Montag, 16. Juli 2007

Piscator, Stalin, Mao

30° - eigentlich nur ein Abend, um den Grillen zuzuhören.
Zufallsfund im Archiv, paßt aber gut zum heutigen FAZ-Feuilleton-Aufmacher („Über Maos Jagd darf heute niemand mehr reden“) : Erwin Piscator, Präsident des Internationalen Revolutionären Theaterbundes mit Sitz in Moskau, verfilmt 1932, nein, nicht den von Stalin in der Ukraine organisierten Massenhungermord, sondern Genossin Seghers’ „Aufstand der Fischer“ am Schwarzen Meer. Hübsche Bilder zeigen ihn auch im im großen Packard, den er aus Berlin einführen ließ (von der Roten Hilfe?). (FAZ 17.8.02)
Dazu fällt mir ein, daß Robert Conquest gerade 90 geworden ist (FAZ 14.7.07, S. 35), der über Stalins Hungerterror forschte: „In 1986, Conquest published ‚The Harvest of Sorrow: Soviet Collectivisation and the Terror-Famine, another exhaustively researched work, dealing with the collectivisation of agriculture under Stalin's direction in 1929-31, in which millions of peasants died of starvation or through deportation to labour camps.“ (Wikipedia) Den Schriftsteller Warlam Schalamow konnte Piscator in seiner geschätzten SU nicht treffen, was er auch gar nicht wollte; der saß seit 1929 im Gulag. („Am Kältepol der Grausamkeit“, Neue Zürcher Zeitung, 30.6.07)
- Das gehört dann auch noch hierher: „Einhundert Millionen
13. November 1997 FAZ
Gezählt hat sie keiner. Fünfundachtzig, vielleicht sogar hundert Millionen sollen es seit 1917 gewesen sein. Zum achtzigsten Geburtstag der Oktoberrevolution haben französische Historiker eine Bestandsaufnahme der im Namen des Kommunismus erfolgten Verbrechen vorgelegt: "Le livre noir du communisme. Crimes, Terreur, Répression". Der 850 Seiten umfassende Sammelband ist in den Editions Robert Laffont erschienen, der Historiker Stéphane Courtois zeichnet als verantwortlicher Herausgeber. Von Rußland bis Vietnam, von der ehemaligen DDR über Äthiopien und Kambodscha bis China, Kuba, Nordkorea wird eine Bilanz erstellt. Der Befund ist niederschmetternd. "Der Nürnberger Prozeß des Kommunismus" überschrieb Pierre Daix im "Figaro" seine Besprechung: "In den meisten kommunistischen Ländern gehörten die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Regierungssystem.“ "
(Alle genannten FAZ-Artikel sind frei auf faz.net einsehbar)