Donnerstag, 26. April 2012

Geduldig wie Krupp-Stahl







Soviel Schule reicht oft aus  






Netzwerken hilft! Die OECD-Schulsozialisten haben sich mit den Freunden bei der Bertelsmann-Stiftung und dem Institut für Schulentwicklungsforschung verbunden, oder umgekehrt, und eine neue Studie gebastelt, die bestätigt, was die Schulsozis schon immer glaubten und sagten: in deutschen Schulen zählt der Herkunft, den armen Kindern bleibt das Abitur versagt.  
Sollten es die armen Schüler dann nicht einfach wie Alfred Krupp und sein Vater machen? Mit 14 Jahren raus aus der Schule und tüchtig ins Berufsleben einsteigen? Wenn schon kein Abitur, dann eben Unternehmer werden. Textilmaschinenpionier Richard Arkwright besuchte gar keine Schule. (Meine private These ist ja schon länger, daß die überlange Schulzeit insbesondere die Begabten faul macht, weil unterfordert, und die Dummen noch dümmer, weil sie vom praktischen Lernen abgehalten werden. Als Studienassessor verfolge ich das mit einem gewissen Interesse.)  

Zurück zu Alfred Krupp, der an einem 26.4.1812 geboren wurde. Woher die tüchtigen Krupps stammen, ist nicht ganz geklärt. Das Ahrgebiet und der Niederrhein kommen in Frage, Arndt Krupe alias Krupp verlegt jedenfalls das erste Essener lutherische Gesangbuch, weswegen vermutet wird, er sei seiner Konfession wegen nach Essen gekommen, das als lutherische Hochburg galt. (Vgl. http://bit.ly/IsntS7) Die Konfessionsthese paßt sowohl zur Ahr, da käme als Station Neuwied in Frage, das Glaubensfreiheit gewährte und viele Protestanten anzog, als auch der reformierte holländische Niederrhein.  

Wie dem auch sei, die Krupps waren Protestanten, tüchtig und gewerbefleißig und ließen sich in ihrer unternehmerischen Geduld nicht durch schlimme Krisen, geschweige denn vom fehlenden Abitur, entmutigen.  
Ob das den Innsbrucker Verhaltensökonomen Matthias Sutter zu seiner Schüler-Geduld-Studie inspiriert hat? Die erscheint demnächst in der “American Economic Review”, Redakteur jpen. hat sie schon gelesen und zitiert: 
“Ungeduldigere Jugendliche geben mit höherer Wahrscheinlichkeit Geld für Zigaretten und Alkohol aus, haben einen höheren Body-Mass-Index   und sparen mit geringerer Wahrscheinlichkeit Geld.” (FAZ 23.4.12) 

Man darf vermuten, daß sie auch weniger häufig Abitur machen und noch seltener Krupp-Manager werden.  
Wer hätte das gedacht? Die OECD-Bertelsmann-Schulentwicklungsinstitut-Sozis sicher nicht.  
Bleibt die Frage, wie man an Geduld, Disziplin und Selbstkontrolle kommt. Calvin und Luther oder Wößmann und Siggi-Pop fragen?