Freitag, 30. Juni 2017

Bruch Double Concerto for violin and viola in E minor I. Andante con moto

Analysieren, statt phantasieren


These 10: "Dumm und übel handeln diejenigen Priester, die Sterbenden kirchenrechtliche Bußstrafen für das Fegfeuer vorbehalten."
(DLF)

Die Schamlosigkeit des Klerus gegenüber Sterbenden war grenzenlos. Ihnen wurden Erbschaften abgepreßt, die die katholischen Gangster zu großen Landbesitzern und reichen Funktionären machten. Natürlich gab und gibt es kein Fegefeuer. Auch hier zeigt sich Luther als Depp. Besonders, wenn man ihn mit einem ernsthaften, analytisch denkenden Autor vergleicht.

Lukrez beleuchtet die Kausalität:
I. Lehrsatz. Nichts wird aus Nichts
Nichts kann je aus dem Nichts entstehn durch göttliche Schöpfung.
Denn nur darum beherrschet die Furcht die Sterblichen alle,
Weil sie am Himmel und hier auf Erden gar vieles geschehen
Sehen, von dem sie den Grund durchaus nicht zu fassen vermögen.
Darum schreiben sie solches Geschehn wohl der göttlichen Macht zu.
Haben wir also gesehen, daß nichts aus dem Nichts wird geschaffen,
Dann wird richtiger auch die Folgerung draus sich ergeben,
Woraus füglich ein jegliches Ding zu entstehen im Stand ist
Und wie alles sich bildet auch ohne die Hilfe der Götter.
Gäb' es Entstehung aus Nichts, dann könnt' aus allem ja alles
Ohne weitres entstehen und nichts bedürfte des Samens.
So könnt' erstlich der Mensch aus dem Meer auftauchen, der Fische
Schuppiges Volk aus der Erde, die Vögel dem Himmel entfliegen,
Herdengetier und anderes Vieh wie die wilden Geschöpfe
Füllten beliebig entstanden das Fruchtland an wie das Ödland.
Auch auf den Bäumen erwüchsen nicht immer dieselbigen Früchte,
Sondern das änderte sich, kurz, alles erzeugte da alles.
Hätte fürwahr nicht jegliches Ding ureigene Keime,
Wie nur könnte für alles ein sicherer Ursprung bestehen?
Doch weil jegliches jetzt aus bestimmten Samen sich bildet,
Tritt es nur dort an den Tag und dringt zu den Räumen des Lichtes,
Wo sich der Mutterstoff und die Urelemente befinden.
Dadurch wird es unmöglich, daß alles aus allem entstehe,
Weil in besonderen Stoffen tut jedes gesondert die Kraft ruht.
Weshalb sehen wir ferner im Lenze die Rosen erblühen,
Sommerhitze das Korn und den Herbst die Trauben uns spenden?
Doch wohl, weil zu der richtigen Zeit sich die Samen der Dinge
Gatten und alles, was dann aus ihnen sich bildet, zu Tag tritt,
Wenn auch die Witterung hilft und die lebenspendende Erde
Sicher das zarte Gewächs in die Räume des Lichtes emporführt.
Kämen aus Nichts sie hervor, dann würden sie plötzlich entstehen
Ohne bestimmten Termin auch in anderen Zeiten des Jahres.
Denn dann gäb' es ja keine befruchtenden Urelemente,
Welche mißgünstige Zeit an der Zeugung könnte verhindern.
Auch für das Wachstum wären befruchtende Zeiten nicht nötig,
Wenn aus dem Nichts hervor die Dinge zu wachsen vermöchten.
Denn dann würden sofort aus Säuglingen Jünglinge werden
Und mit urplötzlichem Schuß entwüchsen die Bäume dem Boden.
Aber dergleichen entsteht doch nicht: man sieht es ja deutlich;
Wie es sich schickt, wächst jedes gemach aus besonderem Keime.
Und so wahrt es die eigene Art auch im weiteren Wachsen.
Also man sieht: aus besonderem Stoff mehrt jedes und nährt sich.
Hierzu kommt, daß ohne geregelten Regen im Jahre
Keinerlei labende Frucht uns die Erde vermöchte zu spenden;
Fehlt dann das Futter, so könnten natürlich hinfort die Geschöpfe
Weder die Art fortpflanzen noch selbst ihr Leben nur fristen.
Drum ist's glaublicher, daß gar vielerlei Stoffelemente
Vielerlei Dingen gemeinsam sind, wie die Lettern den Wörtern,
Als daß irgendein Wesen der Urelemente beraubt sei.[34]
Schließlich warum hat Mutter Natur nicht Riesen erschaffen,
Die wohl über das Meer mit den Füßen zu schreiten vermöchten,
Die mit den riesigen Händen die mächtigen Berge zerspellten
Und jahrhundertelang ihr leibliches Leben erstreckten,
Läge nicht für die Entstehung der Wesen jedwedem bestimmter
Urstoff vor, aus dem sich ergibt, was wirklich entstehn kann?
Also: Nichts entsteht aus dem Nichts. Dies ist nicht zu leugnen.
Denn es bedarf doch des Samens ein jegliches Ding zur Entstehung,
Wenn es hervorgehn soll in des Luftreichs dünne Gefilde.
Endlich sehen wir doch, wie bebautes Gelände den Vorzug
Hat vor dem wüsten und bessere Frucht dort erntet der Pflüger.
Siehe, der Erdenschoß birgt offenbar Urelemente,
Die wir zum Licht befördern, so oft wir die fruchtbaren Schollen
Wenden und pflügend die Schar den Boden der Erde durchfurchet.
Wären sie nicht, dann wären umsonst all' unsere Mühen;
Denn dann sähe man alles von selbst viel besser gedeihen.

Lukrez, „Über die Natur der Dinge.“ S. 33ff.



















Telemann Fantasie in D for solo viola da gamba - Jonathan Dunford

Donnerstag, 29. Juni 2017

Biologisches und chronologisches Alter können stark differieren


Die Frage nach dem Lebensalter – Rechtsmedizinische Forschung zum Thema Lebensaltersschätzung, Prof.’ in Dr. med. Stefanie Ritz-Timme, Düsseldorf
Vortragsinhaltsangabe:
"Das deutsche Rechtssystem stellt in einer Vielzahl von Regelwerken auf das Erreichen eines bestimmten Lebensalters ab. Beispiele sind die Strafmündigkeit junger Straftäter, der Bezug von Altersrente oder die Bewertung pornographischen Materials als „Kinderpornographie“. Zudem spielt das Lebensalter eine wichtige Rolle bei der Identifikation unbekannter Verstorbener und damit bei der Aufklärung von Tötungsdelikten. Die Schätzung des Lebensalters ist eine Herausforderung, weil der Alternsprozess komplex ist und durch viele Faktoren beeinflusst wird, was große Differenzen zwischen biologischem und chronologischem Lebensalter bedingen kann. Morphologische Verfahren zur Altersschätzung liefern in der Altersspanne von Wachstum und Entwicklung, also bis etwa zum 20. Lebensjahr, meist ausreichend gute Ergebnisse. Allerdings können bei Lebenden aus rechtlichen und ethischen Gründen nicht alle Verfahren in jeder Situation eingesetzt werden. Im Erwachsenenalter sind die Ergebnisse morphologischer Verfahren meist enttäuschend. Neue Möglichkeiten eröffnen „molekulare Verfahren“ zur Lebensaltersschätzung. Der menschliche Körper besitzt Moleküle, die altersabhängige Veränderungen zeigen. Dazu gehören langlebige Eiweiße, in denen es u.a. zu einer Akkumulation von D-Asparaginsäure kommen kann. Die daraus abgeleitete Methode zur Lebensaltersschätzung ist eines der präzisesten Verfahren zur Altersschätzung im Erwachsenenalter überhaupt. Nachteil des Verfahrens ist seine begrenzte Anwendbarkeit an Lebenden. Diesbezüglich gibt ein weiterer molekularer Ansatz Anlass zu Hoffnung, in dessen Fokus die Frage der Nutzbarkeit der DNA-Methylierung zur Altersschätzung steht. Forschung zum Thema Lebensaltersschätzung war noch nie so wichtig wie heute – in Zeiten globaler Migration und Flucht, in denen viele Menschen in Europa tatsächlich oder angeblich nicht wissen, wie alt sie sind. Das Ergebnis der Schätzung ihres Alters ist oft weichenstellend für ihren weiteren Lebensweg.”

Die jungen Sozialeindringlinge geben immer ein geringeres Alter an, wie im Fall des afghanischen Serientäters  Hussein K.: “Neuigkeiten im Mordfall Maria L.: In dem Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Mordes gegen den angeblich 17-jährigen Hussein K. liegen der Staatsanwaltschaft die beauftragten medizinischen Gutachten zur Altersfeststellung des Tatverdächtigen vor. "Die medizinischen Gutachten legen nahe, dass der Beschuldigte zur Tatzeit bereits Erwachsener (mindestens 22 Jahre) war", meldet die Staatsanwaltschaft am Mittwochvormittag. Die Ermittlungen - auch zur Altersfeststellung - seien jedoch noch nicht abgeschlossen.” (Badische Zeitung, 29.6.17)
Hier besteht also ein dringendes Bedürfnis nach einer präzisen Altersbestimmung.
Auch die frühere Erschleichung der Rente spielt eine zunehmende Rolle.
Biologisches und chronologisches Alter können stark auseinanderfallen. Im Fall einer Leichenidentifizierung ergab die Obduktion ein biologisches Alter von ca. 30 Jahren; das molekulare Verfahren ergab jedoch ein chronologisches Alter von ca. 50 Jahren - erst dadurch konnte die ermordete Frau identifiziert werden.


http://www.badische-zeitung.de/freiburg/mordfall-maria-hussein-k-ist-laut-gutachten-mindestens-22-jahre-alt--133811662.html   


















Geisterei


Luthers These 9: "Der Heilige Geist erweist uns eine Wohltat durch den Papst, indem dieser in seinen Dekreten Tod- und Notsituationen immer ausnimmt."

Was die Religioten alles erfunden haben! Den “Heiligen Geist” auch noch! Und die Zusammengeisterei von Ungeist und Papst! Als Wohltat! Wenn da nicht alle Geister lachen!

Da sehen wir schnell zu Lukrez hinüber:

Jene Gemütsangst nun und die lastende Geistesverfinstrung
Kann nicht der Sonnenstrahl und des Tages leuchtende
Helle Scheuchen, sondern allein die Naturanschauung und Forschung.
Lukrez, Über die Natur der Dinge, S. 33  

Gedanken muß man sich machen, nicht im Reich der Gespenster, sondern in Anschauung der Natur. Da heißt es systematisch untersuchen und Kausalitäten herausfinden.  













Mittwoch, 28. Juni 2017

Wenn man erst an die vielen Klima-Fehlinformationen denkt ... und an die Windwahnmühlen ... und den Dämmwahn, der tödlich sein kann ... /// Was in der Zeitung steht - Reinhard Mey

DIE EHE - EINE GUMMIZELLE


“Denn die heutige Form der Einehe mit staatlich geschützter Treuepflicht, also die Zwangsehe, dient in erster Linie der Aufrechterhaltung neurotische Strukturen, die Ihnen schon in der Kindheit systematisch anerzogen werden. Damit Sie ein williger und brauchbarer Untertan und Arbeitnehmer werden.” So tönte es 1968ff., hier DIE EHE - EINE GUMMIZELLE, von Ingo Mummert in konkret v. 30.7.1970

Heute wollen die Spinner von damals die Ehe für alle, wobei sie die Herren im Auge haben, die man von den lautstarken und ob ihres grellen Treibens abstoßenden “Gay-pride-Paraden” kennt.
Obwohl die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften weiter steigt, 2017 wurden 2,8 Mio. vom Statistikamt gezählt. 2008 waren es nur 2,4 Mio.
Es geht den Linken ums Prinzip, denn mit der “eingetragenen Lebenspartnerschaft” ist den berechtigten Anliegen seriöser Homosexueller Rechnung getragen.
Im Artikel 16 GG heißt es:
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.” Und aus 16,4 GG ergibt sich, daß die Mutterschaft dabei mitgedacht ist: “(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.”
Dieser besondere Schutz resultiert aus der besonderen Schutzwürdigkeit von Müttern, da die Kinder eine langfristige Belastung sind, und aus dem langfristigen Interesse von Gesellschaft und Staat, eine ausgewogene Altersstruktur zu erhalten, damit nicht wenige Junge viele Alte versorgen müssen. Der jungen Ehe soll durch diesen besonderen Status die Entscheidung für Kinder erleichtert werden. Man könnte annehmen, daß Artikel 16 GG an Bedeutung gewonnen habe angesichts gestiegener Scheidungsraten und gesunkener Geburtenzahlen. Es besteht also keinerlei Bedarf, andere Gruppen der Gesellschaft, die mit der Mutterschaft nichts zu tun haben, aufzuwerten.

Das Verhalten der Kanzlerin nicht nur in dieser Frage besitzt den Charme eine Wetterfahne. Viel Geschrei ersetzt dieser Frau die Orientierung.

D.R.A. German Jazz Trio

Dienstag, 27. Juni 2017

Orientierung statt Schuldklamauk


Luthers These 7:
"Überhaupt niemandem vergibt Gott die Schuld, ohne dass er ihn nicht zugleich - in allem erniedrigt - dem Priester, seinem Vertreter, unterwirft."

Schuld? Ich lese immer nur Schuld. Und dann noch dem Pfaffen unterwerfen, erniedrigt werden - was für ein irrer Humbug!

Dagegen Lukrez:

Also es ziemt uns zunächst auf die himmlischen Dinge zu achten
Und mit Fleiß zu erforschen die Bahnen der Sonn' und des Mondes,
Wie sie laufen und welcherlei Kraft sich in allem betätigt
Hier auf Erden. Doch forschenswert vor allem bedünkt mich
Unsere Seele, woher sie stammt, und das Wesen des Geistes,
Und was unsere Seele im Wachen nicht minder zu schrecken
Pflegt wie im Krankheitsfall und wenn wir vom Schlafe betäubt sind,
Daß wir die Toten zu sehen und Stimmen von jenen zu hören
Meinen, deren Gebein schon längst von der Erde bedeckt wird.

Lukrez, Von der Natur der Dinge, S. 32f.

Das lohnt der Mühe: Orientierung nach außen - Astronomie - und vor allem die Orientierung nach innen: Psychologie.









Dieser Häher ist aufgrund seiner Intelligenz beliebtes Objekt für Gedächtnisforschung. /// The Western Scrub-Jay

Ohne episodisches Gedächtnis auch keine Zukunftsplanung


Neurobiologie und Neuropathologie des episodischen Gedächtnisses, Jun.-Prof. Dr. Armin Zlomuzica, Bochum (Junges Kolleg)

Das episodische Gedächtnis bezieht sich auf die Erinnerung persönlicher Ereignisse bezüglich dessen, was sich ereignet hat und unter welchen kontextuellen Bedingungen (räumlich und zeitlich) sich dieses Ereignis zugetragen hat. Beim episodischen Gedächtnis werden folglich Umweltinformationen in Verbindung mit räumlichen und zeitlichen Bezügen abgespeichert. Episodische Gedächtnisdefizite treten bei einer Reihe von neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen auf, unter anderem bei der Alzheimer‘schen Demenz. Systematische Beeinträchtigungen in episodischen Gedächtnisleistungen zählen zu den ersten prä-klinischen kognitiven Symptomen bei der Alzheimer‘schen Erkrankung. Bis vor einigen Jahren existierte kein valides Säugetiermodell für episodische Gedächtnisdefizite, d.h. das Kardinalsymptom einer anterograden Amnesie bei Menschen konnte im Säugetiermodell nicht nachgebildet werden. Wir haben ein Gedächtnisparadigma für Nagetiere entwickelt, um Basisleistungen des episodischen Gedächtnisses, d.h. das Wissen darum, „Was“ sich „Wo“ und „Wann“ ereignete, simultan in einem Test zu messen. Unsere Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Tiere in der Lage sind, Faktenwissen in einen räumlichen und zeitlichen Bezugsrahmen zu setzen. In dieser Hinsicht ist unser Paradigma ein methodischer Fortschritt in Richtung eines validen Säugetiermodells für episodische Gedächtnisinhalte. Die Verwendung unseres Paradigmas führte zu weitreichenden Erkenntnissen über die zugrundeliegenden neuroanatomischen und molekularen Grundlagen episodischer Gedächtnisfunktionen. Darüber hinaus konnte eine Reihe promnestischer Substanzen identifiziert werden, die sich zur pharmakologischen Behandlung von amnestischen Syndromen eignen könnten. Unter Verwendung eines reversen translationalen Ansatzes arbeiten wir derzeit an der Entwicklung neuer Paradigmen, mit denen episodische Gedächtnisfunktionen speziesübergreifend untersucht werden können."

Der Hintergrund dieser Forschungen ist die Tatsache, daß die Millionen für die Hirnforschung und speziell für Alzheimer nicht zu einem Prädiktor für Alzheimer vor dessen Ausbruch geführt hat. Das Tiermodell hat u.a. Hinweise für die Rolle des Vasopressins für die temporale Erinnerung geliefert.

















Montag, 26. Juni 2017

Empty Room by the Wolfert Brederode Quartet

So ein Seelchen!


Luthers These 6: "Der Papst kann nicht irgendeine Schuld erlassen; er kann nur erklären und bestätigen, sie sei von Gott erlassen. Und gewiss kann er ihm selbst vorbehaltene Fälle erlassen; sollte man diese verachten, würde eine Schuld geradezu bestehen bleiben."

Was für ein unsäglicher Unsinn. Schuldgeschwätz. Er pinkelt dem Papst ans Bein. Am Ende will er selbst ein neuer Papst sein, natürlich ein besserer. Dafür hat er sich von Cranach 100 mal malen lassen. Durch die neuen Medien hat der Mistkerl es geschafft, seinen Hokuspokus durchzusetzen.

Wie anders tönt uns Lukrez:

Wesen der Seele

Denn man weiß ja doch nichts von dem Wesen der Seele; man weiß nicht,
Ob sie schon mit der Geburt in uns eingeht oder ob dann erst
Sie entsteht und im Tod mit dem Leibe zusammen sich auflöst;
Ob sie im Orkus verschwindet und seinen geräumigen Schlüften
Oder ob Götterbefehl sie in andre Geschöpfe verbannet.
So sang Ennius einst, der erste der römischen Dichter,
Der von des Helikon Höhen sich ewig grünenden Lorbeer
Pflückte zum Kranz. Hell klinget sein Preis durch Italiens Lande.
Zwar verkündet der Dichter in seinen unsterblichen Versen,
Unten am Acheron seien wohl allerlei Räume, doch unsre
Wirklichen Seelen und Leiber gelangten da nimmer hinunter,
Sondern nur Schattengebilde und wunderlich bläßliche Schemen.
So sei einst aus der Tiefe des ewig jungen Homeros
Schatten im Traum ihm erschienen und habe mit Tränen im Auge
Ihm zu enthüllen begonnen im Lied das Geheimnis des Daseins.
Quelle:
Lukrez: Über die Natur der Dinge. Berlin 1957, S. 32.

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Die Sache mit der Seele ist inzwischen geklärt. Der Körper ist ein Information verarbeitendes System mit Phantasie. Dieser entspringt die Vorstellung einer „Seele“, aber das ist nur ein Märchen, das die Pfaffen auf die übelste Weise ausgebeutet haben. Stirbt der Körper, hat auch die „liebe Seele“ Ruh.






















Sonntag, 25. Juni 2017

Unten ist auch noch was












Wer erinnert sich noch an Prof. Meadows, der für den Club of Rome die unvergeßliche Studie „Die Grenzen des Wachstums“ schrieb? Das war 1972 und beruhte auf einer schönen Computersimulation bis 2100. Darin errechnete er ganz klar und eindeutig, daß im Jahre 2000 Schluß sei mit dem Erdöl, futsch, verbraucht, finito.

Ach, es war so schön gerechnet, aber die Wirklichkeit der Welt blamierte sich bis auf die Knochen. Es gibt immer noch Öl, und es fließt weiterhin viel Öl durch alle Rohre. 2017 ist kein Ende der Ölförderung abzusehen. Und immer neue Felder werden entdeckt. 
Es wird auch kein Ende des Öls geben. Meint Thomas Gold (1920-2004), Sohn eines Bergbaudirektors aus Wien. Sein Hauptfach war die Astronomie, die er in Harvard und Cornell vertrat. Aber die Tiefe bis etwa 150 km hinunter in den Erdmantel fand er trotzdem spannend. Daß Kohle und Erdöl aus riesigen Sumpfwäldern entstanden sein sollten, überzeugte ihn nicht. Solche Sumpfwälder gebe es in der Gegenwart nicht, und falls es solche 300 Meter tiefen Sümpfe in der Erdvergangenheit gegeben haben sollte, hätten darin keine Bäume wachsen können. Und er zählt noch eine ganze Reihe weiterer Gründe auf, warum vermutlich Kohle und Erdöl abiotisch durch aufsteigendes Erdgas entstanden und weiterhin entstehen. Wenn auch langsam. 


Diese Theorie mutet jedenfalls nicht so unsinnig an wie der Computermüll des Herrn Meadows und seiner Clubspinner.  













Samstag, 24. Juni 2017

MASTER CLASS avec Vincent LÊ QUANG, CONSERVATOIRE DE DUNKERQUE 24/03/2012.

Geisterhaft




Bild: Goya/Wikip., “Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer”





Das kommt aber sehr windig daher beim Deutschlandfunk! Und der Titel ("Geisterwelten ragen in unsere Welt hinein")
taugt höchstens für die Geisterbahn. Und natürlich wird die Neurologie bemüht, und das geht schon gleich etwas schief. “Das Verrückte ist ja, dass die Neurobiologen mittlerweile fähig sind, Apparitionen, also Erscheinungen anderer Menschen, experimentell hervorzurufen. Interessanterweise passiert das durch Reizungen in genau dem mittleren hinteren Areal, wo alle Lappen und Teile des Gehirns zusammenlaufen und wo auch Informationen aus dem Gleichgewichtsorgan vor allem verrechnet werden mit anderen inneren Informationen und Informationen aus der Haut. Das heißt, da, wo der Mensch sich selbst überhaupt als aufrecht stehender, sitzender, liegender Mensch gerade definiert und empfindet und auch die Intention zum Handeln gewinnt, genau da kann man diese Illusion hervorrufen, und dadurch wirkt sie ungeheuer realistisch; und sie ist ja auch realistisch, weil es eben die Wahrnehmung unser eigenen Komplexität ist.”

Das Gehirn ist ein sehr dezentrales Organ. Doch eine gewisse Örtlichkeit bestimmt seine Architektur. Im Groben lassen sich Hirnstamm, Zwischenhirn und Großhirnrinde unterscheiden. Alles ist mit allem verbunden, aber einzelne Module arbeiten selbständig neben-, mit- und gegeneinander. 
“Und schon seit Jahrzehnten wissen die Neurologen, daß die Realisierung des Willens - das Schmieden und Ausführen von Plänen - die Aufgabe der Stirnlappen ist.” (Pinker, Denken, S. 182) 
Da läuft also eine Menge zusammen - und gleich wieder auseinander, wenn das Gefühlshirn im Zwischenhirn (Limbisches System) etwas Anderes will als der vordere Stirnlappen. Und wenn der schläft - etwa, wie bei Goyas “Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer” - dann können sich auch Monster wie die Religion einstellen.














Freitag, 23. Juni 2017

Ashkenazy plays Ravel: Gaspard de la Nuit - Ondine

Lukrez warnt


Luthers These 5: "Der Papst will und kann nicht irgendwelche Strafen erlassen, außer denen, die er nach dem eigenen oder nach dem Urteil von Kirchenrechtssätzen auferlegt hat."
DLF, VTzT, 23.6.17
Als Führerorganisation setzte die katholische Kirche über ihren absoluten Monarchen, den Papst, Recht. Und befand/befindet über Strafen. Nach der Beichte. Dem widerspricht Luther, soweit es sich um Strafen im Namen des großen Wichtelmanns handelt. Die Machtbasis des Klerus wird damit infrage gestellt. Vor dem wird gewarnt. Indirekt. Aber in übler Absicht. Keine Strafe soll mehr erlassen werden können, die Strafgewalt wird über ein dauerhaft schlechtes Gewissen verinnerlicht.
Ganz anders weht der Geist der Freiheit bei Lukrez:
Warnung vor den Priestern
Jeweils denkst du vielleicht von den dräuenden Worten der Priester
Heftig bedrängt und bekehrt aus unserem Lager zu fliehen!
Denn was könnten sie dir nicht alles für Märchen ersinnen,
Die dein Lebensziel von Grund aus könnten verkehren
Und mit lähmender Angst dein Glück vollständig verwirren!
Und in der Tat, wenn die Menschen ein sicheres Ende vermöchten
Ihrer Leiden zu sehn, dann könnten mit einigem Grunde
Sie auch der Religion und den Priesterdrohungen trotzen.
Doch so fehlt für den Widerstand wie die Kraft so die Einsicht,
Da uns die Angst umfängt vor den ewigen Strafen der Hölle.


Lukrez, Über die Natur der Dinge, S. 31f.















Das angesagte Gewitter blieb aus. Gut so. /// Beethoven: Symphony No 6, 4th movement (Bernard Haitink, London Symphon...

Donnerstag, 22. Juni 2017

Philip Plickert (Hrsg.): Merkel: Eine kritische Bilanz


So klein, daß man die Notiz leicht übersah:

Philip Plickert (Hrsg.): Merkel: Eine kritische
Bilanz
FAZ 19.06.2017
„Sie kennen mich“ – mit diesem Spruch warb Angela Merkel vor vier Jahren für ihre Wiederwahl. Doch wer ist Merkel wirklich? Was sind ihre Verdienste, was ihre größten Fehler? In diesem Buch ziehen 22 Professoren und Publizisten eine Bilanz. Philip Plickert, Wirtschaftsredakteur dieser Zeitung, hat renommierte Autoren versammelt, die das politische Wirken und die Person Merkels analysieren. Mit Beiträgen von Norbert Bolz, Necla Kelek, Cora Stephan, Michael Wolffsohn, Thilo Sarrazin, Roland Tichy, Justus Haucap und anderen. Das Fazit der Autoren: Merkel ist ein Scheinriese. ..."

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