Donnerstag, 2. Februar 2012

Doch nach Meran?





Es friert Stein und Bein, nachts bei -10C, tags -5°C; wenigstens fällt kein Schnee.

Anders in Osteuropa, es hat sogar bis Syrien hinunter geschneit, in der Ukraine und in Polen gibt es bei Temperaturen bis -33° Frosttote.

Vor diesem Frost munkelte das AWI:
“Neue Studie zeigt Zusammenhang zwischen arktischer Meereisbedeckung im Sommer und dem Winterwetter in Mitteleuropa

Potsdam/Bremerhaven, den 26. Januar 2012. Auch wenn die aktuelle Wetterlage scheinbar dagegen spricht: Die Wahrscheinlichkeit für kalte, schneereiche Winter in Mitteleuropa steigt, wenn die Arktis im Sommer von wenig Meereis bedeckt ist. …”

Das Wetter hat’s gelesen und sich gleich erkältet. Ich werde es einmal umgekehrt ausprobieren.

Ansonsten tut sich nichts weiter beim Arktiseis, siehe Anthony Watts: http://wattsupwiththat.com/reference-pages/sea-ice-page/


Kälter insgesamt, was die Erdmittelwerte betrifft (ein statistisches Produkt) Januar 2012 betrifft, melden die Satellitenmessungen der Uni Alabama Huntsville:
-0,1°C unter Mittelwerteichung (siehe http://wattsupwiththat.com/2012/02/02/uah-global-temperature-anomaly-goes-negative-2/)

Mittwoch, 1. Februar 2012

Brecht, Grass und Benno von Wiese





Nichts Neues in den Novellen

Ach, Benno, auch du
Auf der Wiese der Nazis.
Was hast du gelernt von deinem Vater Leopold?
Ja, das Gelernte hat keine Chance gegen Eitelkeit,
Ehrgeiz und Opportunismus.
Adieu, Humboldt, dein Bildungsbegriff
Schwebt über den Dingen,
Es fehlen ihm beide Beine.


Wolf Doleys

Dienstag, 31. Januar 2012

Ausweis nicht zurückgegeben!





Auch ich war ein DEWler - erst ein paar Jahre in der Titanitfabrik (Hartmetallfertigung), dann als Werkstudent in den Semesterferien




Alles ändert sich, notierte schon Heraklit, das Wetter, das Klima, das Weltbild, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft.
Insofern ist es trivial zu vermerken, daß Thyssen schon vor langem die Deutschen Edelstahlwerke in Krefeld übernommen hat, Krupp wiederum Thyssen kaufte und jetzt die labile Edelstahlgruppe Inoxum an das finnische Edelstahlunternehmen Outokumpu geht.
Allerdings gibt es bei solchen Wechseln immer viel Theater, da die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze fürchten. So mobil die Leutchen sonst sind, der Arbeitsplatz soll ewig sein. Was natürlich nicht geht, wenn Überkapazitäten entstehen und Preiserhöhungen sowie Lohnsenkungen weitgehend ausgeschlossen sind und Energiekosten politisch mutwillig verteuert werden.
Das Krefelder Werk soll bis 2014 die Produktion einstellen. Da gibt es viel Zeit, etwas Neues zu suchen oder mit hohen Abfindungen in die Rente zu gehen.
Ein Wechsel belebt, doch lösen große Betriebsschließungen auch Abschiedstrauer aus. Das liegt offenbar teilweise an der besonderen Prägekraft großer Unternehmen, die den Mitarbeitern ein Stück Heimat werden, zumal sie in das ganze Viertel ausstrahlen und die Nachbarschaften mit der Betriebszugehörigkeit verschmelzen.
Aber geschieden muß sein, nur der Wechsel ist beständig. Panta rhei.

Montag, 30. Januar 2012

Ein Herz für die Steinzeit






Ob man so durchs wilde Kurdistan kommt? Karl May in Dresden kannte sich ja gut aus in der Reiseliteratur. Wenigstens einen Koran sollte man aber doch dabeihaben.

(Bild: Schneider/Wiki.)



So wild ist Kurdistan jedoch gar nicht. Familien- und Großfamilienchefs sorgen für Ordnung. Dafür setzen sie oft begabte „Streitschlichter“ ein. Alles in Ordnung also, in Steinzeitordnung.

Auch in Berlin-Neukölln, Bremen-Huchting und Altenessen. Die Clanchefs haben ihre Steinzeitordnung mitgebracht ins perverse Deutschland, wo ein bürokratisches Rechtssystem herrscht, in dem sich sogar Frauen als Richterinnen aufspielen. Wirklich pervers. Das machen die Kurden und Libanesen dann doch lieber selber nach heiliger alter Rechtssitte, der Scharia. Die sozialdemokratischen Justizminister wie Gisela von der Aue (Berlin) und Thomas Kutschaty (NRW) respektieren das auch, schließlich muß man doch offen sein für fremde Kulturen.

Ein komischer alter Jurist und ARD-Journalist ist so engstirnig, das nicht prima zu finden und macht aus seiner Verbiesterung und seiner bornierten Vorliebe für den europäischen Rechtsstaat keinen Hehl:

Joachim Wagner, "Richter ohne Gesetz. Islamische Paralleljustiz gefährdet unseren Rechtsstaat, Econ-Vlg. 2011

Deutschlandradio Kultur hat das fremdenfeindliche Buch letztes Jahr besprochen: www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1551549/

Sonntag, 29. Januar 2012

In der Westentasche





Glänzend vorgetragen und gut zusammengestellt - “Physik für die Westentasche” von Harald Lesch

Die Brantheorie Hawkings kommt am Rande auch vor



Was für eine Errungenschaft! Hörbücher im Auto. Sie machen die Fahrzeit erträglich und fruchtbar, wenn man nicht gerade Schwiemelbrüder wie Böll und Grass ins Laserlaufwerk schiebt. So viel Text hörbar gemacht im mobilen Betrieb, erstaunlich.

Thomas Manns Phonograph (Grammophon) war in den zwanziger Jahren ein großes Möbelstück. Und wie wenig Musik war auf der Schellack-Platte, die aber schon eine große Verbesserung gegenüber Edisons Wachswalze war.
Tüchtige Erfinder und Unternehmer wie Edison machten es möglich. In der Marktwirtschaft. Nur dort. Man kann die CDs auch über den iPod einsetzen oder die Hörbücher ganz platzsparend elektronisch herunterladen im MP3-Format. Da läßt sich die “Physik für die Westentasche” tatsächlich in der Westentasche abhören. Die Marktwirtschaft, reduziert auch ‘Kapitalismus’ genannt, hat auch das ermöglicht. Nur dort. Und auch nur im letzten Kernland der Marktwirtschaft, in den USA. MP3 wurde zwar von deutschen Fraunhofer-Leuten entwickelt, aber kein deutscher Unternehmer fand sich für dieses zunächst seltsame und riskante Produkt. Solches Zeug wird am ehesten dort ein Erfolg, wo es so reiche Leute gibt, daß sie eben mal 50 Millionen für möglicherweise dummes Zeug investieren können und es auch tun.

Hinter dem amerikanischen Mikroelektronik-Erfolg stehen Wagniskapitalfonds, bei denen reiche Boni-Empfänger ihre Spielgeldmillionen investieren. Die unterstützten Firmengründungen sind überwiegend Fehlschläge, aber Treffer wie Microsoft, Apple und Cisco verändern die Welt.
John Chambers, der Chef von Cisco, sagte auf der Schneeschwätzparty in Davos in diesen Tagen: “Wir haben seit der Gründung von Cisco aus 10.000 Mitarbeitern Millionäre gemacht.”
So funktioniert Marktwirtschaft, wenn sie nicht zum ‘Rheinischen Kapitalismus’ verkommt. Dort steht dann das Staatsschuldenmachen im Vordergrund bei ständigem Höherdrehen der Steuerschraube, das Geld fließt in unproduktive Beamtenhände, tüchtige Physiker wie Bechtolsheim (Cisco) werden vertrieben wie auch die Bio-Technik der BASF. So wird Marktwirtschaft kastriert.
Zum Schaden aller. Nein, nicht aller. Beamtenpensionen und Kirchenbeamtenpensionen sind sicher, auch ohne Einzahlen.