiert seinen Abschnitt 9.2 “Wer war Benedikt von Nursia?”:

“Auch der Blick auf Benedikts Leben läßt durch erinnerungskritische Textanalyse anderes hervortreten, als bisher gesehen wurde: Wie nämlich eine ideale Mönchs- und Abtsgestalt entstand, … wie sie dann von Fremden literarisch aufgenommen wurde und dabei historisch zu wirken begann, indem ihre Fiktionalität nicht mehr erkannt und für Wirklichkeit gehalten wurde, und wie diese irreale Realität endlich an ihren Ursprungsort zurückkehrte, um dort verspätet ins Leben zu treten. Auch dieser Weg läßt - nicht anders als Chlodwigs Taufe - das kulturschöpferische Zusammenspiel von Vergangenheitsbildern und Gegenwartsgestaltung, von individuellem und kulturellem Gedächtnis in seiner nimmer endenden Modulationsfreude erkennen und nicht zuletzt, daß der Historiker in dieses Spiel hineinleuchten kann, auch wenn er dessen Regeln (noch) nicht kennt.










Samstag, 23. Dezember 2017

Es kommt aber drauf an, etwas Nützliches zu erfinden

Die Röntgenstrahen entstehen beim Aufprall stark beschleunigter Elektronen auf Metall mit hohem Atomgewicht.
Bild: Wikip.

“Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.”

So heißt es bei Kant in seinem legendären Aufsatz zur Aufklärung. Dabei sieht er auf Religion, Wissenschaft, Herrschaft und Gesellschaft, was notgedrungen - das liegt an der Distanz der Makroskopie - etwas unscharf ausfällt. Er denkt leider gar nicht an die Mechanik der Wissenschaft, an die Technik, an das Experiment. Gerade hier leistet aber die aufklärerische Perspektive am meisten. Im Großen und Ganzen bleibt es in der Philosophie und der politischen Philosophie bei Marxens Diktum: Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert. Nichts anderes ist für die Zukunft zu erwarten. Es kommt aber drauf an, etwas Nützliches zu erfinden. Zum Beispiel die Röntgenröhre.
















Vijay Iyer Trio: NPR Music Tiny Desk Concert

Freitag, 22. Dezember 2017

Michael Denhoff - Gegen-Sätze (1. Saxophonquartett) 1/2

Wahrlich, wahrlich, eine frohe Botschaft





Foto: Wikip.




Wahrlich, wahrlich, eine frohe Botschaft für alle Patienten! 

Am 22.12.1895 hatte Conrad Rönten nach anderthab Monaten intensiver Arbeit seine zufällige Entdeckung der x-Strahlen durchuntersucht und auf die Reihe gebracht in der Schrift “Über eine neue Art von Strahlen” und reichte sie zum Druck ein. Diese nach ihm benannten Röntgen-Strahlen revolutionierten die medizinische Untersuchung und machte sichtbar und heilbar zum Beispiel Herzfehler und Tuberkulose. Keine ärztliche Praxis kommt heute ohne ein Röntgengerät aus.
Keine Theorie leitete Röntgen bei diesen bahnbrechenden Experimenten, keine Dogmen standen im Hintergrund. Seine Arbeit folgte einem Paradigma neuer Art, das sich erst spät entwickelt hat, im 17. Jahrhundert nämlich, und dafür stehen zunächst niederländische und englische Namen:
William Harvey (1578-1657), Christian Huygens (1629-1695), Jan Swammerdam (1637-1680), Antoni van Leeuwenhoek (1632-1723) u.a.m.
Auch der Italiener Marcello Malpighi (1628-1694) sei erwähnt.









Donnerstag, 21. Dezember 2017

Beethoven: Violin Sonata No. 1 in D Major (Op. 12); Rachell Wong, violin...

Das Ende kam dann bald - 455 eroberten die Vandalen Rom









“Ob Constantin wirklich eine Vorliebe für die Barbaren hatte, und in welchem Sinne, bleibt unentschieden. … Gefangene soldatische Barbaren seiner Gegner hat er auf dem Schlachtfelde zu Tausenden … abgekauft. Es ist denkbar, daß er der großen Möglichkeit, das menschenleere römische Reich mit Barbaren zu füllen, ja sie zur herrschenden Kaste zu machen und dennoch das Imperium oben zu halten, mutig ins Angesicht geblickt habe … - Die stärkste Negation des eigentlich römischen Wesens lag aber nicht in diesem Verhalten gegen die Unrömischen, sondern in der Gründung des ‘neuen Roma’ am Bosporus.”

Jacob Burckhardt, Die Zeit Constantins d. Gr., 1990, S. 294












Mittwoch, 20. Dezember 2017

Richter-Mozart-Sonata K.310-part 1 of 2 (HD)

1342









Wasser, Wasser, Wasser -
Wasser von oben und Wasser von unten.

Auch für moderne Zeiten mit technischem Großgerät wäre eine solche Hochwasserkatastrophe wie die von 1342 in ganz Deutschland schwer zu beherrschen und zu bewältigen. “14 Meter tiefe Schluchten” wurden von der Flut gerissen! Das Land war nach dem Rückgang des Wasser kaum wiederzuerkennen. Riesige Sachschäden waren zu beheben bei vernichteter Ernte und schwerer Hungersnot. Wir stehen auf den Schultern von Überlebenden, die diese Jahrtausendflut bewältigt haben.

Heute gibt es alberne Physiker, die Temperaturschwankungen im Zehntelgradbereich als Katastrophe ausrufen und jeden Sturm als Zeichen der drohenden Apokalypse werten. Was für eine lächerliche, aber katastrophal teure Kampagne.

















Dienstag, 19. Dezember 2017

F. Schubert - Impromptu Op.142 (D.935) No.2 in A flat Major - Alfred Bre...

Klimaflattern vor 13 000 Jahren








Pilze lügen nicht!

“Während sich die Nordhalbkugel nach mehr als 100.000 Jahren der Vereisung allmählich zu erwärmen begonnen und sich das Eis der Weichsel-Eiszeit endgültig in die hohen Breiten zurückgezogen hatte, gab es vor etwa 12.900 Jahren plötzlich einen Rückfall in extrem kalte Verhältnisse. Für annähernd 1300 Jahre kehrte der Dauerwinter noch einmal zurück.
Im Durchschnitt wurde es dabei innerhalb nur eines Jahrzehnts um 15 Grad kühler als heute, die Jahresmitteltemperatur in England betrug minus 5 Grad.”


Horst Rademacher, Laßt Pilze sprechen, Klimaflattern am Ende der Eiszeit weiterhin rätselhaft, FAZ 6.10.10

Samstag, 16. Dezember 2017

Scarbo gaspard de la Nuit Alicia de larrocha

Strahlend - nicht nur zur Weihnachtszeit








Alles strahlt - sehen können Menschen aber nur den allerkleinsten Teil.

Das strahlende Spektrum - elektromagnetische Strahlung nach langer und kurzer Wellenlänge geordnet (Wikipedia, Horst Frank / Phrood / Anony).

Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher die Abgabe.
Im menschlichen Körper strahlt das Kalium 40 (Beta- und Gammastrahlung).





Freitag, 15. Dezember 2017

Alles nicht so einfach


“Aristoteles, Hippokrates, Ptolemäus - diese Denker und Gelehrten der Antike haben uns einen reichen Schatz an Erkenntnissen hinterlassen und die Grundlagen für verschiedene Wissenschaften gelegt.” (DLF, Wissenstransfer im Thinktank, 15.12.17) 

Mit Verlaub - das ist weitgehend Unsinn. Alle drei sind wissenschaftshistorisch interessant, haben aber durch ihren gesammelten Blödsinn beträchtlichen Schaden angerichtet. Noch Mozart wurde durch die abstruse Säftelehre des Hippokrates umgebracht, indem man ihn zur Ader ließ und stark schwächte. Myriaden wurden so getötet. Aristoteles hat naturwissenschaftlichen Schrott produziert, den erst Galilei überwand, und bei Ptolemäus braucht man nur die bekannte Erdenscheibe erwähnen. Alles Unsinn und Schlimmeres, vergrößert durch die Dumpfbacken, die den Käse zweitausend Jahre lang tausendmal abschrieben.

Man mußte erst den Aristoteles und die Hokus-Pokus-Sumser überwinden
Aristoteles, Physik, Buch 1, 1. Kap.

„[1] Da das Wissen und das Erkennen hinsichtlich aller der Gegenstände, die Ihre Anfänge, Ursachen und Gründe haben, auf der Erforschung dieser beruht, (denn dann glauben wir etwas zu kennen, wenn wir seine ersten Ursachen erforscht haben und seine ersten Anfänge, und bis zu den Grundwesen), so ist klar, daß auch bei der Naturwissenschaft zuerst versucht werden muß, Bestimmungen zu geben über die Anfänge. Es geht aber unser Weg von dem, was uns verständlicher ist und deutlicher, nach dem von Natur Deutlicheren und Verständlicheren. Denn nicht dasselbe ist für uns verständlich und an sich. Darum ist es nothwendig, auf diese Art fortzuführen von dem, was von Natur undeutlicher, uns aber deutlicher ist, zu dem von Natur Deutlichern und Verständlichern. Nun ist uns zuerst klar und deutlich das mehr Zusammengesetzte; nachher werden aus diesem verständlich die Anfänge und die Grundwesen, durch Zerlegung von jenem. Deshalb muß man von dem Allgemeinen zu dem Besondern fortgehen. Denn das Ganze ist für den Sinn verständlicher; das Allgemeine aber ist eine Art von Ganzem, denn es enthält dieses Allgemeine ein Vieles, als Theile. In demselben Falle befinden sich gewissermaßen auch die Worte, im Verhältnis zum Begriffe.[1] Sie bezeichnen nämlich ein Ganzes auf unbestimmte Weise; z.B. der Kreis. Die nähere Bestimmung erst zerlegt sie in ihr Besonderes. Auch die Kinder nennen ja zuerst alle Männer Vater, und Mutter die Frauen; später aber fangen sie an, bei beiden zu unterscheiden.”

Der Junge hatte wohl keine Kinder. Hatte immer sein philosophisches Gesumse im Kopf. Statt sich konkret den Gegenständen zu nähern und - nach Art der Kinder - sie auf den Boden zu werfen, daran zu lutschen, hineinzubeißen, darauf zu treten und sie auseinanderzunehmen - kurz, statt sich explorativ zu verhalten, beginnt er herumzusumsen. 
Kindisch, sowas. Daß das den Hokus-Pokus-Sumsern gefallen hat, der Scholastik, dem Albertus und seinem Hokus-Pokus-Schüler Thomas von Aquin, ja, das leuchtet ein. Die Aufklärung mußte dieses Denk-Gesumse abräumen und das Mikroskop erfinden, die Fallgesetze finden, den Blutkreislauf entdecken und das Einwecken (Sterilisieren) entwickeln. Und noch so einiges mehr wie die Narkose.


























Donnerstag, 14. Dezember 2017

Friedrich Gulda plays Mozart Variations K 455

Subjektivierung der Religion


"Aufklärung als Ersetzung der Religion durch Moral: Michel de Certeaus Deutung  Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2008, LORENZ JÄGER
Wie die Frömmigkeit privat wurde
…  Nun hat die Zeitschrift des Frankfurter Zentrums zur Erforschung der Frühen Neuzeit ihm ein ganzes Doppelheft gewidmet (Zeitsprünge. Forschungen zur Frühen Neuzeit, Jg. 12, Heft 1/2. Lire Michel de Certeau/Michel de Certau lesen. Verlag Vittorio Klostermann, Frankfurt 2008).

Man findet darin einen gewichtigen und ungemein reichhaltigen Beitrag des Denkers, der in Frankreich schon vor mehr als dreißig Jahren erschien und nun erstmals auf Deutsch vorliegt (Die Förmlichkeit der Praktiken. Vom religiösen System zur Aufklärungsethik: 17. bis 18. Jahrhundert). … die Aushöhlung der Offenbarung durch Moral.

Den Endpunkt des Prozesses lokalisiert de Certeau in der bündigen Formulierung aus einem Brief Rousseaus an Voltaire: "Das Dogma ist nichts, die Moral ist alles." … Die Rede von den "Werten", die wie kaum etwas anderes für die Gegenwartsgesellschaften bezeichnend ist, hat hier ihren Ursprung.
… Die Fassaden der Religion blieben erhalten, aber ihre Institutionen wurden von der Staatsräson "unterwandert", wie de Certeau schreibt. In der Erziehung traten bürgerliche Tugenden in den Vordergrund, die Religion wurde zur "Frömmigkeit" privatisiert und verinnerlicht. "Heiliges Leben" modellierte fortan ",subjektive' und ,psychologische' Laufbahnen, die sich nicht mehr auf dem Spielbrett einer zivilen oder politischen Ordnung abspielen".

…“

Interessanter Gesichtspunkt, der das auffällige Interesse einiger Aufklärer an Moral erklären kann. Kant hat diesem Aspekt eine ganze Kritik gewidmet, die „Kritik der praktischen Vernunft“, eine saure Pflichtethik.
Die Subjektivierung der Moral und Wendung nach innen entkleidet die Religion ihrer aggressivsten Züge. Die mohammedanische Ideologie kennt eine solche Entwicklung nicht und gehört schon deswegen nicht nach Europa.  




















Claudio Arrau: Debussy - Préludes Book I, 'La fille aux cheveux de lin'

Montag, 11. Dezember 2017

A. Rolla Little Duo for Violin and Viola, Op. 13

Reinigungsdrang


Bei Licht betrachtet ist die “Reinigungslehre” (Katharsis) bei den alten Griechen eine Merkwürdigkeit und nur mit der Vorstellung von “Sauberkeit” verständlich, wie sie Mary Douglas in “Impurity and Danger” in primitiven Gemeinschaften gefunden und herausgearbeitet hat. Mit dem Thema befaßte sich auch eine Althistoriker- und Altphilologentagung, von der Gustav Falke berichtete (Griechische Katharsislehre, Reinigungsdrang, FAZ, 22.06.2005) Insbesondere bei Platon findet sich historisch Bemerkenswertes:
“Christian Wildberg wies auf den Stellenwert hin, den die Begriffe von Reinheit und Reinigung etwa im Phaidon haben. Wer sich von der Stadtmauer stürzt, hätte Sokrates ja ganz mißverstanden. Sterbenlernen meint nur, von Furcht und Leid befreit zu werden, mit denen die Körpergebundenheit der Seele einhergeht. Und für Plato ist es die kathartische Aufgabe der Philosophie, nicht den eigenen Körper zu negieren, sondern die Identifikation mit ihm aufzulösen.”

Ich habe mich schon länger gefragt, warum in der Schule allerhand Unnützes gelehrt wird, speziell, warum der Mensch und sein Körper in der Biologie eine so nebensächliche Rolle spielt und er früher gar nicht vorkam, etwa in den Lateinschulen. Der Körper galt den Platonikern und Religiösen als unreinlich, als verderblich und peinlich. Rituelle Waschungen besitzen hier ihre Wurzel und daher stammt auch der monströse Zölibat der Katholiken, der nicht nur den Priestern eine schwere Bürde zumutet, sondern auch die erbliche Weitergabe von Intelligenz behinderte und verhinderte, dies noch heute. Zugunsten des protestantischen Pfarrhauses übrigens.
Für den Normalbürger aber ist diese leibfeindliche Haltung das Schlimmste, weil es die Identifikation mit dem Körper stört und die Aufmerksamkeit von ihm abzieht. In der Schule werden keine Anatomie, keine Innere Medizin, keine Orthopädie und keine Psychiatrie gelehrt, der Schüler verläßt die Schule weitgehend als physiologischer Analphabet. Das verursacht für das Individuum Leiden und für die Gesellschaft hohe Gesundheitskosten.
“Reinheit” und Katharsis waren daher von Beginn an unsinnige, destruktive Begriffe.




















Samstag, 9. Dezember 2017

Jose Lopez plays Nocturne, Op. 12, ‘Far away’ by Jose Comellas (1842-1888)

Schlechte Kunde für Wärmefreunde


 Es sei denn, sie leben in den Wärmeinseln der Großstädte.


https://www.eike-klima-energie.eu/2017/12/08/der-winter-zeigt-der-klimaerwaermung-die-kalte-schulter-abkuehlung-seit-30-jahren/



"Ergebnis: Die behauptete globale Erwärmung der Erde mittels Kohlendioxid ist eine wissenschaftliche Irrlehre. Der Mensch wirkt am Klima jedoch mit durch die ständige Vergrößerung der Wärmeinseln, in denen auch die Messstationen stehen. Im Grunde handelt um eine Verwechslung der anthropogenen Ursachen.

Im Winter sind trotz Heizungen die Wärmeinseleffekte nicht so hoch wie im Sommer. Die deutschen Stationen zeigen seit 30 Jahren eine leichte Winterabkühlung. Besonders in der freien Fläche, also auch in den Wäldern werden die Winter wieder kälter. Dieser vom Deutschen Wetterdienst ermittelte Tatbestand wird ignoriert und das Gegenteil behauptet. Für die Deutschen ist diese Wintererwärmungslüge plausibel, da die Menschen nicht mehr in den kalten Wohnungen der Nachkriegszeit leben.
Es wird Zeit, dass endlich wieder Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt des menschlichen Handelns gestellt werden und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz. Wer will, dass auch Großstädte im Winter wieder kälter werden, der braucht nur weniger zu heizen, die Städte verkleinern und eine Abschaffung des Winterdienstes verlangen, damit der Schnee wieder liegen bleibt."









Freitag, 8. Dezember 2017

"Rassist" zaubert den Verstand in die Schublade. /// The Left Uses "Racism" To Control Black Voters

Alptraumhaft

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/die-raecherin-1671104.html


Wir sind solcher Zeug
Wie der zu Träumen, und dies kleine Leben
Umfasst ein Schlaf.
(Shakespeare, Der Sturm, IV./1, Z. 156-158)

Das ist schön gesagt, trifft aber oft nicht zu. Auf den Lebensgang der Elsner gar nicht, wenn man nicht einen Alptraum veranschlagen will.
Ein produktives Monstrum machte eine irrsinnige Ideologie zum zentralen Punkt ihres Denkens und löschte sich am Ende 1992 mit 55 Jahren selbst aus.

In ähnlichem Alter - mit 58 - starb übrigens auch der marxistische Ideologe Bertolt Brecht, ebenfalls gebürtig aus Franken und aus großbürgerlichem Haus.


























Sonntag, 3. Dezember 2017

Arcangelo Corelli: Concerto Grosso Opus 6 No. 4 in D Major; Adagio & All...

Man glaubt es nicht


Habe ich schon einmal erwähnt, daß die Religionsbücher der Welt voller Monströsitäten stecken?

Hier die Bibel, sie enthält viel Abscheuliches (und Idiotisches), insbesondere die Bücher Mose:

1. Mose - Kapitel 19
"Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Errettung
1 Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde (1. Mose 18.22) 2 und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. 3 Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen.
4 Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, 5 und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. 6 Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu 7 und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! 8 Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen. …”
















Samstag, 2. Dezember 2017

Sollte man das selbst machen?











Jonathan Swift (geboren vor 350 Jahren, 30.11.1667-19.10.1745) hatte die launige Idee, einen eigenen Nachruf auf sich selbst zu verfassen:
<< Verse auf Swift’s Tod,
veranlaßt durch folgende Maxime Rochefoucault’s:
Dans l’adversité de nos meilleurs amis nous trouvons toujours quelque chose qui ne nous déplait pas.
Im Unglück unserer besten Freunde finden wir immer etwas, was uns nicht mißfällt.
Da Rochefoucault streng nach dem Leben
Maximen schrieb, glaub ich sie eben:
s’ ist kein Zynismus, der draus spricht;
Die Menschen sind so - oder nicht?
… >>

Swift war ein guter Beobachter - psychologisch wie auch gesellschaftlich. Er fand die Vorform der Laffer-Kurve:

“Swiftsches Steuereinmaleins
https://www.haushaltssteuerung.de/lexikon-swiftsches-steuereinmaleins.html
Das Swiftsche Steuereinmaleins ist eine von Jonathan Swift formulierte Beobachtung, derzufolge im Bereich der Steuern zwei (Steuersatz) mal zwei (Steuerbemessungsgrundlage) manchmal nicht vier, sondern lediglich eins (Steueraufkommen) ergibt. Kernaussage des Swiftschen Steuereinmaleins ist demnach in anderen Worten, dass z.B. eine Verdopplung des Steuersatzes nicht notwendigerweise zu einer Verdopplung des Steueraufkommens führen muss. Vielmehr kann das Steueraufkommen auch weniger stark steigen oder gar sinken. Ein Grund hierfür sind auf höhere Steuersätze folgende Steuerausweichreaktionen.”

Siehe auch:
- Definition des Fachbegriffs "Steuerertragsgesetz"
- Steueruhr zu den Steuereinnahmen Deutschlands
- Aufsätze zum Thema "Steuern"
- Blog-Einträge zum Thema "Steuern"
- Zitate zum Thema "Steuern | Abgaben"
- Steuer-Datenbank der kreisfreien Städte in Deutschland
- Linksammlung zum Abgabenrecht in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Bild: Wikip.