Donnerstag, 27. Mai 2010

Orient und Okzident kann man nicht verwechseln



- Orient und Okzident kann man nicht verwechseln

Da ist das Christentum vor. Zwar haben Menschen überall auf der Welt nach dem Kleinkind-Vater-Mutter-Schema Götter erfunden, aber einen Gott, der sich schmachvoll töten läßt, um ausgerechnet Menschen zu erlösen, das ist eine sehr merkwürdige, einzigartige Besonderheit. Der Europäer wächst als Kind in diese exotische Phantasie hinein und so ist sie ihm ganz gewöhnlich. Für Erwachsene aus dem Orient aber, aus Ostasien etwa, dürfte ein solcher Exotismus unverständlich sein.
Das gilt auch für die ideologischen Weiterungen einer solchen neutestamentlichen Religion, die zur Feindesliebe aufruft. Sie entwickelt einen Schwächekult, der so eigenartig ist wie ihr Ursprung in einem schwachen Gott des Leidens.
Lange Zeit, Jahrhunderte hindurch, haben die Europäer das Neue Testament des Christentums nicht ernstgenommen, sondern als religiöse Dekoration aufgefaßt. Erst seit etwa fünfzig Jahren, schon zur Zeit des Absterbens des europäischen Kirchenchristentums, entfaltet die Schwächeverehrung im Rahmen des Sozialismus und des Sozialdemokratismus ihren großen Einfluß im nichtreligiösen Bereich.
Besonders in Deutschland. Im Bildungssystem zum Beispiel. Im Zentrum der Pädagogik steht nicht der fleißige, intelligente und strebsame Schüler oder Student, an dem sich die anderen orientieren sollen und der Preisgelder als Belohnung erhält, sondern der faule, dumme und lässige, der besonders viel Geld kostet, der die anderen stört und das Lernklima verdirbt. Für ihn wird die sehr teure Gesamtschule eingerichtet, die in sozialdemokratisch regierten Städten die Lernbegierigen möglichst die ganze Schulzeit hindurch mit den faulen Störern zusammensperrt. Ohne den Hintergrund des Neuen Testaments mit seiner Vorliebe für den einen "Ungerechten" unter 99 "Gerechten" kann man solchen zerstörerischen Pädagogikunsinn schlechterdings nicht begreifen.
Es gilt allerdings, daß den protestantischen Christen, insbesondere den calvinistisch beeinflußten amerikanischen Kirchenanhängern, der eine "Bill Gates", "Steve Jobs" oder "Larry Ellison" immer noch lieber ist als 500 untüchtige Normalbürger. Das bewirkt das Festhalten der Calvinisten am Alten Testament, das nicht dem Neuen Testament untergeordnet wird. Solange eine "Tüchtigkeitsorientierung" im amerikanischen Bildungssystem besteht, unterstützt durch eine Tüchtigkeitsauswahl bei der Einwanderung, wird sich Amerika im globalen Wettbewerb behaupten können. Umgekehrt wird der Schwächekult in Europa, insbesondere in Deutschland, das bei der Einwanderung die Untüchtigsten auswählt und die Einwanderung in die Sozialkassen zuläßt, zu einer wachsenden Belastung werden.