Dienstag, 30. September 2008

Kalter September, Klima-Computer-Modelle


Derzeit ist unser lieber Fusionreaktor ruhiger als hier auf diesem Bild von http://wattsupwiththat.wordpress.com/

8-13° R: grauenhaft! Kleine Eiszeit!

- "Im September war es statistisch gesehen zu kalt. Mit 12,9 Grad lag die mittlere Temperatur 0,9 Grad unter dem langjährigen Klimawert, wie der ..." FAZ 30.9.
- Es geht ums Klima: "Die Frage nach der Sachbasis für Horrorszenarien.
Zu "Ein Schiff wird kommen" von Tom-Felix Jöhnk (F.A.Z.-Feuilleton vom 15. September): Bangladesch wird also 2050 in den Meeresfluten versinken. Wer denkt bei solchem Horror noch an langweilige Fakten? Etwa diese: Seit etwa 150 Jahren werden gleichbleibende, natürliche Meeresspiegelanstiege von zwei bis maximal drei Millimeter pro Jahr gemessen, inzwischen mittels Satelliten. Keine Steigerung in Sicht. Zunehmende Extremwetterereignisse infolge ansteigenden anthropogenen Kohlendioxids sind bis heute ebenfalls nicht nachweisbar. Quellen: "Has Climate Variability or have Climate Extremes changed"? (www.ipcc.ch); ferner Niels-Axel Mörner: "Claim that sea level is rising is a total fraud". Professor Mörner ist schwedischer Klimaprofessor und war Leiter der INQUA-Commission on Sea Level Changes and Coastal Evolution, der Beitrag ist im Internet zu finden. hr Autor Jöhnk spricht auch zutreffend nur im Futur. Welche Sachbasis haben solche Vorhersagen? Zumindest keine aus Messungen. Sie stammen aus Klima-Computer-Modellen, die weder die Klimavergangenheit noch die seit etwa zehn Jahren wieder stattfindende globale Abkühlung vorhersagen konnten. In den Zeitungsredaktionen hat sich die Abkühlung übrigens noch nicht herumgesprochen, denn auch die F.A.Z. berichtet unbeirrt von abnehmendem Polareis, wogegen seit 2007 wieder Zunahme gemessen wird. Klimamodelle mit Katastrophenaussagen basieren auf sogenannten Rückkoppelungen, für die es keine Messbelege gibt. Ob diese Modelle die Klimazukunft vorherzusagen in der Lage sind, mag man glauben oder nicht. Die von steigenden Meeresspiegeln "bedrohten" Länder wie Bangladesch, die Malediven und andere haben das größte Interesse daran, dass das nichtexistente Meeresanstiegsszenario anhält. Der Westen bläst Kohlendioxid in die Luft, und dafür hat er schließlich zu zahlen.
PROFESSOR DR. HORST-JOACHIM LÜDECKE, HEIDELBERG, LB
Text: F.A.Z., 29.09.2008, S. 8
- ' "Es geht nicht um Klimatologie, es geht um die Freiheit" . Der tschechische Präsident Václav Klaus kritisiert "Klima-Alarmismus" / Tagung der Mont-Pèlerin-Gesellschaft in Tokio. ' 17.9.

- " Wirtschaftliche Freiheit in Deutschland nimmt ab . Eine internationale Vergleichsstudie ergibt: Deutschland fällt auf den 17. Platz zurück. Spitzenreiter ist abermals das politisch eher autoritär regierte Hongkong ..." FAZ 17.9. // Dann folgen Neuseeland, Schweiz, GB, Chile (!); daß Chile in Südamerika wirtschaftlich führend positioniert ist, hat mit Friedman und seine Schule zu tun.
- " Chicago ist nicht Stanford . Proteste gegen geplantes Milton Friedman Institute. "Übertrüge man dem Staat die Zuständigkeit für die Wüste Sahara, würde in fünf Jahren der Sand knapp", bemerkte Milton Friedman einst. ..."

Montag, 29. September 2008

Bayernwahl, Hypo Real Estate, Eichengreen


Kalt: 8-13° tr

- Bayernwahl: FDP drin, Linke draußen, SPD -1%, CSU 43,4% - kein schlechtes Ergebnis. Huber und Beckstein sind solide Politiker, haben aber nicht die Ausstrahlung des Sozis Seehofer und nicht die stählerne Stoiberfaust. Die innere Sicherheit Bayerns wird leiden durch den Zwang zur Koalition mit der linken Bayern-FDP.

- Es wird nicht langweilig: "Milliarden für Hypo Real Estate. Bund und Banken retten Dax-Konzern vor dem Aus. Erstmals steckt ein Dax-Konzern tief im Strudel der Finanzkrise. Der Bund bürgt mit 35 Milliarden Euro für den schwer angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Hypo Real Estate.
- Kafkas Prosaskizze zur Finanzkrise: „Hoffnungslos fuhr in einem kleinen Segelboot um das Kap der Guten Hoffnung. Es war früh am Morgen, ein kräftiger Wind blies. Hoffnungslos steckte ein kleines Segel auf und lehnte sich friedlich zurück. Was sollte er fürchten im kleinen Boot, das mit seinem winzigen Tiefgang über alle Riffe dieser gefährlichen Gewässer mit der Gewandtheit eines lebendigen Wesens glitt.“ Kafka, Prosaskizze (Kafkas Sätze (72))
- "Barry Eichengreen. Die Parallelen zur Asien-Krise . Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise sind unter Ökonomen weiter umstritten. Gibt es historische Vergleiche, die weiterhelfen? Barry Eichengreen ..." 27.9. FAZ // Lesenswerte Analyse!
- "Marktmechanismus. Zum Artikel "Ordnungspolitische Brille ablegen - Auswege aus dem Teufelskreis der Finanzkrise" (F.A.Z.-Wirtschaftsteil vom 19. September): Ganz anders, als Hans-Jörg Rudloff wahrhaben möchte, ist nicht Marktversagen die Ursache für das Desaster im Finanzsystem der Welt. Der Markt hat - genau und sine ira et studio besehen - das getan, was man vernünftigerweise vom Marktmechanismus erwarten darf, wenn man so handelt wie geschehen. Versagt haben Menschen und Institutionen; und ihnen wäre energisch auf die Finger zu klopfen.
Zum Possenspiel der KfW gewendet, eine simple Wahrheit: Überweisungen in solchen Größenordnungen, wie sie an Lehman erfolgten, werden in einem ordentlich geführten Bankhaus vom Vorstand mindestens gegengezeichnet. Da gibt es nicht die geringste Frage. Aber die KfW ist kein Bankhaus; die Vorstandsmitglieder brauchen daher die Qualitätsmerkmale von Bankvorständen nicht nachzuweisen. Aber die KfW hat - neben der Wahrnehmung ihrer Zentralaufgaben - hochriskante Bankgeschäfte gemacht und ist - mit Verlaub - auf die Schnauze gefallen. Und dafür ist in allererster Hinsicht der Vorstand verantwortlich und auch zur Verantwortung zu ziehen. Im Übrigen wäre es wohl vernünftig, in die Aufsichtsgremien von öffentlichen Banken und bankähnlichen Instituten (wie die KfW) nicht Politiker, sondern Fachleute zu entsenden.
PROF. DR. HANS HEINRICH NACHTKAMP, MANNHEIM, LB F.A.Z., 29.09.08, S. 8

- "Sinneswandel. Warum ich kein hirntoter Linker mehr bin. Lange glaubte der Dramatiker David Mamet, „dass der Staat korrupt, der Mensch prinzipiell gut sei und alle Unternehmer Ausbeuter seien.“ Das ist vorbei. „Ich habe jahrzehntelang einen linken Standpunkt vertreten, aber ich glaube, ich habe meine Meinung geändert“, schreibt er nun. Ein Gastbeitrag. ..." 20.4.08 FAZ

- "...Ist auch die Entstehung des Islams ein Teil der antiken Kirchengeschichte?
Schon der Islamforscher Friedrich Schwally hat 1919 gesagt: Die Theologen sind sich nicht bewusst, dass der Islam ein Teil unserer Kirchengeschichte ist. Je genauer man sich mit dem Koran beschäftigt, desto deutlicher sieht man, dass im Ursprung des Korans eine Form des Christentums lag. Wahrscheinlich erst ums Jahr 800 wurde daraus eine eigenständige Religion.
Was sind die zentralen Belege?
Wie gesagt, die syrische Kirche hat Jesus immer als Propheten, als Gesandten Gottes gesehen. Der syrische Kirchenvater Afrahat nennt Jesus oft den „Großen Propheten“, nicht den Sohn Gottes, sondern den Sohn Marias, und auf diese syrische Theologie geht der Koran zurück.
Sie haben geschrieben, dass „Muhammad“ eigentlich eine Bezeichnung für Jesus sei.
„Muhammad“ heißt „der Gelobte“, und die ersten Münzprägungen, auf denen dieser Titel erscheint, tragen ausschließlich christliche Symbole, das Kreuz, die Taufe Jesu oder Ähnliches. Der Kalif Abd al-Malik hat in Jerusalem den Felsendom errichtet, der als erstes muslimisches Bauwerk gilt, aber eine Kirche war. Die Inschrift, die er im Innern anbringen ließ, ist ein rein christologischer Text. Es wird polemisiert gegen die These, Jesus sei der Sohn Gottes. Der zweite Satz heißt, Muhammad sei der Knecht Gottes, denn der Messias Jesus, Sohn Marias, sei . . . und so weiter. Dies ergibt keinen Sinn, wenn man es auf Mohammed bezieht. Wenn man, wie Christoph Luxenberg vorschlägt, „muhammad“ wörtlich übersetzt und den Satz so liest: Gepriesen sei (muhammad) . . ., dann ist er auf den danach erwähnten Jesus zu beziehen. Abdallah, der Knecht Gottes, ist eine alte syrische Bezeichnung für Jesus. Später wurde die Inschrift gelesen: Mohammed, Sohn des Abdallah. Es gibt viele Texte, die unverständlich bleiben, solange man eine Person Mohammed annimmt. ..." Ist Jesus der Prophet des Islams? Vieles am Christentum, was Erbe der Antike ist, ist uns heute nur noch als Mythos verständlich. Ein Gespräch mit dem Theologen Karl-Heinz Ohlig über erfolgreiche Religionen und die Frage, wie man von Muhammad auf Jesus kommt." FAZ 28. September 2008

- Stoppte den Großkriegsverbrecher Napoleon: Geburtstag des britischen Admirals Lord Horatio Nelson am 29. September 1758 .
- Stoppte den Großkriegsverbrecher Hitler nicht: "29. September 2008. Vor siebzig Jahren wurde das Münchner Abkommen getroffen. Das Treffen von Chamberlain und Hitler 1938 gilt bis heute als Höhepunkt der „Appeasement“-Politik - und als Warnung, Diktaturen nicht zu unterschätzen. Ein Gespräch mit dem britischen Historiker David Reynolds." FAZ

Sonntag, 28. September 2008

Gesicht und Praxis des Sozialismus, KfW-Schmierentheater

Gesicht und Praxis des Sozialismus: Der Todesstreifen

7-16° strahlende Herbstsonne

- Die sozialistischen Diktaturen verurteilten 90% der Bevölkerung zur Armut, sie schikanierten jeden Bürger, der sich nicht nahtlos fügte - und sie ermordeten auch diejenigen, die der Einmauerung und der grenzenlosen Bevormundung zu entfliehen suchten. : "Tod im Maisfeld: Die Geschichte des 18-jährigen Hartmut T. aus Magdeburg. In den 70er und 80er Jahren versuchten zahlreiche Bürger der damaligen DDR ihr Land über die Tschechoslowakei zu verlassen, um in den Westen zu gelangen. Ihre Schicksale sind kaum dokumentiert und in Vergessenheit geraten. Ein besonders tragischer Fall war der Fluchtversuch eines 18-Jährigen an der slowakischen Grenze zu Österreich. Grenzsoldaten hetzten scharfe Hunde auf ihn und ließen ihn anschließend verbluten." WDR5, Alte und neue Heimat

- 'Skandal in Münster: Der Fall Muhammad Sven Kalisch.
Wer droht, bekommt recht. Wer bestimmt, was ein Hochschullehrer denkt und schreibt? Normalerweise ist es seine Sache - sofern noch gilt, dass in der Wissenschaft voraussetzungslos geforscht werden soll. Dem Islamwissenschaftler Muhammad Sven Kalisch aber soll diese grundsätzliche Freiheit, ginge es nach den Scharia-Verbänden, die sich im Koordinierungsrat der Muslime (KRM) zusammengefunden haben, jetzt beschnitten werden. Kalisch leitet das Centrum für religiöse Studien an der Universität Münster, wo - unter anderem - auch Lehrer für den islamischen Religionsunterricht, den es irgendwann geben soll, ausgebildet werden. Es sind die Ersten, die für diese Aufgabe einen anerkannten akademischen Abschluss anstreben. Und für Muhammad Sven Kalisch hatte man 2004 diese Professur, den ersten deutschen Lehrstuhl für islamische Theologie, eingerichtet. Kalisch, als Jurist promoviert über "Vernunft und Flexibilität in der islamischen Rechtsmethodik", habilitierte sich 2002 als Islamwissenschaftler. Zudem erwarb er bei Mehdi Razvi eine islamische Lehrberechtigung, die Idschasa.
Nicht mit diesem Lehrer, hat der KRM jetzt verkündet. Die Dachorganisation, ein selbsternanntes religionspolitisches Bündnis mit unbekannter Legitimation, kündigte auch ihre Mitarbeit im Beirat des Centrums auf. Nur Mohammad-Djavad Mohagheghi blieb, ein Islamgelehrter aus Hamburg. Vertreter für Hunderttausende säkulare Muslime - in dem Sinne, dass sie auf einer Trennung von Staat und ihrer Religion bestehen - sitzen ohnehin nicht in diesem Gremium. Über intellektuell interessante Beiträge des KRM im Beirat ist nichts zu berichten. Nur sein Schuldspruch ist nun in aller Munde: Danach besteht bezüglich der (wissenschaftlichen) Arbeit des Münsteraner Professors eine "erhebliche Diskrepanz zwischen den Grundsätzen der islamischen Lehre" und seinen "veröffentlichten Positionen". ...' FAZ 26.9.

- "Dopaminschwemme. Weniger Begeisterung im Alter. Dass ältere Menschen auf Belohnungen weniger euphorisch reagieren als jüngere, hat vermutlich mit einer veränderten Wirkung des Botenstoffes Dopamin im Gehirn zu tun ..." 23.9. FAZ

- Olivenöl: "Warum gutes Olivenöl den Blutdruck senkt
Kalt gepresstes Olivenöl entfaltet seine blutdrucksenkende Wirkung offenbar über den Inhaltsstoff Ölsäure. Bislang hatte man geglaubt, dass bestimmte, nur in geringen Mengen im Olivenöl enthaltene Stoffe wie das Alpha-Tocopherol sowie Polyphenole für die günstige Wirkung von Olivenöl verantwortlich sind. Bei der Ölsäure handelt es sich um eine Fettsäure mit einer ungesättigten Bindung. Untersuchungen von Forschern der Universität der Balearen in Palma de Mallorca legen den Zusammenhang offen, warum speziell die Ölsäure, die in kalt gepresstem Olivenöl einen Anteil von 70 bis 80 Prozent der Fettsäuren ausmacht, so günstig ist. Der Blutdruck wird vor allem über einen Adrenalin-Rezeptor gesteuert. Dieser werde speziell durch Ölsäure, nicht aber durch verwandte Fettsäuren wie die Elaidinsäure oder die Stearinsäure aktiviert, beschreiben die Wissenschaftler in den "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften. Offenbar besitzt der Rezeptor eine spezielle Feinmechanik, so dass nur die Ölsäure, nicht aber ähnliche andere Fettsäuren über ihn Informationen an die Zelle tragen können. Sojabohnenöl enthält nur wenig Ölsäure, sie zeigt denn auch keinerlei blutdrucksenkende Wirkung. F.A.Z., 23.09.08, S. 39

- "Ein Schmierentheater. 26.9.08 Was hier veranstaltet wird, ist fiesestes Schmierentheater unserer Politiker-Elite. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat nach Insolvenz der amerikanischen Bank Lehmann Brothers 350 Millionen Euro überwiesen, wodurch jetzt insgesamt 536 Millionen Euro als uneinbringlich zu gelten haben. Davor hat sie der IKB mit über zehn Milliarden Euro "unter die Arme gegriffen", um diese danach für nur 115 Millionen Euro an einen amerikanischen Investor zu verramschen. Die beiden zurzeit amtierenden Verwaltungsratsvorsitzenden, Wirtschaftsminister Glos und Finanzminister Steinbrück, aber weisen jede Mitverantwortung von sich: Wer, wenn nicht der Verwaltungsrat, hat denn den Vorstand nicht nach Qualifikation, sondern nur nach parteipolitischer Farbenlehre bestellt und nach diesem Schema schon wieder zwei Vorstandsmitglieder in einem politischen Befreiungsschlag entlassen (das eine soll der CDU, das andere der SPD nahestehen)? Und unser Finanzminister hat sogar die Stirn, zu behaupten, dass keine Steuergelder verbrannt worden sind, sondern lediglich Gewinnrücklagen Verwendung gefunden haben - Gewinne einer uns allen gehörenden Staatsbank, die sonst an den Bund und damit an uns abgeführt worden wären und für Schuldentilgung, Steuer- und Abgabenreduzierung hätten Verwendung finden können.
Die KfW ist somit ein "Paradebeispiel" dafür, dass Staatsunternehmen nicht zum Wohl der Bürger beitragen, ganz im Gegenteil, und das, obwohl unser Staat mit seiner "Elite" im Verwaltungsrat exzellent vertreten ist: neben den "Fachministern" Glos und Steinbrück (Wirtschaft und Finanzen) unsere "versiertesten" Spitzenpolitiker, die Bundesminister Gabriel, Seehofer, Steinmeier, Tiefensee und Wieczorek-Zeul, die "herausragenden" Ministerpräsidenten Koch und Platzeck und selbstverständlich auch die "Gewerkschaftsasse" Sommer (DGB), Bsirske (Verdi) und Möllenberg (NGG) - Letztere haben mit der von ihnen zum Volkswohl geforderten und hier ermöglichten Mitbestimmung und Kontrolle den volkswirtschaftlichen Riesenschaden auch nicht verhindert - und nicht zuletzt "Neukommunist" Oskar Lafontaine, der an der entscheidenden Verwaltungsratssitzung zwar nicht teilgenommen hat, dafür aber jetzt als demagogischer Schlaumeier bei Presse und Fernsehen wieder Gehör findet. Sie alle hatten nur dafür zu sorgen, dass das Geld der Staatsbank, unser Geld, zur Förderung wünschenswerter Investitionen einzelner Bürger, von Mittelstand und Industrie, zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen verwandt wird und keine Geldausleihungen und Geldanlagen an Zocker, wie sie aus dem dem Verwaltungsrat vorliegenden Zahlenmaterial ersichtlich und zu hinterfragen waren, vorgenommen werden.

Franz-Georg Bender, Geisenheim, LB FAZ 27.9.08

Samstag, 27. September 2008

87,10 H.öl; Bayern

Strizz, Reiche, FAZ
9-16° s H.öl 87,10 (80,00) 6063 11017

- Die CSU hat es in fünfzig Jahren geschafft, aus dem armen, katholischen Bayern einen wohlhabenden und mental recht angenehmen Teilstaat zu machen, der mit Baden-Württemberg in allem Spitzenpositionen besetzt. Respekt. In der Regel können nur starke Persönlichkeiten wie Adenauer und Strauß die Flügel einer sog. Volkspartei so im Zaum halten und austarieren, daß die Regierungspolitik maßvoll und damit erfolgreich bleibt.

- Insolvente Washington Mutual wird durch J.P. Morgan Chase übernommem, Buffett steigt mit 5 Mrd. bei GS ein.

- Man glaubt es auch kaum beim zweiten Lesen:" Enteignung. Lafontaine irritiert Linke.
Mit seiner Forderung nach einer Enteignung großer Familienunternehmen stößt Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine auch in den eigenen Reihen auf Kritik. ..." Focus 20.9.

- - Also bitte: das können doch weder Buddha noch Jesus C. in Auftrag gegeben haben , höchstens der All. : "Kosmologie. Junge Galaxien wachsen durch Kannibalismus. Kleinere Sternansammlungen verschmelzen zu großen und massereichen Galaxien: Lange Zeit war dieses hierarchische Wachstumsmodell nur Theorie. Eine internationale Forschergruppe hat für sie nun einige Belege gefunden. ..." FAZ 27.9.

- "Chinesische Raumfahrer wagen Spaziergang. Frankfurt. Mehr als 43 Jahre nach den ersten Außenbordeinsätzen sowjetischer und amerikanischer Raumfahrer ist nun auch den Chinesen ein solches Manöver geglückt. Am frühen Samstagmorgen stieg Zhai Zhigang in den offenen Weltraum. ..." // Per aspera ad astra : gilt chinesisch noch; neudeutsch: Geh ins Kino mit dem MP3

- Sehr lesenswert: " Zehn Börsenregeln für Anleger. Robert Farrell war bei Merrill Lynch für die Technische Marktanalyse zuständig. Er gilt als ein Nestor dieser Disziplin. Nun hat David Rosenberg, ..." 27.9.

- 'A Crisis of Global Statism
Daily Article by Pierre Lemieux | Posted on 9/25/2008
The current financial turmoil is a "crisis of capitalism," said a spokesman for Britain's Socialist Workers Party, as good Marxists have been repeating for more than a century. "[A]n unregulated financial system is a disaster," echoed Sheila Rowbotham, professor of gender and labor history at Manchester University. Added a leftist London mayoral candidate, "Capitalism has had its chance and failed; now it's socialism's turn."
I wonder what they have been smoking.
Remember that the financial crisis opened last year with the meltdown of the American subprime mortgage market. At that time, half of the residential mortgages in the United States were already held or guaranteed by Fannie Mae and Freddy Mac, two so-called "government sponsored enterprises" (GSE). Over the past year, the two GSEs have financed four out of five mortgages. Fannie May was created in the wake of the Great Depression by Franklin D. Roosevelt; Freddy Mac by Congress in 1970. Private investors happily bought securities issued by the two GSEs because they knew the federal government would never let these companies fail — which proved true last week when they were entirely taken over by Washington. Before the crisis started, the American mortgage market was a paragon of socialism, unparalleled in any other Western country.
The 1997 Community Reinvestment Act, which prevents mortgage lenders from "discriminating" against minority applicants, did not help sound financial decisions. At every turn of a financial decision, some regulator is lurking.
The American financial system is tightly regulated. Created in 1934, the powerful Securities and Exchange Commission (SEC) enforces regulations on all kinds of financial transactions, from registration of securities to disclosure of corporate information. The 2002 Sarbanes-Oxley Act further extended the intervention domain of the SEC. The US Department of Justice prosecutes CEOs and entrepreneurs, and the convicted targets are often given long jail sentences. On Thursday, the New York attorney general — a would-be Elliot Spitzer or Patrick Fitzgerald — announced that he has started a "wide-ranging investigation into short selling in the financial market."...' mises.org

Freitag, 26. September 2008

Permafrost, der 750 000 Jahre lang nicht geschmolzen ist

FAZ, Mobile Gene: Cryptococcus neoformans, bei dem der jüngste horizontale Gentransfer nachgewiesen werden konnte: Vor siebzig Jahren erhielt er ein Toxin-Gen von einem entfernten Verwandten."

11-16° b/s 6067 104,75 WTI 11017

- RWE, Großmann: "Politik FAZ 26.09.08. Im Emissionshandel haben wir viel zu verlieren. Über die Strompreise wird kräftig geklagt. Fast die gesamte Republik stimmt in dieses Lied ein. Weniger klar ist das Bild, wenn es um die Gegenstrategien ..."

- " Eisige Trutzburgen gegen den globalen Klimawandel? Permafrost, der 750 000 Jahre lang nicht geschmolzen ist.
Die trotz fehlender Eisbedeckung tiefgefrorenen Permafrostböden in Sibirien, im nördlichen Nordamerika und in der Hochebene von Tibet gelten ..." hra. 24.9.08
- 'Steht eine kleine Eiszeit bevor
?
Die Erde steht möglicherweise vor einer neuen kleinen Eiszeit, wie sie vom 15. bis in das 19. Jahrhundert mit langen Wintern und kalten Sommern herrschte.Anlass für diese Befürchtung gibt FOCUS zufolge das rätselhafte Verhalten der Sonne. Im Frühjahr 2007 hatte der elfjährige Sonnenzyklus sein Minimum erreicht. Danach sollte ein neuer Kreislauf beginnen und die solare Aktivität wieder ansteigen. Doch bis heute blieb die Sonne ruhig, Sonnenflecken fehlten fast ganz, der letzte war im August zu sehen. Messdaten des Satelliten „Ulysses“ der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen zudem, dass der Sonnenwind so schwach ist wie seit 50 Jahren nicht mehr. Manche Forscher fürchten, der Fehlstart könne bedeuten, dass der überfällige Zyklus ganz ausfällt. ... Die gleichen Bedingungen gab es zu Beginn der kleinen Eiszeit. Für eine endgültige Einschätzung ist es nach Ansicht des Astrophysiker Sami Solanki vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg Lindau noch zu früh: „Es gab auch in der Vergangenheit verlängerte Zyklen mit ausgedehntem Minimum, der längste Zyklus war 13,5 Jahre lang. Diesen Wert hat der derzeitige Zyklus noch nicht erreicht.“' Focus online 25.9.

- "Genetik. Erbmaterial auf Wanderschaft Gene sind in der Natur viel mobiler als bislang angenommen. Sie werden nicht nur zwischen Individuen derselben Art übertragen, sondern oft auch über Artgrenzen hinweg. Ob horizontaler Gentransfer auch unter höheren Tieren vorkommt, bleibt noch zu erforschen. ..." FAZ 24.9.

- 26.9.2003: Nach zwanzig Jahren Debatte : Bundestag verabschiedet Reformgesetze (Agenda 2010) . Bei Merkel wünscht man sich fast Schröder zurück.

Donnerstag, 25. September 2008

Markowitz & Co., Paulsons weitsichtige Investition

Strizz, Reiche, FAZ

10- 15° b/s

- Die Grauzone trägt Mathematik: Markowitz und der Nobelpreis für Markowitz stehen für Effizienz des Markowitz Portfolios." Deswegen brach der Long Term Capital Management Fund zusammen, weil Markowitz und seine Kollegen meinten, man könne die Risiken angemessen im Modell erfassen und damit berechnen. Die Superrechner und Nobelpreisträger Scholes und Merton waren Board-Mitglieder des LTCM. Kollege John Cox war bzw. ist noch im Board von FREDDY MAC. An das Rechnen und die Formeln von Black, Scholes, Merton, Cox u.a. glaubten auch die Derivate-Jungs von Bear Stearns und Co. Doch für diese Märkte ist der Markowitz nicht schlau genug. Modelle sind Reduktionen und bilden nie die ganze Wirklichkeit ab. Mit Betrug und dergleichen hat das nichts zu tun, sondern mit der Anmaßung von Wissen durch mathematisierte Ökonomie. Man könnte auch fragen, warum die FED nach dem Fall des LTCM 97/98 (im Zusammenhang mit der Rußland-Krise) nicht dringlicher über die Ursachen nachdachte. Und die Niedrigzinspolitik beibehielt.
Übrigens: John Cox war bzw. ist im Board von FREDDIE MAC

- Gute Zahlen: NIKE . HP und MS kündigen Aktienrückkäufe an

- Sehr lesenswert: "Standpunkt: Gunnar Heinsohn. Henry Paulsons weitsichtige Investition . 700 Milliarden Dollar für den amerikanischen Finanzminister Henry Paulson zum Kauf von unterbesicherten Hypotheken sind eine Menge Geld. Es ..." FAZ 23.9.
- Rechnungslegung verschärft Finanzkrise . Bilanzierung nach IFRS wirkt prozyklisch / Studie der Ruhr-Universität Bochum
dmoh. FRANKFURT, 23. September. Die internationalen IFRS-Rechnungslegungsvorschriften begünstigen und verschärfen die Finanzkrise. Zu diesem ..." 24.9. FAZ

- "Merkel zum VW-Gesetz. Vereint gegen den Leitwolf aus Stuttgart. Angela Merkel setzt sich für das VW-Gesetz ein, Christian Wulff gibt den Klassenkämpfer - 15.000 Wolfsburger feiern sie. Der nächste Bundestagswahlkampf steht vor der Tür, soziale Gerechtigkeit wird ein Kernthema sein. Die Zeiten ändern sich. ... Frau Merkel scheint auf dem Podium in Halle 11 davon nicht besonders beeindruckt zu sein. „Das VW-Gesetz wird es auch in Zukunft geben“, verspricht sie den „lieben Mitarbeitern“ in den blauen Arbeitsoveralls. Denn: „VW ist Deutschland.“ Und: „Dafür kämpfen wir weiter.“ Osterloh applaudiert. Er führte Frau Merkel selbst in die Halle, sie drückte jedem der Betriebsräte auf der Arbeitnehmerseite des Podiums die Hand, nicht aber den pikierten Vorständen rechts. Wenn Frau Merkel und Wulff darüber sprechen, dass nicht einer das Sagen haben soll, sondern viele, dann denken die Beschäftigten im Saal vor allem an Porsche. Das VW-Gesetz und der Stuttgarter Autobauer, das sind an diesem Tag ein und dasselbe. Vor allem Porsche-Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking hat das Gesetz immer wieder kritisiert, weil es ihm die Einflussnahme auf jenen Konzern erschwert, an dem Porsche schon den größten Anteil hält und dessen Mehrheit das Unternehmen bald übernehmen will. ..." 23.9. // Das nennt man wohl Linkspopoismus oder so.
- "Wohin steuert Frau Merkel die CDU?
LB Charlotte Simmens. Das Thema soziale Gerechtigkeit soll den nächsten Bundestagswahlkampf prägen. Daher geben Frau Merkel und Herr Wulff vor begeisterten VW-Werkern die Retter der Entrechteten. Was für eine Verblendung! Die Angestellten und Arbeiter von VW sind wohl die Letzten, für die das Thema soziale Gerechtigkeit drängend wäre. Hier geht es doch eher um Besitzstandswahrung auf verdammt hohem Niveau. Merkel und Wullf führen die CDU in die Beliebigkeit der politischen Opportunitäten. Standpunkte, Programm, Überzeugungen - alles Phrasen von gestern. Gekocht wird was der Konsument nachfragt. Es stellt sich da einfach nur noch die Frage: Warum fusioniert die CDU nicht mit der SPD? Unterschiede bestehen eh nur noch in Nuancen - wenn überhaupt. Ich würde mich freuen, wenn wir zukünftig wieder eine konservative Partei hätten, welche den Mut aufbringen würde, den Wählern und Wählerinnen auch unbequeme Wahrheiten zu sagen. Dieser allgegenwärtige Opportunismus stößt mich nur noch ab. Es ist die bleierne Zeit ohne wirkliche Alternativen - wenn man denn Lafontaine und Co. nicht als eine solche ansieht. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, nicht zur Wahl zu gehen. Im Moment bin ich mir da nicht mehr so sicher."

- "Bekannt aus alter Zeit
Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass der Fürst von Liechtenstein die Bundesrepublik für das Vierte Reich hält (F.A.Z. vom 12. September). Aber zu denken hat es mir schon gegeben, dass in der Steueraffäre Zumwinkel in der Presse und der Öffentlichkeit zwar die Steuerhinterziehung scharf kritisiert wurde, viel weniger oder gar nicht dagegen die Art und Weise, wie die Regierung an die Datensätze kam. Steuerhinterziehung ist nicht in Ordnung, aber es gibt sie, seitdem es Steuern gibt. Dass aber ein demokratischer Rechtsstaat von einem Kriminellen gestohlene Dateien kauft, ihn dafür fürstlich entlohnt und ihm auch eine neue Identität als deutscher Staatsbürger verschafft, damit er untertauchen kann, ist alles andere als selbstverständlich. Warum regen sich so wenige darüber auf? Hier wurde nach dem Grundsatz verfahren, dass der Zweck die Mittel heiligt. Das kommt mir denn ein wenig bekannt vor aus längst vergangenen Zeiten. Warum fand hierzulande so wenig Beachtung, dass die dänische Regierung das Angebot der deutschen Regierung, relevante Daten zu kaufen, mit der Begründung abgelehnt hat, die Daten seien auf fragwürdige Art erworben worden?"
DR. OTTO GOLDSCHMIDT, FRANKFURT/M, LB, F.A.Z., 24.09.08

- Tata baut seine Maschinen ab.
Indien zeigt sich von seiner unternehmerfeindlichen Seite.
che. SINGAPUR, 24. September. Indien stellt sich in diesen Tagen äußerst investitionsfeindlich dar. So beginnt der Tata-Konzern, die Maschinen ..." FAZ 25.9.

Mittwoch, 24. September 2008

Rußland, Dönhoff

Strizz, Reiche, FAZ
12-17° b

- Gut, daß Rice Rußland-Spezialistin ist: "Condoleeza Rice: Russland isoliert sich selbst. Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice sieht die Welt einem zunehmend autoritären und aggressiven Russland gegenüber. In einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt Frau Rice, es sei an Russland, diesen Weg wieder zu verlassen. Noch könne sich Russland anders entscheiden. ..." FAZ 23.9.

- Dönhoff, Dreck am Stecken, Überkompensation: "... November 1944. Schon zu jenem Zeitpunkt erachtete die damalige Gutsherrin auf Quittainen die Eroberung Ostpreußens durch die Sowjets als unabwendbar und die Möglichkeit eines geregelten kollektiven Abzugs als illusorisch. Da sie "es für hoffnungslos halte, wenn die ganze Provinz erst einmal unterwegs ist, überhaupt noch vorwärts, geschweige denn über eine der Brücken, zu kommen" - so Marion Dönhoff an Otto am 1. November 1944 -, beabsichtige sie, sich "mit dem Reitpferd zu verselbständigen und allmählich gen Westen zu reiten". ... welches grausame Schicksal die Zurückgebliebenen erwarten würde. Dabei erinnert die Gräfin selbst in ihrem veröffentlichten Fluchtbericht daran, dass das Regime den Meldungen über sowjetische Greueltaten an der Zivilbevölkerung im ostpreußischen Nemmersdorf (Oktober 1944) weiteste Publizität verschafft hatte. ... hätten es die Quittainer Gutsleute in Wirklichkeit wohl vorgezogen, wie ihre unmittelbaren Nachbarn auf dem Dohnaschen Gut Schlobitten, die Flucht im Treck zu wagen. Weit über dreihundert Schlobittern gelang das von Marion Dönhoff von vornherein für aussichtslos Gehaltene: Unter Führung des Gutsherrn kam ihr Treck im März 1945 in Niedersachsen an. ... den ein radikales Liberalisierungsprogramm ankündigenden und damit das bundesdeutsche Wirtschaftswunder einläutenden Ludwig Erhard vernichtend abqualifiziert hatte: "Wenn Deutschland nicht schon eh ruiniert wäre, dieser Mann mit seinem absurden Plan, alle Bewirtschaftung aufzuheben, würde es gewiss fertigbringen. Gott schütze uns davor, dass er einmal Wirtschaftsminister wird. Das wäre nach Hitler und der Zerstückelung Deutschlands die dritte Katastrophe." ... Im April 1988 hatte sie - an die Adresse der "Ewiggestrigen" in der Bundesrepublik - festgestellt, "die Proklamierung der Wiedervereinigung als Ziel der Bonner Außenpolitik" sei genau das, "was den Weg dorthin" blockiere und "jede Entwicklung unmöglich" mache. ... sie habe Erich Honecker eine doch wohl nicht ganz gerechtfertigte Respektabilität zuerkannt. ..." F.A.Z., 24.09.2008, Rez. Paul Stauffer: Klaus Harpprecht: Die Gräfin. Marion Dönhoff. Eine Biographie. // Ich habe die ZEIT von etwa 1965 bis etwa 1980 im Abonnemont bezogen und recht intensiv gelesen und noch 1990 habe ich Dönhoff für eine äußerst respektable Frau gehalten. Keinesfalls hätte ich mir vorstellen können, daß sie ihre Guts-Leute einfach im Stich gelassen hat, obwohl sie selbst, wie ich mich gut erinnere, in Artikeln darauf hingewiesen hat, daß das preußische Gut eine fürsorgliche Gemeinschaft darstellte. Sie war eine schlechte, eine feige, eine egomanische Führungsperson, so scheint es, und dann war sie eine große Schwätzerin. - Großen Dank an den Rezensenten Paul Stauffer.

Geldsystem politisch

Strizz, Reiche, FAZ

Fehlendes Vertrauen in den Markt. Von Thorsten Polleit.
Die Erschütterungen, die die globale Finanzarchitektur durchziehen, versetzen professionelle Investoren wie auch private Anleger in Sorge. Doch die Furcht vor einem Zusammenbruch des Geldsystems, vergleichbar etwa mit dem Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wäre ein schlechter Ratgeber. Im günstigsten Fall kehrt das Vertrauen in die Kreditmärkte zurück. Krisensymptome wie abnehmende Handelsvolumina, steigende Kreditzinsen sowie fallende Wertpapierkurse würden sich zurückbilden und Finanzhäuser vor einem weiteren Abwärtsstrudel bewahren.
Doch kaum einer will sich noch auf die Bereinigungskraft des freien Marktes verlassen. So werden sich wohl die Regierungen aufmachen und die Sache in die Hand nehmen. An Instrumenten herrscht kein Mangel. Strauchelnde Banken können nationalisiert oder ihre Verbindlichkeiten garantiert werden. Möglich ist auch, dass Regierungen Schuldverschreibungen an Finanzinstitute übertragen und so deren Eigenkapital aufpolstern. So wurde beispielsweise in Deutschland bei der Umstellung der Reichsmark auf die D-Mark vorgegangen - man nannte die damals ausgegebenen Papiere "Ausgleichsforderungen".
Regierungen können auch einen "Auffangfonds" auflegen, der problembeladene Kredite aufnimmt und mit Staatsanleihen refinanziert - ganz so, wie mit den Folgen der amerikanischen Sparkassenkrise Ende der achtziger Jahre verfahren wurde. Alternativ können die staatlichen Zentralbanken den Geschäftsbanken Verluste ersparen, indem sie ihnen Wertpapiere und Kredite abnehmen und so das Eigenkapital der Banken vor einem weiteren Schrumpfen bewahren. Das Inflationieren jedoch wäre keine gangbare Strategie der Entschuldung. Denn eine steigende Inflation führt zu steigenden Zinsen, die wiederum Dauerschuldner, die ihre Kredite neu finanzieren müssen, in die Pleite führen könnten. Somit würde das Problem, das man entschärfen will, noch verstärkt.
Welche dieser staatlichen "Rettungsmaßnahmen" auch bemüht werden, sie dürften so machtvoll sein, dass Kreditgeber und Einleger der Banken nicht um ihr Geld fürchten müssen. Zum Nulltarif ist all das jedoch nicht zu haben: Die Finanzierung erfordert Steuererhöhungen oder Staatsverschuldung, die die Einkommen der Privaten heute oder morgen sozialisieren. Wie groß die Rechnung ausfällt, lässt sich derzeit kaum verlässlich abschätzen. Als besonders kostenträchtig dürfte sich erweisen, dass die Übelstände einem kapitalistischen Finanzmarktgeschehen zugeschrieben werden, obwohl sie doch eigentlich Folge eines Geldsystems sind, das gewissermaßen planwirtschaftlich verfasst ist. Es ruht auf der Hoffnung, staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsleben - in diesem Fall in seinen wohl wichtigsten Koordinationsmechanismus: dem Angebot von Geld - würden bessere Ergebnisse erzielen, als wenn das Geld von Privaten bereitgestellt wird. Auch die jüngste Krise und ihre Kosten scheint diese Hoffnung nicht wirklich erschüttert zu haben.FAZ 22.9.08
Der Autor ist Chefvolkswirt von Barclays Capital.

Dienstag, 23. September 2008

Ölfund, Arktis, Georgien, Krieger Allahs, Bildungsmängel


Gefängnis-Gemälde: Kunst à la Hugo Chávez

14-16° b/R

- " Ölfund in Brasilien . Brasilien meldet einen weiteren bedeutenden Ölfund vor der Atlantikküste. Nach Angaben der Mineralölgesellschaft Petrobras solle in dem 230 ..." 20.9. FAZ

- Einschließlich Nordpol: " Medwedjew: Die Arktis gehört uns . MOSKAU, 17. September (dpa). Im Streit um die in der Arktis vermuteten Rohstoffvorkommen hat der russische Präsident Dmitrij Medwedjew eine ..."
- " Grundrauschen der Gewalt. Waren die Gegner im Georgien-Krieg Handelnde oder Getriebene? Die Darstellungen Russlands und Georgiens zum Beginn des Fünftagekriegs im August sind gegensätzlich - und doch gleich. Hält man die Kurzfassungen ..." 18.9. FAZ

- " Krieg an vielen Fronten. Zu "Deutsch-afghanische Illusionen" von Stephan Löwenstein in der F.A.Z. vom 5. September: Löwenstein überschätzt den Stellenwert der klassischen Guerrillataktik innerhalb der Strategie terroristischer Netzwerke islamistischer Prägung. ... sind die westlichen Medien der wichtigste Helfer: Zehn Seiten widmet PARIS-MATCH einem makabren Fotoshooting samt Exklusivinterview mit den 'Kriegern Allahs', die französische Soldaten umgebracht hatten. ..." 19.9. LB Holik

- Finanzsenator Thilo Sarrazin: ' Unsere Bildungsmängel sind keine Geldfrage . Der Leitartikel von Heike Schmoll "Bildungspolitik braucht ehrgeizige Ziele" (F.A.Z. vom 4. September) spricht von der "demographischen Rendite" ...' FAZ 18.9.

- Sollte man nicht einräumen, daß ein Dieb schöne Waden haben könne, meinte einst Montaigne. Wie ist das mit Chavez, dem Polit-Gauner? "Chávez-Gemälde erzielt Rekordpreis: Die Mühle der Götter malt . 19. September 2008. Ein Meisterwerk ist es nicht, eher eine Arbeit, die in der Beschäftigungstherapie entstanden sein könnte. Ein Blick durch Gefängnisgitter hinaus in die Nacht, zwei Straßenlaternen, ein Wachturm. Und der hell leuchtende Mond, der „Mond von Yare“, wie der Titel ausweist. Was auf dem Bild fehlt, ist die knallbunte Teufelsfratze, die man gewöhnlich mit der Ortsbezeichnung San Francisco de Yare im venezolanischen Bundesstaat Miranda verbindet. Im dortigen Gefängnis saß 1993 ein Häftling, der nichts weniger getan hatte, als einen Putschversuch anzuführen, und der sich damals offenbar die Zeit damit vertrieb, seine triste Gefängniswelt auf die Leinwand zu bannen. ..." // Dieses Talent erinnert an den Kunstmaler Hitler.
- "Five hundred dollars, friends, I lost:
Woman even sell me cat and horse!
Heya! Matilda, she take me money and run Venezuela." H. Belafonte

- 'Das Kindermobil. „Gibt es jetzt neue Nazis?“ Innenstadt - Kinder wissen oft wenig aus der NS-Zeit. Das Kindermobil, ein neues Projekt des NS-Dokumentationszentrums, soll das ändern: Ein Koffer voller Geschichten und Bilder erzählt von Widerstand, Krieg und Verfolgung. ...' Kölner St.-A. 23.9. // Das ist wirklich ein geeigneter Kinderstoff.

- Kölner Gewalt: "... Polizei-Gewerkschaftschef: Einsatzkräfte besser ausstatten. Vor dem Hintergrund des Einsatzes bei der "Pro Köln"-Demo hat Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, eine bessere personelle Ausstattung der Polizei gefordert. ... Die Gewalttaten der linken Gegendemonstranten verurteilte er: "Linke Chaoten kamen aus ganz Deutschland an, mit bereits vorgebastelten Molotow-Cocktails, mit Steinen im Wagen. Auch fernab des Demonstrationsgeschehens haben sie sofort mit Gewalttaten begonnen. Das war geplante Gewalt, das ist das Erschreckende", sagte der Gewerkschaftschef. Sechs Kollegen seien verletzt worden und er sorge sich, dass irgendwann ein Mensch durch Steinwürfe oder ähnliches zu Tode komme."
(dpa/ddp/epd/bs)
- "... Köln-Porz - Die Arbeiten an der am Samstagmorgen durch einen Brandanschlag zerstörten Zug-Signalanlage dauern weiter an. Das Ausmaß des Schadens an der Anlage in der Nähe der S-Bahn-Station Porz-Wahn ist unterdessen nach wie vor völlig unklar. ..." Kölner St.-A. 23.9.
- Ob links, ob rechts, Kölner Crapule bleibt sich gleich. Obwohl das starke katholische Milieu die Nationalen Sozialisten nicht wählte, obwohl mit Adenauer, ganz anders als heute, ein überragender Oberbürgermeister im Amt war, gab es in der Stadt, wie heute, eine starke Gruppe von Fanatikern: 12. 3.1933 Kommunalwahl in Köln: die NSDAP wird mit 39,6% stärkste Fraktion im Rat. 13. 3.1933 : Oberbürgermeister Adenauer flieht frühmorgens aus Köln. SS und SA besetzen das Rathaus. Adenauer wird für abgesetzt erklärt und Günther Riesen (NSDAP) zum Nachfolger ausgerufen. Es folgt die Gleichschaltung der Stadtverwaltung. Mächtigster Mann in Köln ist fortan der Leiter des NSDAP-Gaues Köln-Aachen, Josef Grohé.
- Hatte wirklich Courage und machte keinen Mode-Rabatz im Gruppenmief: Ferdinand Franz Wallraf verweigerte 1798 als Rektor der alten (Albertus Magnus!) Kölner Universität den Eid auf die französischen Invasoren. Die französische Diktatur schloß die Universität, die erst Adenauer neu gründete.

- Alter Offe: " Wie der Markt die Politik vergiftet . Die Finanzkrise als Demokratieverlust: Colin Crouchs Lagebericht. ..." 22.9. FAZ // Offe, auch ein schlechter Lehrer meiner Jugend (als die FAZ noch keine Rezensionen von Offe abgedruckt hätte), lernt auch weiterhin nicht dazu und glaubt an die Herstellung des Volonte generale durch Politbürokraten, die vor allem wissen, wie man in ein Amt kommt und Schleimreden vor Belegschaften hält. Daß der allgemeine Begriff MARKT für die Menschen steht, die etwas kaufen oder verkaufen wollen, ohne Bezugsmarken zum Beispiel, ohne eine Stunde anzustehen, Bananen zu jeder Jahreszeit, das will in seinen Ideologenschädel nicht hinein.

- Neu: " Du sollst das Mem lieben wie dich selbst! Daniel C. Dennett will die schädlichen Anteile an religiösen Überzeugungen herausfinden. Er übt eine anspruchsvolle Religionskritik, die sich ..." DEN BANN BRECHEN. RELIGION ALS NATÜRLICHES PHÄNOMEN, FFM. 2008, FAZ 22.9.

- "Neues vom Fall Julius und Ethel Rosenberg: Der mitangeklagte Morton Sobell legt ein Geständnis ab. ..." 22.9. FAZ

- Übrigens: "Neandertaler haben auch in Ostfriesland gelebt. Das belegt der Fund eines 40 000 Jahre alten Feuersteins. Bislang waren Neandertaler in Nordwestdeutschland nicht nachgewiesen ..." 19.9. FAZ

Montag, 22. September 2008

Demonstrieren in Köln

Demonstrieren in Köln
Die Ordnung der Dinge, Von Matthias Hannemann, FAZ
21. September 2008 Der ältere Mann hatte die braune Jacke aus dem Schrank geholt: die wasserabweisende mit dem Reißverschluss, wie es sie im Versandhandel oder im Kaffeeladen um die Ecke zu kaufen gibt. Dazu ein Lederetui für die Farbkopie mit der Großmoschee. Eigentlich unauffällig, dachte er. Eigentlich schien nichts dabei zu sein, mit der S-Bahn in die Stadt zu fahren und sich am Dom entlang bis zur Altstadt vorzukämpfen. So machen es viele an diesem Samstag im September, auch ältere Herren von seiner Statur.
Einhundert Meter vor dem Heumarkt glauben sie ihn trotzdem zu erkennen. „Nicht durchlassen, nicht durchlassen!“, brüllt eine Frau, deren Stimme vom Schreien schon ganz heiser klingt. Sie steht in einer schmalen Gasse, inmitten eines Pulks aus aufgeregten Menschen. Die Umstehenden greifen ihre Parole auf, hysterisch, laut und wie ein Mann: „Nicht durchlassen, nicht durchlassen!“, rufen sie. Dann löst sich ein Kerl aus der Wegsperre, er ist groß und stark und bösen Blickes.
„War das ein Nazi?“
Der Mann trägt eine grelle Ordnerweste, als käme er vom Saalschutz. Parteiabzeichen sind auf den Stoff genäht, er gibt sich reichlich offiziös. „Wer sind Sie, wo wollen Sie hin?“, fragt er, und die Menschen hinter ihm wiederholen seine Worte wie im Chor. Einige wollen einen Ausweis sehen. „Wer sind denn Sie, dass ich Ihnen das verraten müsste. Lassen Sie mich durch!“, versucht der Eindringling sich zu wehren. Doch man drängt ihn zurück – zu zweit, zu dritt, zu viert, voller Drohgebärden und ganz ohne Polizei. Die steht behelmt und mit angestrengten Gesichtern hinter der Wegsperre und weiß gar nicht, wohin sie schauen soll: zu den Wahnsinnigen vor oder hinter der Blockade.
In Köln, an diesem Samstag im September, singt man viel von Demokratie und Meinungsfreiheit und kann sie – so schmerzhaft das ist – im Grunde nicht ertragen. Man hätte die Rollläden herunterlassen können am Heumarkt. Man hätte stille Zeichen setzen können, so wie es Anwohner in den Schaufenstern mit Blumen und Protestzetteln versucht haben, stillen Widerstand leisten wie die Hoteliers und Taxifahrer, die sich weigerten, Teilnehmer des Kongresses zu beherbergen und in die Stadt zu fahren. Man hätte alles dafür tun können, um dem provokanten „Antiislamisierungskongress“ der Rechtspopulisten die Aufmerksamkeit zu entziehen.
Doch nicht einmal das Thema Islam ist an diesem Sonnentag gefragt. Nicht hier unten, direkt am Heumarkt, um den herum in jeder einzelnen der engen Altstadtstraßen ein selbsternannter Stoßtrupp hockt – im Namen der Demokratie.
„War das ein Nazi?“, fragt eine Schülerin, als der ältere Herr verschwunden ist. „Das sieht man doch gleich“, antwortet irgendjemand. Und bläst Seifenblasen in die Luft, die hübsch zerplatzen. Der Jubel der Zustimmenden übertönt selbst den Polizeihubschrauber. Seit Stunden hängt der über dem Rhein. Beobachtet, wie sich die Innenstadt füllt. Wie der Heumarkt leer bleibt. Wie sich am nahe gelegenen Bahnhof die Züge auf den Gleisen stauen; die Strecke nach Köln ist nach einem Anschlag auf eine Signalanlage teilweise blockiert.
Die Internationale auf den Barrikaden
„Was haltet ihr denn eigentlich von der Moschee in Köln, die bald gebaut wird?“ Am Buttermarkt, der von Kneipen gesäumten Parallelstraße zum Rheinufer, steht ein Herr mit Brille vor einer der Blockaden. Ein Lehrer offenbar. Er legt darauf Wert, gegen die Gesinnung von „Pro Köln“ zu demonstrieren. Doch er zögert plötzlich, sich in die Menschen hinter der Absperrung einzureihen. Was ihn stört, sind die alarmfarbenen Ordnerwesten. Sie prägen auch hier das Bild. Sollen es auch. Denn ausgegeben hat sie „Die Linke“, für zwölf Euro das Stück, wie es heißt. Beim Gewerkschaftsbund soll es dunklere Waten für umsonst gegeben haben. „Na los, was haltet ihr davon?“, wiederholt der Lehrer seine Frage. Die Westenträger schauen sich an, kopfschüttelnd: „Du bist doch auch nur einer von denen“, sagt der eine, der mit dem Spahnferkelbrötchen im Mund. „Ich finde das nicht in Ordnung, wie das hier abläuft“, sagt der Lehrer. „Wir müssen demonstrieren, klar. Denen da geht es ja gar nicht um Köln. Aber.“ „ Faschist!“, unterbricht ihn der Ordnungshüter. „Ihr seid doch genauso krank wie die Rechten, die ihr stark macht. Verfluchte DDR“, ereifert sich der Lehrer. „Faschist! Mach bloß, dass du wegkommst!“, schleudert man ihm ins Gesicht.
Prompt stimmt eine Gruppe auf den Barrikaden die „Internationale“ an. Nicht etwa halb im Scherz, wie dies früher bei Demonstranten einmal üblich war, zumal bei euphorisierten Juso-Grüppchen. Sondern laut und aggressiv, durchmischt mit antikapitalistischen Parolen, die nach einer Woche wie dieser so selbstverständlich skandiert werden wie selten zuvor. Abends, im Fernsehen, wird ein „Pro Köln“-Aktivist zu sehen sein, der „Nieder mit den Kapitalisten!“ brüllt.
Einige Schüler, die sich ebenfalls in die Menschenmenge an der Wegsperre gemischt haben, schauen sich unsicher an. Sie wissen nicht genau, was eigentlich in der Altstadt passiert. Dann aber singen sie mit. Vorsichtshalber. Schon weil ein Kamerateam jetzt auf die Absperrung draufhält.
Und das, obwohl die Kameraleute die Gruppen mit den schwarzen Kapuzenpullovern und den Allwetterjacken gesehen haben. Nur wenige Meter weiter, auf der Wiese am Rhein, streifen sie schwarze Sonnenbrillen über, knoten sich schwarze Tücher vor das Gesicht. „Hier sind doch überall Kameras der Rechten. Die führen doch Listen“, murmelt einer von ihnen, überrascht über die Frage nach Sinn und Zweck der Vermummung. Ganz überzeugt ist er von seiner Antwort aber offenbar selbst nicht. „Lach doch mal“, rufen wir ihm zu. Da zieht er tatsächlich die Zähne auseinander. Oder das, was von ihnen noch übrig ist.
„Werbeveranstaltung für den Baader-Meinhof-Film“
Am Geländer am Wasser lehnt der ältere Herr mit der braunen Jacke. „Das finde ich nicht gut“, murmelt er und schüttelt den Kopf. Was denn genau? „Nee, nee, nee.“ Wie bitte? „Na, das alles hier“, sagt er. Und will dann nicht mehr reden. Nie wieder.
Er ist nicht der Einzige, der hier lehnt oder auf den Steinen vor den Cafés sitzt, ein wenig verstohlen. Einige von ihnen haben sich eben an den Barrikaden noch als Touristen ausgegeben. Als Journalisten. Als Anwohner oder Brauhausbesitzer. Keine Chance. Nur ein Pärchen gibt zu, eigentlich zur Veranstaltung auf dem Heumarkt unterwegs gewesen zu sein. Sie sagen das ganz leise. „Aus Angst“ sagt der Mann, „aus Protest gegen die geplante Großmoschee für Köln-Ehrenfeld.“ „Wegen der Christen in der Türkei“, sagt die Frau, „und wegen der Selbstmordattentäter. Die sind ja überall.“
Sie sagt das genau in dem Augenblick, als die Polizei die Veranstaltung der Populisten absagt. Aus Sicherheitsgründen. Unterhalb des Turmes von Groß St. Martin fliegen jetzt Gläser und Blumentöpfe durch die Luft. Ziel ist ein Polizeiwagen, hinter dem sich eine Handvoll Männer mit auffallend kurzen Haaren duckt. Feixend, juxend, hohlen Blickes. „Das ist eine Werbeveranstaltung für den Baader-Meinhof-Film“, krakeelt es aus dem Biergarten nebenan. „Kei-ne-Gewalt“, skandiert von der anderen Seite ein Grüppchen Demonstranten. Ein Martinshorn ertönt von der Brücke, unter der sich eine Unterführung zum Heumarkt befinden soll.
Zeit, sich auf den Weg zu machen nach Ehrenfeld, in den Westen der Stadt. Die Haltestelle, die man uns genannt hat, trägt denkwürdigerweise den Namen „Piusstraße“. Sie liegt in der Gegend, durch die „Pro Köln“ seine Gäste ursprünglich hatte fahren wollen. In Reisebussen, so als gelte es, einen gefährlichen Freilicht-Zoo zu durchqueren. Die Karawane hätte vermutlich kaum durch die kleine Straße gepasst, die an einer Tankstelle vorbei zu den Fußballplätzen des Viertels führt. Ein Amateurspiel, B-Jugend, findet ausgerechnet heute dort statt. Einige der Väter, die ihre Söhne abliefern, haben einen „Migrationshintergrund“. Einige von ihnen nicht.
„Demokraten in der Moschee?“
Aus dem Saal der Moschee sind die Gesänge des Mittagsgebetes zu hören. Über den Rundbögen des Eingangs hängt der Schriftzug „Merkez Camii“ – „Zentrale Moschee“. An den Baracken, in denen Lebensmittel und Bücher verkauft werden, hängen drei Poster. Eines von ihnen zeigt das Modell der neuen Moschee, mit deren Bau in wenigen Wochen, nach dem Ende des Ramadans, begonnen werden soll. Eines ist eine Einladung zum „Tag der offenen Moschee“, der im Oktober stattfinden soll. Und eines ist ein Aufruf der Polizei. Sie wisse von der Beunruhigung in der Gemeinde, ist zu lesen. Sie werde dafür sorgen, dass „Sie sich mit Ihrer Kultur und Ihrer Religion bei uns in Köln sicher fühlen können“. Doch bitte: „Lassen Sie sich nicht provozieren!“, heißt es am Ende.
Der Junge, der am Eingang zu einer der Baracke Fladenbrote verkauft, sagt: „Das ist bei uns auch gepredigt worden. Natürlich halten wir uns daran. Schon weil wir wissen, dass man in einer Demokratie solche Protestauftritte akzeptieren muss. Und weil wir wissen, dass es ja schon demokratische Beschlüsse zum Moscheebau gibt.“ Eine junge Frau, die einige hundert Meter entfernt steht, sagt: „Demokraten in der Moschee? Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll. Die Atmosphäre ist ja schon auch unter den gläubigen Türken strenger und religiöser geworden.“
Der Mann, der sich später in der S-Bahn erschöpft auf den uns gegenüberliegenden Sitz fallen lässt, sagt schließlich: „Denen haben wir es aber gezeigt, den Populisten.“ Die kulturelle Bedeutung des Fragezeichens wird heutzutage völlig verkannt.

Ende der Republik
Hans Meier, LB, faz.net
Eigentlich geht es beim Moscheebau um die Frage, welches Gesicht unser Land in Zukunft trägt. Immerhin ist das Verhältnis des Islam zu westlichen Werten, zu Gewalt, Toleranz und Freiheit nach wie vor völlig ungeklärt. Von daher ist es auch leichtsinnig, die einzigen, die den diesbezüglichen Sorgen eine Stimme verleihen, als "populistisch" zu bezeichnen - ich finde die Frage, welchen Stellenwert der Islam im öffentlichen Leben einnehmen soll, eigentlich sehr substantiell. Wenn dies aber nichtmal mehr öffentlich thematisiert werden kann, weil Linksfaschisten, Presse und Behörden gemeinsam gegen die "Populisten" vorgehen, bedeutet das eigentlich das Ende von Demokratie und Republik. Wer so vom öffentlichen Diskurs und demokratischer Teilhabe ausgeschlossen wird, daß ihm faktisch jede Möglichkeit genommen wird, sich zu artikulieren, ist eigentlich zur Auswanderung gezwungen. Was hier geschieht, ist mehr als demokratischer Meinungskampf; es ist ein Bürgerkrieg gegen Teile des eigenen Volkes.

- "... Attacke durch Linke.
Von Erfahrungen mit der Gewaltbereitschaft der Linksautonomen und mit dem Polizeieinsatz berichtet auch Günter A. Menne, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Ein Freund und dessen Bruder, mit denen er sich zum Friedensgebet in St. Maria im Kapitol treffen wollte, seien in der Altstadt von Linksautonomen attackiert worden. In einem Bericht, der auf der Internetseite des „Kölner Stadt-Anzeiger“ dokumentiert ist, schildert er den Vorgang aus Sicht der beiden Opfer, die zuvor noch ihr Büro am Buttermarkt aufsuchen wollten. Ohne ersichtlichen Grund wird der Freund aufs Kopfsteinpflaster geschleudert, sein Bruder bekommt einen Faustschlag auf die Brust. „Wir rappeln uns auf und trollen uns wie zwei getretene Hunde“, so der Bericht. ..." www.ksta.de/html/artikel/1218660599322.shtml 22.9.

Sonntag, 21. September 2008

Deuteropaulinen, Irren, Polizei angegriffen


12-14° b, ein sehr ruhiger und beruhigender Herbsttag.

- 21.9.1558 Todestag des Kaisers Karl V. Vorbildlich: er dankte vorzeitig und freiwillig ab.

- Die Deuteropaulinen: "Auf Grund ihrer besonderen Theologie werden die beiden Briefe an die Gemeinden in Ephesus und Kolossai Schülern des Paulus zugeschrieben. Über Paulus hinaus lehren sie, dass Christus das Haupt des Leibes der Kirche sei. Ihre Christologie und Ekklesiologie entfalten sie in beeindruckenden Hymnen. .. kennen keine apokalyptische Eschatologie, sie sprechen weder von einer Auflösung noch Zerstörung des Kosmos, noch von einer Auferstehung der Toten am Ende der Zeiten ..." Klaus Berger, In der Schule des Paulus, Christus und die Kirche in der Verkündigung des Epheser- und des Kolosserbriefes (http://www.tma-bensberg.de/) // Außerordentlich interessant im Hinblick auf die scheußliche "Offenbarung" des Johannes.

- Erare humanum est, irren ist menschlich, das wußte schon die Antike und wahrscheinlich auch jeder kluge Australopithecus - mit der jeweiligen Wirtschaftsform hat das wenig zu tun, nicht einmal mit dem Wirtschaften, denn der Irrtum ist allüberall zu hause - privat und öffentlich, in allen Religionen und Wissenschaften. Aus Irrtümern läßt sich lernen - das kann eine große Triebkraft sein in rational verfaßten Feldern und ist dies auch, wie diese kleine, schöne Übersicht zeigt. Die besondere Blödigkeit Marxens liegt darin, daß er rationale Betrachtungen auf dem Boden religiöser Erlösungsvorstellungen anstellt. Der Irrtum, die Krisen gehören zum menschlichen Leben, in allen Bereichen - verstärkt durch Gier, Neid, Eitelkeit und Starrsinn. Selawi. Übrigens: Die von Fannie + Freddie Mac finanzierten Häuser sind real. Die stehen noch. In einem Jahr haben die einen guten Preis. (Bilanzierung nach HGB oder zeitnah? , LB)

- Nach dem Abzug der Linksfaschisten: "Sechs verletzte Polizisten, 15 Festnahmen und rund 500 Linksautonome in Polizeigewahrsam ... Müllcontainer in Brand gesteckt, Scheiben eingeworfen und Bushaltestellen zerstört worden. ... mit Schwarzpulver ein Signal auf der Strecke zwischen Porz und Köln beschädigt ... Sachbeschädigung, Nötigung und Landfriedensbruch. Ein Journalist sein eingesperrt worden und habe von der Polizei befreit werden müssen. ... Zehn Autonome seien wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Nötigung und Landfriedensbruch festgenommen worden." kölner stadtanzeiger 21.9.
- Es ging um die ' „Anti-Islamisierungs-Konferenz“ rechtsextremer Gruppierungen in Köln ' , so der Stadtanzeiger, aber man erfährt nichts Näheres in diesem Blättchen. Ebenso wenig beim WDR. Diese Selbstgleichschaltung gab es schon einmal nach 1933. Die Stadtanzeiger-Eigentümer Neven-Dumont sollen übrigens seinerzeit bei der Arisierung in Köln mitgemacht haben, also bei Raub und Diebstahl. (Vgl. "Ausweitung der Grauzone. Der Kölner Verlag DuMont Schauberg im Dritten Reich. Mit Kritik tut sich der Kölner Verlag DuMont Schauberg schwer. Die Replik auf die Studie eines Historikers, der darauf verweist, daß der Verlag ..." FAZ 15.2.06 und "Tausend Akten? Der Verlag DuMont Schauberg im Dritten Reich. Die Geschichte von DuMont Schauberg während des Dritten Reichs macht dem Verlag dank eines Artikels im "Spiegel" zu schaffen. Die Frage, ob ..." FAZ 1.3.06) Das Muster einer wenig vorzeigbaren Vergangenheit, die dann überkompensiert wird, findet sich vielfach: Böll, Mitscherlich etc.
"Geht das schon wieder los?", soll Hilde Domin in Heidelberg 1968 gesagt haben, als sie von ihrem Fenster auf die SDS-Krakeeler hinunterblickte. Und Helmut Schmidt meinte in seinem letzten FAZ-Interview, er traue den Deutschen nicht. Müßte heißen: einem größeren Teil.

- Schuberts Musik macht Müllers Gedicht DER LEIERMANN zu einem ergreifenden Lied:
Drüben hinterm Dorfe
Steht ein Leiermann
Und mit starren Fingern
Dreht er, was er kann.

Barfuß auf dem Eise
Schwankt er hin und her
Und sein kleiner Teller
Bleibt ihm immer leer.

Keiner mag ihn hören,
Keiner sieht ihn an,
Und die Hunde knurren
Um den alten Mann.

Und er läßt es gehen
Alles, wie es will,
Dreht und seine Leier
Steht ihm nimmer still.

Wunderlicher Alter,
Soll ich mit dir geh'n?
Willst zu meinen Liedern
Deine Leier dreh'n?

Samstag, 20. September 2008

H.öl 84,6; Leerverkäufe, „Ehrenmorde“ in der Türkei

Septemberwiese

Kühle Luft, Sonne: 5-16° 6190 (+5%) 11388 (+3,3%) 1,42 WTI 102,61 H.öl 84,6

- Sehr einfallsreich und originell: Bankenkrise: Merkel fordert internationalen Finanz-Tüv; das wäre doch was für die großartige Staatsbank KfW, die so erfolgreich die IKB beaufsichtigt hat und ein großes 400.000.000-Herz für Lehman nach der Pleite hatte? Den KfW-Verwaltungsrat Lafontaine könnte man dann für seine herausragenden Aufsichtsverdienste zum Vorsitzenden befördern.

- "20. September 2008 Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BafFin) hat am Freitag Leerverkäufe der Aktien von elf Unternehmen der Finanzbranche vorübergehend untersagt. Das Verbot gelte vom 20. September um 00:00 Uhr, bis zum 31. Dezember 2008 um 24:00 Uhr, werde jedoch laufend überprüft, teilte die Bafin am Freitagabend in Bonn mit. Bei Leerverkäufen wetten Anleger auf sinkende Kurse eines Unternehmens, um von fallenden Börsenkursen zu profitieren.
Betroffen von dem Verbot sind Papiere von Aareal Bank, Allianz, AMB Generali Holding, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Postbank , Hannover Rückversicherung, Hypo Real Estate (HRE), MLP und Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft. ..." FAZ // Die SEC machte das bereits am 19.8. vor, nachdem vor allem GS und MSt. Ziel von Leerverkäufern geworden waren. Ebenso die brit. Finanzaufsicht.

- Oracle wächst deutlich und profitabel

- "„Ehrenmorde“ in der Türkei. Die Ehre ist immer gefährdet . Der Erhalt der „Ehre“ ist in den traditionellen muslimischen Gesellschaften eines der obersten Ziele. Wird sie befleckt, muss man sie reinigen, notfalls mit Brutalität. Die Soziologin Necla Kelek sieht im Fortbestand der Ehrenverbrechen eine Bankrotterklärung der Türkei. ... Für sie ist die Gewalt über Frauen ein „Besitzstand“, legitimiert sowohl durch Tradition als auch durch die Vorschriften des Glaubens. Im Koran, Sure 4, Vers 34 heißt es: 'Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott einem Teil der Menschen einen Vorzug vor dem anderen gegeben hat . . .' „Nutzungsrecht“ an der Frau. Auch die Ehe ist in der islamischen Rechtsauffassung ein Vertrag, der dem Mann eine Art „Nutzungsrecht“ an der Frau einräumt. Wenn sie sich im Alltag, im Bett angeblich oder tatsächlich dem Willen des Ehemannes widersetzt, wird geschlagen, misshandelt oder der Tod beschlossen - gar nicht zu reden von der Gewalt, die schon vorher zur Durchsetzung des Männerwillens angewendet wurde. Das ist ein schreckliches Kapitel für sich. ... Necla Keleks Buch „Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei“ erscheint am 22. September im Verlag Kiepenheuer & Witsch." 15.9. FAZ

- Das Vierte, das Gute Reich, das Zweitausendjährige, es ist nahe. Die Obrigkeit bestimmt wieder, was gut ist und und die schwarzen, vermummten Straßenschläger ziehen los: "Gewaltsame Ausschreitungen. Rechte Kundgebung in Köln verboten. Die Polizei hat eine Kundgebung der rechten Bürgerbewegung „Pro Köln“ untersagt. Zuvor war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. ... Übergriffe auf die Polizei. Dabei war es auch zu den Übergriffen von Linksautonomen auf die Polizei gekommen. Vermummte versuchten laut Angaben der Polizei, die Absperrungen zu entfernen und gingen mit Gewalt gegen die Beamten vor. Dabei wurden auch Steine, Farbkörper und Knallkörper eingesetzt. Die Einsatzkräfte mussten mit Schlagstöcken die Gewalttäter zurückdrängen. Beamte setzten zudem Tränengas ein, um einen von linken Demonstranten eingekreisten Sympathisanten von „Pro Köln“ zu befreien. Dabei erlitten mehrere Menschen Verletzungen. ... Zuvor stoppte die Polizei einen Bus von Linksautonomen und stellte unter anderem Sturmhauben und Teppichmesser sicher. Zum Schutz der Polizei, die mit insgesamt 3000 Einsatzkräften vor Ort ist, waren in der Kölner Innenstadt Wasserwerfer positioniert. ..." faz.net 20.9.

- "Tradition, Geschichte und politische Moden. Zum Artikel "Wir überleben auch das Vierte Reich!" von Andreas Ross in der F.A.Z. vom 12. September: Man möchte sofort seinen Wohnsitz nach Liechtenstein verlegen - nicht der wunderbaren Landschaft oder der verlockenden Steuervorteile wegen, sondern weil dieses kleine Land von einem Fürsten regiert wird, der sich weder vom herrschenden Zeitgeist und seinen lautstarken Vertretern noch von politischer Großmacht einschüchtern lässt. Stattdessen sieht Fürst Hans-Adam die Dinge aus der Sicht von Tradition und Geschichte eines alten Adelsgeschlechts, für das wechselnde Regierungen und Verfassungen anderer Staaten nur Moden sind. Herzlichen Dank für diese erfrischende Perspektive!
Waltraud Plieninger, Nordheim-Nordhausen, LB, Text: F.A.Z., 20.09.08, S. 17

- Alexander Mitscherlich. 20. September 1908: auch so ein Verführer meiner Jugend, ein geltungssüchtiger Schaumschläger und Phantast, der nach der Devise schrieb: wenn ich's doch meine, dann ist es auch Wissenschaft. Diese Salonschwätzer kamen über die Schiene Dönhoff/Zeit und Spiegel. Man mußte schon gute Ratgeber haben, um von anderen Autoren überhaupt zu hören, so eindimensional vermittelten die meisten Medien.

Freitag, 19. September 2008

Wirtschaftswissen ist Lebenskunde

Strizz, Reiche, FAZ

- - Kursfeuerwerk rund um den Globus

"Glos: Wirtschaftswissen ist Lebenskunde
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat sich nachdrücklich dafür ausgesprochen, in allen Bundesländern ein eigenständiges Schulfach Wirtschaft ..." 18.9. FAZ

- "... Was kann man gegen einen Dominoeffekt tun? Die erste und wohl wichtigste Maßnahme ist ein System der Einlagensicherung, das den Kunden zumindest einen Teil ihres Geldes garantiert. Ganz unproblematisch ist ein solcher Schutz aber auch nicht, da er finanziert werden muss - das bedeutet, dass die guten Banken für die Risiken der schlechten Banken mitzahlen müssen. Es müssen also Regeln gefunden werden, wer nach welchen Kriterien welchen Beitrag für einen solchen Sicherungsfonds zahlt. Zudem kann die Existenz einer Einlagensicherung dazu führen, dass die Kunden ohne Blick auf das eigene Risiko ihr Geld den Banken mit den größten Risiken - und damit auch den höchsten Zinsen - zuwerfen. ..." FAZ 16.9. Finanzkrisen & Bankensturm, Den Letzten beißen die Hunde, Von Hanno Beck

- Die meisten Menschen lernen nur pathologisch: " Mit der Finanzkrise wiederholt sich die Geschichte. Die Finanzkrise kam für viel überraschend. Dabei steht bereits alles in der Analyse Benjamin Grahams und David Dodds der große Immobilienkrise der dreißiger Jahre. ... Wie der gegenwärtigen Krise ging auch der damaligen eine Hausse auf dem Immobilienmarkt voraus, die sich in den Jahren 1928 und 1929 in stetig steigenden Immobilienpreisen, Mieten und Baukosten sowie einer Ausweitung der Bautätigkeit niederschlug ..." Reno Basner, Hans Hirth (TU Bln.) FAZ 26.05.2008

- "Zentralbanken können auch bankrottgehen. Der Ökonom Willem Buiter befürchtet Verluste aus dem Ankauf privater Kreditmarktpapiere. Eventuelle Verluste aus diesen risikobehafteten Papieren würden das Eigenkapital der Zentralbanken angreifen - und das ist nicht sehr groß. ..." FAZ 19.5.08 // Die Eigenkapitalbasis ließe sich stärken !

- "Kein Vergleich zu 1929
Gerhard Dünnhaupt LB Während der großen Depression der dreißiger Jahre standen in den USA 30% aller Hypotheken auf dem Spiel. Jetzt sind es gerade mal 2,7%. Das bedeutet in anderen Worten, dass 97% aller Hypothekeneigner fleißig ihre Raten abzahlen. Wo es 5% Arbeitslose gibt, haben 95% nach wie vor ihren Job und ihr regelmäßiges Einkommen. Gewiss ist das Finanzwesen für die Wirtschaft wichtig, aber es ist nicht das Ende der Welt, wenn einige Tausend Banker und Börsenhändler ihre Jobs verlieren. PS: Kleine Korrektur: "In Washington" brachen überhaupt keine Banken "reihenweise" zusammen. Es handelt sich um zwei oder drei New Yorker Finanzinstitute.
" 20.9. faz.net

Koranschule, Ayaan Hirsi Ali, Rußland will Kiew bevormunden

Haushaltslesung (Strizz, Reiche, FAZ)

6-15° tr

- "- "Pakistan - Kinder der Koranschule. Ein Film aus einer anderen Welt: der Welt der Koranschulen, Dschihad-Kämpfer, islamischen Fundamentalisten und der Taliban. In Pakistan gibt es über 15.000 Koranschulen, die sogenannten Madrassas. Einst wurden sie von den Amerikanern im Kampf gegen die sowjetische Besetzung und den Kommunismus unterstützt, doch heute bereiten nicht wenige dieser islamischen Kaderschmieden den ideologischen Boden für den gewalttätigen Feldzug gegen die USA vor.
Eine der pakistanischen Koranschulen, in Haqqania an der Grenze zu Afghanistan, hat besondere Bedeutung: Hier wurde ein Großteil der Taliban-Führer ausgebildet. Zum ersten Mal seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhielt ein Filmteam Zugang zu dieser Schule, die von einem der einflussreichsten Männer der radikalislamischen Welt geleitet wird.
Schon vor dem Morgengrauen begibt sich das Kamerateam hinter die Tore dieser Madrassa und beobachtet unter anderem Kinder beim Auswendiglernen des Korans - in Arabisch, einer Sprache, die sie eigentlich nicht kennen.
Außerdem folgt die Dokumentation dem Leiter der Schule zu einer Massenveranstaltung, bei der zur Auslöschung Amerikas aufgerufen wird." (Dänemark, 2002) ARTE F , Regie: Ulrik Holmstrup, Eva Arnvig
- "ARTE Reportage(Frankreich, 2007) Ayaan Hirsi Ali : die Dissidentin
Mit Theo Van Gogh war Ayaan Hirsi Ali eng befreundet, mit ihm gemeinsam produzierte sie einen provozierenden Film über die Lebensbedingungen muslimischer Frauen. Nach der Ermordung des Filmemachers im Jahre 2004, mitten in Amsterdam, hat sie sich entschlossen, ihre Wahlheimat Holland zu verlassen und ließ sich in den USA nieder. ... Eine schwierige Situation für eine engagierte Frau, die auch weiterhin einen fortschrittsfeindlichen Islam anprangern will. Ayaan Hirsi Ali wurde in Somalia geboren, lebte zunächst in Äthiopien, danach in Saudi-Arabien, später in Kenia. Als sie mit 22 Jahren zwangsverheiratet werden sollte, flüchtete sie nach Holland, dort wurde ihr 1992 zunächst politisches Asyl gewährt, später erhielt sie auch die niederländische Staatsangehörigkeit. Sie setzte ihre Studien der politischen Wissenschaften fort und machte sich als Integrationsberaterin für ausländische Frauen einen Namen. 2002 wurde sie Mitglied der Liberalen Partei, schon ein Jahr später zog sie ins niederländische Parlament ein. Dort setzte sie eine Reihe von Gesetzen durch, eines davon verbietet die Beschneidung junger Mädchen. In mehreren Zeitungsartikeln und in Fernsehauftritten verurteilt sie die wesentlichen Hindernisse, die der Integration von Frauen entgegenwirken. Ayaan Hirsi Ali hält weiter an ihrer Überzeugung fest, daß « dem Islam die Revolution der Auklärung » noch bevorstehe, nach französischem Vorbild plädiert sie für eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Mit 39 Jahren ist die Aktivistin genau wie Taslima Nasreen zu einer Symbolfigur in der Verurteilung eines « blinden und diskriminierenden Islam » geworden."

- Aggressiv: 'Sergej Lawrow. „Kiew will Kaukasus-Krise skrupellos ausnutzen“. Der russische Außenminister Lawrow wirft der Ukraine in einem Beitrag für die F.A.Z. „einen falschen politischen Kurs“ vor, der „einfachste demokratische Verfahren missachtet und die Ukraine in die Nato drängen soll“. Ein Nato-Beitritt der Ukraine hätte „negative Auswirkungen auf die gesamteuropäische Sicherheit“. " FAZ 15.9.

Donnerstag, 18. September 2008

Dumm, dümmer, KfW; Euler, Semnonen, SACRE, Johannes Off., Sure 9,5

Euler
11-14°, kühl, aber sonnig. Der Kirschlorbeer blüht sein zweites Mal. Der Fledermaus ist's noch nicht zu kalt.
5863 11020 1,4350 97,88 WTI

Dumm, dümmer, KfW: "Glos: Kein Verständnis für „Dummheiten“ KfW-Risiko bei Lehman noch größer als bekannt. Ausgerechnet am Tag der Lehman-Pleite hatte die Staatsbank KfW der amerikanischen Bank eine Menge Geld überwiesen. Zunächst war von 300 Millionen Euro die Rede. Nach und nach werden weitere Details bekannt. Nach Informationen der F.A.Z. hat die KfW gegenüber der Investmentbank Forderungen aus verschiedenen Positionen von 536 Millionen Euro. Wie viel davon zu retten ist, ist unklar. ..." 18.9.
- Nein, das ist nicht der Einsturz unserer Welt, im Vergleich zu Pest und Cholera der venezianischen Renaissance handelt es sich um eine spannende, stets neu überraschende, komfortable Krise mit hohem Unterhaltungswert und Dummer-August-KfW-Einlage. Über diesen Herdentrieb werden wir demnächst ebenso lachen wie über die verblichene Internet-Blasen-Verrücktheit. Der Rinderrun birgt sehr schöne Chancen. (Vgl. Titanensturz, Bartetzko, FAZ)

- 18. September 1783 : Todestag des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler

- Sie töteten auch gerne: " Als die Ältesten und Edelsten unter den Sueben bezeichnen sie die Semnonen. Eine Bestätigung ihres hohen Alters bietet ein religiöser Brauch: Zu einer festgesetzen Zeit kommen in einem Wald, heilig durch Weihung der Väter und Ehrfurcht heischendes Alter, alle Völkerschaften desselben Blutes durch Gesandtschaften zusammen, opfern im Namen der Gesamtheit einen Menschen und begehen dann die schauervolle Feierlichkeit eines barbarischen Gottesdienstes. ..." tacitus, germania, 39. Die Semnonen und der heilige Wald
- Im SACRE DU PRINTEMPS Strawinskis haben wir das gleiche für den slawischen Raum musikalisch bearbeitet, wobei nicht nur die Auswahl des Stoffes, sondern auch die Musik selbst eine gewisse Lust an der Barbarei verrät.
- Sie töteten auch gerne: "... Und der erste Engel posaunte: und es ward ein Hagel und Feuer, mit Blut gemengt, und fiel auf die Erde; und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte. {2 Mose.9,23} 9,23
Also reckte Mose seinen Stab gen Himmel, und der HERR ließ donnern und hageln, daß das Feuer auf die Erde schoß. Also ließ der HERR Hagel regnen über Ägyptenland, 8Und der andere Engel posaunte: und es fuhr wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer; und der dritte Teil des Meeres ward Blut, {2 Mose.7,20} 7,20
Mose und Aaron taten, wie ihnen der HERR geboten hatte, und er hob den Stab auf und schlug ins Wasser, das im Strom war, vor Pharao und seinen Knechten. Und alles Wasser ward in Blut verwandelt. 9und der dritte Teil der lebendigen Kreaturen im Meer starben, und der dritte Teil der Schiffe wurden verderbt. 10Und der dritte Engel posaunte: und es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und über die Wasserbrunnen. {Jesaja.14,12} 14,12
Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefällt, der du die Heiden schwächtest! 11Und der Name des Sterns heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser ward Wermut; und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie waren so bitter geworden. 12Und der vierte Engel posaunte: und es ward geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, daß ihr dritter Teil verfinstert ward und der Tag den dritten Teil nicht schien und die Nacht desgleichen. {Offenbarung.6,12} 6,12
Und ich sah, daß es das sechste Siegel auftat, und siehe, da ward ein großes Erdbeben, und die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond ward wie Blut;{2 Mose.10,21} 10,21
Der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, daß es so finster werde in Ägyptenland, daß man's greifen mag. 13Und ich sah und hörte einen Engel fliegen mitten durch den Himmel und sagen mit großer Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen, vor den andern Stimmen der Posaune der drei Engel, die noch posaunen sollen! ..." johannes offenbarung, Kap. 8; dieser Johannes ist nicht zu verwechseln mit dem Evangelisten, der ein anderer, unbekannter Autor war. Es gibt seit jeher Streit darüber, ob dieses scheußliche Elaborat alttestamentarischer Machart in den NT-Kanon zu stellen sei.
- "Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf." Sure 9,5

Mittwoch, 17. September 2008

Morgan Stanley, Bahai

Weiter kühl: 9-15° tr 5948-6002-5861 WTI 94-96 10610 -4%

- Morgan Stanley mit ordentlichem Gewinn (-3% netto), Kurs verliert etwa 40%. Wenn die Rindviecher in eine Richtung rennen.
- US-Leitzins bleibt bei 2%, Fed hilft AIG

- Broder erinnert an die Bahai: "... Eine Religion, die auf Glauben und Vernunft basiert.
Die etwa sieben Millionen Baha'i gehören mehr als zweitausend Ethnien an, die größte Baha'i-Gemeinde mit mehr als zwei Millionen Angehörigen gibt es in Indien, die zweitgrößte mit mehr als 800 000 in Amerika. In Iran, dem Geburtsland des Baha'ismus, leben etwa 400 000 Anhänger des Religionsstifters Bab, der 1850 in Täbris hingerichtet wurde. Es handelt sich also um eine sehr junge Religion, gerade 150 Jahre alt.
Wenn es eine Religion gibt, die auf Glauben und Vernunft basiert, in der Frauen vollkommen gleichberechtigt sind, in der Bildung und Erziehung geschätzt werden, die in Theorie und Praxis gewaltlos ist, dann ist es der Glaube der Baha'i. Sie haben keinen Klerus, jeder Baha'i regelt sein Verhältnis zu Gott in eigener Verantwortung, das Gebet ist vor allem eine meditative Übung. Was praktizierte Nächstenliebe und Respekt vor anderen Konfessionen angeht, sind die Baha'i allen Konkurrenten weit voraus.
Dass sie im Iran der Mullahs und Ajatollahs nicht einmal ihres Lebens sicher sind, hat vor allem zwei Gründe. Erstens war der Bab ein Schiit, der sich „selbständig“ gemacht hat, deswegen gelten die Baha'i als Häretiker, die vom wahren Glauben abgefallen sind. Zweitens steht das spirituelle Zentrum der Baha'i im israelischen Haifa, eine wunderschöne weitläufige Parkanlage, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Allein deswegen gelten die Baha'i als verkappte Zionisten und Agenten Israels. Und während Christen und Juden, sofern sie keine Zionisten sind, zu den geschützten religiösen Minderheiten gehören, gelten die Baha'i nicht einmal als Dhimmis, Bürger zweiter Klasse. Die Baha'i sind de facto vogelfrei. ..." Henryk M. Broder, Hildegard von Bingen, Gott und ich, FAZ 16. September 2008

- Nicht nur Hemingway tötete gern: "... Trinidad - so heißt der Stadtteil im Nordost-Quadranten des amerikanischen Hauptstadt-Distrikts. Er hat in diesem Sommer traurige Berühmtheit erlangt als gefährlichster Stadtteil Washingtons. Der Mord an dem dreizehn Jahre alten Alonzo Robinson erregte die Gemüter besonders. Der Jugendliche aus Alabama war mit seiner Mutter Marcella Robinson zu Besuch bei der krebskranken Großmutter in Washington. Die beiden hatten das Pech, dass sie in jener verhängnisvollen Nacht bei Freunden zu lange beisammen saßen und sich erst kurz vor halb drei Uhr morgens auf den Heimweg machten. Die Mörder fuhren, wie sie das zu tun pflegen bei den berüchtigten „drive-by shootings“, mit dem Auto heran. Der Schütze öffnete das Fenster der Beifahrertür, fragte „Was gibt's?“ - und eröffnete das Feuer. Marcella Robinson erlitt einen Steckschuss im Arm, Alonzo starb, getroffen von mehreren Kugeln, ehe der Rettungswagen eintraf.
Es war in der Nacht zum 19. Juli nicht das erste „drive-by shooting“. Gut eineinhalb Stunden zuvor waren in Trinidad ein anderer dreizehn Jahre alter Junge und ein Mann schwer verletzt worden. Und auch danach hörte das Schießen und Töten nicht auf. ..." Mein Washington, D.C. Im Fernsehen sieht das Weiße Haus viel größer aus. Von Matthias Rüb, Washington. 17.9. FAZ

Dienstag, 16. September 2008

Bangladesch u. Klimapropaganda



Kleine Eiszeit dauert an: 9-14° tr

- Bangladesch: "Der größte Teil Bangladeschs wird vom Deltabereich der Flüsse Brahmaputra, Ganges und Meghna gebildet; ein von vielen Wasserläufen durchzogenes ebenes Gebiet, das häufig von Überschwemmungen bedroht ist, da die großen Flüsse aufgrund der Abholzungen im Himalaya immer öfter große Wassermassen führen müssen. Die Hauptstadt Dhaka liegt nur sechs Meter über NN. ..." (Wiki) :: UNSINN: "Bangladesch gilt als Extrembeispiel für den Klimawandel. Im Jahr 2030 muss das Land mit zwanzig Millionen Klimaflüchtlingen rechnen. Schon jetzt müssen Schulen und Bibliotheken vor den steigenden Fluten weichen - und verlegen sich aufs Wasser." FAZ 15.9. // Wer auf Meereshöhe siedelt in einem riesigen Mündungsdelta, muß seit jeher Dämme bauen oder woanders siedeln.

- Indonesien - Fließend Wasser für die Flores-Insel - ein Kanadier muß das Legen einer Wasserleitung initiieren und mit nur wenigen Helfern durchführen, während sich die Mehrheit zunächst vor der Arbeit drückt.

- "Die Simpsons" ansehen: Dort geht der zehn Jahre alte Serienheld Bart Simpson in eine Bank und erlaubt sich einen üblen Scherz. Hinter dem Rücken der Kunden sagt er Sätze wie: „Was soll das heißen, mein Geld ist weg?" Oder: „Sie können mich also nicht mehr auszahlen?" Die Folgen dieses Streichs sind verheerend. Als die Kunden fälschlicherweise vermuten, dass die Bank nicht mehr genügend Geld hat, stürzen sie alle zum Schalter, um noch rechtzeitig ihr Geld abzuziehen - und bringen die Bank damit zu Fall.

- Schnäppchenjäger: - Barcleys hätte ganz gern Lehman's, Merril Lynch wird von BoAmerica begehrt.

Montag, 15. September 2008

Einstiegskurse, Chouinard


5-14° s Die Stare sind noch da

- Was für schöne Einstiegskurse!! : 10918 6064 1,4241 94,10 WTI DB 54,21 Da der h.s.s. überwiegend nur pathologisch lernt, ist die Insolvenz von Lehman und die Übernahme von MLdurch Bank of America zu begrüßen.

- "Zum Hass erzogen Die Islamisten beginnen ihre Propaganda bei den Allerkleinsten: Im Hamas-Fernsehen für Kinder hat die Puppe eines palästinensischen Waisenkindes die Puppe von Präsident Bush erstochen. " 1. April 2008 FAZ // Na, das hätte dem Papagei Til Schweiger sicher gut gefallen, der die Wähler der Republikanischen Partei am 11.9.08 mit Al Kaida verglich.

- Body Remix/ Goldberg Variationen
(Deutschland, Kanada, 2007, 56mn)ZDF .
Musik: Johann Sebastian Bach, Louis Dufort. Choeographie: Marie Chouinard
Fernsehregie: Marie Chouinard
In "Body Remix/ Goldberg Variationen" verwandeln sich die Körper der Tänzer - mit Krücken, Stangen, Prothesen und anderen Hilfsmitteln versehen - in hybride Wesen zwischen Mensch und Maschine. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Schönheit und Deformation, Vollkommenheit und Kontrollverlust steht im Mittelpunkt dieser Tanzperformance. Die kanadische Choreographin Marie Chouinard erforscht in ihrer virtuosen tänzerischen Meditation zu Glenn Goulds Goldberg-Variationen die Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers. Die Produktion feierte 2005 auf der Biennale in Venedig ihre Premiere und eröffnete im selben Jahr das Berliner Festival "Tanz im August". ... "Body Remix/ Goldberg Variationen" ist ein Stück über körperliche Freiheit und Unfreiheit, manchmal skurril, aber in jedem Fall exzellent getanzt. Gleichzeitig ist das Stück ein Dialog mit Glenn Goulds legendärer Interpretation der Goldberg-Variationen. ... Das Stück zeigt auf humorvolle Weise, wie eingeschränkt der Mensch doch in seinen Bewegungen ist - auch wenn er sich nicht davon abbringen lässt, immer wieder über diese Beschränkungen hinaus gehen zu wollen, auch, wenn er dafür Schmerzen in Kauf nehmen muss.
// Sehr viel interessanter, aber nicht solider als Ratzinger.

Sonntag, 14. September 2008

H.öl D 86,40; VW,


5-14° s H.öl D 86,40 (85,10)

- "Ringen um die Macht bei VW. Piëch hat überzogen. Der Patriarch Ferdinand Piëch fällt seiner Familie in den Rücken. Nun droht ihm der Porsche-Clan, als letztes Mittel, mit der öffentlichen Demütigung, der Abwahl in einer außerordentlichen VW-Hauptversammlung. Ausgerechnet Ministerpräsident Wulff (CDU) ruft in dieser Lage zum Friedensgipfel auf. ..." FAZ 13.9. // Der Mensch, ein Mistkerl. Aber wer genau ist es? Kaiser Piëch, der VW technisch erfolgreich geführt hat, aber betriebswirtschaftlich sehr schwach? Wiedeking, der Piëchs Technikverliebtheit entgegenhält, daß VW eine kritische Geschäftsphase nicht überleben würde? Wulff, der seine eigene Macht in Hannover nicht mindern möchte? Der Arbeiterrüpel Osterloh, der sich von seinem korrupten Vorgänger Folkert nur durch Zurückhaltung bei der Vorteilsannahme unterscheidet und blind die kurzfristigen Partialinteressen von Teilen der jetzigen Belegschaft vertritt? Wolfgang Porsche, der sein Imperium vergrößern will? Merkel, die Wulff gegen Brüssel unterstützt in Sachen VW-Sondergesetz, um sich Arbeiterbeifall in Wolfsburg abzuholen?
- " Das Land sollte verkaufen . Von Carsten Knop. Volkswagen ist ein normales Unternehmen. Es gibt keinen Grund, warum das Land Niedersachsen mit einer Sperrminorität an dem Autokonzern beteiligt ..." 13.9. // Das Land sollte schnellstens verkaufen, solange der Kurs völlig überhöht ist und das Land Schulden hat.

Samstag, 13. September 2008

Chodorkowski

Chodorkowski hatte bei Yukos eine transparente Unternehmensstruktur geschaffen, unterstützte die liberale Opposition und kritisierte Putin, FAZ 13.9., Der Käfig von Krasnokamensk, Von Andrzej Stasiuk

Kleine Eiszeit: 13-16° R/b, angesagte Bodenfrostgefahr; "Der Herbst soll nach der Langzeitprognose des DWD eher warm werden. Donnerwetter.de prophezeit gar einen September 'mit viel Sonne und nochmals sommerlichen Temperaturen um 25°'." Focus 37/2008

- Last night of the Proms: Rule Britannia, Hand in Hand, unio mystica, fasces, nur noch nostalgisches Ritual.- Labour hat inzwischen wieder vervespert, was Thatcher aufgebaut hat.

- 'Beck kritisiert SPD. „Umgangsstil eines Wolfsrudels“ Einen „Wolfsrudel“-Politikstil ..." // Er ist nicht nur führungsschwach, einfallslos, langweilig und uneinsichtig - er ist auch zoologisch ungebildet.