Montag, 25. Februar 2008

„Für Deutschland ist meine Steuerflucht ein Geschäft“

mi 9° b/s

- Steuerwüsten, Steueroasen

- „Für Deutschland ist meine Steuerflucht ein Geschäft“
„Das gesparte Geld haben wir in das Unternehmen gesteckt”

23. Februar 2008 Der Maschinenbau-Unternehmer Diether Klingelnberg kritisiert die Pläne der Bundesregierung für die Erbschaftsteuerreform scharf. Sie sei komplizierter, unsicherer und in vielen Fällen teurer für die Unternehmen - und: „Sie wird eine Welle von Umzügen auslösen.“

Herr Klingelnberg, Sie sind ein Steuerflüchtling. Warum?

Ich wollte unser Unternehmen wachsen lassen, statt Millionen für die Erbschaftsteuer zurückzulegen. Deshalb bin ich 1996 nach Belgien gezogen. Das gesparte Geld haben wir in das Unternehmen gesteckt. Heute steht es glänzend da.

Das müssen Sie erklären.

Wir hatten Sorge, dass die Erbschaftsteuer unser Unternehmen gefährdet oder zumindest bremst. Im Erbschaftsfall hätten wir 30 Prozent des Unternehmenswertes an den Fiskus zahlen müssen. Deshalb hat die ganze Familie ihren Wohnsitz in Deutschland komplett aufgegeben und ist nach Belgien gezogen. Ich habe in Deutschland keine Zahnbürste, kein Sofa und keine Freundin.
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Wie kam es zu der Entscheidung?

Anfang der neunziger Jahre gab es eine Krise im Maschinenbau. Ich habe Ende 1995 überlegt, wie ich das Unternehmen zukunftssicher machen kann. Wir kamen schnell zum Schluss, dass wir Deutschland verlassen sollten. Belgien lag nahe wegen der vernünftigen Steuergesetzgebung, der Nähe zu unserem Wohnort und weil im neuen Wohnort Deutsch gesprochen wird. Aber leicht war das nicht. Vor allem meine Frau hat sich schwergetan. Aber es half ja nichts. Am 18. Juni 1996 sind wir mit dem Möbelwagen umgezogen.

Und haben alles hinter sich gelassen?

In dem Haus, in dem wir früher gewohnt haben, habe ich seitdem ganze drei Stunden verbracht.

Das sollen wir Ihnen glauben?

Ich habe exakt Buch über meine Fahrten geführt. Die Steuerprüfer haben daraus erfahren, dass ich immer brav morgens aus Belgien in die Firma gekommen und abends zurückgefahren bin.

In Belgien haben Sie die Firmengruppe vererbt?

Ohne weiteres geht das nicht. Erst einmal mussten wir rund 10 Millionen D-Mark Wegzugsteuer an den deutsche Fiskus überweisen. Dann mussten wir fünf Jahre warten, um endgültig aus dem deutschen Steuerrecht entlassen zu werden. Danach habe ich meine Anteile an meinen Sohn verschenkt, ohne Erbschaftsteuer zahlen zu müssen. Später sind wir in die Schweiz gezogen. Dort lebt mein Sohn. Und von dort lenkt er die Firmenholding.

Dort bezahlen Sie Ihre Steuern?

Um eines klarzustellen: Die Gewinne, die das Unternehmen in Deutschland erwirtschaftet, werden in Deutschland versteuert. Die Gewinne sind hoch wie nie. Das bedeutet für den Fiskus zurzeit zehn Millionen Euro. Meine privaten Einkünfte, die in Deutschland anfallen, werden ebenfalls dort versteuert.

Und die Dividenden aus der Firma?

Die Gesellschafter lassen alle Gewinne seit zwölf Jahren in der Firmengruppe. Wir wollen, dass sie wächst, investiert und ein Polster für schlechte Zeiten hat.

Was hätte es Sie gekostet, wären Sie hiergeblieben?

Das kann ich nicht genau sagen, weil es von vielen Faktoren abhängt und das Gesetz mehrfach geändert wurde. Damals hätte das im schlechten Fall wohl 40 Millionen DM gekostet. Das hätte das Ende des Unternehmens sein können.

Hätte es nicht gereicht, wenn Sie in Belgien Ihren Wohnsitz angemeldet und sonst alles beim Alten belassen hätten?

Um in die Boris-Becker-Falle zu tappen? Nein, man muss Ernst machen.

Warum sind Sie dann in die Schweiz umgezogen?

Ich bin jetzt pensioniert. Wissen Sie, im Tessin ist einfach das Wetter schöner als in Belgien. Dort haben wir schon seit fast 50 Jahren ein Ferienhaus. Auch unser Sohn wohnt in der Schweiz. Also haben wird dort unseren neuen Hauptwohnsitz aufgeschlagen.

Und steuerlich war es natürlich auch attraktiv.

In der Schweiz verhandeln Sie mit Ihrem Finanzbeamten über die künftige Steuerbelastung.

Wie bitte? Wie auf einem Basar?

Nicht, dass Sie falsche Vorstellungen bekommen. Das waren harte Gespräche. Am Ende habe wir uns darauf geeinigt, dass ich nicht mehr bezahlen muss als in Belgien. Sonst wäre ich nicht umgezogen.

Und was zahlen Sie jetzt?

Für Pensionäre wie mich hat die Schweiz eine besondere Regel: Der Fiskus legt die fünffache Jahresmiete des Hauses, in dem man lebt, als Einkommen zugrunde. Darauf bezahlt man die Steuern.

So haben wir uns den reichen deutschen Unternehmer immer vorgestellt. Erst entziehen Sie dem Staat die Steuern, dann machen Sie sich ein sonniges Leben im Tessin.

Halt. Wir haben Erbschaft- und die Vermögensteuer vermieden. Aber das Geld kam der Firma zugute. Heute ist die Firma dreimal so groß. Wir haben Arbeitsplätze geschaffen, mehr geforscht und fünfmal so viel Steuern entrichtet wie zum Zeitpunkt unseres Umzugs. Für Deutschland ist meine Steuerflucht ein gutes Geschäft.

Sagen Sie bloß, Sie haben Deutschland verlassen, damit Ihre Firma in Deutschland blühen kann.

Ja, genauso ist es. Wir haben jetzt mit unserer Belegschaft eine Vereinbarung ausgehandelt, die die 40-Stunden-Woche und eine Gewinnbeteiligung vorsieht. Eine Produktion in der Schweiz haben wir nach Deutschland verlegt, und im Moment läuft hier ein Investitionsprojekt in der Größenordnung von 35 Millionen Euro.

Sie meinen, am besten die Unternehmen zahlen gar keine Steuern. Dann wird schon alles gut.

Das wäre die falsche Konsequenz. Wir nehmen staatliche Leistungen in Anspruch. Schulen, Straßen, Verwaltungen: Dafür müssen die Firmen zahlen. Es muss nur alles im Rahmen bleiben. Sonst entsteht Verdrossenheit. Und der Staat darf das Geld natürlich nicht verzocken wie der Bund bei der KfW, die Länder bei den Landesbanken und die Städte bei ihren Zinsspekulationen. Das führt nicht dazu, dass der Bürger gerne Steuern zahlt.

Sie machen aber einen Unterschied zwischen Gewinnsteuern und Substanzsteuern.

Genau so ist es. Steuern, die den Unternehmen an die Substanz gehen, gehören abgeschafft. Deshalb muss die Erbschaftsteuer reduziert werden. Inzwischen werden aber in diesem Land sogar die Kosten der Unternehmen besteuert. Darunter leidet das Wachstum.

Aber die neue Erbschaftsteuer entlastet die Unternehmen?

Im Gegenteil. Sie ist komplizierter, unsicherer und in vielen Fällen teurer für die Unternehmen. Sie wird eine Welle von Umzügen auslösen.

Welchen generellen Steuersatz finden Sie fair? Der Heidelberger Professor Paul Kirchhof schlägt 25 Prozent vor.

Da kann man ruhig höher gehen. 35 Prozent auf die Einkünfte sind akzeptabel. Aber ohne Schlupflöcher und Fallstricke.

Mehr nicht?

35 Prozent sind international konkurrenzfähig, entsprechen der jetzigen Belastung, und ich habe den Eindruck, die deutsche Regierung geht mit dem Geld der Steuerzahler nicht gut um.

Aber schlecht wirtschaftende Regierungen finden Sie überall.

Halt. In der Schweiz wäre das so nicht denkbar. Zum Teil mag das an der direkten Demokratie liegen. Ich glaube auch, dass die Steuerehrlichkeit in der Schweiz größer ist als in Deutschland.

Dann haben Sie Verständnis für Klaus Zumwinkel?

Ich habe überhaupt kein Verständnis für Herrn Zumwinkel. Mir ist auch unverständlich, warum ein Spitzenverdiener sich so angreifbar macht. Aber ich finde, man sollte nicht so ein Theater machen. Zumwinkel ist ein Einzelfall im Vergleich zu der Schwarzarbeit in Deutschland.

Schwarzarbeit ist das Ausweichmanöver des kleinen Mannes.

Ich habe für Schwarzarbeit kein Verständnis und für Zumwinkel nicht. Steuerhinterziehung wird jetzt bestraft wie Totschlag. Länder mit liberalen Steuergesetzen haben ehrlichere Bürger als Länder mit drakonischen Strafen. Liechtenstein auszutrocknen bringt nichts. Dann geht das Geld nach Singapur oder anderen Steueroasen. Die Politik muss die Bürger überzeugen, dass sie das Geld sinnvoll einsetzt.

Eliten müssen Vorbild sein, heißt es jetzt. Sind Sie Vorbild? Sind Sie Elite?

Ob ich Elite bin, weiß ich nicht. Aber ich habe mich für die Firma und für die Belegschaft eingesetzt, Aufträge reingeholt, das Geld in der Firma gelassen und investiert. Ich glaube, das wird anerkannt.

Auch Ihre Steuerflucht empfinden Sie letztlich als vorbildlich?

Ich finde die Entscheidung von damals immer noch richtig. Sie hat uns die Freiheit gegeben zu wachsen.

Das Gespräch führten Rainer Hank und Winand von Petersdorff
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 25.2.08
* Huber fordert Abschaffung der Erbschaftsteuer

Sonntag, 24. Februar 2008

"Wie glücklich, ein Türke zu sein!" Koalition der Ausgaben

mi 10° b (Voraussage: 17°) Erste Narzissen blühen. Drei Kranichkeile auf dem Weg nach Nordosten.

- "Linker warnt vor der eigenen Partei
In Hessen will die Linke zum ersten Mal in einem westdeutschen Flächenland ins Parlament einziehen. Zwei Wochen vor der Landtagswahl rät ausgerechnet ein linker Direktkandidat ab und kritisiert „Altkommunisten und Sektierer“.
Der Direktkandidat im Lahn-Dill-Kreis, Karl-Klaus Sieloff, sagte zu FOCUS, er wolle sich „nicht länger vor den Karren spannen lassen“. Im Kreisverband hätten inzwischen unverbesserliche Altkommunisten das Sagen, kritisierte der 58-Jährige. Die Fusion seiner WASG mit der früheren PDS sei ein schwerer Fehler gewesen. „Wir haben in Hessen jetzt eine Kaderorganisation, die jede unliebsame Diskussionen abwürgt“, sagte Sieloff. Die Programmatik täusche. „Dahinter stehen Sektierer, die von der untergegangenen DDR träumen.“ ' Focus 13.1.08

- "Das Kurdenproblem der Türkei ist ein grundsätzliches und muss politisch gelöst werden. Seit der Entstehung der Republik im Jahr 1923 verfolgt Ankara in den Kurden-Gebieten eine Politik der Zwangsassimilation. Solange die Kurden in den ostanatolischen Dörfern jeden Tag in großen weißen Lettern die Parole lesen müssen „Wie glücklich, ein Türke zu sein!“, wenn sie das Haus verlassen, wird es eine Lösung kaum geben. ..." FAZ 23.2.

- Leserbrief: Türken in Europa
Die dankenswerte Veröffentlichung der Kölner Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in der F.A.Z. vom 15. Februar bietet eine der zu seltenen Gelegenheiten eines unmoderierten Eindrucks von dem EU-Kandidaten Türkei und dem Gedankengut seiner derzeitigen politischen Führung. Zugleich gibt die Rede einen Vorgeschmack auf das Auftreten türkischer Europaparlamentarier in Straßburg und in den Brüsseler Ausschüssen, sollte die Türkei einmal beigetreten sein.

Mit Erdogans Kölner Rede wird erstmals in der europäischen Migrationsgeschichte der letzten fünfzig Jahre von einem außereuropäischen Regierungschef der Versuch unternommen, die Europa-Immigranten politisch zu instrumentieren, indem ihre individuelle Lebensleistung einer nationalen "Identität" unterstellt wird, mit der man die Menschen auf Dauer steuerungssensibel halten will. Kaum zu glauben, wie gering der einzelne Lebenslauf dabei veranschlagt wird, wie wenig die individuellen Lebensentscheidungen seiner Landsleute ihm bedeuten, wenn der türkische Ministerpräsident die Saga von den heimatliebenden Millionen in Europa entwirft, die unter das Joch der Assimilation gezwungen werden sollen. Kein Wort der Anerkennung fällt für jene 800 000 in Deutschland eingebürgerten Türkischstämmigen, die in bewundernswerter Eigeninitiative den Brückenschlag zwischen zwei sehr verschiedenen Kulturen geschafft haben. Erdogan schürt stattdessen den Konflikt, indem er unterstellt, dass ein Leben in Europa für Türken nur bedeuten kann, in einer fortwährenden inneren Résistance zu leben.
Ulysses Belz, Paris, Text: F.A.Z., 23.02.2008, Nr. 46 / Seite 8

- Leserbrief: Wo ist das teuerste soziale Paradies?
Für die Leistungsträger der Nation hat die CDU, wie Heike Göbel schreibt, tatsächlich nur "Leere Worte" (F.A.Z. vom 9. Februar). Laufend werden neue Ausgaben insbesondere für den Sozialetat geplant und in Gesetzesform gegossen. Dazu kommen hohe und noch immer steigende Kosten für den Umweltschutz durch unsinnige und zum Teil kontraproduktive Gesetze. Selbst im wirtschaftlichen Boomjahr 2007 ist es nicht gelungen, den Bundeshaushalt auszugleichen, geschweige denn einen Teil unserer hohen Schulden zurückzuzahlen.

Der Letzte, der noch den Versuch gemacht hat, unsere Sozialausgaben in den Griff zu bekommen, war Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010. Als dadurch die Umfragewerte der SPD auf einen Tiefpunkt fielen, hat er seine Agenda sozusagen widerrufen und viele Stimmen zur

Bundestagswahl wieder zurückbekommen. Die CDU hatte so lange große Zustimmung in der Bevölkerung, bis Frau Merkel dem Volk erklärte, wie sie das Bruttosozialprodukt erhöhen wollte. Nachdem beide Parteien sich die Finger verbrannt haben mit Plänen für eine realistische Wirtschaftspolitik, wurden nun die Schleusen für soziale Wohltaten weit geöffnet. Umverteilung war die Losung. Bis zur Bundestagswahl 2009 werden wir nun einen nicht gerade edlen Wettkampf zwischen Linke, SPD und CDU bekommen: Wer bietet das schönste und teuerste soziale Paradies? Wer mag bei so hohen und edlen Zielen da noch kleinlich an die Finanzierung denken?

Nun, man könnte ja die "Besserverdienenden" höher besteuern. Allerdings zahlen die oberen ein Prozent schon jetzt 19,8 Prozent des Einkommensteueraufkommens, die oberen zehn Prozent 50,7 Prozent und die oberen fünfzig Prozent 92,5 Prozent. Eine Durchschnittsfamilie mit zwei Kindern und einem alleinverdienenden Vater zahlt etwa zwei Drittel des Bruttoverdienstes an Steuern und Abgaben, einschließlich Verbrauchsteuern, an den Staat. Viel ist also nicht mehr zu holen. Dabei sollten die Geplünderten mit dem kümmerlichen Rest doch noch die Wirtschaft durch ihren hohen Konsum in Fahrt bringen.

Schade, dass sich die große Koalition nicht zu einem wirtschaftlich vernünftigen Plan durchgerungen hat, nämlich statt auf Umverteilung auf Erhöhung des Bruttosozialprodukts zu setzen. Jetzt könnte sie die Früchte ernten, und bei der nächsten Bundestagswahl könnten sie wieder echte Volksparteien werden.

DR. HEINZ GILCH, BAD HOMBURG, Text: F.A.Z., 23.02.2008, Nr. 46 / Seite 8

Samstag, 23. Februar 2008

Mineralölsteuer, Einkommenssteuer, Mehrwertsteuer, Erbschaftssteuer

23.2.
mo 9° b Singdrossel, Spottdrossel, Nachtigall fehlen noch, aber sonst zwitschert und singt es schon wieder allenthalben.

- Im Zentrum der Schweinerei:
Mineralölsteuer
Einkommenssteuer
Mehrwertsteuer
Erbschaftssteuer
Schenkungssteuer
Sektsteuer
Biersteuer
Grunderwerbssteuer
Gewerbesteuer
-----------------------------------------
Strompreis:
Konzessionsabgabe 9,2%
Erneuerbare-Energien-Ges. 3,5%
Kraft-W-Koppl.-G 1,7%
Ökost. 10,5%
Mwst. 13,8%
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Die heimlichen Abgaben
Für viele Produkte zahlt der Verbraucher gleich doppelt: Zur Mehrwertsteuer kommt noch eine spezielle Verbrauchsteuer. Mit 58 Milliarden Euro profitiert der Bund jedes Jahr von Zusatz-Steuern, die er nicht einmal selbst einkassiert: für Verbrauchsteuern ist nämlich die Zollverwaltung zuständig.

Energiesteuer
Fahren für den Fiskus
Knapp 40 Milliarden Euro kassiert der Staat pro Jahr für den Besuch an der Tankstelle. Mittlerweile besteht der Kraftstoffpreis zu zwei Dritteln aus Steuern. Der Rechner ermittelt, wie viel Autofahrer für die Staatsfinanzen beisteuern.
http://www.focus.de/finanzen/steuern/verbrauchsteuern
- Im Zentrum der Schweinerei:
Staatsbürokraten, die diese Steuern beschließen und von diesen Steuern komfortabel leben, Pension inclusive.
- „Wer weiß, wie der Staat funktioniert, hört auf, an ihn zu glauben.“
Wolfgang Reinhard (Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, München: C.H. Beck 1999, Sonderausgabe 2002)

Freitag, 22. Februar 2008

Deutschtürkei

mi 7° b/R

-Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Februar 2008, Leserbrief
Das Ziel heißt Deutschtürkei
Zur Berichterstattung über die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Edogan:
Erdogan verlangt türkische Schulen und Hochschulen in Deutschland und bezeichnet die Assimilation (Angleichung) der Türken an die deutsche Kultur als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das sind vorläufige Höhepunkte in der Klarstellung des Ziels, das Deutschland allmählich eine „Dutschtürkei“ zu machen. Dieses Ziel ist bei Vermeidung der Assimilation und in Anbetracht der deutlich höheren Geburtenraten türkischer Familien und weiterer Einwanderung aus der Türkei schon jetzt in greifbare Nähe gerückt. Der türkischstämmige damalige Bundestagsabgeordnete Ödzemir forderte schon vor vielen Jahren in einer Bundestagsrede, die Deutschen sollten einsehen, dass Deutschland längst nicht mehr deutsch sei. Das haben die Abgeordneten damals geschluckt; heute würden sich vielleicht einige dagegen empören. In Köln dürfen die Türken jetzt eine große, repräsentative Moschee bauen, die nach der Planung mehr ein nationales Zentrum darstellt. Das hat mit freier Religionsausübung nicht mehr viel zu tun. Erdogan forderte die Türken zwar auf, Deutsch zu lernen, aber nicht als Muttersprache, um sich assimilieren zu können, sonder als Zweitsprachen, um sich erfolgreicher in Deutschland durchsetzen zu können. Erdogen ist zwar für Integration, meint damit aber Integration in eine Deutschtürkei. Die Massen von Türken, die Erdogan bei seiner Rede zujubelten, hatten auch deutsche Fahnen mit einem türkischen Halbmond mitgebracht. Wann werden es türkische Fahnen mit einem kleinen schwarz-rot-goldenen Rechteck sein? Die eigentlichen, heimlichen Fahnen der Türken in Deutschland sind aber die Kopftücher ihrer Frauen, ihrer mutigen und kämpferischen Vorhut. Man muss Erdogan dankbar für seine unmissverständlichen Äußerungen sein, weil er es damit vielleicht geschafft hat, auch den blau-(beziehungsweise grün-beziehungsweise rot-)äugigsten Politikern und Medienpropagandisten diese Augen zu öffnen.
Man sollte sich unbedingt davon hüten, alle Türken in einen Topf zu werden. Denn es gibt sehr, sehr vielen, denen man damit Unrecht täte, weil sie Deutschland schon längst als ihre Heimat betrachten, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell, auch wenn sie ihre ehemalige Kultur nicht vergessen haben.
Den anderen aber, die ihre kulturelle Heimat nicht im abendländischen Deutschland, sondern in der muslimischen Türkei sehen, sollten die Politiker, Medien und Behören ebenso freundlich wie bestimmt klarmachen, dass sie keine Deutschen sein oder werden können, sondern nur vorübergehen als Gäste in Deutschland bleiben können und danach in ihre eigentliche Heimat zurückkehren müssen. Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun (im Gegenteil: Gäste sind freundlich zu behandeln) und überhaupt nicht mit irgendeiner Geringschätzung, sondern mit der Bewahrung der nationalen Identität und des inneren Landesfrieden. Das kommt besonders den integrierten , assimilierten Ausländern zugute. Alle Länder der Erde unterscheiden zwischen Inländern und Ausländern, und ihre Gesetzte gelten zum Teil nur für die einen oder aber nur für die anderen. Alle Länder entschieden nach eigenem Ermessen, welchen Ausländern sie die Niederlassung gewähren oder die Staatsangehörigkeit zuerkennen, und dabei lassen sie sich mehr oder weniger von nationalen Interessen leiten. Das sollte auch für Deutschland gelten.
Dierk Lübbers, Münster

Donnerstag, 21. Februar 2008

Nachlauf C02-Gehalt nach Temperaturerhöhung

mo 3° , mi 7° b Der Igel ließ sich nicht mehr blicken, ging wieder schlafen (wäre er noch wach, hinterließe er seine Losung rund um das Haus).

- Nachlauf C02-Gehalt nach Temperaturerhöhung 800 (± 200) Jahre (Caillon et al. 2003). Ist seit langem bekannt und wie sollte es auch andersrum sein? Die Kohlendioxid-Konzentration fängt ja nicht einfach an zu steigen. Der Grund für dieses hinterherhinken sind die Milankovitch-Zyklen: Vom Glazial auf das Interglazial verursachen sie eine kleine Erwärmung, die Löslichkeit von CO2 in den Ozeanen nimmt ab und einige Jahre (~ 800) später fängt die CO2 Konzentration deshalb an zu steigen.
http://www.realclimate.org/index.php?p=13

- "Studienabbruch in Deutschland. Zum Unfug in der Hochschulpolitik gehört der Glaube an uninterpretierbare Zahlen. Zwei Studien zum Erfolg des Bachelor-Modells stellen das neuerlich ... Einerseits gehören die Lehramtskandidaten zu den unzufriedensten Studenten überhaupt, andererseits brechen sie ihr Studium aber vergleichsweise selten ab. ..." FAZ 19.2. // Findet sich hier ein Grund für die Ideologieanfälligkeit der Lehrer? Jedenfalls erscheint es auch in diesem Licht nötig, den Beamtenstatus abzuschaffen und das Schulwesen zu privatisieren.

- Unabhängigkeit des Kosovo, Erblast der 500jährigen türkischen Besetzung des Balkans; ein ekelhafter Nationalismus. Ähnliches überall auf dem Balkan.
- Auch in Marokko die islamischen Manieren: die versklavten Frauen gebären Kinder wie am Fließband, für die die es keine Arbeitsplätze gibt. Sporttreibende Mädchen beklagen, daß sie schweißtreibend und hitzestauend in langen Hosen und Hemden trainieren müssen, weil sie sonst von Jungen belästigt würden, die zwar ihre Schwester beaufsichtigen, aber fremde Mädchen brutal anmachen. (arte)

- Feinstaub geht zurück, Öko-Fanatismus breitet sich aus: "Sieben Millionen Autos bleiben draußen. Drei Umweltzonen haben wir schon, viele weitere werden folgen
Wenige Tage vor Weihnachten schien die Vernunft zurückzukehren: Das EU-Parlament in Straßburg hatte eine neue Studie zur Kenntnis genommen, ..." 19.2.