Dienstag, 13. Mai 2008

Euro-Raum, Holland, Werbewindbeutel, 72er-Regel



STRIZZ, Reiche, FAZ // Zwei Übel, aber eines läßt wenigstens Wirtschaftswachstum, Schule und Wissenschaft zu.

Wird ja schon fast langweilig: wieder Sonne, 15-25°

- " Konstanz für den Euro-Raum. Von Werner Mussler, Brüssel ... Das relativ niedrige Wachstumspotential im Euro-Raum geht - unverändert - auf Versäumnisse der Mitgliedstaaten zurück, vor allem auf zu stark regulierte Güter- und Arbeitsmärkte. Es ist auch eine richtige - freilich nicht neue - Erkenntnis, dass falsche Politiken in einem Land unerwünschte Übertragungseffekte (Spillover) auf die gesamte Währungsunion haben können. ..." FAZ

- Interessant: 3,2% Arbeitslosigkeit in Holland (2007), 8,7% gleichzeitig im Land der flächendeckenden Sozialdemokratie von SPCU.

Übel, ganz übel: Regierung will Ökosteuer auf Kraftstoff nicht senken.

WOHIN TREIBT ... :
- Trend der Werbewindbeutel in dieser Saison: gespreizte Frauenbeine; nicht nur bei Modefotografien, auch in der Tourismuswerbung (Murcia, Spanien): Eltern mit kleinem Mädchen (Signal für Pädophile?)
- " Gleich machen wir Schluß mit der bürgerlichen Sexualmoral" , nein, nicht der Staatsanwalt Spitzer, oder Fritzl aus A., nein, Filmansage bei arte. Apropos F.: am liebsten tratscht und klatscht Jelinek und der große Haufe über Sexualverbrechen, die haben einen höheren Unterhaltungswert; bei F. scheint der normale kriminelle Werdegang vorzuliegen: früh begonnen, von der Justiz geschont. (s. Eysenck, Kriminalität u. Persönlichkeit).

- In deutschen Schulen wird ja lieber Bölls ANEKDOTE ZUR SENKUNG DER ARBEITSMORAL gelehrt:
Seerosen und die 72er-Regel : 72 dividiert durch den Zinssatz = Zahl der Jahre, bis der Zinseszins den Einsatz verdoppelt hat.
Beck-Office FAZ

- Arbeit
von Martin Luther
Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen.

- In Wirklichkeit erkennen wir nichts;
denn die Wahrheit liegt in der Tiefe.
Demokrit (ca. 470 v.Chr. - 380 v.Chr.)
Tiefbohrungen haben seitdem ergeben, daß die Wahrheit auch dort nicht anzutreffen ist. Es sei denn, man will unter "Wahrheit" eine Kostruktion verstehen, mit der man verläßlich rechnen und arbeiten kann.

- Religion: "Moses brachte uns die Thora vor 3000 Jahren, ich glaube, wir sind die einzige Nation, die geheiligt ist." Samaritanischer Hohepriester. Start: vor 3682 Jahren. Von Adam bis Moses 26 Generationen, bis zum jetzigen Hohepriester 162 Generationen.

- Oppitz mit den Diabelli-Var., Chopin-Phantasie, Debussy-Images, Bartok, Im Freien - ein originelles Programm, meisterlich gespielt, wie gemeißelt der Beethoven. Fast nur Zuhörer über 50.

Montag, 12. Mai 2008

Kreditkrise ist eine Regulierungskrise

15-24° s

Hohes Silber im Blau
Die Apfelblüte am Waldrand
Südwind in den Blättern.


- "Die Kreditkrise ist eine Regulierungskrise
Stabilitätsrisiken einer fatalen Gleichschaltung
Die Kreditkrise hat wesentlich mit falschen Regulierungen des Bankensektors zu tun. Sie setzen falsche Anreize und führen zu einem unerwünschten Parallel-Verhalten der Institute.
Von Yvan Lengwiler*
10. Mai 2008, Neue Zürcher Zeitung (http://docs.google.com/Doc?id=dfxbprhp_431f95sw7fk)

Steuerstaat, Islamkonferenz

Auf einen Espresso
15 Prozent
Von Holger Appel. Das war wirklich eine super Woche. Am Dienstag sind wir in das große Büro am Ende des Ganges gelaufen und haben gesagt: "Chef, im öffentlichen Dienst steigen die Gehälter, da ist doch für uns auch was drin. 15 Prozent fänden wir echt prima." Und was sagt der Mann? "Die Firma hat zwar einen Haufen Schulden, wir haben unseren Gläubigern versprochen, erst alles zurückzuzahlen, und unseren Lieferanten und Kunden haben wir gerade alle Abzugsmöglichkeiten gestrichen. Aber das werden die verstehen, schließlich wird ja alles teurer. Die Sache geht klar." Beim Rausgehen ruft er uns noch nach: "Eure fette Alterssicherung dürft ihr natürlich trotzdem behalten." Das glauben Sie nicht? Okay, die Geschichte ist ein kleines bisschen geschwindelt. Unsere Gehaltserhöhung wird vielleicht gerade mal die Inflation ausgleichen, und unser Chef kommt immer mit kleinkarierten betriebswirtschaftlichen Weisheiten wie "Produktivitätszuwachs". Aber lange lassen wir uns das Märchen nicht mehr erzählen, dass man erst etwas erwirtschaften muss, bevor man es verteilen kann. Im nächsten Leben werden wir Bundestagsabgeordneter. ...
Nur noch mal zur Verdeutlichung, falls immer noch jemand glaubt, im Steuer- und Abgabendschungel bestehe kein Handlungsbedarf: Von 100 Euro Gehaltserhöhung bleiben 43 Euro übrig, der Rest geht in irgendeiner Form an Vater Staat. Bis sich die hohe Politik einig ist, wie sie den Bürgern den letzten Rest an Eigenverantwortung und finanzieller Bewegungsfreiheit nehmen soll, freut sich die arbeitende Bevölkerung über das strahlende Maiwetter. Allerdings muss bis zum Ende dieses Wonnemonats ihre Steuererklärung - so man keinen Steuerberater beauftragt - dem Finanzamt vorliegen, und so verbringt der gemeine Beschäftigte den Sonntag mal wieder über den geliebten Formularen. Zwar ändert die Steuerbehörde jedes Jahr ihre Vordrucke, was den Übertrag aus dem Vorjahr nicht eben erleichtert. Andererseits geht das Ausfüllen von Jahr zu Jahr schneller von der Hand: Absetzbarkeit des Arbeitszimmers? Gibt es nicht mehr. Pendlerpauschale? Weg. Freibeträge für Kapitalanlagen? Gekürzt. Absetzbarkeit von Gebühren anerkannter Ersatzschulen? Auf der Streichliste. Nur die Zuschläge sind in Beton gegossen, wie der 1991 vorübergehend eingeführte Solidaritätszuschlag. Wie lange ist eigentlich vorübergehend?

- Kritische Islamkonferenz in Köln: Vom 31.05 – 01.06.08 findet die Kritische Islamkonferenz in Köln statt. Teilnehmen werden u.a. Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE), der Publizist Ralph Giordano, der Journalist Günter Wallraff und die deutsch-türkische Schriftstellerin Fatma Bläser. Diskutiert werden brisante Fragen, darunter der Zusammenhang zwischen Islam und Islamismus und die Vereinbarkeit der Grundnormen des Islam mit den Menschenrechten. Veranstalter sind der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE), die Giordano Bruno Stiftung (GBS), Redaktion Hintergrund, Aktion 3. Welt Saar, Alibri-Verlag und denkladen.de. Ort: Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität Köln, Gronewaldstr.2, Köln-Lindenthal. Beginn: Samstag, 10.00 Uhr.
http://www.kritische-islamkonferenz.de/ // www.giordano-bruno-stiftung.de/

Sonntag, 11. Mai 2008

Klimamodelle: Wie die Propheten irren

Klimamodelle
Das große Frösteln
. Atempause im Klimawandel: Wie die Propheten irren. FAZ 7.5.08

Über die Verlässlichkeit von Klimamodellen ist im Jahr 2007, dem historischen Jahr der Klimaforschung, in der sie ihren Durchbruch auf der politischen Bühne reklamiert, nie ernsthaft diskutiert worden. Jedenfalls nicht öffentlich. Was allerdings auch kaum wundert. Denn Computermodelle sind längst nicht nur zum festen Bestandteil, sondern zum Rückgrat der Klimatologie geworden. Dieses Rückgrat gilt es zu schützen.

Dabei zeigt gerade der "Lernprozess" der Klimarechner, dass an kritischen Fragen noch immer Bedarf besteht. Besonders eindringlich lässt sich das an einer neuen Veröffentlichung deutscher Forscher studieren, die in der aktuellen Ausgabe von "Nature" (Bd. 453, S. 84) quasi im Handstreich alle bisherigen Klimaprognosen zumindest für die nähere Zukunft auf den Kopf gestellt haben. Die Erwärmung, heißt es da, lege in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren eine "Atempause" ein. Global würden die Lufttemperaturen vorerst nicht weiter steigen, wie es allen voran der Weltklimarat IPCC vor Jahresfrist zum wiederholten Mal betont hat. Vielmehr würden eine vorübergehende natürliche Verlangsamung der Meeresströmung im Atlantik und Entwicklungen im Pazifik den Klimawandel abbremsen. Die Atlantikströme bringen warmes Wasser nach Norden und sind zentraler Bestandteil des "globalen Ozean-Förderbands", das Energie um den Globus transportiert.

Über dem Nordatlantik, in Westeuropa und in Nordamerika würden die Temperaturen "auf das Niveau zwischen 1994 und 2004 abkühlen", schreiben die Forscher. Soll man das nun glauben? Die Gruppe des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften um Noel Keenlyside und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg beanspruchen eine "verfeinerte Klimavorhersage". Verfeinert wohlgemerkt durch die Berücksichtigung realer Messwerte. Erstmals wurden die an der Oberfläche gemessenen und in langen Zyklen variierenden Meerestemperaturen in der Simulation berücksichtigt. Und ausgerechnet die Berücksichtigung dieser "natürlichen Klimaschwankungen", die sich der Erwärmung überlagern, soll nun sämtliche Treibhausmodelle aushebeln?

Wäre es so, könnte sich bewahrheiten, was Gerard Roe von der University of Washington voriges Jahr nach seinen Studien zur Unwägbarkeiten der Modelle in "Science" berichtete: "Kleine Unsicherheiten in den zugrundeliegenden physikalischen Prozessen werden vervielfacht zu großen Unsicherheiten in der Reaktion des Klimas, und es gibt nichts, was wir dagegen tun können". Christopher Knight zeigte seinerzeit mit mehr als 57 000 Modellrechnungen, dass die Prognosen mit der Zahl und Qualität der eingegeben Parameter extrem schwankt.

Was aber in die Klimamodelle einfließt, sind oft nur Näherungen und unvollständige Datensätze. In "Geophysical Research Letters" hat jetzt Andrew Monaghan von der Ohio State University das Versagen der Modelle bei der Simulation der Antarktis-Temperaturen demonstriert. Die Modelle weisen eine Erwärmung über dem Südpol um bis zu einem Grad seit 1880 aus. Die aus Eisanalysen rekonsruierten Daten ergeben höchstens 0,2 Grad.

Tatsache ist, dass auch bei den Kieler und Hamburger Forschern der größte Teil der Meereszirkulation unberücksichtigt bleibt. Messwerte der globalen Tiefenströme gibt es nicht und fehlen deshalb bei ihnen genauso, wie sie Doug Smith vom britischen Hadley Centre fehlten, der im vergangenen August in "Science" eine der ersten langfristigen Klimaprognosen für sich beanspruchte und nach einer "kurzen Verlangsamung der Erwärmung" schon in wenigen Jahren wieder Temperaturrekorde prognostizierte.

JOACHIM MÜLLER-JUNG

Pfingsten 2008

Pfingsten 2008
Da ist es schon wieder
das liebliche Fest
die Maikäfer stehen noch aus
aber ein Hoch hüllt uns ein in blendenden Sonnenschein
während es singt
und duftet
und weht so blau