Montag, 20. Februar 2012

Gab’s schon in der Eiszeit





Kleine Eiszeit bei Nachtfrost und 3°C mittags.



- Antibiotika-Resistenz gab es schon vor dreißigtausend Jahren, sagen Wright und Kollegen aus Kanada (doi: 10.1038/nature10388). Existierten denn da schon die bösen Bauern, die Antibiotika an ihre Hühner verfütterten? Wohl nicht. Wahrscheinlich liefen die Bauern damals noch einzeln hinter den Hühnern her als Jäger.
Die Bakterien lagen im alaskanischen Dauerfrostboden, ihre Resistenz ist natürlichen Ursprungs, sie ähneln zudem heutigen resistenten Bakterien, die also offensichtlich nicht durch Antibiotikabehandlungen Mutationen ausgebildet haben. (FAZ 14.2.12)

Sonntag, 19. Februar 2012

Bellevue als Altersheim umbauen





Volljurist, Grundgesetzkommentator, staats- und unterschriftserfahren - Roman Herzog wäre ein kompetenter Bürgerombudsmannkandidat und hat schon einen Schreibtisch in Bayern

(Bild: Wiki.)





Bundespräsident - wofür? Als Oberlehrer der Nation? Nein, danke.

Jetzt wäre die Gelegenheit, den unnützen Zopf abzuschneiden. Ohne Phantasie und Gestaltungskraft haben die Autoren des Grundgesetzes diese Ersatzkönigsstelle geschaffen, weil sie glaubten, es gäbe dafür einen Bedarf. Nach zwei teuren Nullnummern im Hause Bellevue - auch dieses Haus paßt nicht zu einer bürgernahen Zivilgesellschaft - wäre es Zeit, diese Stelle zu streichen und der Parteienklüngelei zu entziehen.
Die Gesetze könnten durch einen parteilosen, volljuristischen und für 2 Jahre von allen gewählten Bürgerombudsmann unterzeichnet werden.

Samstag, 18. Februar 2012

Kalte Sonne?




Bild: www.cartoonsbyjosh.com/




Das meiste, was wir wissen, haben wir den Massenmedien entnommen - wenn auch nicht unbedingt einem Boulevardblatt wie der BILD-Zeitung. Wenn diese aber aus der weitgehenden Selbstgleichschaltung der deutschen Massenmedien in Klimafragen herausspringt und vier Beiträge aus klimarealistischer Sicht auf S. 2 abdruckt, dann muß man das als besonderes Ereignis werten und den Autoren Vahrenholt und Werner Weber (TU Dortmund) gratulieren. Und im weiteren auch den anderen Autoren des Buches „Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“: dem Geologen Lüning, Nir Shaviv (Uni Jerusalem), Scafetta (Duke Uni) und Svensmark (Danish National Space Institute). Gerade Prof. Svensmark und Prof. Weber erreichen damit ein größeres Publikum. Weber formuliert gegen Ende seines Gastbeitrags:

“Es sollte allerdings nicht vergessen werden, daß mindestens die Hälfte, wenn nicht sogar zwei Drittel der bisherigen Erwärmung auf das Konto der Sonne unter modulierender Mithilfe interner ozeanischer Klimazyklen geht. Der Bezugspunkt für das 2-Grad-Ziel liegt bezeichnenderweise genau in der kleinen Eiszeit, also einer natürlichen Kältephase. Die anschließende Erwärmung hin zu einer Warmphase ist ein natürlicher Prozeß, der sich in der Nacheiszeit routinemäßig alle 1000 Jahre wiederholte. Es ist sicher nicht zielführend, im 2-Grad-Ziel anthropogene und natürliche Ursachen zu vermischen, was jedoch geschehen ist.”
(Vahrenholt, Sonne, S. 321)

Wenn allein diese zusammenfassende Aussage ernstgenommen würde, sparten Europa und die Welt viele unnütze Ausgaben in Abermilliardenhöhe und landschaftsverschandelnde Wind- und Solarbretterparks blieben uns erspart. Ebenfalls die damit verbundenen Netzinstabilitäten.
Man kann dem Buch nur viele Leser wünschen!
Das gilt auch für Wolfgang Thünes neue Veröffentlichung “Propheten im Kampf um den Klimathron. Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird.”
Der Schwerpunkt bei Thüne liegt auf historischen, meteorologischen und politischen Darstellungen und Herleitungen. Insofern verhalten sich beide Arbeiten in vielen Punkten komplementär. Auch Thüne bereichert die Diskussion und eignet sich zudem gut als einführende Lektüre, etwa in gymnasialen Leistungskursen und Volkshochschulkursen.

Beide Bücher bieten viel Material, weswegen sie mehr als 400 Seiten umfassen. Das macht den kurzen BILD-Beitrag um so wertvoller. Man würde sich jetzt wünschen, Ralf König oder ein anderer Zeichner nähme sich des Themas einmal klimarealistisch an. Der Schriften sind schon viele gewechselt, laßt uns jetzt endlich mehr Bilder sehen.

Freitag, 17. Februar 2012

Emporkömmlinge sind politisch selten erste Wahl







Einen festen Charakter gibt es eher nicht, aber Anhaltspunkte schon: Eysencks Persönlichkeitsquadranten

(s. www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Personlichkeit/Gesamtsysteme/gesamtsysteme.htm#Big5)




- Charakterdiagnose, gibt’s das?

Gerd Langguth trug in seiner Merkel-Biographie viele Einzeldaten zusammen und interpretierte sie dann dahingehend, daß Merkel durch ihre Sozialisation in der SED-Diktatur ein eher stärkeres Freiheitsbewußtsein besitze. So hörte sich das auch eine Zeitlang an, inzwischen stellte sich heraus, daß Merkel ihre Meinungen opportunistisch an alles anpaßt, was zeitgeisttransportierende Medien in den Wind und ins Ohr der Wähler flüstern.
Diesen Opportunismus hätte der Politologe Langguth auch aus dem Umstand entnehmen können, daß Merkel Mitglied der SED-Jugendorganisation FDJ wurde und dort auch eine lokale Organisations-Funktion versah. Durch ihren sozialistisch gestimmten Pfarrervater war sie auch evangelisches Gemeindemitglied, exponierte sich dort aber nicht, wie sie auch kein Abzeichen “Schwerter zu Pflugscharen” trug, das Ausweis der SED-kritischen evangelischen Jugend und aller christlich orientierten Oppositionellen war. Wäre Langguth nach der Methode “Nach ihren Taten sollt ihr sie beurteilen” verfahren, er hätte Merkel besser beurteilt.

Merkel ihrerseits irrte sich in der Beurteilung des ehrgeizigen Sparkassenpräsidenten Köhler, des es zum IWF schaffte und dann von Merkel ins Bundespräsidentenamt geschoben wurde. Der würde ihr wohl als Volkswirt nicht zu sehr politisch dreinreden. Ehrgeizling, der er war, machte er das aber doch und spielte dann die beleidigte Leberwurst.

Da war dann dieser Wulff da, ein hochgekommener Opportunist wie Merkel selbst, mit allen Parteiwassern gewaschen. Der würde sich mit der Stelle des Frühstücksdirektors begnügen, wenn er Nr. 01 und Schloßherr im Belle-Vue würde. Tat Wulff auch, ins Amt gehoben von Merkel, aber den hochgewachsenen Gernegroß lockte das Partyleben der Neureichen schon seit längerem. Er ließ sich von Emporkömmlingen beschenken und nahm sie mit auf die Staatsreise, auch eine Staatsbürgschaft war drin.
Das paßte zur tätowierten neuen Frau, ein schmuckes PR-Party-Girl, das er gegen die seriös wirkende alte Christiane Wulff eingetauscht hatte.
Hätte das Merkel nicht stutzig machen müssen vor der Wahl zum Bundespräsidenten? Es fehlte jedenfalls die kompetente Beurteilung des Kandidaten zum zweiten Mal. Wahrscheinlich ist sie auf dem Gebiet der Personenbeurteilung als gelernte Physikerin besonders schwach. Sie wird jetzt noch opportunistischer handeln.

- ' Der Volkswirt Justus Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie und Vorsitzender der Monopolkommission, stellte in einer Mikroökonomik-Klausur unter anderem folgende Aufgabe, die binnen Stunden im Internet Kultstatus erreichte: „Der Bundesprominente Chris Fox und seine neue Frau Betty werden vom Steuerzahler mit jährlich 240.000 Euro alimentiert, damit sie sich ein schönes Leben machen können. Ein schönes Leben besteht für die beiden darin, sich auf Urlaubsreisen zu begeben und Partys in ihrem Schloss zu feiern. Eine Party kostet das Paar 20.000 Euro, eine einwöchige Urlaubsreise px Euro. Die beiden Aktivitäten spenden dem jungen Paar Freude nach der Funktion: u (x, y) = x² x y, wobei x die Anzahl der Urlaubswochen ist und y die Anzahl der Partys.
a) Leiten Sie die jährliche Nachfrage des Paares nach Urlaubsreisen (x) in Abhängigkeit von px her! b) Wie viele Urlaubsreisen wird das Paar unternehmen und wie viele Partys geben, wenn eine Urlaubsreise 20.000 Euro kostet? c) Nehmen Sie nun an, der befreundete Unternehmer Karsten Mischmöller stellt dem Prominentenpaar seine Urlaubsvilla entgeltfrei zur Verfügung, wodurch die Kosten pro Urlaubsreise auf 16.000 Euro sinken. Wie viele zusätzliche Urlaubsreisen werden Chris und Betty nun unternehmen? d) Wie hoch ist der Nutzenzuwachs in c) gegenüber b)?” ' FAZ 16.2.12

Donnerstag, 16. Februar 2012

Echt fritzisch





Nach der sittenwidrigen Indoktrination junger Gehirne




Johann Baptist Müller wies im Zusammenhang mit Friedrichs II. 300. Geburtstag auf dessen Christentums-Kritik in den Briefen an VOLTAIRE hin:

>> Dabei behauptet er, dass die christliche Moral "der Sittlichkeit ins Gesicht schlägt". Sie habe "die Sitten von Grund aus verdorben". Der in Rede stehenden Religion könne darüber hinaus der Vorwurf nicht erspart werden, ihre Gläubigen zu autoritätshörigen und ungebildeten Befehlsempfängern erzogen zu haben. In der Kirche herrschten "Dummheit und falscher Eifer". Das Kirchenvolk gebe sich eindeutig "als Kind der Furcht, der Schwäche und der Unwissenheit" zu erkennen. Darüber hinaus hätten sich die Christen immer schon "als grobe Plagiatoren von Fabeln" erwiesen. Diese würden von einer "stumpfsinnigen Menge geheiligt". Von den Geistlichen behauptet er, dass sie "zur einen Hälfte Betrüger sind und zur anderen im Aberglauben stecken". Dabei bezeichnet er die Mönche des Kapuzinerordens kurz und bündig "als heilige stinkende Herde". Der angeblich so tolerante Herrscher ließ es sich nicht nehmen, der Verbrennung christlicher Bücher das Wort zu reden. Zynisch bezeichnet er diese Untat als "gutes Mittel bei kaltem Wetter". << (FAZ 15.2.12 LB)

Man kann über jede einzelne Aussage diskutieren, aber vielleicht sollte man das erst nach dem hörenswerten Interview mit Heinrich Breloer tun, der zu dem Thema KATHOLIZISMUS, Sparte katholische Erziehung, etwas beitragen kann. (hr2 Doppelkopf 23.05h)
Auch ich konnte als Kind katholischen Einrichtungen und ihrer bigotten Machtanmaßung nicht entgehen. Die spirituelle Überspanntheit jeder Religion entfaltet leicht eine Dialektik der 'heiligen' Skrupellosigkeit, die in früheren Zeiten, als die Aufklärung die Herrschaft der Kirche noch nicht entscheidend geschwächt hatte, bis zur Verbrennung von Ketzern und “Hexen” ging. Jetzt wurde die als “Hexe” ermordete Kölnerin Katharina Henot vom Kölner Rat “rehabilitiert”, eine merkwürdige Maßnahme nachdem dieser Christenspuk längst erledigt ist. Das Verfahren betrieb ein evangelischer Pastor; will er den Kölner Katholiken übel und dabei unerwähnt lassen, daß die Lutheraner, vor allem die lutherische Obrigkeit, sich bei der Verfolgung von “Hexen” besonders hervorgetan hat?

Überschüssige Kräfte könnten bei den von der islamischen Orthodoxie Verfolgten zwischen Pakistan und Sudan gut investiert werden.

Müller hätte noch erwähnen dürfen, daß Friedrichs Antichristentum, wie bei Voltaire, in einer grundsätzlichen Abneigung gegen Religion wurzelte; deswegen fand er Voltaires MAHOMET prima.